Infos über Firmen (speziell Zeitarbeit) EILT!

Hallöle!

Ich kenne FAQ 1129 und habe dennoch nicht anonymisiert, da ich keine Rechtsberatung suche, sondern Tipps zu Info-Quellen… :smile:

Da ich mit meinen letzten 2 Arbeitgebern so RICHTIG(!) auf die Schnauze gefallen bin (beides Zeitarbeitsfirmen) und nun ein neues Angebot aus der gleichen Branche vorliegen habe, wollte ich mal nachhören, ob Ihr eine Möglichkeit kennt, wo man Infos über die Seriösität einer Firma herbekommen kann.

Wie üblich: Heut angerufen, morgen unterschreiben, übermorgen anfangen. Daher eilt es etwas.

Ich habe bereits gegoogelt, das hat aber ausser Jobangeboten nix gebracht. Und bei der zuständigen Gewerkschaft ver.di hab ich auch nachgefragt. Von dort habe ich allerdings die Aussage, daß man in letzter Zeit wegen personeller Engpässe im Bereich Zeitarbeit so gut wie gar nichts unternommen hätte und somit auch selbst quasi keine Infos hätte.

Ich schreib jetzt erst mal nicht den Namen der betreffenden Firma, da ich nicht weiß, ob das erlaubt ist. Sollte es erlaubt sein, gebt mir nen kurzen Wink… :smile:

Danke im Voraus
MrMoods

Hallöle!

Ich kenne FAQ 1129 und habe dennoch nicht anonymisiert, da ich
keine Rechtsberatung suche, sondern Tipps zu Info-Quellen…

-)

Da ich mit meinen letzten 2 Arbeitgebern so RICHTIG(!) auf die
Schnauze gefallen bin (beides Zeitarbeitsfirmen) und nun ein
neues Angebot aus der gleichen Branche vorliegen habe, wollte
ich mal nachhören, ob Ihr eine Möglichkeit kennt, wo man Infos
über die Seriösität einer Firma herbekommen kann.
MrMoods

Hallo!
Du könntest versuchen über mögliche Unternehmen „Referenzkunden“ deines Betriebes etwas rauszufinden und dort nachfragen.
Bei uns in Österreich muß auch bevor man als Unternehmen auf der Webseite nach arbeitslosen Personen suchen kann, sich identifizieren - und nicht seriöse Firmen werden dann rausgelöscht (vor allem Leihfirmen). Vielleicht gibts ja was ehnliches bei der Arbeitsagentur? Und zwar die Anprechpersonen für Unternehmen: es werden einzelne Betriebe betreut,… Prizipiell kommt man aber auch öfter über Zeitarbeitsfirmen zu fixen Jobs, nachdem man zuerst einmal „ausprobiert“ wurde.
Viel Glück und liebe Grüße
Sabine

was heißt denn reingefallen? man hat dich nicht bezahlt? man wurde bei „doofen“ kunden eingesetzt? gar nicht eingesetzt?..
achte einfach ganz genau darauf, was in deinem vertrag steht.

Hallo,

hast Du schon mal in verschiedenen Foren den Namen der Fa. eingegeben, vielleicht findest Du da ja Mecker, Fragen über diese Fa.

Evtl. Verbraucherzentrale fragen.

Auch bei der BA würde ich mal anrufen, obwohl die Chance nicht groß ist, dass die was sagen können oder wollen. Aber auch da gibt es „gute“ Mitarbeiter, die Dir u.U. etwas verklausuliert etwas mitteilen.

Ich selbst habe keine Erfahrung mit Zeitarbeitsfirmen, aber ich weiß, daß einige Leute über diesen Einstieg feste Anstellungen bekommen haben, also sollte man sie nicht ganz außer Acht lassen.

Viel Erfolg!

Gruß Volker

was heißt denn reingefallen? man hat dich nicht bezahlt? man
wurde bei „doofen“ kunden eingesetzt? gar nicht eingesetzt?..
achte einfach ganz genau darauf, was in deinem vertrag steht.

Im Vertrag war alles soweit klar. Aber man hat sich ganz einfach nicht dran gehalten.

Vereinbart waren z.B. ein Stundenlohn von 8,20 EUR und eine Zulage von 0,80 EUR. Man hat aber einfach einen Stundenlohn von 7,42 EUR bezahlt und die Zulage mal nach Lust und Laune.

Klar, meine Chancen stehen extrem gut, das Geld zu bekommen. Aber meine Rechtsschutzversicherung spielt da nicht mehr lange mit. Ich konnte eine Kündigung derselbigen nur mit Bitten und Betteln abwenden.

Wenn ich jetzt schon wieder auf so einen Laden reinfalle, hab ich ein Problem.

Aber es gibt erste Anzeichen:

Ich war eine Zeit lang arbeitslos und bekam diese Firma vom Arbeitsamt vermittelt.

Erstes Symptom (typisch): Die Stelle gab es nicht, ich kam in die Kartei.

Zweites Symptom (typisch): Man sagte mir damals, ich sei für Arbeiten in meinem Beruf wegen fehlender Erfahrung unqualifiziert und würde nur für Helferjobs in Frage kommen für 7 EUR maximal.

Drittes Symptom: Trotz Nr. 2 ruft man mich heute an und bietet einen Job mit 10,05 EUR.

Viertes Symptom (typisch): Vorstellungstermine als Massenabfertigung. Ankommen, Fragebogen ausfüllen, einminütiges Gespräch, „wir schauen mal ob wir was finden“, tschüss.

Mir fiele jetzt bestimmt noch mehr ein, aber ich lass es mal gut sein.

P.S.
Es nützt kein Arbeitsvertrag der Welt etwas, wenn ich Kosten und Mühen investieren muss, um diesen überhaupt durchzusetzen. Meist decken sich dann die Anwaltkosten mit den offenen Beträgen (scheint wohl so kalkuliert zu sein).

hast Du schon mal in verschiedenen Foren den Namen der Fa.
eingegeben, vielleicht findest Du da ja Mecker, Fragen über
diese Fa.

Ja, wie gesagt, ich hab gegoogelt. Nix.

Evtl. Verbraucherzentrale fragen.

Die dürfte wohl eher nicht für personelle Angelegenheiten zuständig sein, oder?

Auch bei der BA würde ich mal anrufen, obwohl die Chance nicht
groß ist, dass die was sagen können oder wollen. Aber auch da
gibt es „gute“ Mitarbeiter, die Dir u.U. etwas verklausuliert
etwas mitteilen.

Gute Idee, aber kannst Du vergessen. Mit denen hatte ich letztens sogar noch Ärger. Ich hab einen Vermittlungsvorschlag für eine Zeitarbeitsfirma bekommen. Nach einem Gespräch habe ich diese Stelle jedoch abgelehnt, weil eine Bedingung z.B. mehrwöchige Auslandsaufenthalte ohne Heimreise bei mickriger Bezahlung waren. Wir haben uns darauf „geeinigt“, dass wir eine positive Rückmeldung geben, der Job aber für mich wegen der Auslandsaufenth. nicht in Frage kommt. Dann bekam ich einen Anruf. Die Firma hat zurückgemeldet, ich hätte keine Lust zu arbeiten. Das mit den Auslandsaufenthalten war der BA/ARGE angeblich gar nicht bekannt und wurde mir auch nicht geglaubt. Man hat „mit großen Bauchschmerzen“ auf eine Sperrzeit verzichtet.

Ich selbst habe keine Erfahrung mit Zeitarbeitsfirmen, aber
ich weiß, daß einige Leute über diesen Einstieg feste
Anstellungen bekommen haben, also sollte man sie nicht ganz
außer Acht lassen.

Also das ist die allgemeine Mär, die die Runde macht. Das ist aber schon seeeeehr lange nur noch in Ausnahmefällen gegeben. Im Normalfall bist Du ein Wegwerfprodukt.

Schönes Beispiel (aus meiner 1. Problemfirma), grade vor wenigen Tagen von einem Ex-Kollegen erzählt bekommen: Kunde ordert 3 Leute bei der Firma. Firma sucht 2 Leute aus und stellt einen Dritten extra für diese Stelle ein. Aussage Chef: Ihr fahrt zum Kunden und wartet da auf mich, ich komm nach. Alle 3 treffen sich da, Chef taucht nicht auf, Kunde sagt „ich brauch nur den hier, die anderen 2 können wieder gehen“. Der Kerl der extra eingestellt wurde, wurde einen Tag später wieder entlassen, hat also einen ganzen Tag bei dieser Firma verbracht.

DAS ist heute der Regelfall.

Und ich weiß, wovon ich spreche. Ich habe 3 Zeitarbeitsfirmen (davon 2x auf Montage) hinter mir und zusätzlich trifft man auf Montage sehr viele Kollegen aus anderen Zeitarbeitsfirmen. Es ist ÜBERALL (bis auf wenige Ausnahmen) der gleiche Müll.

–> „Traue niemandem!“

P.S.
Es nützt kein Arbeitsvertrag der Welt etwas, wenn ich Kosten
und Mühen investieren muss, um diesen überhaupt durchzusetzen.
Meist decken sich dann die Anwaltkosten mit den offenen
Beträgen (scheint wohl so kalkuliert zu sein).

Hallo!

Hast Du schon mal über einen Beitritt zu einer Gewerkschaft nachgedacht? Die haben dort gute Anwälte, die auf Arbeitsrecht spezialisiert sind und ihre Hilfe ist für Mitglieder (nach einer gewissen Wartezeit) kostenlos.

Viele Grüße

Anne

Lieber ne Rechtschutzversicherung!
Hi!

Hast Du schon mal über einen Beitritt zu einer Gewerkschaft
nachgedacht? Die haben dort gute Anwälte, die auf Arbeitsrecht
spezialisiert sind

Pruust!
Der war gut!

LG
Guido

P.S. Sorry, es mag den ein oder anderen guten Anwalt bei Gewerkschaften geben, nur habe ich im realen Leben noch keinen erlebt, sondern nur Schwätzer, die sich eigentlich grundsätzlich nicht vorbereitet haben.
Und ja, ich weiß, dass es sogar hier im Forum einen guten gibt

Hast Du schon mal über einen Beitritt zu einer Gewerkschaft
nachgedacht? Die haben dort gute Anwälte, die auf Arbeitsrecht
spezialisiert sind und ihre Hilfe ist für Mitglieder (nach
einer gewissen Wartezeit) kostenlos.

Ich bin Mitglied in einer Gewerkschaft, muss in diesem Punkt aber voll und ganz Guido zustimmen. Diese Möglichkeit werde ich nur ausschöpfen, wenn meine Rechtsschutzversicherung futsch ist.

Aber mal davon abgesehen: Das kann es doch nicht sein. Es kann doch nicht sein, daß ich schon vorher einen Rechtsanwalt einplanen muss, nur weil ich arbeiten will.

Ja, wie gesagt, ich hab gegoogelt. Nix.

Ich google ungern, da mir zuviele Infos gespeichert und kontrolliert werden. Ok, auch in anderen Suchmaschinen hinterlasse ich Spuren, aber es scheint nicht so extensiv zu sein.
Da ich aber mit w-w-w sehr zufrieden bin, fällt mir jetzt kein anderes Forum ein, das helfen könnte.

Evtl. Verbraucherzentrale fragen.

Die dürfte wohl eher nicht für personelle Angelegenheiten
zuständig sein, oder?

Fragen! Man sieht doch im FS oft Beiträge der VBZ, die sich mit solchen Themen befassen. Du wirst vermtl. keine individuelle Beratung bekommen, aber vielleicht haben die „scharze Schafe“ vor denen sie warnen. Versuch´s!

Ok. bei mir überwiegen auch die negativen Erfahrungen mit der BA, aber ich habe (selten) auch gute Informationen bekommen, die mir alle anderen Berater vorenthalten haben.
Ich dadurch z.B. ein halbes Jahr Trennungskostenbeihilfe verloren, weil ich, vielleicht durch eigenes Verschulden, es nicht wußte, dass es sowas gibt.

Also das ist die allgemeine Mär, die die Runde macht. Das ist
aber schon seeeeehr lange nur noch in Ausnahmefällen gegeben.
Im Normalfall bist Du ein Wegwerfprodukt.

Jaaein, also ca. 6 Jahre her. Da wurden in der Fa. in der ich damals noch arbeitete zwei Technische Zeichnerinnen nach einem halben Jahr eingestellt, die von einer Zeitarbeitsfa. kamen.

In einer Arbeitslosen-Initiative wurde von (wenigen) konkreten Beispielen berichtet, wo es auch geklappt hat.

Zugegen, es ist Sitte geworden Praktika und Zeitfirmen auszunutzen.

–> „Traue niemandem!“

Da kann ich Dir wieder zustimmen.

Gruß Volker

Ich google ungern, da mir zuviele Infos gespeichert und
kontrolliert werden.

Nuja, ich hab nix zu verbergen (und wenn doch publiziere ich es nicht im Netz) :smile: und kenne auch ehrlich gesagt nichts besseres als Google. Die Qualität hat zwar durch Spam/Werbung stark nachgelassen, liegt aber von den Treffern her immer noch weit vorne.

Ich dadurch z.B. ein halbes Jahr Trennungskostenbeihilfe
verloren, weil ich, vielleicht durch eigenes Verschulden, es
nicht wußte, dass es sowas gibt.

Hört sich sehr nach öffentlichem Dienst an. Ist dem so oder hab ich nu auch was verpasst?

Jaaein, also ca. 6 Jahre her. Da wurden in der Fa. in der ich

Auha, Asbach Uralt… :smile:

damals noch arbeitete zwei Technische Zeichnerinnen nach einem
halben Jahr eingestellt, die von einer Zeitarbeitsfa. kamen.

In einer Arbeitslosen-Initiative wurde von (wenigen) konkreten
Beispielen berichtet, wo es auch geklappt hat.

Ja, ich streite das ja gar nicht ab, aber wie gesagt: Ausnahmefälle. Du sagst ja selber: „In wenigen konkreten Fällen“…

Zugegen, es ist Sitte geworden Praktika und Zeitfirmen
auszunutzen.

Ja, leider. Hartz sei dank.

ERGEBNIS … was draus wurde
Nachdem ich nun heute das Vorstellungsgespräch hatte, möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten, was draus geworden ist. Nur für die, die es auch interessiert, wie es zu meiner Frage gekommen ist.

Vorgeschichte

Erst mal ist zu sagen, daß es eine Vorgeschichte zu dieser Firma gibt. Im Januar dieses Jahres kontaktierte ich diese Firma wegen eines Vermittlungsvorschlages der ARGE/BA telefonisch. Ich wurde (natürlich) sofort eingeladen. Dort angekommen begrüßte mich ein älterer Herr mit gelben Zähnen und Kippe in der Hand mit einem freundlichen „Na, hast Du nen Vorstellungstermin?“. Weiterhin saßen dort knapp 20 Personen (90% nicht deutschstämmig) in einem Raum und füllten fleißig Personalbögen aus. Alle 1-2 Minuten flog eine Tür auf und ein Disponent brüllte in den Raum „Jemand feddich? Hier rein!“. Mein Gespräch dauerte ca. 3 Minuten und wurde eröffnet mit dem Satz „also um das mal direkt zu sagen, Facharbeiter können Sie sich abschminken, das gibt’s nicht, als Helfer können wir sie brauchen für 7 Euro, aber da ham wir auch grad nix“. Ich habe mich am gleichen Tag noch bei der ARGE/BA massiv über diese Firma beschwert.

Anruf

Gestern erhielt ich einen Anruf von besagter Firma. Man erzählte mir lang und breit, daß man ein Angebot für mich hätte, 10 Euro die Stunde, nicht allzuweit entfernt, morgen unterschreiben, übermorgen gehts los. Nachdem ich dann fragte, wie ich zu der Ehre käme, weil mir doch diese 7-Euro-Geschichte widerfahren sei, sagte er mir das könne nicht stimmen, in meinem Personalbogen würde 10 Euro stehen. Wir haben einen Termin für 10 Uhr abgemacht. Ich habe gebeten, daß er mir den Arbeitsvertrag schon im Vorfeld per Fax zukommen lässt, damit ich mir diesen in Ruhe durchlesen kann. Dies wurde mir verweigert mit der Aussage „das machen wir nicht, den können Sie sich morgen durchlesen bevor Sie unterschreiben“. Das hat mich dann (mal wieder) stutzig gemacht.

Heute Morgen

Nachdem ich dann eine Nacht drüber geschlafen hatte, habe ich heute morgen kurzerhand entschlossen, den Termin abzusagen. Ich habe mir die ganzen Vorkomnisse und das Bild, das ich von der Firma hatte und das gestrige Telefonat nochmal durch den Kopf gehen lassen und entschieden, daß da was faul ist.

Für alle Kritiker: Das hat jetzt nichts damit zu tun, daß ich nicht arbeiten WILL. Ihr könnt Euch gerne mal mit jemandem unterhalten, der schon genau wie ich im Bezug auf solche Firmen ein „gebranntes Kind“ ist.

Ich rief also die Firma an und sagte, daß ich es mir anders überlegt hätte, ich möchte den Termin absagen. Die Antwort darauf war dann mit einem extremen „mir-doch-egal-Ton“ in der Stimme: „Dann melde ich dem Arbeitsamt eben zurück, daß Sie keine Lust zum Arbeiten haben und dann kriegen Sie ne Sperre“. Ich fragte dann, was denn diese Äußerung soll, ich wüsste nichts von einem Vermittlungsvorschlag. Das wurde dann beantwortet mit „das haben wir gestern kurzfristig geklärt, das geht definitiv übers Arbeitsamt“. Schweren Herzens habe ich mich dann entschlossen, den Termin doch wahrzunehmen.

Daraufhin rief ich meinen für mich zuständigen Arbeitsvermittler an. Dieser sagte, er wüsste nichts von einer Vermittlung, hat dann aber extra nochmal im System nachgeschaut, da es ja auch über jemand anders abgewickelt worden sein könnte. Im System war aber weit und breit nichts zu finden, nur der Januar-Vorschlag bzgl. dieser Firma. Er gab mir den Tipp, ich solle den Termin einfach mal wahrnehmen, um mir das Ganze anzuschauen, ich könne dann ja immer noch ablehnen.

Das Gespräch

Bei der Firma angekommen, hat auf das erste Klingeln keiner reagiert. Beim zweiten Klingeln ging dann die Tür auf. Man muss sich das übrigens nicht wie ein Bürogebäude oder einen Industriekomplex vorstellen. Hier wurde in einer relativ runtergekommenen Gegend in einem normalen Wohnhaus in der ersten Etage über einem Kiosk einfach eine runtergekommene Wohnung zu einem Büro umfunktioniert.

Begrüßt wurde ich mit „tut mir leid, wir räumen grad um“. Das Erste, was ich festgestellt habe: Es wurde seit Januar fast die komplette Belegschaft ausgetauscht. Alles neue Gesichter.

Wir haben dann kurz im Büro gesprochen und mir wurde der Arbeitsvertrag eines anderen Mitarbeiters ausgehändigt, damit ich mir diesen durchlesen kann. Hallo?!? Datenschutz?!? Nunja, nun weiß ich, daß Herr XXXXX als Industriemechaniker für XXXXX Euro Stundenlohn und XXXXX Euro außertarifliche Zulage seit gestern bei dieser Firma arbeitet.

Ich habe dann nochmal die alte Geschichte mit den 7 Euro angesprochen und ihn gebeten, mir doch einmal diesen Personalbogen zu zeigen. Dort sah ich dann die alte Zeile mit den 7 Euro. Diese war so dick und oft mit Kuli durchgekritzelt worden, daß man NICHTS mehr erkennen konnte. Darunter war in einer anderen Handschrift „10 Euro“ geschrieben.

Der Arbeitsvertrag war eigentlich soweit in Ordnung. Kein Wunder, sind ja meist Standardverträge. Allerdings gab es da eine Klausel, die mich etwas gestört hat.

Deutschlandweit einsetzbar

Da ich nicht bereit war, ohne eine zusätzliche Vereinbarung über Reisekosten in eine „deutschlandweite Verwendung“ einzuwilligen, habe ich dies zur Sprache gebracht.

Man muss anmerken, daß ich bei meiner letzten Zeitarbeitsfirma zwei verschiedene Einsätze hatte, bei denen die Anreise ca. 850 Kilometer betrug. Mal abgesehen davon, daß man nur noch den Samstag als Wochenende hat, weil man Sonntags morgens wegfährt und in der Nacht von Freitag auf Samstag nach Hause kommt, zahlt man bei den Kilometern ordentlich aus der eigenen Tasche drauf. Die leider übliche Regelung sind hier 10 Euro pro VOLLE 100 Kilometer, was im besten Fall 10 Cent und im schlechtesten Fall 5 Cent pro Kilometer entspricht. Dies deckt bei den heutigen Preisen nicht einmal den Benzinverbrauch, vom Verschleiß einmal abgesehen.

Nun habe ich das also angesprochen und bekam die Antwort „müssen Sie ja nicht machen, wir arbeiten hier nur in 30-50 Kilometer Umkreis“. Ich habe dann angemerkt, daß es trotzdem im Vertrag stehe und wenn es dann eines Tages doch soweit kommen sollte, ich dazu verpflichtet sei, dies doch zu tun. Die Antwort: „Sie müssen gar nix. Sie werden nur zu Einsätzen geschickt, in die Sie vorher einwilligen. Ohne Einwilligung geht das nicht. Und dann sagen Sie halt einfach, daß Sie das nicht machen, dann muss ich Ihnen was anderes suchen.

Ich habe darauf hingewiesen, daß es im Vertrag eine Klausel gibt, daß Lohnanspruch bei schuldhaftem Nichtantritt oder schuldhaftem Abbruch durch den Arbeitnehmer sofort entfällt. Also bestünde doch die Möglichkeit, daß mir das Geld gestrichen wird, wenn ich mal zu einem Einsatz nicht einwillige. Dieses Argument hat ihn dann dazu gebracht: „_ Eventuell können wir über eine Änderung der deutschlandweiten Einsätze im Vertrag reden_“.

Ende

Außerdem habe ich angebracht, daß das übliche Verfahren „heute unterschreiben, morgen anfangen“ zu kurzfristig ist und ich gerne 1-2 Tage Bedenkzeit hätte. Ich sagte, daß der Arbeitsvertrag und die angebotene Stelle mir gefallen und wenn er mir bis Freitag Bedenkzeit gibt, so daß ich Freitag zur Unterschrift reinkomme und Montag anfange, wir uns einig wären.

Antwort: „Sie haben doch gar keine Lust zu arbeiten, ich wünsch Ihnen noch viel Spaß in Ihrer Arbeitslosigkeit!

Nuja, ich hab nix zu verbergen (und wenn doch publiziere ich
es nicht im Netz) :smile: und kenne auch ehrlich gesagt nichts
besseres als Google. Die Qualität hat zwar durch Spam/Werbung
stark nachgelassen, liegt aber von den Treffern her immer noch
weit vorne.

Bei meinen Suchen habe ich bei fireball.de meist die besseren Treffer erzielt.
Das Argument „Ich habe nichts zu verbergen“ stimmt vermutlich, aber ist genau das Öl das ein Hr. Schäuble für sein Feuer braucht. Ich will nicht überwacht werden. Punkt.

Hört sich sehr nach öffentlichem Dienst an. Ist dem so oder
hab ich nu auch was verpasst?

Ja, ich habe als Lehrer einen Zeitvertrag angenommen, aber so wie ich es verstanden habe, kann jeder AN, der umzieht, um eine Arbeit aufzunehmen, für das (meistens) halbe Jahr Probezeit einen Zuschuß bekommen. Ist allerdings eine „Kann“-Bestimmung, es gibt Einschränkungen bzgl. der Entfernung. Bei mir war aber bei (je nach Job) zwischen 400 und 600 km nun wirklich kein Tagespendeln möglich.
Auch war es nicht zumutbar, dass die gesamte Familie mit umzieht und ich mein Haus verkaufe.

Frag mal nach, wenn Du ein Angebot bekommst und nicht tagespendeln kannst!

Auha, Asbach Uralt… :smile:

Ok., das waren die Fälle, die ich persönlich erlebt habe, aber vor ca. 2/3 Wochen wurde noch in einer Arbeitslosen-Initiative von erfolgreichen Wiedereinstiegen berichtet.

Zugegen, es ist Sitte geworden Praktika und Zeitfirmen
auszunutzen.

Ja, leider. Hartz sei dank.

Leider müssen wir uns da einig sein, gerne würde ich Dir widersprechen.

Dass die BA ihre Arbeit (fast nur noch) durch Weiterleitung an Zeitarbeitsfirmen oder in sinnlose Seminare, die nur Zeit und Geld kosten, macht, ist leider unbestreitbar.

Leider habe ich den Eindruck,dasss schlicht Gelder verschoben werden soll. Mehr werde ich hier nicht dazu sagen.

Trotzdem, noch einen schönen Tag!

Gruß Volker

Ich habe Dein Ergebnis erst nach meinem Posting gelesen.

Bei solchen Randbedingungen wäre ich allerdings auch sehr kritisch.

Gruß volker

Hi!

Ein Freund hat mit so jemandem aber sehr gute Erfahrungen gemacht. Er ist sehr zufrieden.

Gruß

Anne

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi!

Ein Freund hat mit so jemandem aber sehr gute Erfahrungen
gemacht. Er ist sehr zufrieden.

Hi!

Wie fit ist Dein Freund im Arebitsrecht und kann beurteilen, ob nicht mehr drin gewesen wäre?

Bei meinem letzten Arbeitgeber haben wir bei den Güteterminen bewusst auf anwaltliche Hilfe immer dann verzichtet, wenn sich der AN durch seine Gewerkschaft hat vertreten lassen…
Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir auch nur einmal Probleme hatten

LG
Guido

Hallo Moods,
vielleicht hilft Dir auch dieser Link: http://www.bza.de/
Mail mich an, wenn Du noch mehr Links brauchst, ich hab ca. 2 Jahre als Personalvermittler im Bereich Zeitarbeit gearbeitet.
Grüße
Almut