Infrarot digital oder analog

Hallo Fotografengemeinde,
ich habe gleich zwei Fragen: (und es hat nichts zu tun mit der kürzlich von Nimral geposteten Anfrage zur Infrarot-Fotografie)

  1. Ich habe auf einer Internetseite gelesen, dass die meisten Digicams Infrarotfähig seien, wenn man einen Filter verwendet. Ich habe eine Canon EOS 350D und zufällig besitze ich auch einen Schwarzfilter (damals für Sonnenfinsternis gekauft). Laut der Internetseite müsste ich diesen Filter draufschrauben und dann bei Sonnenlicht mindestens 1 Sekunde(was ich jetzt nicht lang finde) bei offener Blende belichten. Dann könnte es was werden. Angeblich sind die CMOS-Sensoren (so einen hat doch meine Canon, oder?) von Haus aus ziemlich unempfindlich gegen IR-Strahlung, würden aber trotzdem noch etwas durchlassen. Meint ihr, dass geht? So einfach kann es doch nicht sein, oder?

  2. Mein Freund schlug vor, wenn das nicht klappt, analog mit IR-Film zu fotografieren. Wie muss ich da vorgehen? Bzw. wo gibt es eine verständliche(?) Schrit-für-Schritt-Anleitung (ich fotografiere zwar schon sehr lang, habe aber mit den physikalischen Prinzipien oft Probleme… und hab natürlich auch kein Vorwissen, wie die ganzen Filter usw. heißen und was die machen)
    Freu mich auf Vor-/Ratschläge! Vielen Dank schon mal.
    Silviquiek

Hi,
Analog funktioniert nur dann gut wenn du selbst entwickelst, aber Vorsicht nicht alle Filmentwicklungsdosen sind IR Lichtdicht.
den Film zu versenden ist problematisch, nochdazu bei diesen Außentemperaturen.

Digital sitzt ein Ir Sperrfilter vor den Ccd und vermutlich auch Cmos chips.
Das bedeutet du hast 2 entgegengesetzt wirkende filter vorgespannt.
daraus resultiert die sehr geringe Empfindlichkeit.
die Belichtungszeit nimmt Rapide zu je Höher die nm
bei 1000nm ist es erheblich mehr als bei 900nm

sieh dir dazu am besten die HP von Heliopan an.

Es gibt auch (teure) digitale Systeme bei denen sich der Ir Sperrfilter entfernen lässt, also temporär (ohne rauszubrechen)
Es gibt im Netz aber auch Anleitungen welche Kameras sich wie, in IR KAmeras (dauerhaftes entfernen des Ir Filters) umbauen lassen.
Es reicht vielleicht ein gebrauchtes älteres Modell zu verwenden.
Ansonsten ist noch die Focusdifferenz zu berücksichtigen.
OL

Hallo!

Analog funktioniert nur dann gut wenn du selbst entwickelst,
aber Vorsicht nicht alle Filmentwicklungsdosen sind IR
Lichtdicht.
den Film zu versenden ist problematisch, nochdazu bei diesen
Außentemperaturen.

Ich hätte sogar die Möglichkeit, ins Labor zu gehen. Ja, habe auch schon gelesen, dass man die Filme nur im Dunkeln wechseln sollte. Wenn man die irgendwo kauft / bestellt, sind die doch wohl hoffentlich dementsprechend lichtdich verpackt, oder? Sonst ist der Film ja schon versaut, bevor man ihn in die Finger kriegt.

Und bei analog einfach den Filter vorn drauf und los gehts?

Digital sitzt ein Ir Sperrfilter vor den Ccd und vermutlich
auch Cmos chips. Das bedeutet du hast 2 entgegengesetzt wirkende filter vorgespannt.daraus resultiert die sehr geringe Empfindlichkeit.
die Belichtungszeit nimmt Rapide zu je Höher die nm bei 1000nm ist es erheblich mehr als bei 900nm

Oh je, tut mir leid, das ist schon zu abstrakt für mich: also 1000 nm ist die Lichwellenlänge, ja? Woher weiß ich, welches Licht welche Wellenlänge hat? Heißt das, je heller es ist, desto länger muss ich belichten? Kling ja total unlogisch. Ach nein, WEllenlänge hat ja mit der Lichtfarbe und nicht mít der Helligkeit zu tun, oder? Stimmt das?

sieh dir dazu am besten die HP von Heliopan an.

ist das ein Filter? Wie gesagt, wenn möglich würd ich gern was mit dem Schwarzfilter machen, den ich zuHause hab, dann würde er wenigstens mal zum Einsatz kommen und ich müsst nicht nochmehr Geld ausgeben.

Es gibt auch (teure) digitale Systeme bei denen sich der Ir
Sperrfilter entfernen lässt, also temporär (ohne
rauszubrechen)Es gibt im Netz aber auch Anleitungen welche Kameras sich wie,in IR KAmeras (dauerhaftes entfernen des Ir Filters) umbauen
lassen. Es reicht vielleicht ein gebrauchtes älteres Modell zu
verwenden. Ansonsten ist noch die Focusdifferenz zu berücksichtigen.

Ja, das würde ich wenn dann nur mit einer älteren, nicht mit meiner machen. ABer ich bin sich, mein Sachverstand reicht nicht zum Umbauen.

Danke und sorry wegen meiner „blöden Fragen“:smile: Vielleich kannst du mir ja noch weiterhelfen?

Hallo!

Analog funktioniert nur dann gut wenn du selbst entwickelst,
aber Vorsicht nicht alle Filmentwicklungsdosen sind IR
Lichtdicht.
den Film zu versenden ist problematisch, nochdazu bei diesen
Außentemperaturen.

Ich hätte sogar die Möglichkeit, ins Labor zu gehen. Ja, habe
auch schon gelesen, dass man die Filme nur im Dunkeln wechseln
sollte. Wenn man die irgendwo kauft / bestellt, sind die doch
wohl hoffentlich dementsprechend lichtdich verpackt, oder?
Sonst ist der Film ja schon versaut, bevor man ihn in die
Finger kriegt.

Hi
JA die kommen Lichtdicht und in Styroporverpackung und Kühlakku (soferne der Händler weiss was er tut)
dann sofort in den Tiefkühler geben.

Und bei analog einfach den Filter vorn drauf und los gehts?

ja und roten Strich auf der Optik berücksichtigen, wegen der Focusdifferenz

Digital sitzt ein Ir Sperrfilter vor den Ccd und vermutlich
auch Cmos chips. Das bedeutet du hast 2 entgegengesetzt wirkende filter vorgespannt.daraus resultiert die sehr geringe Empfindlichkeit.
die Belichtungszeit nimmt Rapide zu je Höher die nm bei 1000nm ist es erheblich mehr als bei 900nm

Oh je, tut mir leid, das ist schon zu abstrakt für mich: also
1000 nm ist die Lichwellenlänge, ja? Woher weiß ich, welches
Licht welche Wellenlänge hat? Heißt das, je heller es ist,
desto länger muss ich belichten? Kling ja total unlogisch. Ach
nein, WEllenlänge hat ja mit der Lichtfarbe und nicht mít der
Helligkeit zu tun, oder? Stimmt das?

Ab ca. 780 nm Spricht man von IR darunter ist das sichtbare Spektrum
je höher um so Langwelliger; desto mehr IR.

sieh dir dazu am besten die HP von Heliopan an.

ein Filterhersteller auf der Hp sind die unterschiedlichen IR Filter beschrieben.

ist das ein Filter? Wie gesagt, wenn möglich würd ich gern was
mit dem Schwarzfilter machen, den ich zuHause hab, dann würde
er wenigstens mal zum Einsatz kommen und ich müsst nicht
nochmehr Geld ausgeben.

Es gibt auch (teure) digitale Systeme bei denen sich der Ir
Sperrfilter entfernen lässt, also temporär (ohne
rauszubrechen)Es gibt im Netz aber auch Anleitungen welche Kameras sich wie,in IR KAmeras (dauerhaftes entfernen des Ir Filters) umbauen
lassen. Es reicht vielleicht ein gebrauchtes älteres Modell zu
verwenden. Ansonsten ist noch die Focusdifferenz zu berücksichtigen.

Ja, das würde ich wenn dann nur mit einer älteren, nicht mit
meiner machen. ABer ich bin sich, mein Sachverstand reicht
nicht zum Umbauen.

Danke und sorry wegen meiner „blöden Fragen“:smile: Vielleich
kannst du mir ja noch weiterhelfen?

Ol

Hm, also ich werde es mal ausprobieren. Wahrscheinlich wirds eh nichts.

Danke für deine Hilfe!

Ach ja noch was:

„ja und roten Strich auf der Optik berücksichtigen, wegen der Focusdifferenz“

Was meinst du mit Optik (=Linse?) und was hat es mit der Focusdifferenz auf sich?

Kann auch jemand anderes antworten, wenn ich dich nerv mit meinen Fragen:wink:

Hi,
ja ddas Objektiv mein ich.
Da die Brechkraft mit der Wellenlänge zu tun hat, werden Lichtstahlen mit einer Wellenlänge außerhalb des korrigierten (chromatische Apperation) Berreiches stärker oder bei IR schwächer gebrochen, wodurch sich eine Focusdifferenz von ca. 10 % (je nach Ir Berreich) zum sichtbaren Licht ergibt.
deshalb haben klassische manuelle Objektive eine rote Strichmarkierung.
die 10% beziehen sich auf die angewendete Brennweite bzw. Einstellung.

Man stellt zuerst manuell (ohne Schwarzfilter) ein, schraubt anschliesend den Filter auf (jetzt sieht man nix mehr) und nun nun liest man die Entfernungseinstellung ab und dreht am Focusring bis die gemerkte Einstellung auf den roten Strich kommt.

so funktioniert es zumindest bei Kameras die sich manuell einstellen lassen
OL

Ok, Danke vielmals!

Hallo Silviquiek!

Ich denke ich muss mal einige Dinge klären: nicht jeder schwarz aussehende Filter ist ein IR-Filter. Dein „Schwarzfilter“, den du für SoFi-Aufnahmen gekauft hast ist kein Infrarot-Filter. Es ist nur ein „Neutraldichte-Filter“, der idealerweise das Licht für alle Wellenlängen gleichmäßig abschwächt.
Wenn du einen sinnvollen Einsatzzweck suchst, dann stell deine Kamera mal auf ein stabiles Stativ und richte sie auf einen belebten Platz, wo viele Leute rum laufen oder Autos fahren. Stell manuell Blende 11 ein und belichte 2-4 Stunden. Du wirst ein Bild eines menschenleeren Platzes bekommen. Da sich die Menschen bewegen, kriegst du auf das Bild nur das was sich nicht bewegt. Alles was sich bewegt, wird verwischt. Da sich die bewegten Objekte im Vergleich zur gesamt-Belichtungszeit nur sehr kurz im Bild aufhalten, stören sie das Bild nur unwesentlich. So kannst du mit deinem Filter tolle Experimente machen.

Die Silizium-basierten Sensoren von Digitalkameras sind über das sichtbare Spektrum hinaus noch etwas im nah angrenzenden Infrarotbereich (NIR) empfindlich. „Echtes Infrarot“ wie bei Wärmebildkameras ist das allerdings nicht. Bei normalen Bildern, die möglichst genau das widergeben sollen, was das menschliche Auge auch sieht, ist die infrarot Empfindlichkeit eher störend. Deshalb ist vor dem Digitalsensor ein Filterglas, das Infrarotlicht größtenteils absorbiert. Da die Absorbtion nicht vollständig ist, bleibt eine geringe Restempfindlichkeit für NIR-Licht vorhanden. Das ist aber ungewollt, ein sog. „Dreckeffekt“. Wenn man nun einen Filter vor die Kamera packt, der nur noch NIR-Licht durchlässt, dann bekommt man ein System, das nur noch sehr wenig Lichtsignal sieht, da nur noch Licht aufgenommen wird, das die beiden Filter nicht richtig weggeblockt haben. Du siehst nur noch die „Dreckeffekte“. Wenn man solche Bilder macht, können, wenn man Glück hat, ganz witzig verfremdete Aufnahmen dabei raus kommen. Aber der Gag wird sehr schnell reizlos, weil das doch alles mehr oder weniger Zufallsprodukte sind. Mit etwas Geschick kriegt man sowas auch aus einem normalen Bild mit Hilfe von Bildbearbeitungsprogrammen hin.

Will man ernsthaft im NIR-Bereich fotografieren, dann muss man etwas mehr Aufwand treiben. Entweder man arbeitet analog, mit IR-Film, oder man baut eine DSLR zur IR-Kamera um (oder lässt umbauen). Bei einem Umbau einer DSLR wird der Filter vor dem Sensor durch einen anderen ersetzt, welcher NIR-Licht noch durchlässt. Gleichzeitig wird der Fokuspunkt verschoben, weil für NIR-Licht die Objektive eine andere Brennweite haben als für sichtbares Licht. Damit wird klar, daß so eine umgebaute IR-Kamera nicht mehr für normale Bilder einsetzbar ist.
Lässt man eine Kamera umbauen, dann kostet das ca. 200-300 Euro. Plus die Kosten für den umzubauenden Body. Das muss man schon wirklich wollen. Für eine kleine Spielerei ist das zu viel Geld. Meistens wird das von Hobbyastronomen gemacht, die Sterne im NIR-Spektrum fotografieren wollen.

Bei einer analogen Kamera ist das anders. Man braucht nur einen IR-Film einzulegen und bei der Fokusierung manuell zu arbeiten und dabei den IR-Offset zu berücksichtigen. Viele ältere Objektive aus analog Zeiten haben einen eigens angebrachten „IR-Index“, meist ein roter Strich oder einen roten Punkt. Der hilft ein für sichtbares Licht fokusiertes Bild auf IR-Licht zu fokusieren. Stellt man dann ein echtes IR-Filter (nicht dein SoFi-Filter) vor das Objektiv, bekommt man recht einfach und billig IR-Bilder. Das teuerste dabei ist das IR-Filter. Sowas kostet neu 70-100 Euro. Vielleicht als Schnäppchen gebraucht bei E-Bay zu kriegen.

Man sieht, wenn man nur mal ein wenig mit IR bzw. NIR-Bildern rumspielen möchte, dann lieber analog.

Liebe Grüße,

Thomas.

Hallo Thomas!
Vielen Dank, das war echt informativ!
Das mit dem Schwarzfilter habe ich auf einer Internetseite gelesen, als Alternative zum IR-Filter. Es stand natürlich auch drin, dass eben viele Digis einen eingebauten Filter haben (aber im Endeffekt gibts warhsch. kaum eine ohne…)

Wenn du einen sinnvollen Einsatzzweck suchst, dann stell deine

Kamera mal auf ein stabiles Stativ und richte sie auf einen
belebten Platz, wo viele Leute rum laufen oder Autos fahren.
Stell manuell Blende 11 ein und belichte 2-4 Stunden. Du wirst
ein Bild eines menschenleeren Platzes bekommen. Da sich die
Menschen bewegen, kriegst du auf das Bild nur das was sich
nicht bewegt. Alles was sich bewegt, wird verwischt. Da sich
die bewegten Objekte im Vergleich zur gesamt-Belichtungszeit
nur sehr kurz im Bild aufhalten, stören sie das Bild nur
unwesentlich. So kannst du mit deinem Filter tolle Experimente
machen.

Das ist eine cht gute Idee, das werd ich mal ausprobieren… Für Experimente bin ich immmer zu haben:wink: Auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen:wink:

Ja, digital und Umbauen ist mir erstmal zu teuer, wenn ich noch gar nicht weiß, ob ich das dann überhaupt kann…

Bei einer analogen Kamera ist das anders. Man braucht nur
einen IR-Film einzulegen und bei der Fokusierung manuell zu
arbeiten und dabei den IR-Offset zu berücksichtigen. Viele
ältere Objektive aus analog Zeiten haben einen eigens
angebrachten „IR-Index“, meist ein roter Strich oder einen
roten Punkt. Der hilft ein für sichtbares Licht fokusiertes
Bild auf IR-Licht zu fokusieren. Stellt man dann ein echtes
IR-Filter (nicht dein SoFi-Filter) vor das Objektiv, bekommt
man recht einfach und billig IR-Bilder. Das teuerste dabei ist
das IR-Filter. Sowas kostet neu 70-100 Euro. Vielleicht als
Schnäppchen gebraucht bei E-Bay zu kriegen.

Das probier ich vielleicht mal, vielleicht noch einen VHS-Kurs belegen. Das würde mich schon sehr interessieren.

Ebenfalls Liebe Grüße, und einen schönen Wochenstart!

Silviquiek