Ohne Fett tut es auch!
Nicht nur um die Rabatte zu bekommen, sondern um überhaupt ein
Einkaufskonto beim Großhändler zu bekommen.
Welche Gewinne und Verluste entstehen da?
Der Großhändler verkauft der neuen Firma seine Produkte mit
sehr hohem Rabatt, welchen er eigentlich nur sehr
umsatzstarken Kunden gibt. Die Firma verkauft die Artikel
weiter an Privatkunden und behält eine Marge.
Dann will x nicht nur die Firma gründen, um beim Großhändler einkaufen zu können, sondern weil er tatsächlich ein Gewerbe betreiben will. Das Finanzamt interessiert nicht, welche Beziehungen zwischen - jetzt ist X als Verkäufer gemeint! - x und seinen „Privatkunden“ besteht. Da kommt es darauf an, ob er das geschäftsmäßig betreibt.
Insofern liegt der Knackpunkt hier also weniger bis gar nicht zwischen Großhändler und X sondern zwischen X und u.a. dem Finanzamt.
Wieso darf die Firma in keinem öffentlichen Verzeichnis
erscheinen?
Sie darf sehr wohl erscheinen, aber derjenige welcher die
Firma eröffnet, leitet und auch die Gewinne einstreicht,
sollte nicht auf jedem Briefpapier/ Rechnung bzw. im
Handelsregister erscheinen. Stell Dir vor du arbeitest bei
Teufel (lautsprecher) und verkaufst dem Onlineshop Deines
Bruders Geräte knapp über EK, damit der diese mit Marge in
seinem Onlineshop verkauft…
Wenn der Bruder von X irgendjemandem einen Rabatt gewährt, den er nicht vergeben dürfte, dann hat der Bruder von X in jedem Fall Probleme mit seinem Chef. Da dürfte der Knackpunkt wieder weniger sein, dass es sich um den Bruder handelt, sondern vielmehr darum, dass da jemand Großkundenrabatte bekommen soll, der gar kein Großkunde ist. Das würde der Firma von X’ens Bruder auch nicht passen, wenn nicht x sondern y diese Rabatte kassiert. Daher ist die „Verschleierung“ völlig unnötig.
Ggf. ist sie sogar schädlich. Wobei neben Veruntreuung (aus Sicht des Bruders) ggf. auch Betrug in Frage kommt.
Wie soll jemand anhand gleicher Nachnamen auf den zwingenden
Rückschluss kommen, dass da zwei verwandt sind?
Der Vertriebler hat ein Vertriebsgebiet, Firmenneugründungen
innerhalb des Gebietes werden von der Konzernleitung etwas
genauer betrachtet. Da wird dann schon nachgefragt, wer den
der Eigentümer der neuen Firma ist…
Was zeigt, dass die Firma von Xens Bruder ein - im Zweifel auch berechtigtes! - Interesse hat, über die wirtschaftlichen Verhältnisse des neuen Kunden informiert zu sein.
Und nun will der Bruder von X seinen Chef wider besseren Wissens über solch wesentliche Umstände bescheissen?
Unabhängig von strafrechtlichen Konsequenzen könnte er dann schon mal nach Stellenanzeigen gucken.
Und selbst wenn - wieso sollen keine Familienangehörige eine
Gewerbe betreiben und dort einkaufen können?
Gewerbe betreiben Ok! Einkaufen auch OK! Aber günstig online
wieder verkaufen ist nicht OK.
Falsch. Das wäre alles OK, wenn es transparent ablaufen würde! Nicht OK wird es erst dadurch, dass X Rabatte bekommen möchte, die er als normaler Händler nicht bekommen würde.
Ohne Grauzone gehts leider selten,
Oh, das geht prima! Auch wenn unser Bundespräsident gerade Vorbild für die schillernsten Grautöne abgibt.
getrickst wird wo es geht,
solange niemand zu Schaden kommt. Hier kommt weder das
Finanzamt, der Großhändler, der Vertriebler noch der Endkunde
zu Schaden.
Hier kommt aber jemand zu schaden - nämlich der Großhändler!
Erwartest du hier eigentlich ernsthaft Tipps, wie du jemanden bescheißen kannst? Deine „Grauzone“ ist so dunkel, dass man kein Stück Kohle drauf sieht.