PCC Inhaberteilschuldverschreibung Zins 7,0%
Hallo,
Bei einem Banker sollte man sich zu diesem Thema bestimmt
keinen Rat holen. Der kann nur negativ ausfallen!
dann darf man im Handwerksbrett auch keinen Ratschlag von einem Maurer akzeptieren, denn der will ja auch lieber selbst arbeiten und Geld verdienen. Diese Logik - das kann man meinen Worten möglicherweise entnehmen - erschließt sich mir nicht.
Wie auch immer: PCC begibt zum 1. Oktober eine neue Anleihe zu 7% Nominalzins und einem Ausgabekurs von 100% (Laufzeit 3 Jahre), also einer Rendite von 7%. Damit zahlt PCC einen Aufschlag ggü. Bundesanleihen von über 4%.
Wer das nicht muß, der macht das auch nicht und ehrlich gesagt, habe ich keinen Kunden, der derartige Kreditzinssätze bei diesen Laufzeiten bezahlt. Eine Ukraine-Anleihe mit änlicher Restlaufzeit bietet derzeit eine Rendite von knapp 4%, um mal einen Vergleich zu liefern. Insgesamt ergibt sich im Umkehrschluß aus der Rendite ein Rating, was irgendwo im Ratingbereich CCC/B- liegt, mit anderen Worten nicht nur nicht Investmentgrade sondern im Untergeschoß des Spekulativen.
Im übrigen habe ich den Verdacht, daß die Anleihen nicht dazu dienen, Investitionen o.ä. zu finanzieren, sondern vielmehr als Ersatz für auslaufende Anleihen. In der Bilanz per 31.12.2003 findet man Verbindlichkeiten aus Anleihen von rd. 32 Mio., davon fällig in 2004 30 Mio.
Soweit mir bekannt, ist in Deutschland noch kein Emittent von
Direktanleihen in Insolvenz gegangen,
Was unterscheidet in Bezug auf die Bonität des Anleihegläubigers denn Direktanleihen von börsengehandelten Anleihen?
Was Unternehmensanleihen angeht, darf ich vielleicht an die Dt. Nickel AG erinnern oder auch an Fokker usw. Alles Adressen, die bis unmittelbar vor dem Ausfall als einwandfrei galten. Aus der Tatsache, daß es bisher bei keiner Direktanleihe zu Problemen kam, kann man allein schon aufgrund der geringen Anzahl so ungefähr gar nichts schließen.
Gruß,
Christian