Hallo
ich habe eine Frage, hat jemand eine gute Zusammenfassung(Inhaltsangabe) von dem Buch „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ von Bertold Brecht? Oder weiß jemand um was es geht und kann es mit einigen einfachn stichworten reposten?
danke im vorraus
cu martin
Hallo,
ich habe eine Frage, hat jemand eine gute
Zusammenfassung(Inhaltsangabe) von dem Buch „Die heilige
Johanna der Schlachthöfe“ von Bertold Brecht? Oder weiß jemand
um was es geht und kann es mit einigen einfachn stichworten
reposten?
Fleischkönig Mauler spekuliert an der Börse durch Kaufen und Verkaufen seines Geschäftes und verursacht damit große Armut.
Johanna, Mitglied der Heilsarmee, bittet Mauler um Hilfe für die Armen. Mauler möchte beweisen, dass die Armen für ihre Armut selbst verantwortlich sind, nämlich dadurch dass sie schlecht sind. Johanna sieht das natürlich umgekehrt, agitiert auf dem Schlachthof und ruft zum Generalstreik auf. Durch eigentlich gute Eigenschaften (Pazifismus), aber auch durch Falschinformation verrät sie ohne Absicht den bevorstehenden Streik, der daraufhin niedergeschlagen wird. Mauler hat gesiegt, Johanna bricht unter der Last der Schuld zusammen. Ihr letzter Appell „Es hilft nur Gewalt“ wird übertönt von der Stilisierung Johannas (im Auftrag der Fleischindustrie) zur Märtyrerin der Mildtätigkeit.
Herzliche Grüße
Thomas Miller
Ergänzung
Fleischkönig Mauler spekuliert an der Börse durch Kaufen und
Verkaufen seines Geschäftes und verursacht damit große Armut.
Johanna, Mitglied der Heilsarmee, bittet Mauler um Hilfe für
die Armen. Mauler möchte beweisen, dass die Armen für ihre
Armut selbst verantwortlich sind, nämlich dadurch dass sie
schlecht sind. Johanna sieht das natürlich umgekehrt, agitiert
auf dem Schlachthof und ruft zum Generalstreik auf. Durch
eigentlich gute Eigenschaften (Pazifismus), aber auch durch
Falschinformation verrät sie ohne Absicht den bevorstehenden
Streik, der daraufhin niedergeschlagen wird. Mauler hat
gesiegt, Johanna bricht unter der Last der Schuld zusammen.
Ihr letzter Appell „Es hilft nur Gewalt“ wird übertönt von der
Stilisierung Johannas (im Auftrag der Fleischindustrie) zur
Märtyrerin der Mildtätigkeit.
Mauler herrscht über die Börse und treibt durch Verknappung des Viehangebotes die Konkurrenz in den Ruin. Die eigentlich Leidtragenden sind die entlassenen Arbeiter in den Fleischfabriken Chicagos des Jahres 1929 (Weltwirtschaftskrise). Johanna Dark (Anspielung auf Schillers Drama), die sich um die hungernden Arbeiter kümmert, will Mauler zur christlichen Nächstenliebe überreden. Sie belässt es aber nicht bei Worten, sondern will sich selbst ein Bild über die Lage der Arbeiter machen. Dadurch verlässt sie schon ihre Rolle, nur moralische Botschaften abzusondern und damit eine Agentin des Kapitalismus zu sein. Mauler braucht sie aber (der Kapitalismus braucht die Ideologie des Christentums, um die realen Verhältnisse zu verschleiern). Mauler zeigt ihr in eindrucksvollen Szenen die Schlechtigkeit der Armen. Johanna erkennt aber, dass diese Schlechtigkeit eine Folge der Armut ist. Dennoch kann sie sich nicht entschließen, sich voll den Armen anzuschließen. Durch ihren Idealismus verhindert sie einen Streik, womit die Arbeiter ihre Lage verbessern wollen. Als sie stirbt, wird sie zur Märtyrerin verklärt, da sie nun unschädlich ist. Sterbend bekennt sie ihren Fehler: „Es hilft nur Gewalt, wo Gewalt herrscht“
Brecht spielt wieder mit den Begriffen gut und böse und zeigt, dass die Verhältnisse Menschen bestimmen und nicht irgendwelche inneren Werte. So ist Mauler durchaus nicht der Teufel, eigentlich würde er sogar gern gut sein. Aber genau das kann er in seiner Rolle nicht, denn das wäre sein Ruin. Genauso sind die Armen wirklich schrecklich. Sie sind völlig entmenscht und inhuman, wie die Szenen, die Mauler der Johanna zeigt, beweisen. Johanna - der gute Mensch - wird aufgrund ihrer Güte objektiv zur Verräterin, die eine Besserung der Verhältnisse verhindert.
Brecht zeigt in den Börsenszenen das Raubtierhafte des Kapitalismus: wer nicht frisst wird gefressen. Die Figuren der Börse sind selber nur Spielball des Systems, das sie nicht beherrschen können. So wird z.B. das Vieh verbrannt, um den Markt zu stabilisieren. Ironischer Weise bringt das wieder einige Leute in Lohn und Brot, kann so sogar als eine humane Tat gelten, was andererseits angesichts des Hungers pervers ist…
Steffen
Hallo,
der letzte Teil deiner Ergänzung scheint mir über eine Inhaltsangabe schon hinauszugehen. Es ist durchaus Interpretation, ob Brecht wirklich der Meinung war, dass Humanität sich so deuten lässt. Ich will dir also gar nicht eigentlich widersprechen, sondern nur auf die Deutungsbreite hinweisen.
Herzliche Grüße
Thomas Miller
Hallo
Ist schon klar, der letzte Teil ist eher Interpretation. Aber bei Brecht muss zur Inhaltsangabe auch Interpretation geliefert werden, da seine Stücke stark von Songs, Zwischenspielen, Reden usw. leben. Oder wie willst du den Inhalt der „Rede Maulers über die Unentbehrlichkeit des Kapitalismus und der Religion“ (vgl. Szene 8) wiedergegeben?? Eine Inhaltswiedergabe ist hier Verkürzung auf die Grundaussagen, also Interpretation.Geht wohl bei Brecht - im Gegensatz zu anderen - nicht anders.
Gruß Steffen
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