Hallo Forum!
Ich wende mich mal mit meiner Frage an Euch, weil ich hoffe, dass ich nicht die Einzige bin, der es so geht:
Ich möchte Initiativbewerbungen z.B. an Verlage, Redaktionen, etc. schicken. Nun bräuchte ich Tipps dafür, wie ich mich bezeichne („hiermit bewerbe ich mich als…“), denn als Historikerin alleine wäre ja nicht sehr sinnvoll. Meine praktischen Erfahrungen kommen ja erst im Lebenslauf bzw. dem Anschreiben raus, ebenso wie meine Stärken (und Schwächen).
Um mein Problem zu verdeutlichen: Ein Bauingenieur kann sich auf entsprechende Stellen explizit bewerben, ebenso z.B. ein Architekt, usw. ; erfahrungsgemäß gibt aber relativ wenig (kleine Untertreibung) Angebote für Historiker und Philologen (außer in "arbeiten-sie-von-zuhause-und-verdienen-Sie-6000 €-im-Monat-Angeboten …(-; ).
Bitte helft mir, dankeschön.
Hallo Marlies,
etwas längerer Beitrag - hoffe Du findest Antwort(en).
Es ist einfacher, sich auf eine eindeutig formulierte und vollständige Stellenausschreibung zu bewerben, weil man i.d.R. mehr Übung darin hat.
Der Erfolg einer Initiativbewerbung hängt wesentlich von der Vorrecherche ab. Anders formuliert: es ist sehr einfach - ohne gründliche Recherche - mehrere Dutzend Initiativbewerbungen zu versenden - es ist allerdings ähnlich wie Lottospielen: die meisten Initiativbewerbungen landen vermutlich deshalb im „Papierkorb“, weil ihnen anzusehen und zu entnehmen ist, dass es sich um „Massenware“ ohne Berücksichtigung firmenspezifischer Besonderheit handelt.
Zur Erstellung einer attraktiven Initiativbewerbung einige Gedanken:
- Du hast keine Stellenausschreibung. Du hast jedoch ein oder mehrere Profile von Deiner Person, genauer: Deinen Fähigkeiten, Erfahrungen und Wünschen. Von diesen gilt es jetzt auf eine Stellenausschreibung zu schließen. Übung: entwirf eine Stellenanzeige auf die Du Dich bewerben würdest.
- Bestimme die Inhalte Deines Traumberufes: Personal? Finanzen? Kommunikation? Innen- oder/und Aussendienst ? etc.
- Bestimme die Zielbranche(en): Museen ? Archive ? Weltfirmen ?
- Bestimme Deine Mobilität/Flexibilität: Lokal, Regional, Überregional, Europa, International ?
- Realitätsprüfung zu vorgenannten Punkten durchführen
- Dann suchst Du nach Wegen/Mitteln wie Du an Ansprechpartner/Firmen/Institutionen kommst, die von Deinem Angebot profitieren könnten.
Quellen: Branchenbuch; Internet auf Jobbörsen für Deine Wunschbranchen durchsuchen; Fördervereine von Kultureinrichtungen; persönliche Gespräche mit Personalern geeigneter erscheinender Einrichtungen; Lektüre von Fachzeitschriften des Zielbereiches; Netzwerk von Geisteswissenschaftlern; Wissenschaftsladen Bonn (googeln); Kontakte der Hochschule aktivieren/nutzen (Alumni ?)
- Wenn eine überzeugende Zielfirmenliste von z.B. 20 potentiellen Arbeitgebern erstellt ist: t e l e fonieren, um Bedarf zu klären. Diese Telefonate gut vorbereiten. Freundlich und hartnäckig bleiben: bis zu einem Entscheidungsträger durchdringen (das muß nicht immer der Personaler sein).
- Möglichst auf persönliches Gespräch „drängen“. Strategie: Kontakte aufbauen (Insofern kann auch der Besuch einer Messe Deiner Branche unter Quellen (s.o.) genannt werden.
- usw.
Ergebnis dieser Vorgehensweise: eine aussagekräftigge (Inititativ-)Bewerbung an eine konkrete Person, in einem konkreten Unternehmen mit einem konkreten Anforderungsprofil.
MfG
Heiner Gierling