Initiativbewerbung - Anschreiben so gut?

Hallo allerseits,

ich möchte mich bei einem großen Automobilzulieferer initiativ bewerben, weil der Stellenmarkt dort nichts passendes hergibt. Es scheint in dem Unternehmen gern gesehen zu werden, wenn man sich online bewirbt. Ausserdem gibt es sogar einen eigenen (Online-)Bewerbungsweg für Initiativbewerbungen!

Ich bin zukünftiger Diplom-Ingenieur und ohne Berufserfahrung. Ich möchte in den Bereich Mikrocontrollertechnik / embedded Software / hardwarenahe Programmierung.

Könnt ihr mir sagen, was ihr von meinem Bewerbungsanschreiben haltet? Was kann ich besser machen, was ist gut? Ist die Formulierung in Ordnung?

— schnipp —
Initiativbewerbung im Bereich Softwareentwicklung

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Laufe meines Studiums der Nachrichtentechnik habe ich mir umfangreiche Fähigkeiten in der Programmiersprache C angeeignet. Da ich mich auch privat mit diesem Thema befasse, konnte ich von meinen Vorkenntnissen auf diesem Gebiet profitieren. In Hochsprachen wie C fühle ich mich dabei ebenso zu Hause wie in Assemblersprache.

Mein besonderes Interesse gilt der Mikrocontrollertechnik. Mit großem Engagement habe ich auch Vorlesungen außerhalb meines Fachbereichs zu diesem Thema besucht. Da mir mein Studium in dieser Hinsicht dennoch zu wenig bietet, beschäftige ich mich auch privat mit diesem Bereich. In eigenen Projekten, wie beispielsweise einer Ladedruckregelung meines Pkws, konnte ich bereits eigene Erfahrungen sammeln. Über die Anforderungen einer hardwarenahen Programmierung, wie sie im Bereich der embedded Software notwendig ist, weiß ich daher sehr gut bescheid. Ausbauen konnte ich meine Kentnisse während der Diplomarbeit. Durch hardwarenahe Programmierung, teilweise in Assemblersprache, konnte ich die geforderte Echtzeitfähigkeit des Systems sowohl erreichen, als auch die gewünschte Ausführungszeit um weitere 50% unterbieten.

Da mich Automobiltechnik fasziniert, möchte ich meinem Beruf mit diesem Bereich verbinden. In Ihrem Unternehmen, dem "x"größten Automobilzulieferer Europas, könnte ich mein erworbenes Wissen einsetzen und mich gleichzeitig in neue, anspruchsvolle Gebiete einarbeiten.

Wenn mein Profil Ihr Interesse geweckt hat, freue ich mich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.

— schnapp —

Sorry, ist viel Text für ein Forum. Allerdings hab ich mir auch viel Mühe beim Schreiben gegeben :wink:

Was haltet ihr davon?

Viele Grüße,
Johannes

Na gut, da hier offensichtlich niemand die Hände über den Kopf zusammenschlägt, kann ich das wohl so schreiben.

Viele Grüße,
Johannes

Könnt ihr mir sagen, was ihr von meinem Bewerbungsanschreiben
haltet? Was kann ich besser machen, was ist gut?

Ist die Formulierung in Ordnung?

Hallo Johannes,

…m.E. nein - ich werde absichtlich ironisch überspitzen. Ziel deiner Bewerbung soll doch sein das sie zumindest auf dem Stapel landet dem nicht sofort mit einem Standardbrief abgesagt wird oder das sie einer Fachabteilung zur weiteren Beurteilung weitergeleitet wird.

Ein „ich“ kommt nach dem anderen.

Manche Sätze kann man auch falsch verstehen oder falsch verstehen wollen:

könnte ich mein
erworbenes Wissen einsetzen und mich gleichzeitig in neue,
anspruchsvolle Gebiete einarbeiten.

…du „könntest“ dein Wissen einsetzten - evtl. aber auch nicht??? Was muss man tun damit du es machst? Gleichzeitig möchtest du aber mein Know How mitnehmen - für die nächste Stelle? Die weniger „ansprochsvollen“ Aufgaben dürfen dann die restlichen Kollegen erledigen - danke. Ich habe verstanden was du damit sagen wolltest… du hast es aber falsch verpackt - das ist genau der Punkt wo du einmal auf dein Gegenüber eingehen kannst:

„Als Hersteller anspruchsvoller BlaBlaBla Technik…“

Da mir mein Studium in
dieser Hinsicht dennoch zu wenig bietet,

aha - die falsche Uni gewählt, die Profs haben nichts drauf… wenn ich jetzt umblättere dann werde ich nur noch 1er und 2er finden? Und selbst wenn ich sie finden sollte… dann hast du sie abgewertet - lass so einen Sch… . Was wenn die Leute die deine Bewerbung in der Hand halten genau an dieser Uni studiert haben und grosse Stücke auf sie halten?

beschäftige ich mich auch privat mit diesem Bereich.

…ein Einzelgänger und Hacker sitzt den ganzen Tag vor dem Computer… und sonst? In einem Grossunternehmen sucht man Mitarbeiter die im Team arbeiten und funktionieren.

Durch hardwarenahe Programmierung, teilweise in
Assemblersprache, konnte ich die geforderte Echtzeitfähigkeit
des Systems sowohl erreichen, als auch die gewünschte
Ausführungszeit um weitere 50% unterbieten.

…was ist das denn??? Das soll ein Personaler verstehen? Welches System? Zumal nach dem Satz mit der Diplomarbeit und worüber ging die eigentlich?

Erst im vorletzten Absatz sprichst du auch mal dein Gegenüber an.

Fang doch mal so an (alles deine Worte nur anders aufgebaut:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Automobiltechnik fasziniert, in Ihrem Unternehmen, dem
"x"größten Automobilzulieferer Europas, könnte mein
erworbenes Wissen… als…

Wenn du wirklich zu dieser Firma willst… dann ist diese Bewerbung sehr wichtig für dich… und in wichtige Dinge investiert man auch genügend Zeit - nicht hibbelig nach 18 Stunden auf eine Antwort drängen :wink:. Versetz dich mal in die Lage deines Gegenüber und überlege warum er gerade dich nehmen sollte und was er vielleicht gern hören würde. Denk daran wieviele Hürden du in einem grossen Unternehmen überwinden musst damit deine Bewerbung auf einem Stapel liegen bleibt und selbst wenn nicht schreib so, das du dich in 3 - 4 Monaten jederzeit wieder bewerben kannst. Geh auf diese Seite, http://www.jova-nova.com/, baue die gewonnenen Erkenntnisse ein und schreib es noch einmal (du wolltest es ja wissen).

Gruss Keuper

Hallo Johannes,

ich würde auf jeden Fall noch einbauen, warum du gerade zu diesem Unternehmen willst, und wie toll es doch ist. Dem Unternehmen etwas „Honig um den Mund schmieren“ gehört in jede Bewerbung. Denn wenn sie den Eindruck haben, dass sie nur irgendein U. für dich sind und du dich nichtmal ausführlich über das U. informiert hast, bist du auch nur irgendeiner für sie - und schwupps landet die Bewerbung auf dem falschen Stapel…

Viel Erfolg,
Julia

Danke
Hallo,

danke für Eure beiden Antworten!

@Keuper: Ich hoffe, Deine Antwort war wirklich überspitzt. Denn letztendlich kann man fast jeden Satz zum Nachteil uminterpretieren und so völlig falsche Schlüsse ziehen. Eins ist mir aber besonders aufgefallen: Ich hatte geschrieben

„Da mir mein Studium in dieser Hinsicht [Mikrocontrollertechnik] dennoch zu wenig bietet, beschäftige ich mich auch privat mit diesem Bereich.“

Es liegt in der Natur der Sache. Denn wenn ich etwas über Mikrocontrollertechnik hätte erfahren wollen, hätte ich besser Technische Informatik studiert. In der Nachrichtentechnik werden Mikrocontroller eher nebenbei behandelt. Vielleicht hätte ich statt „Studium“ besser „Fachbereich“ schreiben sollen?

Warum ich unbedingt auf das Unternehmen eingehen soll, kann ich leider nicht nachvollziehen. Wenn ich es nicht toll finden würde, würde ich mir kaum die Mühe machen, mich dort zu bewerben! Warum soll ich also den Platz für „Schleimereien“ verschwenden?

Sorry, ich kenn mich mit Bewerbungen nicht großartig aus, wenn man von den „Recherchen“ der letzten zwei Wochen im Internet einmal absieht. Aber irgendwie kommt mir die Sache wie ein Spiel vor, bei dem man als ungeschickter Texter schon halb verloren hat. Das kann doch kaum im Sinne der Unternehmen sein? Dass „Probleme“ nun „Herausforderungen“ sind, kann ich verstehen. Aber alles Weitere wirkt etwas unwirklich…

Jedenfalls nehme ich zusammenfassend mit, dass ich
* mehr aufs Unternehmen eingehen soll
* prägnanter schreiben soll
* vorsichtiger formulieren soll

Viele Grüße,
Johannes

P.s.: Entschuldigt bitte meine späte Antwort. Ich hoffe, ihr bekommt sie noch zu lesen!