Moin 
Ich hab eine Frage, die sowohl zum Thema Jobs passt als auch
zur Existenzgründung. Ich poste das mal hier und hoffe darauf,
dass ich dann auch ein paar Antworten bekomme.
Die letzte Frage ist folgende: Ich habe noch nie eine
Initiativbewerbung geschrieben, aber dies wäre wohl notwendig.
Worauf muss ich da besonders achten?
Hallo Heidrun,
für eine Initiativbewerbung wird häufig folgender Inhalt angegeben:
Anschreiben und Lebenslauf.
Das ist wenig aussagekräftig. Und in der Mehrzahl der Fälle haben Initiativbewerbungen dieses „einfachen Formates“ keine Chance. Insbesondere in der momentanen Situation: die (meisten) Unternehmen gehen angesichts der Masse der bei Ihnen eingehenden Bewerbungen vermutlich recht einfach mit diesen Bewerbungen um: Ablage P.
Ich will dies nicht verallgemeinern, nur klar machen, dass dieser Werdegang einer klassischen Initiativbewerbung sehr wahrscheinlich ist.
Nun: mein Vorschlag zur Initiativbewerbung:
Anschreiben und Lebenslauf (möglichst mit Photo)
dazu: eine Extra-Seite auf der Du kurz und sehr aussagekräftig Deine Stärken darstellst. Anders formuliert: eine Initiativbewerbung hat nur dann eine Chance, wenn Sie auffällt. Dazu muß es Dir gelingen durch eine besonderes gute Recherche herauszufinden, welche Probleme die Firma derzeit (ohne Dich) nicht lösen kann.
Als Alternative zu der klassischen Dreiteilung (Anschreiben, Lebenslauf, Kurzdarstellung Deiner Stärken und Problemlösung) empfehle ich meinen Kunden eine wesentlich kreativere Herangehensweise. Was? Die Gestaltung eines ansprechenden Flyers.
Dabei ist natürlich insbesondere zu berücksichtigen in welcher Branche Du Dich bewerben möchtest.
Begründung: Ich glaube, dass der gut gemachte Flyer wesentlich eher Aufmerksamkeit auf sich zieht als die Standard-Kurzbewerbungen.
Weiterer Tipp:
Gib die Bewerbung persönlich ab.
Versuche dabei an den Personalverantwortlichen zu kommen.
Falls dieser nicht erreichbar - lieber nachfragen, wann er erreichbar ist und: erneut wiederkommen.
Vorteil: Wenn der Personaler Dich gesehen (und als sympathisch befunden) hat, dann steigt die Chance des Interesses.
Was gehört unbedingt auf den Flyer:
insbesondere der Hinweis, dass Deine ausführlichen Bewerbungsunterlagen „bestellt“ werden können. Dazu ist natürlich Deine Adresse (am besten E-Mail) anzugeben.
Puh, ganz schön Arbeit, nicht wahr.
Nach meiner Erfahrung sind 80 Prozent der Bewerbungen, die ein Unternehmen erreichen, keine „Bewerbungen im eigentlichen Sinne“, sondern erreichen bestenfalls den Wert der Reklamesendungen, die auch Deinen Briefkasten zum Überlaufen bringen …
Ich kann dieses Urteil ausführlich und substantiell belegen - spare mir das aber an dieser Stelle.
Also: Wer eine Beziehung zu einem Unternehmen aufbauen will, sollte nicht vergessen, was er unternimmt, um eine Beziehung zu einem Menschen aufzubauen!
Anders gesprochen: die meisten Bewerber verwenden (vermutlich) wesentlich mehr Zeit für den Kauf eines Autos als für eine Bewerbung.
Fazit: Deine Zielunternehmen müssen merken (und aufmerken), dass Du jemand bist, dem wirklich, aufrichtig an einer Beziehung liegt.
Dazu gehört eine sehr gründliche Recherche zum Zielunternehmen und eine gut überlegte Strategie.
Übrigens: im Falle der Nichtreaktion bzw. Absage gehört unbedingt eine telefonische Nachrage zu den Gründen zu Deinem Job.
Viel Erfolg
Heiner Gierling