Inkasso nach Server-Kündigung

Hallo, liebe Mitmenschen… :smile:

Falls es gleich zu verwirrend wird: Ich setze eine Kurzfassung untendrunter… :smile:

Nehmen wir mal an, es gibt einen Kunden K und einen Dienstleister D.

K mietet bei D einen vServer (virtuellen Server im Internet) an und nutzt diesen über einen längeren Zeitraum. Irgendwann, nachdem der vServer von K schon länger nicht genutzt wurde (vor allem auf Grund des schlechten Service), beschließt K, den Server zu kündigen.

K druckt sich auf der Webseite von D ein Kündigungsformular aus, unterschreibt es und schickt es per Fax an D. In diesem Formular lautet der Originaltext „Hiermit kündige ich den Vertrag für den Server XXXXXX zum nächstmöglichen Termin. Eigentlich hätte der Server wegen der Kündigungsfrist nun noch eine Zeit lang laufen müssen. Um so überraschter war K, als er noch am gleichen Tag von D per eMail folgende Mitteilung bekam:

Sehr geehrter Kunde,
Ihr vSERVER wurde soeben geloescht, Ihre Kündigung ist
damit vollzogen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr XXXXXXXXXX-Team

Ohne weitere Überprüfung geht K davon aus, daß der Server nun futsch ist und freut sich über die Kulanz.

Am 01.06.2005 stellt K nun fest, daß D von seinem Konto einen Betrag für den Betrieb des bereits gekündigten vServers abgebucht hat. Umgehend eröffnet K im Kundenbereich des D ein Support-Ticket, in welchem er beschreibt, daß der Server gekündigt wurde, daß hierüber eine Bestätigung vorliegt, daß dennoch abgebucht wurde und daß der Betrag umgehend zurückgebucht wird. Direkt im Anschluss setzt K sich mit seiner Bank in Verbindung und lässt den Betrag zurückbuchen.

Noch am gleichen Tag antwortet D im Support-Ticket, daß man die Kündigung gemäß AGB zum 27.11.05 bestätigt habe und daß es sich bei dem Betrag um die Abschlussrechnung handele.

K widerspricht dem und stellt klar, daß er eine eMail erhalten habe, in welcher mitgeteilt wurde, daß der Server gelöscht und die Kündigung vollzigen sei.

Einen Tag später antwortet D, daß es sich bei der eMail um einen Irrläufer gehandelt habe. Der Server sei nicht gelöscht und die Kündigung trete erst zum 27.11.05 in Kraft.

K antwortet darauf, daß er auf Grund dieser eMail alle Daten des Servers gelöscht und diesen nicht weiter genutzt habe (man bedenke, inzwischen sind 1,5 Monate vergangen). Außerdem habe ihn niemand darüber informiert, daß die eMail lediglich ein Irrläufer war. Damit sei die Kündigung für ihn rechtskräftig.

Gleichzeitig (03.06.) erhält K eine eMail mit einer Mitteilung, daß der vServer wegen einer Rücklastschrift gesperrt wurde und daß man sich bitte umgehend an die Hotline wenden soll (Sonder-Rufnummer).

Die Antwort von D auf diese Schilderungen lautet lediglich „die Kündigung wurde Ihnen ordnungsgemäß zum 27.11.05 bestätigt“.

K widerspricht dem. Weiterhin fragt K nach, warum nun nach dem zurückgebuchten Betrag von 59,93 EUR versucht wurde, 29,00 EUR abzubuchen. Auch diesen Betrag lässt K zurückbuchen. D erläutert, es handele sich hierbei um die Bearbeitungsgebühr für die Rücklastschrift.

Nachdem K sich hierüber beschwert und noch einmal ausdrücklich die Genehmigung zur Lastschrift widerruft, antwortet D nur noch, daß man alles weitere bitte mit der Abteilung „Customer Relationship“ per eMail klären möge.

K erklärt, daß er nichts klären wird.

Nachdem nun ca. 1 Monat lang Ruhe war, erhält K am 11.07.05 erneut die bereits erhaltene Kündigungs-Mail mit folgendem Inhalt:

Sehr geehrter Kunde,
Ihr vSERVER wurde soeben geloescht, Ihre Kündigung ist
damit vollzogen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr XXXXXXXXXX-Team

Nun passiert wieder lange nichts.

Am 01.11.2006 ( 1 Jahr später! ) erhält K per Post eine „1. Mahnung“ über einen Betrag von 103,93 EUR (59,93 Leistung + 29,00 Rücklast + 15,00 Mahngebühr). Diese Mahnung erreicht K nur auf Umwegen, da dieser inzwischen umgezogen ist.

Am 07.11.06 legt K gegen diese Mahnung per eMail Einspruch ein und schildert den Fall ausführlich. Diese eMail geht an die Abteilung „Customer Relationship“ (CRM), welche vorher im Support-Ticket genannt wurde. Abschließend fordert K die Abteilung CRM auf, Stellung zu nehmen und teilt mit, daß ihn die Mahnung nur auf Umwegen erreicht hat, da er verzogen sei (die neue Adresse teilt er jedoch nicht mit).

Am 16.11.2006 bekommt K eine eMail, daß jemand ein Support-Ticket im Kundeninterface von D beantwortet habe. Da K dieses Kundeninterface ja nun seit einem Jahr nicht mehr benutzt hat, hat er arge Probleme, dort reinzukommen. Nachdem er es endlich geschafft hat, findet er dort im Ticket die Antwort auf die Beschwerde an CRM. Scheinbar war man dort nicht intelligent genug, per eMail zu antworten. Die einzige Aussage diese Antwort ist: „Ihr Server wurde ordnungsgemäß zum 27.11.05 gekündigt.“ K antwortet in diesem Ticket lediglich noch einmal, daß eine Kündigungsbestätigung vorliegt, die etwas anderes sagt und daß er Stellungnahme erwartet.

Gleichzeitig schickt K eine eMail an CRM mit einer Beschwerde, daß er es unmöglich findet, daß per Ticket geantwortet wurde, da die Kundennummer und der Server nach über 1 Jahr inzwischen nun gar nicht mehr existierten. Weiterhin gibt er bekannt, daß sich das Thema nun für ihn erledigt habe, da D nicht in der Lage ist, vernünftig auf die ausführliche Anfrage an CRM einzugehen.

Seit diesem 16.11.2006 war Ruhe. Bis heute.

Am 01.04.2008 trifft (wieder an der alten Adresse des K) ein Schreiben eines Inkassounternehmens ein. Forderung insgesamt: 125,93 EUR.

ZUSAMMENFASSUNG:

11.04.05 - K kündigt per Fax
11.04.05 - D bestätigt die Kündigung zu SOFORT per eMail
01.06.05 - D bucht ca. 59 Euro von K’s Konto ab
01.06.05 - K bucht den Betrag zurück und eröffnet ein Support-Ticket
01.06.05 - D sagt, die Kündigung sei zum 27.11.05 bestätigt worden
01.06.05 - K widerspricht dem
02.06.05 - D sagt, die eMail sei ein Irrläufer gewesen
03.06.05 - K akzeptiert diesen Widerspruch nicht
03.06.05 - Server wird gesperrt wegen Rücklastschrift
07.06.05 - D sagt, die Kündigung sei zum 27.11.05 bestätigt worden
08.06.05 - K widerspricht, bemängelt außerdem die Abbuchung von 29 EUR
09.06.05 - D sagt, die eMail sei ein Irrläufer gewesen
09.06.05 - K hakt wegen der Abbuchung nach
09.06.05 - D erklärt, 29 Euro sind Bearbeitungsgebühr für Rücklastschrift
09.06.05 - K beschwert sich darüber und verweigert die Zahlung
10.06.05 - D teilt die Kündigung zum 27.11.05 mit und verweist an CRM
10.06.05 - K teilt mit, das Thema sei für ihn gegessen

11.07.05 - D bestätigt die Kündigung zu sofort

01.11. 06 - 1. Mahnung über 103,93 EUR
07.11.06 - K widerspricht der Mahnung per Mail an CRM
16.11.06 - D antwortet per Ticket, Kündigungstermin sei 27.11.05
16.11.06 - K widerspricht dem per Ticket
16.11.06 - K beschwert sich über Antwort per Ticket und deren Inhalt

01.04. 08 - K erhält Inkasso-Schreiben (125,93 EUR) über Umwege (an alte Adresse)

**Wie sollte sich K hier verhalten?
Hat er eine Chance, aus dieser Sache rauszukommen?
Sollte er lieber zahlen?

Rechtsschutz ist vorhanden, aber wurde schonmal in Anspruch genommen (Kündigung der Versicherung ist angedroht).**

Das Schrteiben des Inkasso-Büros trägt das Datum vom 28.03.08, ist aber (unter Zeugen) erst am 01.04.08 an der alten Adresse des K eingetroffen. Im Schreiben wird eine Frist von 10 Tagen gesetzt, als Datum der 07.04.08 für den GeldEINGANG angegeben. Das ist ja kaum zu schaffen. Ist sowas üblich und rechtens?

Vielen Dank für Eure Mühe!
Grüße

Noch am gleichen Tag antwortet D im Support-Ticket, daß man
die Kündigung gemäß AGB zum 27.11.05 bestätigt habe und daß es
sich bei dem Betrag um die Abschlussrechnung handele.

Hallo,
was steht den in den AGB? Eventuell findest du gleichlautende zu deinem fiktiven Fall und kannst sie verlinken.
Grüße
Ulf

AGB
Hallo Ulf…

was steht den in den AGB? Eventuell findest du gleichlautende
zu deinem fiktiven Fall und kannst sie verlinken.

Diese AGB sind scheinbar zu 99% gleich:
https://www.server4you.de/de/agb/server.html

Allerdings sollte man davon ausgehen, daß K heute nicht mehr nachvollziehen kann, inwiefern sich die AGB geändert haben, da das Ganze ja schon 2005 passiert ist…

Noch eine Nachfrage

10.06.05 - K teilt mit, das Thema sei für ihn gegessen

11.07.05 - D bestätigt die Kündigung zu sofort

01.11. 06 - 1. Mahnung über 103,93 EUR

01.04. 08 - K erhält Inkasso-Schreiben
(125,93 EUR) über Umwege (an alte Adresse)

Daß so ein Verhalten lächerlich ist, steht außer Frage. Aber ist es zulässig, die Angelegenheit mit solch großen Pausen immer wieder ruhen zu lassen?