Inkassoprobleme

Ich bin 24 Jahre alt und Studentin, und verfüge monatlich ( Geld von
Eltern und Nebenjob) ca.700 Euro. Nun ist es aber leider so, dass ich
eine Zeitlang vom Kaufrausch befallen war, was ich inzwischen sehr
bereue, und über meine Verhältnisse gelebt habe :frowning: So Angebote wie "
Jetzt kaufen, erst in drei Monaten bezahlen" haben mich geködert, und
dadurch habe ich jetzt einige Inkassogeschichten laufen. Es sind zwar
meistens kleine Summen, die ich als Ratenzahlung vereinbahrt habe,
aber zur Zeit habe ich keinen Nebenjob ( durch die derzeitig
schlechte Jobsituation ist es sogar schwierig, an Nebenjobs
ranzukommen !) und mein Geld reicht gerade so, um die Miete und die
laufenden Kosten zu decken.
Deshalb meine Frage: In wie weit muss man Inkassozahlungen leisten,
wenn das Geld noch nicht einmal zum Leben reicht ? Kann man für einen
gewissen Zeitraum eine Stundung beantragen? WIe ist der Verlauf der
Dinge, wenn man nicht bezahlen kann? Wie gehe ich jetzt am
Geschicktesten vor ? Ich bin permanent auf Jobsuche und ich hoffe
auch, dass ich spätestens im März wieder einen Minijob habe - aber
bis ich dann mein erstes Gehalt bekomme wird noch einmal Zeit
vergehen, wie kann ich den Zeitraum bis dahin überbrücken?
Lassen Inkassounternehmen mit sich reden ?

Vielen lieben Dank für eine Antwort,

Hallo Samira79,

Deshalb meine Frage: In wie weit muss man Inkassozahlungen
leisten,
wenn das Geld noch nicht einmal zum Leben reicht ?

Du bist freiwillig Verpflichtungen eingegangen, die Du zunächst einmal selbstverständlich zu begleichen hast (was Du ja auch nicht bestreitest:wink:) Solltest Du unterhalb der Pfändungsfreigrenze im Einkommen und Vermögen agieren, kann niemand Forderungen gegen Dich gerichtlich durchsetzen. Nur: Deine Verbindlichkeiten steigen dann natürlich exponentiell an wegen der weiteren Versuche, gegen Dich zu vollstrecken (Gerichtskosten, Mahngebühren…)

Kann man
für einen
gewissen Zeitraum eine Stundung beantragen?

Beantragen: IMHO nur über ein Verbraucherinsolvenzverfahren, für das allerdings recht strenge Vorschriften gelten.
Ansonsten heißt es verhandeln… Manchmal reicht bei Gläubigern ein Tränendrüsen drücken für eine begrenzte Stundung, allerdings solltest Du etwas anbieten können als Ausgleich bzw. als Perspektive…

WIe ist der
Verlauf der
Dinge, wenn man nicht bezahlen kann?

Die Verbindlichkeiten steigen, es wird alles weggepfändet, was nicht lebensnotwendig ist, der Gerichtsvollzieher wird Stammgast, die Schufa ist mit allen nachfolgenden Konsequenzen (Handy, Giro…) versaut.

Wie gehe ich jetzt am
Geschicktesten vor ?

a) Klare Übersicht über Verbindlichkeiten und Gläubiger machen (Name+Anschrift, Forderungshöhe, Stand des Mahnverfahrens, Terminsetzungen etc.) Das brauchst Du, um zielgerichtet vorgehen zu können und nicht von Maßnahmen überrascht zu werden. In solchen Situationen verliert man gerne den Überblick, was fatal ist…
b) Bestellungen, die noch rückabwickelbar sind, sofort rückabwicklen.
c) wirklich nervige Gläubiger ggf. umschulden (z.B. über Darlehen aus der Familie, die ist meistens nicht so penetrant…) oder zumindest teilweise bedienen, um sie ruhig zu stellen. Mit nervig meine ich Gläubiger, die bereits dabei sind oder massivst drohen, gegen Dich zu vollstrecken. Das schafft Dir ein bisschen Luft…
d) mit den vielleicht willigen Gläubigern über begrenzte Stundung reden
e) ggf. vorher und bald(!) eine Schuldnerberatung aufsuchen. Bevor Du (Dich) aufgibst, tue das bitte. Die Situation ist dumm, aber sicher nicht unkontrollierbar.
e) dringend egal welchen Job annehmen. In S sollte eigentlich was zu finden sein, meiner Meinung nach.
f) kleine Brötchen backen…:frowning:

Lassen Inkassounternehmen mit sich reden ?

Schwierig, denn die verdienen ihr Geld mit dem Nerven und dem Vollstrecken. Die lassen Dich nur aus den Fängen, wenn definitiv feststeht, dass nichts zu holen ist.
Deshalb immer versuchen, mit dem Gläubiger vor einer Übergabe an ein Inkassounternehmen zu reden!

Grüße
Jürgen

Moin,

such dringend eine Schuldnerberatungsstelle auf, die (ich weiss nicht, wo Du wohnst) vom Bundesland nach der Insolvenzordnung als geeignete Beratungsstelle für das Insolvenzverfahren anerkannt ist. - Halte Deine Familie da raus. Sie zu, das Du alleine und mit kleiner Hilfestellung der Beratungsstelle da wieder herauskommst.

So schwierig ist es nicht, das Verbraucher-Insolvenzverfahren in Anspruch zu nehmen. Das haben wir in meiner Beratungsstelle allein letztes Jahr für rd. 200 Personen beantragt - und jedes ist eröffnet worden.

http://www.bag-schuldnerberatung.de Das ist die Adresse der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung. Da findest Du auch die Adresse einer Beratungsstelle in Deiner Nähe.

Kopf hoch - viel Glück
Jens

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