Inlay/onlay

Hallo,
kann mir mal bitte jemand erklären was das genau ist? Ein Inlay oder Onlay? Was ist denn der Unterschied zu einer normalen Zahnfüllung bzw. aus welchem Material besteht das? Und muß man sowas selber zahlen?
Vielen Dank
Claire

„Normale“ Zahnfüllungen sind die Amalgam- oder Kunststofffüllungen, die der Zahnarzt vor ort in einem Arbeitsgang selber macht.
Inlays werden von einem Zahntechniker gefertigt. Inlay kommt vom englischen „to lay in“ , also „hineinlegen“, weil da ein Stück Material in die Kaufläche des Backenzahnes hineingelegt wird. Man geht zum Zahnarzt, der produziert das „loch“ in das das inlay reinkommt (entweder entfernt er den Karies und bereitrt den Zahn für das inlay vor, oder er entfernt die alte füllung, egal welche, reinigt den Zahn und bereitet ihn für das neue inlay vor) und nimmt einen Abdruck von der entsprechenden Kieferhälfte inklusive „Loch“. Dann kommt eine provisorische Füllung rein, der Patient geht nach hause und der Abdruck kommt zum Zahntechniker. der baut dann das inlay, und wenn das fertig ist, treffen sich inlay und Patient wieder beim Zahnarzt. die provisorische Füllung kommt raus, und das Inlay rein (nachdem vorher ein Haftvermittler unten in das Loch reingefüllt wurde). Dann darf man ne weile lang nichts festes esen, so ein paar stunden, damit der Zahnzement aushärtet und das Inlay nicht gleich wieder rausfliegt.
Als Materialien für das Inlay stehen Metall, Gold, Porzellan zur Verfügung, in dieser Reihenfolge auch vom Preis. Inlays sind teurer als herkömmliche Füllungen, halten aber auch deutlich länger.
Ein Inlay befindet sich ausserdem auf der Kaufläche eines Backenzahnes und geht über KEINE ECKE des Backenzahnes. Sobald eine Ecke des Backenzahnes betroffen ist, spricht man von einer Teilkrone. Gleiches Verfahren, gleiche Materialien. Da ein Schneidezahn keine Kaufläche hat, kann man da keine Inlays hineinlegen, sondern „nur“ kronen darüberstülpen.

Ob Onlays („to lay on - darauflegen“) das gleiche sind wie Inlays, kann ich nciht sagen, vermute aber schon. Ich hab jetzt keine Lust, meinen Papi anzurufen, der ist Zahntechnikermeister. Vielleicht meldet sich ja hier noch ein Zahntechniker oder Zahnarzt :smile:

Viele GRüße,

Franziska Franke

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Ob Onlays („to lay on - darauflegen“) das gleiche sind wie
Inlays, kann ich nciht sagen, vermute aber schon. Ich hab
jetzt keine Lust, meinen Papi anzurufen, der ist
Zahntechnikermeister. Vielleicht meldet sich ja hier noch ein
Zahntechniker oder Zahnarzt :smile:

Servus Franziska,

Deinen Erklärungen muß man wirklich kaum etwas hinzufügen :smile:

  • ein Onlay entspricht der Teilkrone. Wenn um das ‚Loch‘ herum nur noch dünne und brüchige Restwände stehen bleiben würden, bedeckt man lieber die gesamte Kaufläche des Zahnes mit künstlichem Material, damit nicht nachträglich ein unbedeckter Höcker ausbricht.

  • mit den von Dir genannten Materialien muß man das - sehr widerstandsfähige und zahnfarbene - Zirkondioxid nennen, das in den letzten Jahren breitere Anwendung findet-

  • zu den Herstellungsweisen (Loch bohren, Abdruck, Zahntechniker macht Modell, gießt Metallteil) kommt die Herstellung in der computergesteuerten Fräseinrichtung (CAD) hinzu. Hier wird mit einer kleinen Kamera ein 3D-Abbild des präparierten Zahnes gemacht. Mit Hilfe von schlauer Software und einer geeigneten Maschine wird dann Inlay-, Onlay- oder Krone aus beliebigem Material gefräst und eingeklebt. Manchmal steht die Fräse beim Zahnarzt (das mag der Zahntechniker nicht so ), manchmal in einem Fräs-Center, das die Daten online erhält und manchmal beim Zahntechniker, der dann seine handwerklich/künstlerischen Fähigkeiten zu Optimierung einsetzen kann.

Alles andere hast Du schon gesagt.

Gruß und Kompliment an den Vater :smile:, der es geschafft hat, bei Dir soviel know-how zu hinterlassen. Ob einer von meinen Söhnen das hinkriegen würde?

Kai

guten Abend,

Gruß und Kompliment an den Vater :smile:, der es geschafft hat,
bei Dir soviel know-how zu hinterlassen. Ob einer von meinen
Söhnen das hinkriegen würde?

danke, werde ich ausrichten :smile: Mein Papa ist seit ein paar Jahren (5?) in Rente, die Zeiten mit dieser Fräse hat er nicht mehr mitbekommen. Aber vielleicht kommt die ja nächste Woche zum Einsatz, wenn bei mir ein Inlay gewechselt wird, ich habe nahezu in jedem Backenzahn ein Inlay oder ein Onlay (neu gelernt *g*), sogar eine Porzellankrone ist dabei. Anfang 20 haben wir bei mir in einer Hauruckaktion alle amalgamfüllungen durch Gold ersetzt, daher die Expertise. Oft genug gemacht, irgendwann sitzt es dann selbst beim Laien.
außerdem erinnere ich mich noch immer mit begeisterung an meine Kindheit (im Gegensatz zu den grad erwähnten Zahnarztsitzungen), als ich oft bei meinem Papi am Arbeitsplatz sitzen durfte. In der DDR waren Praxislabors gang und gäbe, und wenn Mami und ich zum Zahnarzt mussten, habe ich bei Papi im Labor mit Wachs spielen dürfen, während Mami auf dem Stuhl saß. Das fand ich immer toll. Bei der Gelegenheit habe ich auch imemr alle möglichen Fragen gestellt, und grundsätzlich ist Papi immer ein Ansprechpartner, wenn mein Zahnarzt irgendwas machen will. Ich bin auch einer der wenigen Menschen, die ganz und gar keine Angst vor dem surrenden Bohrergeräusch haben. Für mich klingt das (und wird immer klingen) nach „Papi-auf-Arbeit-besuchen“.

einen schönen Abend,

Franziska Franke

Hallo,
alles sehr verständlich erklärt…
danke Euch!
Claire

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