Innentüren lackieren

Hallo Zusammen, ich habe ein Problem mit dem Lackieren von Zimmertüren.
Wir hatten 7 Innentüren & Zargen in dunkelbraun und beabsichtigten diese umzulackieren in weiß. Soweit, sogut!
Nachdem wir die ersten beiden Türen zum Test gestrichen hatten, sprich;

  • mit 400er abgeschliffen
  • feucht gereinigt
  • trocknen nachgewischt
  • nach dem völligen Abtrocknen nochmal trocken nachgewischt - Acryl-Vorlack (vom OBI) gestrichen und 24 Std. trocknen lassen (vorgegeben sind 12 Std.)
  • angeschliffen mit 400er Schmirgelpapier
  • Acryl-Endlack (vom OBI) aufgetragen Nach 2 Tagen wurden gelbliche Streifen bzw. Punkte in der Türe sichtbar. Wir zum Lackfachmann und der gab uns Sperrlack (schweineteuer) um eventl. austretende Holzinhaltsstoffen mit einer Sperrschicht zu blocken. Das ganze Spiel nochmal von vorn und siehe da es funktionierte. Nun kamen am Wochenende die letzten beiden Türen dran und das Ergebnis nach dem Schlußanstrich und dem Abtrocknen der Farbe war folgendes:
    Überall auf dem Lack (nur die letzten beiden Türen vom Schlafzimmer und Bad, also im Vorfeld total unterschiedliche Beanspruchung der Oberfläche über die Jahre) erscheinen kleine Haarrisse bis hin zu 1 mm breite. Ich habe nichts anderes als an den anderen Türen gemacht. Ich bin mit meinem Latein (wenn es denn eins gab) am Ende. Kann mir jemand sagen woran dies jetzt wieder liegen kann. Bitte nicht wieder die alte Diskussion (die ich des öfteren in anderen Foren gelesen habe ) von wegen Kunstharz vs. Acryl. Die erste Türe war vom Abstellraum und quasi unsere Testtüre. Dort hatten wir auch Kunstharz probiert und das Ergebnis in Acryl war besser. Wäre toll, wenn mir jemand helfen könnte, dieses Phänomen zu entschlüsseln!
    Vielen Dank schon mal im Voraus.
    Ralf

Hallo,

ich denke, das sich die Farben nicht vertragen haben und unterschiedlich getrocknet sind. Ich würde Abstand von den OBI-Lacken nehmen und alles mit 2-K-Akryllacken bearbeiten, da diese mit einen Härter angemischt werden. Sie müssten erst mal alles wieder richtig verschleifen, danach einen 2 K Grundfüller aufbringen, diesen richtig trocknen lassen und nochmals fein, 500-Nass verschleifen, nicht durchschleifen ! Danach einen 2 K Akryllack-Weiß aufbringen. Dass müsste klappen.
Viel Glück dabei, Jens

Also die Diskussion Acryl bw. Kunstharz ist schon ein Thema aber bei dieser Schilderung könnte ich mir vorstellen , daß diese Haarrisse vom Holzfunier kommen.

Da würde ich die beiden Türen mit einem Spachtelkitt dünn überziehen (nur Risse).
Trocknen lassen schleifen…alles wie gehabt, dann wieder lackieren.

Das müsste hinhauen.

PS:
Wenns am Lack liegen würde (Acryl oder KH Lack) so wäre das Erscheinungsbild eine runzelnde Oberfläche, bei jeder Türe.
Wenn es aber bei allen anderen geklappt hat, kanns nur daß sein.

Viel Glück
Herbert

Hallo
Aaaalso, zunächst mal zur momentan möglichen Fehlerbehebung. Es sind zwei der sieben Türen, die nach der ganzen Arbeit Haarrisse aufweisen.
Diese würde ich nun auf die Haftung des Lackes prüfen. Trotz der Haarrisse kann der Acryl- Vorlack gut haften. Wenn diese halbwegs passt, würde ich nun die Fläche nochmals mit idealerweise 150er oder notfalls 180er per Hand trocken anschleifen.
400er ist was für Fahrzeug- oder Möbellackierer und ist für diese „Baulackierungen“ viel zu fein. Ich verwende meist 80er vor dem Vorlack und dazwischen evtl 150er, bei ganz groben Sachen 60er.
Allerdings verwende ich, und damit geht es weiter, für solche Holztüren von Natur auf weiß, ausschließlich Kunstharz, überwiegend CWS Malervorlack und Satin finish. Da die anderen Türen natürlich diesen Sperrlack draufhaben (normaler KH- Vorlack hätte es auch getan), würde ich nun eben einen solchen CWS Malervorlack drüberziehen. Dieser trocknet schnell und überzieht auch die Risse, dafür natürlich schön gleichmäßig und nicht sparsam drüberlackieren. Wenn dieser getrocknet ist, was bei Raumtemperatur etwa eine Nacht dauert, kann man mit einer Lackspachtel über die Risse ziehen. Ich mag Jahnsen Rapidspachtel, die ist auch super auf der Fläche. Dann, nach einem Zwischenschliff wenn gespachtelt wurde, kann jeder beliebige Lack drüber, natürlich auch Acryl.
Wenn der rissige Lack abgekratzt werden kann, also nicht gut hält, dann bitte alles runter, anschleifen, Vorlack und dann zwei mal Lack. Ich nehme als Werkzeug eine Schaumstoffwalze mit runder Seite am Bügel plus einen sauberen Eimerdeckel oder einem Lackierwännchen  und einen Stierer.
Die meisten Leute verwenden Acryllack, um dem Gestank zu entgehen, den ungesunden Ausdünstungen des Alkydlacks. Wahr ist aber schlicht, daß Alkyd (Kunstharz) mal drei Tage riecht und dann aber durchgetrocknet ist. Acryl dagegen dünstet wochenlang irgendwelches den Gesetzgebern unbekannteres Zeug aus, dass in der Lackindustrie eingesetzt wird, um die Kriterien der VOC zu erfüllen.
Die Risse im Lack kommen vermutlich von Oberflächenspannungen, eventuell von einer nicht anständig nach dem schleifen abgestaubten Fläche. Wenn ich das richtig verstanden habe, wurden die letzten fünf Türen direkt mit dem Sperrlack lackiert, ohne Vorlack?
Würde mich freuen, wenn das geholfen hat. Dann bitte auf`s Sternchen klicken :wink:

Hallo Netpower,

beim türenlackieren gehe ich wie folgt vor zuerst die türen mit se1 anlauger runterwaschen mit klarem wasser nachwaschen am nachsten tag mit 80er schleifpapier anschleifen,   mit einem haftprimer(kein vorlack)grundieren die gibt es auch gegen durchschlagen der holzinhaltsstoffe dann kann lackiert werden lackiere türen auf wasserbasis oder kh das spielt keine rolle, es gibt mehre gründe wieso lacke reisen können ich kenne die materialien nicht die du verwendet hast aber nach deiner beschreibung liegen die fehler vieleicht bei den vorarbeiten.  mfg siggi.ps wenn auf kh basis lackiert wird schlagen die holzinhaltsstoffe nicht durch passiert nur bei acryllacken.

Vielen Dank für den Hinweis.

In einer Hinsicht muss ich Dir leider wiedersprechen. Bei KH schlagen die Holzinhaltsstoffe genauso durch wie bei Acryl. Haben es zuerst mit Acryl probiert, dass Braune schlug durch. Dann mit KH, schlug ebenso durch.
Dann haben wir MultiPrimer von Lucite probiert und hier war das Ergebnis einigermaßen akzeptabel.Habe mittlerweile die erste Türe mit dem Heissluftfön entlackiert und bin zwischenzeitlich zu dem Ergebnis gekommen, dass ich den Primer zu dick aufgetragen hatte und obwohl ich 24 Std. statt wie angegeben 4-6 Std. mit dem Überstrich gewartet habe, der Primer wohl doch nicht ausgetrocknet war.
Auf der Türe waren nach dem Endanstrich und der Trocknung immer noch feuchte Stellen zu sehen, obwohl der Lack oberflächig trocken war.

Dies ist jetzt meine laienhafte Einschätzung der Ursache.

Trotzdem vielen Dank
So long
Netpower