Innentüren, worauf muss man achten?

Hallo,

worauf muss man bei Innentüren achten? Da gibt es erhebliche Preisunterschiede und   nicht immer erschließt sich mir der Qualitätsunterschied? 

Gibt es Standards, gibt es einheitliche Bezeichnungen?

LG, Karin

Hallo!

Standard (im Sinne von genormt) sind nur die Einbaumaße). Den Preis bestimmt die „innere Qualität“ der Tür, die leider im Verborgenen liegt und das sichtbare Dekor.
Ob Lack, Kunststofffurnier oder Echtholzfurnier, dann noch Details wie Kantenformen oder Zierleisten usw.
Man kann mit Klopftest oder Gewichtsprobe (also mal kurz anheben) schon auf Materialgüte schließen.

Schau mal hier rein :http://www.baumarkt.de/nxs/565///baumarkt/schablone1…

MfG
duck313

Hallo!

Ich hab die Erfahrung gemacht, dass sich die ganz billigen Türen, die für so 40 €, also nur das TÜRBLATT selbst,
manchmal verzieht.
Gerade von einem unbeheizten zu einem beheiztem Raum.
Oder wie bei mir, die Badtür. Wohl auch wg. der Luftfeuchtigkeitsunterschiede.

Ich hab dann vom befreundeten Zimmermann z.B. im Bad eine neue Tür einbauen lassen, also nur das Türblatt, die Optik der Zarge war genau gleich,
die bleibt nun gerade. Und auch dicht.
Das neue Türblatt hat aber auch fast 300€ gekostet, und ist steinschwer.

An den anderen Türen in meiner Wohnung, auch den billigen, gibt es nix auszusetzen.

Grüße, E!

Hallo,

grundsätzlich muss Du vom Innenleben her folgende Varianten unterscheiden:

Wabeneinlage, das ist dann einfach eine an sich nur aus einem Rahmen und zwei Dekorplatten bestehende Tür, in die man eine Wabenstruktur (einlagig) aus Pappe gelegt hat, damit sie nicht ganz so hohl klingt. Nicht empfehlenswert!

Röhrenspan, das ist eine Tür aus einer dicken Spanplatte, die aber nicht wirklich volles Material ist, sondern die nur aus dem Rest besteht, der sich ergibt, wenn man das Spanmaterial um recht eng liegende und recht dicke Stangen herum verpresst. Das hat so etwas von Schweizer Käse. Klingt aber schlimmer als es ist, kann man für normale Zimmertüren gut verwenden.

Vollspan ist wirklich eine massive Spanplatte, in der es keine Höhlungen gibt. Dämmt Lärm und Wäre etwas besser als Röhrenspan, und wird überwiegend bei Wohnungseingangstüren, oder höherwertigen Türen mit Bedarf insbesondere an der besseren Dämmung verwendet. In dem Fall sollte dann aber auch ein Schall-Ex Element als Bodenabschluss eingebaut werden (Das ist eine Dichtlippe, die sich bei geschlossener Tür auf den Boden senkt, und insbesondere auch bei Zugluft Wunder wirkt.

Vollholz gibt es überwiegend als Sonderanfertigung im Sinne von Kassettentüren, o.ä.

BTW: Statt Echtholzfurnier gibt es auch inzwischen etwas dickere, profilierte Dekorplatten aus Kunststoff, die deutlich natürlicher als die meist verwendete Folie aussehen, und auch deutlich mehr als diese aushalten. Ist eine Überlegung wert.

Gruß vom Wiz

Hallo Karin,

die Unterschiede bei Innentüren sind Qualitativ gewaltig.

Zu den Innenleben der Türblätter wurde hier ja schon einiges gesagt.

Wabeneinlage, Röhrenspansteg, Röhrenspan, Vollspan, hier ist alles möglich.
Für den Einsatz von normalen Zimmertüren empfehle ich Röhrenspan.
Diese sind vollkommen ausreichend.

Sollte noch eine Wohnungseinganstür benötigt werden, so ist hier ein Türblatt zu wählen welches eine Klimaklasse aufweist. Dies kann bezeichnet sein als Klimaklasse 3 oder Prüfklima C, je nach Hersteller.
Dabei handelt es sich um ein Vollspanmaterial welches bei vernünftigen Türen auch noch eine beidseitige Alu Verbundeinlage aufweist.
Hier empfiehlt sich auch noch eine Schallschutzklasse. In der Regel reicht hier Klasse 1 aus. Diese wird durch eine Absenkbare Bodendichtung erreicht (meist Schall-Ex genannt).

Hier muss man sich aber auch noch Gedanken zum Einbruchschutz machen. Empfehlenswert wäre hier auch noch eine 3 fach Verriegelung, sowie eine Drückergarnitur der Klasse ES 1 mit Kernziehschutz und Bohrschutz.
Ob es nun unbedingt eine Tür mit WK2 (Wiederstandsklasse) , heute auch als RC2 bezeichnet, sein muss ist fraglich. Die normalen Türen mit 3 fach Verriegelung haben in der Regel die selben funktionen sind nur nicht geprüft und daher eine Idee günstiger.

Nun zu den weiteren Merkmalen:
Die Beschläge der Innentüren sollten gewisse Dinge aufweisen. Dazu zählen Wartungsfreie Bänder. Meistens sind diese bei der Beschreibung der Bänder mit dem Zusatz „wf“ für wartungsfrei gekennzeichnet.
Qualitativ hochwertigere Türen haben Schlösser der Klasse 3 verbaut. Diese haben jedoch eine Metallfalle die sehr laut ist. Daher sollte man hier fürs angenehme eher auf ein einfaches Schloss zurück greifen welches eine Kunststofffalle aufweist.

Die Oberfläche:
Hier kommt es nun darauf an was gewünscht wird.
Dekorfolie ist die "billig"Variante.
Eine dünne Folie die nicht sehr schön ist.
CPL ist die nächst bessere Variante, die eine Robuste und dickere Beschichtung aufweist.
HPL wäre noch eine nummer oben auf, jedoch für den Normalen Gebrauch nicht notwendig.

Bei furnierten Türen kann man die Qualität nicht wirklich unterscheiden. Die Furniere sind in der Regel gleich stark und auch von der Lackierung her alle ähnlich. Daher würde ich hier nicht den Ansatzpunkt wählen. Holz ist Holz und bleibt Holz.

Bei Weißlack Türen gibt es eine Weißlackfolie.
Diese ist die Billig Variante.
Die höherwertigen Türen haben eine Grundierfolie und sind dann Weiß lackiert.
Hier gibt es noch den Unterschied zwischen der maschinellen Lackierung und einer Handlackierung.
Der Unterschied hier ist auch nach Empfinden zu betrachten. Höher angesehen ist die Handlackierung. Hier ist jedoch auch teilweise die Handlackierung zu erkennen. Es ist Handwerk und nicht immer gleich.
Die Maschinelle Lackierung ist gleichmäßiger.

Ich hoffe hier konnte ich helfen.
Bei Fragen gerne fragen!

Viele Grüße
Marcel

Vieeelen Dank für Eure z.T. ausführlichen Hinweise. Alle sind wertvoll und werden Beachtung finden. Danke, danke, danke!

LG, Karin