Mir ist kein zielführenderer Titel eingefallen. Eine Grundsatzfrage, Fiktion.
Wir erleben immer wieder wie ungebildete Manager und Aktionärshandlanger Unternehmen vor die Wand fahren und das Personal dafür büssen lassen. Ich dreh den Spiess mal kurz um.
Jeder der Mitarbeiter z.B. bei Airbus hat neben der Montage der Flugzeugteile oder der Sachbearbeitung im Büro noch etwas ins Unternehmen eingebracht. Ideen, Arbeitsweisen. Im technischen Bereich besonders massiv, evtl. wurden Arbeitspläne in Absprache mit DIREKTEN Vorgesetzten (also sachkundigen Menschen!) erstellt, werden Qualitätssicherung und -verbesserung erreicht. Dieses wird dokumentiert.
Jetzt zum Punkt. Wenn der Häuptling die Entlassung anordnet wäre es doch schön wenn die Entlassenen dann alles mitnehmen was sie geschaffen haben, ausser natürlich das Endprodukt zu dessem Zwecke das Unternehmen antritt. Beispielsweise alle Unterlagen im Bereich der Arbeitsorganisation, Verbesserungsvorschläge etc… Jede Mitarbeiter-Innovation gehört dem Mitarbeiter, das es SEINE Idee war.
Wär das schön? Ja das wärs. Dann fährt der labernde halbgebildete Aktionärshandlanger den Laden schön vor die Wand, entlässt seine Leute und hat plötzlich nur noch Baupläne und Material und all die schönen Notizen, Verbesserungen und Arbeitsweisen sind weg.
Angenommen mich würde mein Arbeitgeber rauswerfen, warum gehören meine Erfindungen und Ideen dann ihm? Letztendlich ist es doch mein geistiges Eigentum. Ich stelle ihm meine Arbeitskraft zur Verfügung, dazu gehört auch die Gedankenarbeit, klar. Aber in Zeiten von Gehaltsabstufung durch genaue Stellenbeschreibungen dank ERA wird immer weniger von dem Eigenengagement des Mitarbeiters geredet sondern nur davon welche Handgriffe und Vorgänge er macht. Wo steht im Vertrag dass ich meine Aufzeichnungen und Arbeitsweisen, meine Verbesserungen ihm überlassen muss?
Jetzt merkt man was ich will. Das gehalt meines besten Freundes wurde dank ERA abgestuft, man schätzt seine Arbeit laut internem Papier als „mittelmässig produktiv“ ein da er nur Einzelteile eines komplexen Endprodukts anfertigt. Laut Stellenbeschreibung könnte man annehmen er ist ein kleines Äffchen das nur Teie von A nach B schiebt. Tatsächlich aber hat er alle Werkzeuge selber angefertigt, Wartungspläne erstellt, Maschinen zuverlässiger gemacht und die Stückzahl erhöht, die Qualität durch andere Zurichtverfahren verbessert und eine Ersatzteilbervorratung eingeführt und wartet seine Maschinen selber, was früher durch einen externen Dienstleister mit Ausfall- und Wartezeiten unnötig teuer war. Knapp 400,- weniger im Monat sind für ihn eine absolute Zumutung, bei ca. 1600,- im Monat und z.Zt. arbeitsloser Frau, unterbezahlt ist er eh schon. Ich finde es wäre gerecht wenn er dann alle Werkzeuge und Aufzeichnungen und Umbauten mitnimmt und seinen Arbeitgeber sehen lässt wo er bleibt. Dann würden einige auch mal merken was Mitarbeiter eigentlich wert sind - meistens ALLES!!!