Liebe Geschichtskundige!
Eine vielleicht etwas seltsame Anfrage: Ich recherchiere gerade für
einen Fachartikel die Geschichte der medizinischen Behandlung von
Fußdeformitäten (z.B. Plattfüßen) mittels orthopädischer Hilfsmittel.
Dabei stieß ich auf einen vagen Hinweis, daß zu Zeiten der
Inquisition in Spanien Plattfüße als Erkennungszeichen für „Hexen“
angesehen wurden, mit der grotesken Folge, daß Frauen verboten worden
sein soll, in der Öffentlichkeit Schuhe zu tragen, damit niemand
seinen Plattfuß (= Teufelsfuß?) verbergen habe können. Ist da was
dran? Bin für jeden Hinweis dankbar!
Fabian
Hallo Fabian,
auf der Suche nach den plattfüßigen Hexen habe ich im „Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens“ unter „Fuß“ und „Fußsohle“ gesucht. Dort leider nichts über spanische Hexen, aber über eine unheimliche Frau namens „Bertha, die Spinnerin“, die auch „Bertha mit dem Fuoze“ heißt. Sie wird mit breiten Füßen dargestellt. Außerdem „Die tirolische Hexe schmiert sich zum Hexenritt die Fußsohlen mit ihrer Salbe ein.“ Es lohnt sich vielleicht trotzdem für Dich, das Buch in einer Bibliothek zu besorgen, denn es enthält viele weitere Bräuche um den Fuß und bibliographische Angaben.
Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, 1931 Berlin, Nachdruck bei de Gruyter 1986 Berlin.
Viel Glück bei Deiner Recherche und Grüße
Lessing
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Dabei stieß ich auf einen vagen Hinweis,
Hallo Fabian, woher stammt dieser Hinweis?
Bernhard