Ins oder im?

Hallo!

Mich interessiert wie es richtig heißt oder ob vllt. beides möglich ist.

  1. „Wir fahren nach Köln ins (in das) niederrheinische Becken.“

  2. „Wir fahren nach Köln im (in dem) niederrheinischen Becken.“

Ich vermute es geht beides.

Sagt das erste aus, dass man primär ins Becken fährt und nebenbei an Köln vorbeikommt?
Beim 2. vermute ich, dass man primär nach Köln fährt und Becken nur eine nähere Definition des Ortes Köln ist.

Wann benutzt man was? Gibt es überhaupt einen Unterschied?

Würde mich über Infos freuen.

Gruss

Hallo auch!

Wir fahren…

… nach Köln an den Rhein.
Wir fahren an den Rhein, genauer gesagt nach Köln.
Der Rhein ist lang, das Rheinische Becken ist groß - wir werden uns auf Köln konzentrieren.
Grenzt eher das Gebiet ein, dass man sich anschaut.

… nach Köln am Rhein.
Wir fahren nach Köln. Und zwar nach Köln am Rhein. Nicht nach Köln an der Elbe (das heißt heutzutage Kolín und liegt in Tschechien). Und auch nicht nach Köln an der Spree (heißt heute Neukölln und ist ein Stadtteil von Berlin).
Es gibt mehrere Kölns (Kölnse? Köllens? Was ist der Plural von Köln) - wir fahren genau nach diesem Köln. Und nach keinem anderen.
Definiert genau diese eine Stadt.

Gruß
KB

hi,

  1. „Wir fahren nach Köln ins (in das) niederrheinische
    Becken.“

  2. „Wir fahren nach Köln im (in dem) niederrheinischen
    Becken.“

m.e. geht beides. der unterschied ist nur eine nuance.

im zweiten fall ist „d.n.b.“ ein attribut zu köln. du fährst nach köln; nämlich das köln im n.b.

im ersten fall kann „d.n.b.“ eine apposition (also auch ein attribut) zu „köln“ sein oder auch eine parallel gesetzte weitere adverbialbestimmung der richtung (zu denken „und“ …). dann wären neben dem besuch in köln auch solche z.b. in umliegenden dörfern eingeschlossen.

m.

  1. „Wir fahren nach Köln ins (in das) niederrheinische
    Becken.“

auch eine parallel gesetzte weitere adverbialbestimmung der richtung

Denke auch, dass das so gemeint ist. Ich würde dann aber nicht von „ins/im“, sondern von „zum oder beim n. Becken“ reden.
Da ins/im den merkwürdigen Anklang mitbringen, man würde ins Wasser fahren oder die Stadt würde im Wasser liegen.

oT: Köln an der Spree
Hallo KB!

Und auch nicht nach Köln an der Spree

Das schreibt sich aber mit Doppel-l: Kölln.
Über K/C am Anfang kann man streiten, denn als die Rechtschreibung reformiert wurde (ich glaube, 1902?), gab es Cölln/Kölln als solches nicht mehr. Aber alle Ortsbezeichnungen in Berlin, die sich von Kölln ableiten (Köllnische Heide, Köllnischer Platz, Neukölln) schreiben sich mit K. Wikipedia kennt nur Cölln mit C.

(heißt heute Neukölln und ist ein Stadtteil von Berlin).

Das nun nicht. Der Stadtteil Neukölln hieß früher Rixdorf und ist im Wesentlichen aus den (bis 1920 unabhängigen) Dörfern Rixdorf, Rudow, Buckow (mit langem U) und Britz zusammengesetzt. Keines dieser Dörfer liegt an der Spree.
Cölln an der Spree lag auf dem Gebiet des heutigen Bezirks Mitte, im Wesentlichen auf der Museumsinsel und der Fischerinsel.

Liebe Grüße
Immo

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Hallo Konrad!

Da ins/im den merkwürdigen Anklang mitbringen, man würde ins
Wasser fahren oder die Stadt würde im Wasser liegen.

Wieso denn das? Ein Becken hat doch nichts mit Wasser zu tun. Es ist nur ein Tiefland zwischen Bergen.
Oder kommt der Anklang daher, dass direkt davor der Niederrhein erwähnt wird? Aber das Ruhrgebiet ist ja auch nicht nur das Gebiet, welches vom reißenden Strome Ruhr überflutet wird.

Liebe Grüße
Immo

Hallo Immo,

mir wird hier etwas zu großzügig mit dem Begriff Stadtteil umgegangen.
Berlin ist in Bezirke gegliedert, diese wiederum in Stadtteile.

(heißt heute Neukölln und ist ein Stadtteil von Berlin).

Das nun nicht. Der Stadtteil Neukölln hieß früher Rixdorf

Richtig.

und
ist im Wesentlichen aus den (bis 1920 unabhängigen) Dörfern
Rixdorf, Rudow, Buckow (mit langem U) und Britz
zusammengesetzt.

Diese Zusammensetzung bildet den Bezirk Neukölln.

Keines dieser Dörfer liegt an der Spree.

Stimmt.

Cölln an der Spree lag auf dem Gebiet des heutigen Bezirks
Mitte, im Wesentlichen auf der Museumsinsel und der
Fischerinsel.

Stimmt auch. Trotzdem Überraschung:
Im Bezirk Mitte gibt es den Stadtteil Neukölln am Wasser:
http://de.wikipedia.org/wiki/Neuk%C3%B6lln_am_Wasser

Dein Vorschreiber kann jetzt natürlich behaupten, es so gemeint und nur den Zusatz „am Wasser“ vergessen zu haben. :wink:

Gruß Gudrun

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Wieso denn das? Ein Becken hat doch nichts mit Wasser zu tun.
Es ist nur ein Tiefland zwischen Bergen.

Ja, ok. Falsch abgeleitet. Dachte beim Becken an eine größere (Wasser)Bucht, in die man nicht „reinfahren“ sollte, weil Untergang droht :smiley:
Dennoch finde ich im/ins sind in diesem Fall ins-Wasser-fahr-Präpositionen.

Oder kommt der Anklang daher, dass direkt davor der
Niederrhein erwähnt wird?

Jo.

auch hallo

Ich denke, es kommt sehr darauf an, ob ich in dem erwähnten Becken drin bin, oder nicht.

  1. „Wir fahren nach Köln ins (in das) niederrheinische
    Becken.“

Sagen wir, Du seist gerade eben von Wien oder HHamburg losgefahren, bist ergo noch nicht im Becken, daher „ins“. Du bist ja noch unterwegs mit den besten Absichten, :smile:

  1. „Wir fahren nach Köln im (in dem) niederrheinischen
    Becken.“

Du hast die Grenze zum Becken überschritten und bist schon drin? Super Leistung, dann bitte „im“ - wo Du doch schon drin bist.

Anders als meine Vorschreiber/innen beziehe ich mich jetzt mehr auf das Becken, als auf die Stadt. Ob Köln oder eine andere Stadt, scheint mir hier nicht wesentlich zu sein. Ich halte aber andere Sichtweisen für durchaus zulässig.

Ich vermute es geht beides.

Kommt d’rauf an, siehe oben :smile:

lG
Martin B

auch hallo

Ja hi,

Ich denke, es kommt sehr darauf an, ob ich in dem erwähnten
Becken drin bin, oder nicht.

Aber nicht unbedingt zum Zeitpunkt der Aussage, da das Präsens ja auch zukünftige Handlungen ausdrücken kann:

„Die nächsten 2 Wochen sind wir im Becken, morgen geht’s los. Erst sind wir in Essen, dann in Bochum und am Freitag fahren wir nach Köln im Becken.“

So ginge’s auch… ist aber reichlich konstruiert. :wink:

Man möge mir die Beispielorte verzeichen, falls einige davon nicht in jenem „Becken“ liegen.

Grüße,

  • André
    …der gleich in der Leipziger Tieflandsbucht geht, und zwar in seine Küche

Hallo André

Aber nicht unbedingt zum Zeitpunkt der Aussage, da das Präsens
ja auch zukünftige Handlungen ausdrücken kann:

„Die nächsten 2 Wochen sind wir im Becken, morgen geht’s los.
Erst sind wir in Essen, dann in Bochum und am Freitag fahren
wir nach Köln im Becken.“

Aha - und ich hätte das als Umgangssprache eingeschätzt (die Wiener machen das ja so…).
Interessant, dass das hochdeutsch auch geht.

lG
Martin B
…der jetzt auf die Strasse spazieren geht

Hallo!

Ich denke, es kommt sehr darauf an, ob ich in dem erwähnten
Becken drin bin, oder nicht.

Ganz und gar nicht! Es ändert sich lediglich der Blickwinkel - einmal ist das Becken das Ziel („nach Köln ins Becken“), einmal ein Attribut des Ziels )„nach Köln im Becken“). Aber das Atrribut kann ich zu Köln setzen, selbst wenn ich auf dem Mond sdtehe … da muss ich nicht schon im Becken drin sein.

Gruß,
Max