Insolvent?

Hallo liebes Forum,

brauche dringend Eure Hilfe!!
werde demnächst, nach 9 Jahren, wohl Insolvenz anmelden müssen.
Meiner Firma geht es zwar nicht schlechter als vor Jahren, ich kam aber nie
so richtig von meinem überzogenen Kontostand, trotz guter Auftragslage,
runter, bedingt durch:

  • wenig Gewinn, da Preise am Markt kaputt
  • allgemeine schlechte Zahlungsmoral
  • bereits Forderungsverluste von 50.000.-€, die ich nicht mehr erhalten werde,
    da einige meiner Kunden insolvent wurden.
  • zudem vierteljährliche Abbuchungen aus Existenzgründungs-Darlehen und aus Kauf des Betriebsgeländes,
    von ca. 16.000.-€.

Dadurch konnte ich nur wenig Eigenkapital aufbauen, habe aber, trotz der hohen vierteljährlichen Abbuchungen für Existenzgründung usw., meinen Kontostand zwischenzeitlich immer wieder zurückführen können.

Jetzt, wohl durch Basel II bedingt, wollte meine Bank prüfen, ob sich alles noch lohnt.
Die Bank vermutete, dass eine Überschuldung vorliegt.
Also musste mein Steuerberater innerhalb einer ca. Woche zwei Bilanzen nebst zusätzlicher Unterlagen, wie positive Prognose, Vermögensübersicht, Überschuldungsbilanz, Auftragsbestand, Debitoren-Kreditoren usw. erstellen.
Dies wurde meiner Bank vorgelegt und es sollte innerhalb einer Woche darüber entschieden werden, ob meine Bank noch mitspielt oder nicht.
Eine Überschuldung, seitens der Zahlen meines Steuerberaters, lag nicht vor.

Kurzform:
Erst auf meiner Anfrage hin, nach ca. 2 Wochen, wurde mir telef. vorab mitgeteilt, dass die Bank wohl nicht mehr
mitspielt, da sie einige Zahlen anders sehen und eine Überschuldung vorliegt.
Daraufhin wartete ich auf dass offizielle Schreiben, wonach ich dann 3 Wochen Zeit habe, Insolvenz anzumelden.
Zwischenzeitlich habe ich, wie gehabt viele Aufträge entgegengenommen, jedoch weiter vergeben, damit ich selbst kein Material einkaufen musste, da ich in dieser Phase in der Luft hing und ich keinen meiner Lieferanten mit reinreißen wollte.
Die Auftragslage ist weiterhin sehr gut, nur habe ich jetzt eine geringere Handelsspanne, als wenn ich selbst
produziert hätte.
Habe zu diesem Zweck ein anderes Konto eröffnet, um Handelsware gegenüber meinen Lieferanten auch pünktlich bezahlen zu können.
Jetzt, nach 4 Wochen, hat mir meine Bank nun offiziell die Kredite gekündigt.
Was mache ich jetzt??
Zusätzliches Problem:
Durch die vielen Arbeiten meines Steuerberaters, ist dessen Honorarforderung nun erheblich.
Er will sein Geld, welches sich, wegen der Forderung durch die Bank, auf ca. 9.000.- € beläuft.
Ihm war aber auch immer bewusst, dass ich soviel Geld auf einmal nicht bezahlen konnte.
Da ich zwar Außenstände habe, die aufgrund der schlechten Zahlungsmoral, nur schleppend reinkommen, ich
aber andererseits mein Geschäftskonto nicht weiter überziehen kann, konnte ich nur teilweise a.Kto.
Zahlungen, in Höhe von bislang ca. 3000.- €, leisten.
Da meine Kunden mich immer wieder vertrösteten, musste ich dies gegenüber meinem Steuerberater und auch anderer Lieferanten ebenfalls so handhaben. Habe immer mit offenen Karten gespielt.
Vor 2 Wochen hat mein Steuerberater dann per Fax sein Mandat niedergelegt.
(Er wollte wohl Druck ausüben, das es Ihm wirtschaftlich ebenfalls sehr schlecht geht.)
Das Finanzamt mahnt auch schon die Umsatzsteuerabgabe usw. an, da mein Steuerberater seit ca. 3 Monaten
Die Bücher nicht mehr bearbeitet bzw. gebucht hat.
Was soll ich jetzt machen?
Frage:

  1. Mein Steuerberater macht nichts mehr, (kann ich verstehen…)
  2. Aber das Finanzamt mahnt Beträge und Versäumniszuschläge an…, droht mit Eintreibung…
  3. Es werden keine monatlichen Buchungen getätigt bzw. keine UST-Erklärungen abgegeben…
  4. Wann muss ich Insolvenz anmelden…
  5. Was passiert mit den noch laufenden Aufträgen, die ich weiterhin erfüllen und auch bezahlen kann…
  6. Was mache ich gegenüber dem Finanzamt, kann oder muss ich selbst die Bücher weiterführen…
  7. Was muss ich gegenüber dem Finanzamt erklären, damit ich erst Ruhe habe…

Auch wenn dieser Text vielleicht zu lang und trotzdem unvollständig ist, bitte ich dringend um Eure Hilfe!
Vielen Dank.
Asandre

Hi,

um von vorne anzufangen:

  • wenig Gewinn, da Preise am Markt kaputt

wenn ich jemandem hier im forum schreibe, daß billig sein nicht alles ist, werde ich meist doof angelabert, deswegen bitte ich diese besserwisserheinis sich diesen deinen Satz zu merken!

  • allgemeine schlechte Zahlungsmoral
  • bereits Forderungsverluste von 50.000.-€, die ich nicht mehr
    erhalten werde,

Warum hast du nicht längst mal ne Forderungsversicherung abgeschlossen? Aber das ist eh zu spät.

da einige meiner Kunden insolvent wurden.

  • zudem vierteljährliche Abbuchungen aus
    Existenzgründungs-Darlehen und aus Kauf des Betriebsgeländes,
    von ca. 16.000.-€.

Hast du schon mal versucht das betriebsgelände zu verkaufen um mit dem freigewordenen JKapital deine EK-Basis zu verbessern? Aber: Hüte dich vor/bei Sale and Lease-Back.

Dadurch konnte ich nur wenig Eigenkapital aufbauen, habe aber,
trotz der hohen vierteljährlichen Abbuchungen für
Existenzgründung usw., meinen Kontostand zwischenzeitlich
immer wieder zurückführen können.

Jetzt, wohl durch Basel II bedingt, wollte meine Bank prüfen,
ob sich alles noch lohnt.

Das wäre ein Thema für exc, der behauptet immer, daß das nciht sein kann. Deshalb meine Frage, ob das wirklich so ist?

Die Bank vermutete, dass eine Überschuldung vorliegt.
Also musste mein Steuerberater innerhalb einer ca. Woche zwei
Bilanzen nebst zusätzlicher Unterlagen, wie positive Prognose,
Vermögensübersicht, Überschuldungsbilanz, Auftragsbestand,
Debitoren-Kreditoren usw. erstellen.
Dies wurde meiner Bank vorgelegt und es sollte innerhalb einer
Woche darüber entschieden werden, ob meine Bank noch mitspielt
oder nicht.
Eine Überschuldung, seitens der Zahlen meines Steuerberaters,
lag nicht vor.

Frage: sagen das die Zahlen deines Steuerberaters, oder ist es eigentlich wirklich so? Wie ist deine Einschätzung?

Kurzform:
Erst auf meiner Anfrage hin, nach ca. 2 Wochen, wurde mir
telef. vorab mitgeteilt, dass die Bank wohl nicht mehr
mitspielt, da sie einige Zahlen anders sehen und eine
Überschuldung vorliegt.

Kannst du irgenwoher eine Sicherheit beibringen, damit die Bank einige Zeit stillhält?

Daraufhin wartete ich auf dass offizielle Schreiben, wonach
ich dann 3 Wochen Zeit habe, Insolvenz anzumelden.

du bist nicht insolvent, nur weil die Bank es vermutet!

Zwischenzeitlich habe ich, wie gehabt viele Aufträge
entgegengenommen, jedoch weiter vergeben, damit ich selbst
kein Material einkaufen musste, da ich in dieser Phase in der
Luft hing und ich keinen meiner Lieferanten mit reinreißen
wollte.

Wie wärs wenn du von den Aufträgen, die du reinnimmst, wirklich nur die annimmst, bei denen du genmügend verdienst? Was macht deine Abteilung Kalkulation und Nachkalkulation?

Die Auftragslage ist weiterhin sehr gut, nur habe ich jetzt
eine geringere Handelsspanne, als wenn ich selbst
produziert hätte.

wenn du an noch billigere weitergeben kannst, dann stimmt was mit deinem Geschäftsverhalten nicht! Aber das kann man hier nur vermuten.

Habe zu diesem Zweck ein anderes Konto eröffnet, um
Handelsware gegenüber meinen Lieferanten auch pünktlich
bezahlen zu können.
Jetzt, nach 4 Wochen, hat mir meine Bank nun offiziell die
Kredite gekündigt.

Garantiert, weil du ein neues Konto eröffnet hast, anstatt mit denen ein offenes Gespräch (nicht am Telefon) zu führen und denen klarzumachen, daß es für sie teuerer ist dich sterben zu lassen anstatt dich weiter zu stützen! Wer berät dich, oder gehörst du zu denen die sich Beratungshonorare solange sparen, bis ihnen keiner mehr raten kann?

Was mache ich jetzt??

Kind im Brunnen und Krug auch schon kaputt. Was soll man jetzt noch raten?

Vor 2 Wochen hat mein Steuerberater dann per Fax sein Mandat
niedergelegt.
(Er wollte wohl Druck ausüben, das es Ihm wirtschaftlich
ebenfalls sehr schlecht geht.)

Das zeigt eher, daß er dir Zahlen gemacht hat, denen er selbst nciht glaubt und dich eher auch schon pleite sieht. Droh ihm dochmal mit ner Klage, wenn er nicht sofort das Mandat wieder aufnimmt, weil er dich damit handlungsunfähig gemacht hat!

Das Finanzamt mahnt auch schon die Umsatzsteuerabgabe usw. an,
da mein Steuerberater seit ca. 3 Monaten
Die Bücher nicht mehr bearbeitet bzw. gebucht hat.

Und warum hast du nciht schon einen neuen Steuerberater?

Was soll ich jetzt machen?
Frage:

  1. Mein Steuerberater macht nichts mehr, (kann ich
    verstehen…)

Ich nicht, da muss was sein, was du hier nicht zugibst.

  1. Aber das Finanzamt mahnt Beträge und Versäumniszuschläge
    an…, droht mit Eintreibung…

Und was machst du? Sprichst mit denen, bittest du um Stundung, Reichst du Belege und Unterlagen ein, Leistest du Teilzahlungen?

  1. Es werden keine monatlichen Buchungen getätigt bzw. keine
    UST-Erklärungen abgegeben…

Du haftest dafür nciht dein Stb.

  1. Wann muss ich Insolvenz anmelden…

Nach der Geschichte, am besten sofort, nachdem du die Kapitalien deiner firma gut sortierst hast. (wdwwim)

  1. Was passiert mit den noch laufenden Aufträgen, die ich
    weiterhin erfüllen und auch bezahlen kann…

solange du bezahlen kannst, bist du nicht insolvent!

  1. Was mache ich gegenüber dem Finanzamt, kann oder muss ich
    selbst die Bücher weiterführen…

Ja!

  1. Was muss ich gegenüber dem Finanzamt erklären, damit ich
    erst Ruhe habe…

Vor allem musst du denen erklären wie lange „erst Ruhe“ dauern soll und wie du zahlen willst, den Rückstand und das was weiter aufläuft!

Auch wenn dieser Text vielleicht zu lang und trotzdem
unvollständig ist, bitte ich dringend um Eure Hilfe!

Das Unvollständige ist daran, daß es nicht die ganze Wahrheit sein kann, sonst würde nicht Bank und StB gleichzeitig kündigen und du hättest nicht die Beträge beim FA auflaufen gelassen, wenn es dir annähernd so gut ginge, wie du schreibst.

gruss

PS: Ich weiss, daß es in einer solchen Lage der Inhaber sich das Geschäft immer schön redet und für rettbar hält, während alle Ratten schon das Schiff verlassen. Versuche die Sache ehrlich zus ehen. Hole dir sofort von der IHK einen Notberater (kostenlos)

Hallo,

Insolvenzantrag mußt du stellen, wenn du zahlungsunfähig oder vermögenslos bist, oder wenn Zahlungsunfähigkeit und Vermögenslosigkeit drohen.
Zahlungsunfähigkeit liegt vor, wenn du deine laufenden Verpflichtungen nicht mehr innerhalb der nächsten 3 Wochen bezahlen kannst.

Das ist eine grobe Faustregel. Jedoch wenn du sie mißachtest, droht dir der Staatsanwalt mit einer Anklage wegen Insolvenzverschleppung.

So wie du deinen Fall geschildert hast, gibt es neben dem Insolvenzantrag nur die Alternative, mit der Hausbank zu verhandeln, um eine Lösung zu erreichen. Wenn die Bank nicht mitspielt, würde ich den Betrieb zumachen und Insolvenzantrag stellen.
Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

Gruß,
Francesco

Hallo Asandre,

werde demnächst, nach 9 Jahren, wohl Insolvenz anmelden
müssen.
Meiner Firma geht es zwar nicht schlechter als vor Jahren, ich
kam aber nie
so richtig von meinem überzogenen Kontostand, trotz guter
Auftragslage,
runter, bedingt durch:

  • wenig Gewinn, da Preise am Markt kaputt
  • allgemeine schlechte Zahlungsmoral
  • bereits Forderungsverluste von 50.000.-€, die ich nicht mehr
    erhalten werde,
    da einige meiner Kunden insolvent wurden.
  • zudem vierteljährliche Abbuchungen aus
    Existenzgründungs-Darlehen und aus Kauf des Betriebsgeländes,
    von ca. 16.000.-€.

Sorry, es klingt zwar hart, aber nur als Vorwarnung für andere Selbstständige:
Das ist ein Tod auf Raten, dem Du leider nicht rechtzeitig entgegengetreten bist:

  • striktes Liquiditäts- und Forderungsmanagement
  • gebundenes Kapital durch Kauf des Betriebsgeländes
  • wo bleibt Deine Nachkalkulation von Aufträgen ?

Ich bin zwar Angstellter, war aber früher auch mal selbstständig und habe aufgrund der versauten Marktpreise (großes schwedisches Möbelhaus als Hauptkunde) wieder aufgehört.

Dadurch konnte ich nur wenig Eigenkapital aufbauen, habe aber,
trotz der hohen vierteljährlichen Abbuchungen für
Existenzgründung usw., meinen Kontostand zwischenzeitlich
immer wieder zurückführen können.

Trotzdem kauft man sich dann kein Betriebsgelände. Wer hatte Dir dazu geraten ? Dein Steuerberater wegen Steuersparmodell ?

Jetzt, wohl durch Basel II bedingt, wollte meine Bank prüfen,
ob sich alles noch lohnt.
Die Bank vermutete, dass eine Überschuldung vorliegt.

Wie ist Deine eigene Einschätzung ?

Also musste mein Steuerberater innerhalb einer ca. Woche zwei
Bilanzen nebst zusätzlicher Unterlagen, wie positive Prognose,
Vermögensübersicht, Überschuldungsbilanz, Auftragsbestand,
Debitoren-Kreditoren usw. erstellen.

Sorry, sollte normalerweise alles immer aktuell vorliegen => Liquiditäts- und Forderungsmanagement. Oder hast Du nur 1x jährlich Deine Bilanz angeschaut ?

Eine Überschuldung, seitens der Zahlen meines Steuerberaters,
lag nicht vor.

Sagte das Dein Steuerberater ? Hat er Dir das schriftlich gegeben ?

Zwischenzeitlich habe ich, wie gehabt viele Aufträge
entgegengenommen, jedoch weiter vergeben, damit ich selbst
kein Material einkaufen musste, da ich in dieser Phase in der
Luft hing und ich keinen meiner Lieferanten mit reinreißen
wollte.

Hast Du das rote Kreuz auf dem Rücken ? Bist Du der Lieferanten-Schutzverein ?

Die Auftragslage ist weiterhin sehr gut, nur habe ich jetzt
eine geringere Handelsspanne, als wenn ich selbst
produziert hätte.

Warum hast Du nicht selbst produziert ? Selbst wenn es jetzt weitergeht, hast Du Deine Konkurrenz durch das zuschieben von Aufträgen gestärkt und Verluste eingefahren.

Habe zu diesem Zweck ein anderes Konto eröffnet, um
Handelsware gegenüber meinen Lieferanten auch pünktlich
bezahlen zu können.
Jetzt, nach 4 Wochen, hat mir meine Bank nun offiziell die
Kredite gekündigt.

Was hast Du die letzten 4 Wochen gemacht, um Deine Situation zu verbessern ?

Was mache ich jetzt??

So schnell wie möglich zu Geld kommen. Bestände an den Mann bringen, Betriebsgelände verkaufen, offene Forderungen verkaufen.

Wenn Du wirklich insolvent bist, schnellstmöglichst Insolvenz anmelden, vor allem falls Du eine GmbH hast (verschleppter Konkurs).
Einigung mit den Banken finden (auch wenn Du noch nicht insolvent bist). Schauen, wie das Geschäft zukünftig besser laufen könnte (Liquiditäts- und Ertragsvorausschau, Forderungsmanagement, Kalkulation usw.).

Zusätzliches Problem:
Durch die vielen Arbeiten meines Steuerberaters, ist dessen
Honorarforderung nun erheblich.
Er will sein Geld, welches sich, wegen der Forderung durch die
Bank, auf ca. 9.000.- € beläuft.

Sorry, aber das ist eine ordentliche Stange Geld. Wenn er behauptet, dass Du nicht Pleite bist, es aber doch wärst, würde ich ihn ganz klar verklagen. Wie groß ist eigentlich Deine Buchhaltung ? Für 9.000 € kann man ganz schön was machen ! Abgesehen davon wäre das auch ein Stundensatz > 150 €, denn mehr kann er nicht innerhalb von 1 Woche für Dich arbeiten (Abgabefrist war wohl 1 Woche !?)

Ihm war aber auch immer bewusst, dass ich soviel Geld auf
einmal nicht bezahlen konnte.
Da ich zwar Außenstände habe, die aufgrund der schlechten
Zahlungsmoral, nur schleppend reinkommen, ich
aber andererseits mein Geschäftskonto nicht weiter überziehen
kann, konnte ich nur teilweise a.Kto.
Zahlungen, in Höhe von bislang ca. 3000.- €, leisten.

Dein Anwalt muß sich mit seinen Forderungen hinter den anderen Gläubigern einreihen. Erstmal gar nichts zahlen.

Da meine Kunden mich immer wieder vertrösteten, musste ich
dies gegenüber meinem Steuerberater und auch anderer
Lieferanten ebenfalls so handhaben.

Nicht vertrösten lassen, dringend einfordern ! Mahnungen und gerichtliche Mahnbescheide verschicken ! Ich vermute äusserst schlechtes Forderungsmanagement Deinerseits !

Vor 2 Wochen hat mein Steuerberater dann per Fax sein Mandat
niedergelegt.
(Er wollte wohl Druck ausüben, das es Ihm wirtschaftlich
ebenfalls sehr schlecht geht.)

Wenn er selbst schon wirtschaftlich schlecht dastehen sollte, zeigt es mir, dass er Dich wohl nicht sehr gut beraten hat.

Das Finanzamt mahnt auch schon die Umsatzsteuerabgabe usw. an,
da mein Steuerberater seit ca. 3 Monaten
Die Bücher nicht mehr bearbeitet bzw. gebucht hat.

Stopp ! Rechnen wir mal zurück: vor 4 (max. 6) Wochen Abgabe der Unterlagen bei der Bank („jetzt, nach 4 Wochen, hat mir meine Bank nun offiziell die Kredite gekündigt.“). Davor 1 Woche Bearbeitung durch den Steuerberater. Seit 3 Monaten nicht mehr gebucht ??? Und dafür 9.000 Euro verlangen ?

Was soll ich jetzt machen?

Lass Dich so schnell wie möglich richtig beraten, denn Dein Steuerberater hat’s wohl nicht gemacht.

Frage:

  1. Mein Steuerberater macht nichts mehr, (kann ich
    verstehen…)

Würde ich nicht verstehen, denn Dein Steuerberater hätte Dich schon viel früher auf die Situation hinweisen müssen (Deine finanzielle Schieflage hast Du wohl nicht erst seit gestern…)

  1. Aber das Finanzamt mahnt Beträge und Versäumniszuschläge
    an…, droht mit Eintreibung…

Gespräche mit Banken, Finanzamt usw. führen. Falls nicht sowieso insolvent, versuchen, eine Einigung zu finden (Ratenzahlungen vereinbaren).

  1. Es werden keine monatlichen Buchungen getätigt bzw. keine
    UST-Erklärungen abgegeben…

Wäre jetzt aber eines der wichtigsten Dinge, denn gerade jetzt solltest Du taggenau wissen, wie es finanziell steht.

  1. Wann muss ich Insolvenz anmelden…

Sobald Du eine Forderung nicht mehr begleichen kannst. Bei mangelhafter Buchhaltung wirst Du das aber wahrscheinlich sowieso kaum merken => also lieber früher als später machen, um nicht mit einem Bein im Gefängnis zu stehen. Insolvenz heist nicht automatisch „Ende“, vielmehr wird der Insolvenzverwalter prüfen, ob es eine Möglichkeit zur Aufrechterhaltung gibt.

  1. Was passiert mit den noch laufenden Aufträgen, die ich
    weiterhin erfüllen und auch bezahlen kann…

Kannst Du wirklich bezahlen ? Dann bist Du nicht Insolvent…
Ich vermute eher Du bezahlst Deine Lieferanten, nicht aber die Bank.

  1. Was mache ich gegenüber dem Finanzamt, kann oder muss ich
    selbst die Bücher weiterführen…

Du mußt es machen oder machen lassen !!!

  1. Was muss ich gegenüber dem Finanzamt erklären, damit ich
    erst Ruhe habe…

Falscher Ansatz „erstmal Ruhe“ ! Sorry, aber ich vermute, dass Du das Kaufmännische die ganze Zeit über gnadenlos vernachlässigt hast ! Kümmere Dich unbedingt darum !

Grüsse

Sven

Insolvent?
Hallo,
habe alles hinter mir, mit GmbH und privat einschließlich
Insolvenzveschleppungsverfahren und Ablösehandel mit Staatsanwalt
aus der knappen Sozialhilfe.
Meine Lehren:
lieber früher als später handeln
lieber handeln als behandeln lassen
alles verwertbare legal sichern
Sicherungen von Berechtigten eintragen lassen
niemals Banken glauben oder vertrauen
nie glauben, daß Außenstände in irgendwelchen Verfahren kommen
Kunden sichern, Aufträge retten, andere Firma gründen
neu anfangen
sofort
auf was warten ?
die Zeit ist gegen Dich,
keiner ist dankbar für nette Absichten, die man gehabt hat
Gesetzbücher und Unternehmerlogik ist oft nicht identisch
viel Glück und klaren Kopf
([email protected])

Hallo Andre,
darf ich dir ein paar Tips geben die ich aufgeschnappt habe, bzw was ich aus Erfahrung anderer gelernt habe.

Bank: Glaube denen nie etwas, die wollen dich immer nur ausnutzen. Hast du eien Kredit, zahle immer die Zinsen. Kannst du über einen kruzen Zeitraum nicht tilgen, zahle weiter die Zinsen und sage ihnen schriftlich du kannst bis dann und dann nicht tilgen. Damit müssen die Leben, du bist zahlungsillig, wollen sie den Kredit kündigen bekommen sie nichts.

Finanzamt: Sei offen und Ehrlich zu ihnen, Zahle pünktlich was du zahlen musst. Sich zu sträuben hat bei denen gar keinen Sinn, die sind absolut am längeren Hebel. Hast du ein Problem mit die betreffende Person im Finanzamt was du tun kannst, mache ihn zum Teil der Lösung, nicht zum Teil des Problems.

Steuerberater: Er soll dir helfen. Bei deinen Bilanzen, Finanzierungen, Steuern, Krediten etc. Ein guter Steuerberater hilft dir Kosten zu vermeiden, dazu zählen auch Kosten die von ihn verursacht werden. Einer der dich nur abkasiert (9000 Euro ist ja ein Irrwitz, die musst du ja erst einmal verdienen) ist kein guter Steuerberater. Der müsste ja 2 Monate (320h) nur für dich gearbeitet haben.

Insolvenz: Kannst du gar nicht merh Zahlen, dann Insolvenz. Bedenke bei Aufgabe deiens Betriebes das du eien Namen hast udn der auch sehr viel Wert ist. Du hast dadurch einen Kundenstamm. Rechne mal wieviel es kopsten würde bis du den Namen wieder aufgebaut hast und deinen guten Ruf. Falls du Zahlungsfähig bist überleg dir ob du im Schnitt die nächste Zeit Gewinn machst. Falls für die Zukunft kein Gewinn oder verbesserung der Lage in sicht ist mach besser dicht. Du arbeitest ja nicht um Geld mitzubringen.

Forderungen: Falls ein Kunde nach 2 maliger Zahlungsaufforderung nicht zahlen will gleich gerichtlichen Mahnbescheid bzw. Geld einklagen. Ein Kunde der nicht zahlt hilft dir nichts. Hier auch nicht überlegen es ist ein guter kunde etc., Das Geld muss kommen.
Du Arbeitest, er Zahlt. Hast du garbeitet muss er Zahlen. Um guten Kontakt zu waren, machst du eine Zahlungserinnerung und weist darauf hin das Handwerksrechnungen sovort zu zahlen sind. Danach vielleicht noch eien letzte Mahnung in der du auf eien gerichtliche klage hinweist wenn das Geld nicht innerhalb 3 Tagen auf deien Konto ist oder Bargeld in deiner Hand und du jetzt Zinsen verlangst. Da muss er reagieren :smile:. Dann gleich Geld samt allen daurch anfallenkosten + Zinsen einklagen. Erst wenn du dein Geld hast arbeite wieder für ihn, für was sollst du auch Arbeiten wenn du keien Geld bekommst.
Du siehst ja selber wie drigend du Geld brauchst. Generell zu jedne Freundlich sein, nur wenn er nicht zahlt ist es auch kein Freund, warum dann freundlich sein? (Ist es ein guter freund der dir einen kleiner undwichtiger Betrag schuldet udn es nicht zahlen kann, schenk es ihn, ansonsten ist Freundschaft futsch und dein Geld siehst du so oder so nicht mehr, gib ihn in Zukunft halt keinen Bonus mehr, den hat er verspielt. Noch eine Regel, Echte Freunde machen nir untereinader Geschäfte, hächstens miteinader.)

Vielleicht helfen dir die Tips etwas :smile:.
Dein Beitrag lässt mich annehmen das du Ergefühl hast aber auch zu gurgläubvig bist. Bleib Ehrhaft aber sei Vorsichtiger *zwinker*