Insolvenz - (verschleppung?)

Hi

folgender Fall zu dem ich mich über eine Auskunft freuen würde:

Unternehmen U hat offene Verbindlichkeiten:

An A: 5 stelliger Betrag
An B: 5 Stelliger Betrag
An C: 3 stelliger Betrag
An Finanzamt: 5 stelliger Betrag (Ratenzahlung vereinbart)

Mitarbeiter werden nicht pünktlich bezahlt.

Dieser Zustand besteht schon seit Monaten. Es ist nicht genug Liquidität vorhanden, um die Rechnungen zu begleichen.

Da U an C nicht zahlen kann und C nicht mehr liefern möchte, sucht U sich einen anderen Lieferanten D, um mit der Ware beliefert zu werden.

Fragen:
Ist das Unternehmen bereits insolvent?
Besteht durch die Handlung Insolvenzverschleppung?

Hallo,

eine Insolvenz lässt sich nicht einfach am (vorübergehenden?) Mangel an Geld in der Kasse ableiten.

Wichtiger wäre es zu wissen, was die Ursache für den Geldmangel ist. Angenommen ein Betrieb hat einen sehr großen Auftrag, für den er mit Material und Personal in Vorleistung geht und dann bei der Lieferung viel Geld hierfür bekommt: Dann kann es sein, dass zwischendurch die Luft dünn wird, jedoch mit der Bezahlung die Welt auf einen Schlag wieder in Ordnung ist.

Insofern, ist es für den Unternehmer statthaft, Forderungen die er gegen andere hat (auch durch halbfertige Produkte) als Aktivposten in seiner Buchhaltung zu führen.

Kritisch ist es, wenn dauerhaft weniger Geld reinkommt als rausgeht. Unterschreitet das Vermögen der Firma (unter Berücksichtigung der Forderungen, s.o.) das Stammkapital, so ist Konkurs anzumelden.

Es kommt allerdings in der Praxis oft vor, dass sich die Inhaber der Firma an Strohhalme klammern (nächsten Monat wird’s besser … haben gerade viele Angebote geschrieben … der letzte Monat war einfach nur Pech…) und so die Insolvenz verschleppen.

Man muss aber auch dazu sagen, dass viele Geschäftsführer mit Ihrem eigenen Geld für Kredite bürgen - wenn also die Firma Pleite geht, gehen viele Chefs gleich mit Pleite.

Viele Grüße
Lumpi