Hallo!
Blitzschutzanlage schützt vor den Folgen eines direkten Blitzeinschlags, es entsteht also kein Feuer oder keine Sprengwirkung an Deckung oder Bauteilen.
Sinnvoll ist sie immer, sie schadet nie, nützt aber im Fall der Fälle immer.
Sie „zieht“ also keine Blitze an, im Sinne von, es schlägt nun häufiger ein als ohne !
Ob man sie wegen einer exponierten Lage - alleinstehend, auf Hügel - nachrüsten sollte, wird eine Ortsbesichtigung einer Fachfirma ergeben. Tendenz ja.
Übrigens, wenn man so etwas gleich beim Bau vorsieht, dann fallen dafür i.d.R. nur geringen Kosten an ( ca. 2 % der Bausumme), denn die Erdungsanlage ist sowieso für die Elektrik schon vorhanden.
Man muss „nur“ die Anschlussfahnen an den Hausecken aus dem Fundament herausführen.
Nachrüsten ist deutlich teurer, weil man ja die Erdungsanlage neu machen muss und Erdarbeiten sind teuer. Zwar kann man Tiefenerder an den Hausecken(Ableitungen) einbringen, aber die müssen untereinander verbunden werden. Also muss man doch ringsherum aufgraben und einen Ringerder legen. Nur selten kann man das am Haussockel oder im Keller innen drin machen.
Zu den angesprochenen Überspannungs-Schutzgeräten.
Das ist Teil des innere Blitzschutz, der sogenannte Blitzschutz-Potenzialausgleich.
Hierbei sind nicht nur die leitfähigen Teile der Haustechnik (Rohrleitungen Wasser, Heizung, Gas, Klima,Antennen) mit dem Erder verbunden sondern auch die aktiven Teile = die E-Leitungen einbezogen.
Da man die nicht direkt anschließen kann, wird das über Schutzgeräte gemacht, die erst im Falle der Überspannung die E-Leitungen mit dem Potenzialausgleich verbinden.
Dann ist alles im Haus auf einem Potenzial und es kann keine Spannungsunterschiede geben. Es kommt so nicht zu Schäden durch Spanungsüberschläge.
Und dieser innere Blitzschutz schützt auch in Fällen von Ferneinschlägen, Wolke-Wolke-Blitzen oder auch von anderen Ursache (ohne Gewitter) im Netz, Kurzschluss, Schalthandlung im Umspannwerk usw.
Der innere Blitzschutz ist generell sehr sinnvoll. Heute ist viel mehr empfindliche Technik im Haus vorhanden als früher, die auf Überspannungen kritisch reagiert und ausfällt.
Er wirkt also auch ohne äußeren Blitzschutz.
Kosten hierfür ca. 800 -1.200 € im Einfamilienhaus.
Montage im Hauptverteiler und/oder ggf. auch in Unterverteilern, wenn E-Anlage weitverzweigt ist (Mehrfamilienhaus). Vor besonders empfindlichen Endgeräten Zusatzschutz durch „Feinschutz“ als Steckergerät.
Eine vollwertige Blitzschutzanlage besteht immer aus beiden Teilen, äußerem und innerem Blitzschutz.
Und sie unterscheidet sich noch im Schutzgrad, es gibt 4 Blitzschutzklassen. Äußerlich erkennbar daran, wie dicht die Auffangleitungen auf dem Dach verlegt sind.
MfG
duck313