Integrative Körpertherapie?

Hallo,

was ist bitte integrative Körpertherapie?

Es muss wohl irgendeine Therapieform beim Psychotherapeuten sein, die irgendwas mit einer Aufarbeitung von Kindheitserinnerungen in Sachen Berührungsängste oder gegenteilig extremes Berührungsbedürfnis zu tun hat.

Weiß jemand, was genau darunter zu verstehen ist und wie so eine Therapie in der Praxis aussehen soll (was macht der Patient, was der Therapeut)?

Wie können sich da Frauen vor Übergriffen in so einer Therapie schützen?

H.

Hi Holger
Es gibt viele Arten und Schulen innerhalb der sogenannten Körpertherapien, z.B. leiten sich einige von Wilhelm Reichs 2.Phase, der Vegetotherapie, ab, da wären Bioenergetik, Biodynamik usw. zu nennen. Eine - wie ich finde - sehr interessante Richtung wird von TILMAN MOSER praktiziert, der sowohl Psychoanalytiker als auch Körpertherapeut ist und beides integrativ verbindet. Wir hatten ihn mal in unser früheres analytisches Institut bzw. den Arbeitskreis nach Berlin eingeladen und einen guten Dialog bzw. eine gute Fortbildung mt ihm.
Bei der Körpertherapie kommt es natürlich wie bei allen etwas vom klassischen Weg abweichenden Schulen sehr darauf an, an welchen Therapeuten man gerät.

Wie können sich da Frauen vor Übergriffen in so einer Therapie
schützen

Ein guter Therapeut erkennt die Grenzen zwischen dem, was die Patientin im Hier und Jetzt an Intervention (eben auch an körperbezogenen, also z.B. Berührungen) braucht und was lediglich an Eigeninteresse des Therapeuten da wäre. Daher gilt -wie oben- genau Hinschauen bei der Therapeuten-Wahl und auch seine Empfindung / Intuition dabei berücksichtigen. Also nicht nur danach gehen, was Andere einem da empfehlen.
Gruss, Branden

Was sollen das für Berührungen sein?
Hi,

das klingt alles sehr abstrakt für mich.
Was ich gerne gewusst hätte, was denn Körpertherapie im worteigenen Sinne denn nun ist, wie das aussehen soll, wenn der Therapeut den Klienten „berührt“?

Er kann die Patientin ja schlecht „in den Arm nehmen“, oder wie soll das aussehen?

Besteht da nicht die Gefahr, wenn es der Patientin „gefällt“ (weil sie wohl vielleicht da ein Defizit aus der Kindheit mitbringt), dass sich da ein Abhängigkeitsverhältnis entwickelt?

Holger

Er kann die Patientin ja schlecht „in den Arm nehmen“, oder
wie soll das aussehen?

Doch, das kann in gewissen Fällen richtig sein. Er kann den Kopf der Patientin/des Patienten halten oder seine/ihre Hand. Das muss der Körpertherapeut herausfühlen, wann es angebracht ist. Aber ich bin kein Körpertherapeut, ich kann nas nur ungefähr sagen.

Besteht da nicht die Gefahr, wenn es der Patientin „gefällt“
(weil sie wohl vielleicht da ein Defizit aus der Kindheit
mitbringt), dass sich da ein Abhängigkeitsverhältnis
entwickelt?

Ja, es könnte ihr „gefallen“ und sie hat da möglicherweise ein Defizit aus der Kindheit. Aber eine Abhängigkeit wird ja dann im Laufe der Behandlung bearbeitet und abgelöst.
Gruss, Branden

Holger