Hallo Ramona,
die Kettenregel lautet:
[f(g(x))]’ = f’(g(x)) g’(x)
Du darfst sie auch mit großem F schreiben…
[F(g(x))]’ = F’(g(x)) g’(x)
…was den Sinn gibt, daß wenn F nun „zufällig“ eine Stammfunktion der Funktion f ist, Du dann das F’ auf der rechten Seite durch f ersetzen kannst:
[F(g(x))]’ = f(g(x)) g’(x)
Diese Gleichung macht auf der ersten Blick eine Aussage über die erste Ableitung von F(g(x)) („die Ableitung von F(g(x)) ist gleich f(g(x)) g’(x)“: witzlos!), aber „andersrum gelesen“ auch eine Aussage über die Stammfunktion einer Funktion der Form f(g(x)) g’(x), nämlich diese:
Jede Funktion der Form f(g(x)) g’(x) hat als Stammfunktion F(g(x)).
Dies ist die von Dir angedeutete
Regel, wenn da irgendwie schon die innere Ableitung steht,
dann kann ich das vereinfachen…
die oft sehr nützlich ist und die Du Dir deshalb merken solltest.
Nun zu Deiner Aufgabe:
x sqrt(x^2 + 1)
hat zwar noch nicht ganz die Form „f(g(x)) g’(x)“, aber eine 2 vor das x hinzukriegen ist kein Problem:
1/2 * 2 x sqrt(x^2 + 1)
Siehst Du, daß „2 x sqrt(x^2 + 1)“ die Form „f(g(x)) g’(x)“ hat, weil 2 x ja die Ableitung von x^2 + 1 ist? Das g(x) ist also gleich x^2 + 1 und das f ist gleich der Wurzelfunktion, also f(x) = sqrt(x).
f(x) = sqrt(x) hat als Stammfunktion 2/3 x^(3/2) und damit bist Du auch schon fertig:
1/2 * 2/3 (x^2 + 1)^(3/2)
oder nach Wegkürzen der 2 vorne:
1/3 (x^2 + 1)^(3/2) ist eine Stammfunkton von x sqrt(x^2 + 1).
Gruß
Martin