Integrierte Gesamtschulen?

hallo zusammen,

kann mir jemand das differenzerungsprinzip (also das kurssystem)einer integrierten gesamtschule erklären?
außerdem würde mich eure meinung dazu interessieren, denn ich finde die idee alle schüler zusammen zu unterrichten und sie dann je nach leistung in unterschiedliche kurse einzuteilen (soweit ich das richtig verstanden hab), eigentrlich gut!?

vielen dank…

HAllo AKS,

kann mir jemand das differenzerungsprinzip (also das
kurssystem)einer integrierten gesamtschule erklären?

Ganz verstehe ich nicht, was du meinst.
Im Prinzip läuft es so, dass es in den HAUPTFÄCHERN
A, B und C-Kurse gibt. A hat das höchste Niveau,
C das niedrigste. Bei Nebenfächern gilt der Klassen-
verband (soweit es sich nicht um Wahlfächer handelt).

In Hessen ist es inzwischen so, dass nach der 8. Klasse,
die Klassen neu verteilt werden und abschlussbezogene
Klassenverbände gebildet werden (also H(auptschul-), R(eal-
schul) und G(ymnasiums)klassen. Was aber nicht heißt,
dass ein SChüler, der insgesamt in einer H-Klasse ist,
nicht in z.B. Deutsch den A-Kurs besuchen kann.

Wir sind extra in ein Bundesland gezogen, damit
unsere Söhne eine integrierte Gesamtschule besuchen
können, da sie bis vor 2 Jahren in englischsprachigen
Schulen waren. Sie konnten also in der IGS in Englisch
den A-Kurs belegen, in Deutsch den C-Kurs, und in
Mathematik den B-Kurs.

Ich halte sehr viel von dieser differenzierten Einstufungs-
möglichkeit und sehe sehr viele Vorteile darin, wenn
schlechtere Schüler von besseren lernen, umgekehrt
bessere Schüler ihr Wissen dadurch vertiefen können,
dass sie ihre Kenntnisse weitergeben können. Von
den sozialen Vorteilen möchte ich gar nicht anfangen
zu schreiben.

Gruß
Elke

Hallo AKS!

außerdem würde mich eure meinung dazu interessieren, denn ich
finde die idee alle schüler zusammen zu unterrichten und sie
dann je nach leistung in unterschiedliche kurse einzuteilen
(soweit ich das richtig verstanden hab), eigentrlich gut!?

vielen dank…

Die Idee find ich im Prinzip klasse. Aber bei den Beispielen, die ich kenne, funktioniert es nicht so schön.
Ich will eigentlich nur sagen, dass die Gesamtschulen, die ich kenne, zu den „Problem-Schulen“ gehören.
Also jemanden mit Gym-Qualifikation würde ich nie im Leben auf ne Gesamtschule schicken - und ich bin auch froh, dass meine Eltern damals genauso dachten…

xxx
Nic

Hallo,

Die Idee find ich im Prinzip klasse. Aber bei den Beispielen,
die ich kenne, funktioniert es nicht so schön.
Ich will eigentlich nur sagen, dass die Gesamtschulen, die ich
kenne, zu den „Problem-Schulen“ gehören.
Also jemanden mit Gym-Qualifikation würde ich nie im Leben auf
ne Gesamtschule schicken - und ich bin auch froh, dass meine
Eltern damals genauso dachten…

Gerade deshalb funzen die Gesamtschulen auch nicht
so gut – weil da eben meist nur die hingehen, die
sonst in eine Hauptschule oder gerade noch eine
Realschule gingen.
Integrierte Gesamtschulen funktionieren nur wirklich,
wenn es die einzigen Schulformen sind.
Wie in anderen Ländern.

Gruß
Elke

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… das ist auch das einzige problem was ich sehe. ich bin auch auf ein gymnasium in nrw gegangen und wenn jemand in der gesamtschule sein abi gemacht hat, haben wir immer gesagt, dass es nicht so schwer war, wie bei uns. wobei das natürlich schwachsinn ist.
das problem liegt wahrscheinlich darin, dass eltern die ihr kind abitur-fähig halten größtenteils eher aufs gymnasium schicken. aber eigentlich seltsam, wo in der gesamtschule doch die individualität viel mehr gefördert wird.

…noch mal ne frage. und wenn es dann diese a, b und c kurse gibt, wie wird denn am ende entschieden, was fürn schulabschluss dabei raus kommt? gibt es da ein punktesystem?

H wie Hola.

Das Grundprinzip geht in Richtung Einheitsschule und ist damit ein Fortschritt. Großes Problem ist aber eben gerade die Binnendifferenzierung durch Kurse. Das ist wieder der falsche Weg, siehe Kurssystem der Oberstufe.
Statt die Schüler in Leistungsstufen zu selektieren, müßte das vom Lehrer geleistet werden, dessen Position es jedoch dafür zu stärken gälte.

Sofern man die Klassengröße auf unter 25 beschränkte, hätte ein ordentlicher Lehrer das Leistungsgefälle auch in einem solchen pädagogisch weichen Umfeld von heute absolut im Griff.
Ein bißchen Einfallsreichtum ist natürlich dann auch nötig, die besseren Schüler konstruktiv zu beschäftigen, um Zeit und Aufmerksamkeit für die anderen zu finden.

Letzendlich bringt den besseren Schülern ein Kurs auf leicht höherem Niveau weniger, als wenn sie von Anfang an lernen, sich auch eigenverantwortlich mit schwierigerem Stoff auseinanderzusetzen. Gerade in der Grundschule lassen sich enorm viele Beispiele finden, wo ein findiger Lehrer mit geschickter Art auch ein großes Leistungsgefälle in den Griff bekommt. Das muß nicht einmal immer bedeuten, daß die Guten ruhiggestellt werden, sondern kann auch umgekehrt erfolgen. Während die anderen noch arbeiten, kann man schnelle Schüler mit weiterführenden Gedanken zum Thema vertraut machen.

Daß dies angeblich generell nicht funktionieren würde, ist einfach nur Gerede, weil sich einfach dieses Brett vorm Kopf etabliert hat.

Man kann also auch die „integrierte Gesamtschule“ noch deutlich weiterentwickeln.

MfG

Hallo!

Gerade in der Grundschule lassen sich
enorm viele Beispiele finden, wo ein findiger Lehrer mit
geschickter Art auch ein großes Leistungsgefälle in den Griff
bekommt. Das muß nicht einmal immer bedeuten, daß die Guten
ruhiggestellt werden, sondern kann auch umgekehrt erfolgen.
Während die anderen noch arbeiten, kann man schnelle Schüler
mit weiterführenden Gedanken zum Thema vertraut machen.

Ich halte das für absolute Utopie. Ich selbst war an einer 6-jährigen Grundschule, würde meine damaligen Lehrer durchaus als gut und fähig bezeichnen und habe mich dennoch nur noch gelangweilt. Ich wäre nie und nimmer freiwillig auf die Gesamtschule gegangen und war sehr froh, als ich endlich ans Gymnasium „durfte“ und nicht mehr mit völlig demotivierten Mitschülern, die bei vorher angekündigten Diktaten mit bekannten Textvorlagen Sechsen schrieben, zusammen lernen musste. Ich habe auch so richtig gemerkt, dass ich, seit ich an die deutsche Grundschule gewechselt bin (2. Halbjahr 4. Klasse, davor besuchte ich eine Schule im Ausland), völlig das Lernen verlernt hatte. Ich musste ja kaum etwas vorbereiten, die Hausaufgaben waren ruck-zuck erledigt (meist schon im Unterricht oder in der Pause), die Arbeiten waren simpel.

Der Wechsel ans (spezialisierte) Gymnasium war dann ein großer Schnitt. Plötzlich waren lauter Kinder um mich herum, viele von denen bessere Noten bekamen als ich (das war ein völlig unbekanntes Erlebnis!), ich musste hart arbeiten und lernen (ein Kraftakt an Umgewöhnung!) und konnte dennoch meine Grundschulnoten nicht halten.

Na ja, und der Wechsel vom Gymnasium ins Studium war dann noch so ein extremer Schnitt, was das Lernvolumen und auch die Lernmethoden angeht.

Insofern: ICH würde meine Kinder nicht an eine Gesamtschule schicken, wenn sie eine Gymnasialempfehlung bekommen würden. Sollte es in Zukunft nur noch Gesamtschulen geben, würde ich eben versuchen, auf Privatschulen auszuweichen. Das mag arrogant klingen, aber jede Mutter wünscht sich für ihre Kinder nur das Beste und das leite ich aus meinen persönlichen Erfahrungen ab.

Daß dies angeblich generell nicht funktionieren würde, ist
einfach nur Gerede, weil sich einfach dieses Brett vorm Kopf
etabliert hat.

Evtl. würde es funktionieren, wenn in die Bildung eines jeden Kindes die gleichen finanziellen Mittel investiert werden würden wie in Finnland. Da dies aber für Deutschland utopisch ist, muss man sich klarmachen, dass einerseits Deutschland dringend gut ausgebildete Akademiker benötigt (deren Motivation durch demotivierte Mitschüler und deren Wissensdurst nicht durch an schwächere Schüler angepasste Lehrpläne gebremst werden sollten) und andererseits dieses Ziel bei realistischen finanziellen Zuwendungen nicht durch Gesamtschulen zu bewerkstelligen ist.

Das dreigliedrige System hat im Übrigen durchaus auch seine Vorteile gegenüber dem skandinavischen Gesamtschulsystem, nur gilt es, sich wieder auf diese Vorteile zu besinnen, die Grenzen zwischen den Schularten wieder schärfer zu ziehen (im Gegenzug aber bei entsprechender Leistungsindikation den Übertritt von einer in die andere Schulart zu erleichtern) und die Kernkompetenzen der einzelnen Schularten in Bezug auf Schüler mit unterschiedlichen Begabungen wieder stärker herauszubilden.

Grüße,
Anja

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Hi,

der Gesamtschulabschluss hängt natürlich auch
von den Nebenfächern ab. Und da gibt es ein etwas
unübersichtliches, aber im Prinzip durchaus verständliches
System bei welchen Kursen (und welchen Noten) welcher
Schulabschluss rauskommt. Das gilt aber nur für die Einteilung
in die abschlussbezogenen Kurse nach Klasse 8.
Am Ende der Klasse 9 bzw. 10 bzw 12 oder 13 werden
ja Abschlussprüfungen geschrieben, die dann einem
SChulabschluss entsprechen.

Gruß
Elke

H wie Hola.

Daß Du weiterhin an das gescheiterte System der Frühselektion glaubst,
wissen wir ja schon seit der letzten intensiven Diskussion darüber.

Ich war an keiner Gesamtschule und habe auch schon immer gesagt, daß mir eine straffe Einheitsschule viel lieber wäre. Dennoch muß irgendwo Evolution beginnen, wenn keiner im politischen System in der Lage ist, einen durchdachten,harten Schnitt durchzuziehen.

Gerade in der Grundschule lassen sich
enorm viele Beispiele finden, wo ein findiger Lehrer mit
geschickter Art auch ein großes Leistungsgefälle in den Griff
bekommt. Das muß nicht einmal immer bedeuten, daß die Guten
ruhiggestellt werden, sondern kann auch umgekehrt erfolgen.
Während die anderen noch arbeiten, kann man schnelle Schüler
mit weiterführenden Gedanken zum Thema vertraut machen.

Ich halte das für absolute Utopie.

Ich nicht, denn bei mir früher war es genauso so.

Ich selbst war an einer 6-jährigen Grundschule, würde meine damaligen
Lehrer durchaus als gut und fähig bezeichnen und habe mich dennoch
nur noch gelangweilt.

Und wieder stolperst Du - wie jedes Mal - über den Blickwinkel.
Ich habe extra gesagt, daß es unter den *aktuellen* Voraussetzungen, wie Lehrer ihren Unterricht führen und verstehen, sicherlich nicht richtig funktionieren würde. In dem Punkt kann ich die Lehrer - sprich bspw. mit Ole - verstehen und nehme sie sofort in Schutz.
Unter solchen Bedingungen wie heute, würde ich als Vollzeitlehrer auch nur meinen Stiefel durchziehen und dann nach mir die Sintflut…

Deine weiteren Ausführungen schlagen dann weiter in eine andere Kerbe, die im Endeffekt wieder nicht gegen meine Analyse sprechen:
Wenn die Eltern nicht in der Lage sind, ihren Kindern Benehmen, Disziplin, Fleiß und Allgemeinbildung einzutrichtern, kann das Schulsystem nichts für die - provokant formuliert - wachsende Verdummung der Jugend.

Ich wäre nie und nimmer freiwillig auf die
Gesamtschule gegangen und war sehr froh, als ich endlich ans
Gymnasium „durfte“ und nicht mehr mit völlig demotivierten
Mitschülern, die bei vorher angekündigten Diktaten mit
bekannten Textvorlagen Sechsen schrieben, zusammen lernen
musste. Ich habe auch so richtig gemerkt, dass ich, seit ich
an die deutsche Grundschule gewechselt bin (2. Halbjahr 4.
Klasse, davor besuchte ich eine Schule im Ausland), völlig das
Lernen verlernt hatte. Ich musste ja kaum etwas vorbereiten,
die Hausaufgaben waren ruck-zuck erledigt (meist schon im
Unterricht oder in der Pause), die Arbeiten waren simpel.

Wir hatten schonmal festgestellt, daß Gesamtschule und Gesamtschule nicht das gleiche sein müssen. Es gibt Gesamtschule als „integrierte Gesamtschule“ und als bloße Organisationsstruktur, sprich, daß mehrere Schulformen nur blank unter einem Dach zusammengefaßt und vereinzelt auch zusammengewürfelt werden.

In der von Dir genannten Zeitspanne war es mit Sicherheit keine dieser recht neuen „integrierten Gesamtschulen“.
Dieses Modell (in Praxis) ist recht neu.

Der Wechsel ans (spezialisierte) Gymnasium war dann ein großer
Schnitt. Plötzlich waren lauter Kinder um mich herum, viele
von denen bessere Noten bekamen als ich (das war ein völlig
unbekanntes Erlebnis!), ich musste hart arbeiten und lernen
(ein Kraftakt an Umgewöhnung!) und konnte dennoch meine
Grundschulnoten nicht halten.

Dann warst Du wohl doch nicht so gut, wie geglaubt. :stuck_out_tongue:

Insofern: ICH würde meine Kinder nicht an eine Gesamtschule
schicken, wenn sie eine Gymnasialempfehlung bekommen würden.

Ich auch nicht, denn ich würde mein Kind dort hinschicken, wo es selbst gerne hinmöchte. Im Zweifelsfall Realschule, weil Frühselektion einfach mehr als obsolet ist.

Optionen offen halten, nicht Bildungsweg aus elterlichem Ehrgeiz vorherbestimmen.

Sollte es in Zukunft nur noch Gesamtschulen geben, würde ich
eben versuchen, auf Privatschulen auszuweichen. Das mag
arrogant klingen, aber jede Mutter wünscht sich für ihre
Kinder nur das Beste und das leite ich aus meinen persönlichen
Erfahrungen ab.

Genau das ist auch das Problem der heutigen Zeit. Die Eltern, speziell die Mütter, benehmen sich nur noch emotional, anstatt ein einziges Mal den Kopf einzuschalten, eine Distanz zu den Dingen aufzubauen, nüchtern die Fakten gegeneinander aufzuwiegen.
Erfahrungen sind bei solchen Dingen ***keine*** Entscheidungsgrundlage, sondern höchstens Orientierung, zusätzlicher Parameter, Hilfsgröße. Kinder sind nicht ihre Eltern - Binsenweisheit, die aber viele Mütter inzwischen vergessen haben.

Der Rest ist bekannt und wie damals schon, bleibt es dabei, daß Du nur einen Tunnelblick auf Deine Erfahrungen pflegst. Ich wünsche Dir nichts Böses, aber vielleicht lernst Du Deine Lektion eines Tages, wenn Du ein Kind hast, was keine gymnasiale Empfehlung bekommt.
Die charakterliche Entwicklung eines Kindes in der Schule ignorierst Du weiterhin. Charakterlich-geistige Reife und Intelligenz entfalten sich getrennt voneinander. Auch hier wünsche ich Dir nichs Böses, doch vielleicht lernst Du Deine Lektion dann, wenn Dein Kind plötzlich in der 7. oder 8. Klasse so richtig schön bockig wird, die Noten in ein tiefes Loch fallen, die Motivation weg ist, Du Dich auf den Kopf stellen kannst und nichts bewegst…
Vielleicht siehst Du dann ein, daß Du diese Bildungsgeschichte hier immer viel zu sehr auf bloße Erfahrungswerte Deinerseits beschränkst und nicht einer gewissen Distanz und Logik den Vorzug gibst.

Das dreigliedrige System hat im Übrigen durchaus auch seine
Vorteile gegenüber dem skandinavischen Gesamtschulsystem, nur
gilt es, sich wieder auf diese Vorteile zu besinnen, die
Grenzen zwischen den Schularten wieder schärfer zu ziehen.

Damit ignorierst Du alle Erkenntnisse in Sachen Bildungsstruktur der ehemaligen Ostblockländer, von denen sich die Skandinavier zu großen Teilen ihre Ideen entliehen haben.

Wer liegt noch bei PISA & Co. immer vorne?

Wenn etwas endlich radikal ausgemerzt werden muß, dann die systematische Frühselektion. Niemand spricht davon, bspw. ab Klasse 9 oder dergleichen den Übergang auf eine Oberschule nicht zu ermöglichen.

MfG

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Hi!

Dennoch muß irgendwo Evolution beginnen, wenn keiner im
politischen System in der Lage ist, einen durchdachten,harten
Schnitt durchzuziehen.

Imho ist es sinnlos, auf andere mit dem Finger zu zeigen und zu behaupten, weil es bei ihnen besser sei, müssten wir unser ganzes System umschmeißen. Dass das skandinavische System funktioniert, bedeutet nicht, dass das deutsche nicht funktionieren KANN. So oder so sind Investitionen und Reformen notwendig, aber anstatt populistisch alles umzuschmeißen und anderen Modellen blind nachzurennen (die ja auch an die jeweiligen regionalen Gegebenheiten angepasst sind, man kann das System nicht von einem Land auf ein anderes 1:1 übertragen), sollte man sich imho überlegen, wie man das bestehende System weiterentwickeln und verbessern könnte. Würde man in das hiesige System so viel Geld pro Schüler investieren wie die Skandinavier das tun, wären hierzulande die Leistungen auch nicht schlechter, wenn nicht sogar besser. Hingegen bedeutet der Übergang zu einer Gesamtschule bei weitem nicht zwangsläufig eine Verbesserung der Bildungssituation.

Wenn die Eltern nicht in der Lage sind, ihren Kindern
Benehmen, Disziplin, Fleiß und Allgemeinbildung
einzutrichtern, kann das Schulsystem nichts für die -
provokant formuliert - wachsende Verdummung der Jugend.

Das Schulsystem muss sich doch aber an der Gesellschaft orientieren und die Kinder dort abholen, wo sie stehen! Du wirst die Eltern nicht ändern können. Auch wenn ich mit dir darin übereinstimme, dass die Eltern dafür verantwortlich sind, ihren Kindern bestimmte Grundhaltungen anzuerziehen, so darf man bei der Konzeption eines Schulsystems nicht vom Idealzustand ausgehen, sondern sollte schon die realen Gegebenheiten berücksichtigen und daraus das Beste machen.

Wir hatten schonmal festgestellt, daß Gesamtschule und
Gesamtschule nicht das gleiche sein müssen. Es gibt
Gesamtschule als „integrierte Gesamtschule“ und als bloße
Organisationsstruktur, sprich, daß mehrere Schulformen nur
blank unter einem Dach zusammengefaßt und vereinzelt auch
zusammengewürfelt werden.

In der von Dir genannten Zeitspanne war es mit Sicherheit
keine dieser recht neuen „integrierten Gesamtschulen“.
Dieses Modell (in Praxis) ist recht neu.

Würde das irgendetwas an den enormen (und mit der Zeit wachsenden) Wissens- und Leistungsunterschieden ändern? Würde das etwas daran ändern, dass ursprünglich hochmotivierte Kindern neben Kindern sitzen, die nicht bereit sind, auch nur fünf Minuten ihrer Freizeit in die Unterrichtsvorbereitung zu investieren?

Der Wechsel ans (spezialisierte) Gymnasium war dann ein großer
Schnitt. Plötzlich waren lauter Kinder um mich herum, viele
von denen bessere Noten bekamen als ich (das war ein völlig
unbekanntes Erlebnis!), ich musste hart arbeiten und lernen
(ein Kraftakt an Umgewöhnung!) und konnte dennoch meine
Grundschulnoten nicht halten.

Dann warst Du wohl doch nicht so gut, wie geglaubt. :stuck_out_tongue:

Richtig. Und ich hätte es besser gefunden, man hätte es mir schon früher gezeigt und ich hätte schon früher Mitschüler, zu deren Leistungsniveau ich hätte „aufstreben“ können.

Insofern: ICH würde meine Kinder nicht an eine Gesamtschule
schicken, wenn sie eine Gymnasialempfehlung bekommen würden.

Ich auch nicht, denn ich würde mein Kind dort hinschicken, wo
es selbst gerne hinmöchte. Im Zweifelsfall Realschule, weil
Frühselektion einfach mehr als obsolet ist.

Optionen offen halten, nicht Bildungsweg aus elterlichem
Ehrgeiz vorherbestimmen.

Mit dem Gymnasium stehen dem Kind alle Möglichkeiten zur Verfügung. Jedenfalls bereitet das Gymnasium die Kinder viel besser auf die gymnasiale Oberstufe vor als die Realschule, während der handwerkliche Teil, den du als Vorteil der Realschule angeführt hattest, heute nur in wenigen Ausbildungsberufen von Bedeutung ist. Im Zweifelsfall lernen es die Auszubildenden dort sowieso noch einmal von vorne.

Sollte es in Zukunft nur noch Gesamtschulen geben, würde ich
eben versuchen, auf Privatschulen auszuweichen. Das mag
arrogant klingen, aber jede Mutter wünscht sich für ihre
Kinder nur das Beste und das leite ich aus meinen persönlichen
Erfahrungen ab.

Genau das ist auch das Problem der heutigen Zeit. Die Eltern,
speziell die Mütter, benehmen sich nur noch emotional, anstatt
ein einziges Mal den Kopf einzuschalten, eine Distanz zu den
Dingen aufzubauen, nüchtern die Fakten gegeneinander
aufzuwiegen.

Genau das tue ich. Ich sehe ganz klar, dass Abiturienten auch in Ausbildungsberufen willkommener sind, ganz abgesehen davon, dass ihnen die Studiumchancen offen stehen. Ich sehe ganz klar, dass es kein Problem darstellt, vom Gymnasium zur Realschule zu wechseln, der umgekehrte Weg jedoch aufgrund der Leistungsdifferenzen viel schwieriger ist. Und ich weiß, dass sich die Persönlichkeitsentwicklung nicht nur in der Schule vollzieht und auch dort im Wesentlichen von den Menschen, die das Kind umgeben (Mitschüler, Lehrer) als von dem Lehrstoff abhängt. Handwerklich, sportlich etc. kann (und sollte man je nach Interessenlage des Kindes) sein Kind auch außerhalb der Schule zusätzlich fördern. Und aus eben jenen Interessen entsteht im Idealfall später der Berufswunsch.

Erfahrungen sind bei solchen Dingen ***keine***
Entscheidungsgrundlage, sondern höchstens Orientierung,
zusätzlicher Parameter, Hilfsgröße.

Erfahrungen haben den Vorteil, dass man damit seinem Kind den Fehler ersparen kann, der einem selbst unterlaufen ist. Das bedeutet nicht, dass das Kind genau dem Weg der Eltern folgen muss. Wenn das Kind nun mal nicht für das Gymnasium geeignet ist, dann bringt es doch auch nichts, es dort „hineinzuzwängen“. Aber wenn die Eltern den Eindruck haben, das Kind würde den Anforderungen am Gymnasium gerecht werden, würde ich dem Kind diese Chance nicht verbauen.

Der Rest ist bekannt und wie damals schon, bleibt es dabei,
daß Du nur einen Tunnelblick auf Deine Erfahrungen pflegst.
Ich wünsche Dir nichts Böses, aber vielleicht lernst Du Deine
Lektion eines Tages, wenn Du ein Kind hast, was keine
gymnasiale Empfehlung bekommt.

siehe oben

Die charakterliche Entwicklung eines Kindes in der Schule
ignorierst Du weiterhin.

Charakterlich entwickelt sich das Kind nicht dank eines Lehrplanes, sondern dank seiner gesamten Umgebung (Freundeskreis) und der Unterstützung/Förderung seiner Interessen seitens der Eltern. Ob Technik oder Mathe auf dem Stundenplan stehen, ist für die charakterliche Entwicklung nun wirklich nicht entscheidend.

Das dreigliedrige System hat im Übrigen durchaus auch seine
Vorteile gegenüber dem skandinavischen Gesamtschulsystem, nur
gilt es, sich wieder auf diese Vorteile zu besinnen, die
Grenzen zwischen den Schularten wieder schärfer zu ziehen.

Damit ignorierst Du alle Erkenntnisse in Sachen
Bildungsstruktur der ehemaligen Ostblockländer, von denen sich
die Skandinavier zu großen Teilen ihre Ideen entliehen haben.

Da ich den direkten Vergleich zu dem Schulsystem der ehemaligen Ostblockländer habe, muss ich sagen, dass die Randbedingungen hier und dort nicht vergleichbar sind. Dazu gehört z.B. die Mentalität, der finanzielle Rahmen, die gesellschaftlichen Gegebenheiten etc. Ich hab’s ja gesagt, ich selbst bin aus einer russischen Grundschule in eine deutsche gewechselt und hatte hier das Gefühl, mind. ein Jahr nach hinten versetzt worden zu sein. Aber dort war es auch so, dass die Eltern und Lehrer eben nicht in Sentimentalitäten à la „charakterliche Entwicklung“ aufgingen, sondern pure Leistung einforderten. Das fand ich persönlich übrigens gut, nur ist das hier in Deutschland nicht durchsetzbar. Und ohne diesen Leistungsdruck hat das System Gesamtschule hier keine Chance, auch eine Bildungselite hervorzubringen.

Wer liegt noch bei PISA & Co. immer vorne?

Wie gesagt, ein System ist nicht 1:1 von einem Land auf ein anderes übertragbar. Es wäre besser, man würde sich in Deutschland auf die eigenen Randbedingungen besinnen und das eigene System sinnvol verbessern.

Wenn etwas endlich radikal ausgemerzt werden muß, dann die
systematische Frühselektion. Niemand spricht davon, bspw. ab
Klasse 9 oder dergleichen den Übergang auf eine Oberschule
nicht zu ermöglichen.

Wenn ein Kind bis Klasse 9 nicht gelernt hat, warum es sich anstrengen und ehrgeizig sein muss, wenn es nicht gelernt hat, wie man überhaupt lernt, dann ist es da schon viel zu spät.

Gruß,
Anja

Anmerkungen
H wie Hola.

Dennoch muß irgendwo Evolution beginnen, wenn keiner im
politischen System in der Lage ist, einen durchdachten,harten
Schnitt durchzuziehen.

Imho ist es sinnlos, auf andere mit dem Finger zu zeigen und
zu behaupten, weil es bei ihnen besser sei, müssten wir unser
ganzes System umschmeißen. Dass das skandinavische System
funktioniert, bedeutet nicht, dass das deutsche nicht
funktionieren KANN.

Inspiration und Quelle eines der skandinavischen Systeme war einst ein deutsches System.

Natürlich kann man das aktuelle System weiterentwickeln, indem man eklatante Mängel rigoros abschafft und neue Strukturen etabliert. So wie sich das System gegenwärtig präsentiert, dauert es viel zulange, es in kleinen Schritten weiterzuentwickeln. Maßnahmen wären bspw.

* Abschaffung der Frühselektion

* weitestgehende Abschaffung das Kurssystems während des Abiturs

* deutliche Stärkung der Position des Lehrers

* jährliche Prüfungszeit

* Zwang zu kontinuierlichem Lern- bzw. Arbeitsrhythmus des Schülers

* Verschiebung der Mehrgliedrigkeit in höhere Klassenstufen

* starke Zulassungsbeschränkungen zum Gymnasium
(ausführliche Empfehlung des Lehrers, Mindestnotenschnitt, Aufnahmeprüfung)

* massive Verbesserung der nachmittäglichen Betreuungsangebote mit Erziehungsfunktion (Hort, kontrollierte Hausaufgabenerledigung)

* Bildung und Erziehung bereits im Kleinkindes- und Kindesalter
(Kindergarten)

et cetera et cetera et cetera

So oder so sind Investitionen und Reformen
notwendig, aber anstatt populistisch alles umzuschmeißen und
anderen Modellen blind nachzurennen…

Erstens renne ich keinen Systemen hinterher, sondern nur einzelnen Strukturen. Es ist eine Binsenweisheit, daß man das System eines Landes nicht eins zu eins auf ein anderes übertragen kann. Finnland hat das DDR-System auch nicht „einfach so“ übernommen, sondern ihren kulturellen, weltanschaulichen und vor allem geographischen Gegebenheiten angepaßt.

Es ist eben gerade diese irrige Methode, immer den „deutschen Weg“ zu gehen und dabei schlicht Unmengen Geld und Zeit in fragwürdige Versuche zu pulvern. Kleine Schritte werden das Ruder nicht herumreißen, denn Allgemeinbildung und Qualität der Ausbildung befinden sich gegenwärtig auf einem ziemlich stark absteigenden Ast in diesem Land.
Man müßte nur ein einziges Mal über den Tellerand Deutschlands hinausblicken und sich die guten Ideen der anderen klauen und in einen modernen Rahmen durchdacht einbauen.

Gerade der Fingerzeig auf andere Länder tut Deutschland gut, weil es komischerweise bei vielen Nachbarn und befreundeten Nationen klappt - Stuerpolitik, Wirtschaftspolitik, Gesundheitspolitik, Arbeitslosenpolitik - nur angeblich bei uns geht das nicht.

Vielleicht doch einmal darüber nachdenken, daß Evolution eines Systems nur etwas bringt, wenn das System an sich schon Potential besitzt. Unser Bildugnssystem in der jetzigen Form besitzt aber das notwendige Potential nicht mehr, sondern es muß grundlegend reformiert werden.
Langsam sollte man begriffen haben, daß die „ruhige Hand“ oder die „kleinen Schritte“ nichts bringen, während andere Länder mit radikalen Schritten Erfolge erzielen.

Hingegen bedeutet der Übergang zu einer Gesamtschule bei
weitem nicht zwangsläufig eine Verbesserung der
Bildungssituation.

Niemand hat behauptet, die Gesamtschule wäre der Wahrheit letzter Schluß, ganz im Gegenteil.

Das Schulsystem muss sich doch aber an der Gesellschaft
orientieren und die Kinder dort abholen, wo sie stehen!

Eine der dümmsten Phrasen der Bildungspolitik der letzten Jahre.

Wenn nichts vorwärts geht, muß von irgendeiner Seite her Druck und Zwang aufgebaut werden, damit wenigstens eine Entwicklung in Gang kommt. Weder Elternschaft noch Wirtschaft zeigen entsprechende Anstrengungen, endlich von Grund auf etwas im Breitenbildungssektor zu ändern. Also kann nur der Staat mit Systemumbau und Reform eine Initialzündung geben. Und wenn anfangs diese Maßnahmen und Ideen gegen die Eltern laufen, dann ist es eben so.

Wohin diese Mentalität des ewigen Redens führt, sieht man an der BRD seit 40 Jahren sehr gut und hat man besonders die letzten 10 Jahre mitbekommen.

„Am Anfang war die Tat!“
(FAUST erster Teil, J.W.v. Goethe)

„Es gibt Augenblicke, in denen es nicht auf die Worte ankommt,
sondern darauf, daß man einfach hingeht und etwas tut.“
(Juri Tritenow)

so darf man bei der Konzeption eines Schulsystems nicht vom
Idealzustand ausgehen…

Eben das ist ein Fehler von Realpolitik. Um wirklich etwas zu ändern, braucht man immer idealistische Konzepte in der Hand, die man anstreben kann.

Die Triebfeder menschlicher Fortentwicklung ist zu keiner Zeit die Realität gewesen, sondern immer Idealismus.

sondern sollte schon die realen
Gegebenheiten berücksichtigen und daraus das Beste machen.

Rekordverdächtig: pessimistisch, resignativ und zynisch zugleich.

Würde das irgendetwas an den enormen (und mit der Zeit
wachsenden) Wissens- und Leistungsunterschieden ändern? Würde
das etwas daran ändern, dass ursprünglich hochmotivierte
Kindern neben Kindern sitzen, die nicht bereit sind, auch nur
fünf Minuten ihrer Freizeit in die Unterrichtsvorbereitung zu
investieren?

Du malst Dir wohl auch immer ein hübsches Bild vom Gymnasium aus, oder wie? Als ob es diese Konstellation „Wißbegieriger neben faulem Hund“ nicht am Gymnasium auch gäbe…

Und „enorm“ schlägt schon wieder in diese Vorurteilskerbe. Wir sprechen hier von der Mittelstufe - also Klasse 5 bis 10. Dort gibt es zwischen einem normalen Gymnasium und einer ordentlich aufgestellten Realschule nicht „enorme“ Wissens- und Leistungsunterschiede. Wenn das so ist, stimmt etwas beim System und/oder den konkreten Schulen nicht.

Mit dem Gymnasium stehen dem Kind alle Möglichkeiten zur
Verfügung. Jedenfalls bereitet das Gymnasium die Kinder viel
besser auf die gymnasiale Oberstufe vor als die Realschule,
während der handwerkliche Teil, den du als Vorteil der
Realschule angeführt hattest, heute nur in wenigen
Ausbildungsberufen von Bedeutung ist.

Spätestens das ist absolut falsch.
Ich sprach erstens nie ausschließlich von „handwerklichen“ Fertigkeiten, sondern allgemeiner von „fachpraktischen“ Aspekten.

Zweitens sieht es vielmehr so aus: Es gibt ***jede Menge*** Studenten (vom Regelgymnasium kommend) bspw. in der Elektrotechnik, die noch nie einen Lötkolben in der Hand gehabt haben, die noch nie eine einzige technische Zeichung im Leben angefertigt haben, die von den Grundzügen der Betriebswirtschaftslehre keine Ahnung haben et cetera et cetera.

(die Tatsache, daß über viele Studiengänge an den Schulen falsch informiert wird, lassen wir an dieser Stelle 'mal außen vor)

Drittens ist es einmal mehr eine Binsenweisheit von Dir, daß eine gymnasiale Mittelstufe **in der jetzigen Konstellation** besser auf eine gymnasiale Oberstufe vorbereitet, als ein Standardrealschulabschluß dies tut.

Genau das tue ich. Ich sehe ganz klar, dass Abiturienten auch
in Ausbildungsberufen willkommener sind, ganz abgesehen davon,
dass ihnen die Studiumchancen offen stehen.

Und Du übersiehst, daß dies nur der Fall ist, weil die Bildungsqualität allgemein stark im Sinken begriffen ist.
Zu gut Deutsch: Eigentor.

Dem Realschüler stehen trotzdem mehr Optionen offen. Ihm wird ein viel breiteres Angebot an möglichen Lebenswegen aufgezeigt UND die Chance offengelassen, eine Allgemeine Hochschulreife zu erwerben.

Dem Gymnasiasten, vor allem wenn dieser bereits nach der vierten Klasse auf diesen Pfad geschickt wurde, ist der unmittelbare Lebensweg regelrecht beschränkt vorgegeben. Abitur - Punkt.

Erfahrungen haben den Vorteil, dass man damit seinem Kind den
Fehler ersparen kann, der einem selbst unterlaufen ist.

Und? Damit umgehst Du einfach nur meinen Einwand, daß das immer noch Deine Interpretation ist und ganz und gar nicht für das Kind zutreffen muß. Was Du Fehler nennst, kann für Dein Kind genau der richtige Weg sein, weil es einfach diese oder jene Interessen hat oder einfach nicht besser ist.

Wenn das Kind nun mal nicht für das Gymnasium geeignet
ist, dann bringt es doch auch nichts, es dort
„hineinzuzwängen“.

So desinformiert, mutmaßend und bisweilen abfällig wie Du über das Verhältnis Realschule-Gymnasium redest, ist diese Bemerkung nicht besonders glaubwürdig.

Aber wenn die Eltern den Eindruck haben,
das Kind würde den Anforderungen am Gymnasium gerecht werden,
würde ich dem Kind diese Chance nicht verbauen.

Wie man hier im Forum immer wieder sieht, ist dieser Gedankengang aber schlicht unvollständig.

Schon die Formulierung „Wenn die Eltern den Eindruck haben…“ - verzeih die Ironie aber - heutzutage haben dreiviertel der Eltern den Eindruck, daß ihr Kind für das Gymnasium geeignet ist.

Dazu kommt wieder die Torschlußpanik und diese diffuse, eingeredete Angst, daß alles außer einem Besuch eines Gymnasiums den Weltuntergang bedeutete.
Wenn, dann wohl nur für den übersteigerten Ehrgeiz der Eltern.

Charakterlich entwickelt sich das Kind nicht dank eines
Lehrplanes…

Wortwörtlich behauptet das keiner.

sondern dank seiner gesamten Umgebung
(Freundeskreis) und der Unterstützung/Förderung seiner
Interessen seitens der Eltern.

Auch.

Was ich aber stets sage, verstehst Du von vorne bis hinten nicht.

Ob Technik oder Mathe auf dem
Stundenplan stehen, ist für die charakterliche Entwicklung nun
wirklich nicht entscheidend.

Nur zwei Worte: schlichtweg falsch.

Aber dort war es auch so, dass
die Eltern und Lehrer eben nicht in Sentimentalitäten à
la „charakterliche Entwicklung“ aufgingen, sondern pure
Leistung einforderten.

Spätestens hier zeigst Du erneut, daß Du gar nicht verstehst, was mit dem Problem der charakterlichen Entwicklung gemeint war. Brett vorm Kopf?

Das fand ich persönlich übrigens gut,
nur ist das hier in Deutschland nicht durchsetzbar.

Sagt wer?

Wie gesagt, ein System ist nicht 1:1 von einem Land auf ein
anderes übertragbar. Es wäre besser, man würde sich in
Deutschland auf die eigenen Randbedingungen besinnen und das
eigene System sinnvol verbessern.

Das Problem der falschen oder fehlenden Randbedingungen ist selbstverschuldet. Also kann man auch ruhig an dieser Schraube ordentlich drehen.

Wenn ein Kind bis Klasse 9 nicht gelernt hat, warum es sich
anstrengen und ehrgeizig sein muss, wenn es nicht gelernt hat,
wie man überhaupt lernt, dann ist es da schon viel zu spät.

Ist kein Gegenargument, sondern nur weiteres Wasser auf meine Mühle,
den Eltern endlich auch etwas abzufordern.

MfG