Intelligentes Stromnetz: Was brauche ich?

Moin,

ich lese gerade vom intelligenten Stromnetz(http://www.heise.de/newsticker/meldung/Intelligente-…).

Stromsparen klingt ja immer gut:
Abgesehen davon, dass natürlich die Stromanbieter so weit sein müssen, was brauche ich als Endkunde um davon wirklich zu profitieren?
Also erst mal einen „intelligenten Stromzähler“ und was sonst noch?
Der Artikel klingt etwas so, als ob jeder Haushalt in Zukunft einen Server mit Automatisierungssoftware im Keller haben muss?!

Die Umsetzung davon wäre doch viel zu teuer? Dann braucht man spezielle Geräte oder jeder Steckdose/Lichtschalter muss einen Spezial „Adapter“ haben.(Was auch wieder ein Problem ist, da nicht jede Steckdose einen Lananschluss hat. Oder gibts da vielleicht mittlerweile etwas per DLAN?)

Danke
Gruß

hallo.

Stromsparen klingt ja immer gut:
Abgesehen davon, dass natürlich die Stromanbieter so weit sein
müssen, was brauche ich als Endkunde um davon wirklich zu
profitieren?

als endkunde profitierst du damit nicht. du wirst nur noch mehr zum sklaven der großen konzerne (die ihre lösung des problems natürlich möglichst schmackhaft vermarkten müssen - und sparen will doch jeder). nichts anderes sagt der letzte satz aus:
„Eine zentrale Steuerungseinheit im Haus soll künftig etwa regeln, wann die Waschmaschine läuft oder welche Temperatur die Klimaanlage hat.“

im übrigen sind das blöde beispiele.
ich als kunde würde nicht sagen „Mein automatisches Energiemanagement-System reagiert auf die schwankenden Preise: Ich schränke meinen Verbrauch ein, wenn der Strom teuer ist, und weite ihn aus, wenn er billig ist.“

ich würde waschen wollen, wenn ich zeit habe, meine wäsche danach auch aufzuhängen (trockner hab ich nicht. das spart!)
und daß meine klimaanlage runterfährt, weil in hamburg grad keine sonne scheint, würde mir auch nicht einleuchten - wenn’s mir zu dem zeitpunkt überhaupt ein leuchten dürfte! :wink:

Die Umsetzung davon wäre doch viel zu teuer? Dann braucht man
spezielle Geräte oder jeder Steckdose/Lichtschalter muss einen
Spezial „Adapter“ haben.

vielleicht geht da was im zusammenhang mit „EIB“.
am beispiel der waschmaschine tut man sich damit allerdings schwer. da müßte eine spezielle her.
am ende bestimmt dann vielleicht die Eon, ob du mit vorwäsche waschen darfst und wann du nachts aufstehen mußt, um deine 60°C-wäsche reinzumachen…

gruß

michael

Hallo zusammen,
Michael, Zustimmung und * dafür.

Was noch dazu kommt:
Ich habe gerade den Stromanbieter gewechselt.
Die einzige Möglichkeit gegen überhöhte Preise was zu machen.
Der Preisvergleich ist/war ja ganz einfach.

Wenn es aber zu unterschiedlichen Tageszeiten unterschiedliche Preise gibt die möglicherweise von Anbieter zu Anbieter auch noch unterschiedlich eingeteilt sind, wird ein Preisvergleich unmöglich.

In meinen Augen liegt da auch der „Hund begraben“.

Gruß Holger

Hallo,
ich gehe davon aus, daß kein Anbieter gegen Angebot und Nachfrage ankommt (warum sollte er nicht versuchen eine möglichst hohe Spanne zu erwirtschaften? Und eine alte Kaufmannsregel sagt nunmal, daß der Gewinn im Einkauf liegt - wenn man es dann noch schafft auch noch günstige Durchleitungskosten zu Schwachlastzeiten auszuhandeln potenziert sich das).
Die Preise werden also bei allen mit der (Tages-)Zeit und im Jahresverlauf etwa gleich schwanken, aber natürlich wird die Schwankungsbreite unterschiedlich sein.

Cu Rene

Moin,

ich lese gerade vom intelligenten
Stromnetz(http://www.heise.de/newsticker/meldung/Intelligente-…).

Stromsparen klingt ja immer gut.

Stop - hier geht es nicht um Stromsparen, sondern um Geld sparen.

Abgesehen davon, dass natürlich die Stromanbieter so weit sein
müssen, was brauche ich als Endkunde um davon wirklich zu
profitieren?

Erstmal vergisst Du das Werbegeblubbere. „Smart grid“, „intelligentes Stromnetz“ - pah.

Was soll das Ganze?

Nun, der Stromverbrauch ist stark schwankend, dem muss sich die Erzeugung zu 100% genau anpassen. Leider sind viele Kraftwerke sehr träge regelbar, man schaltet ein Kernkraftwerk nicht mal eben für 2h an. Zudem ist die Erzeugung durch regenerative Energien auch stark schwankend und schlecht vorherzusagen.

Dadurch ergibt sich das Problem, dass der Strompreis für die Netzbetreiber auch stark schwankt.
Neben billigem Strom (z.B. aus Kernkraft und Wasserkraft), der die Grundlast 24h lang bringt, muss dann Strom aus schnell dazu geschalteten Gaskraftwerken bezogen werden oder aus dem Ausland eingekauft werden.
Der Endkunde zahlt aber bisher zu jeder Zeit den selben Preis.

Das soll sich ändern!

Du als Kunde sollst demnächst wissen:
Schalte ich JETZT die Waschmaschine an, dann zahle ich 22Cent, mache ich das um 3 Uhr nachts nur 7Cent.

Genau das soll Dir das Netz mitteilen.
Und dadurch sollen Lastspitzen geglättet werden, weil dann eben viele Leute versuchen, zu teuren Spitzenlastzeiten weniger Geräte dazu zu schalten. Und halt versuchen, mehr Strom zu Niedriglastzeiten zu verbrauchen.
Damit glättet sich die Kurve der Stromverbräuche, die Erzeugung wird preiswerter und auch der Kunde zahlt weniger.

Soweit zur Theorie.
In der Praxis gibt es im Haushalt aber nur wenige Geräte, die man so steuern kann.
Mir fallen da nur Waschmaschine, Trockner und Spülmaschine ein.
Du kannst ja schlecht nachts um drei eine Stunde lang die Kaffeemaschine anmachen oder das Badezimmerlicht leuchten lassen, nur weil es dann besonders billig ist.

Wer aber mal ein Elektrofahrzeug mit Akkus hat, der kann das tatsächlich nutzen! Und noch mehr:

Es ist angedacht, dass Millionen von Elektroautos ständig am Ladegerät hängen und gezielt billigen Strom laden (also auch den Überschuss), um zu Spitzenlastzeiten einen Teil ihrer Ladung wieder ans Netz abzugeben. Bei Einkaufspreisen an der Europäischen Energiebörse, die von 0 (ja, NULL!) Cent bis 6 Cent pro kWh schwanken, lohnt sich das auch trotz der Lade-Entladeverluste.
Nur fehlt dazu zur Zeit dem Endkunden einfach die Information.

Also erst mal einen „intelligenten Stromzähler“ und was sonst
noch?

Der bringt Dir erstmal nichts.
Das sind einfach nur Zähler, die Du online auslesen kannst.
Schön zu wissen, dass Du gestern um 22:21Uhr 124,8W verbraucht hast, oder?

Nee, mal im Ernst. Erstmal muss man sich überlegen, welche Verbraucher man überhaupt kostenabhägig ein-/auschalten kann und will.

Der Artikel klingt etwas so, als ob jeder Haushalt in Zukunft
einen Server mit Automatisierungssoftware im Keller haben
muss?!

Nein, so wild wird es nicht.
Denn die Anzahl der Geräte, die überhaupt betroffen sein könnten, ist doch überschaubar.
Und solche Geräte bräuchten dann halt schon eingebaute oder übergeordnete Intelligenz.

Seit einigen Jahren wird „Digitalstrom“ angekündigt, dieses Produkt könnte recht einfach solche Aufgaben erledigen, wenn es denn jemals marktreif wird. Ich glaub da schon nicht mehr dran.

http://www.digitalstrom.org

Die Umsetzung davon wäre doch viel zu teuer? Dann braucht man
spezielle Geräte oder jeder Steckdose/Lichtschalter muss einen
Spezial „Adapter“ haben.(

Nur, wenn dieses Gerät preisabhängig geschaltet werden soll.
Also ganz sicher nicht Licht, Fernseher, Toaster,… - eigentlich fast alles!

Seit einigen Jahren wird „Digitalstrom“ angekündigt, dieses
Produkt könnte recht einfach solche Aufgaben erledigen, wenn
es denn jemals marktreif wird. Ich glaub da schon nicht mehr
dran.

Du meinst nicht zufällig DLan oder? :stuck_out_tongue: Das macht das schon. Leider habe ich aber noch nie eine DLan fähige Waschmaschine gesehen.