Moin,
ich lese gerade vom intelligenten
Stromnetz(http://www.heise.de/newsticker/meldung/Intelligente-…).
Stromsparen klingt ja immer gut.
Stop - hier geht es nicht um Stromsparen, sondern um Geld sparen.
Abgesehen davon, dass natürlich die Stromanbieter so weit sein
müssen, was brauche ich als Endkunde um davon wirklich zu
profitieren?
Erstmal vergisst Du das Werbegeblubbere. „Smart grid“, „intelligentes Stromnetz“ - pah.
Was soll das Ganze?
Nun, der Stromverbrauch ist stark schwankend, dem muss sich die Erzeugung zu 100% genau anpassen. Leider sind viele Kraftwerke sehr träge regelbar, man schaltet ein Kernkraftwerk nicht mal eben für 2h an. Zudem ist die Erzeugung durch regenerative Energien auch stark schwankend und schlecht vorherzusagen.
Dadurch ergibt sich das Problem, dass der Strompreis für die Netzbetreiber auch stark schwankt.
Neben billigem Strom (z.B. aus Kernkraft und Wasserkraft), der die Grundlast 24h lang bringt, muss dann Strom aus schnell dazu geschalteten Gaskraftwerken bezogen werden oder aus dem Ausland eingekauft werden.
Der Endkunde zahlt aber bisher zu jeder Zeit den selben Preis.
Das soll sich ändern!
Du als Kunde sollst demnächst wissen:
Schalte ich JETZT die Waschmaschine an, dann zahle ich 22Cent, mache ich das um 3 Uhr nachts nur 7Cent.
Genau das soll Dir das Netz mitteilen.
Und dadurch sollen Lastspitzen geglättet werden, weil dann eben viele Leute versuchen, zu teuren Spitzenlastzeiten weniger Geräte dazu zu schalten. Und halt versuchen, mehr Strom zu Niedriglastzeiten zu verbrauchen.
Damit glättet sich die Kurve der Stromverbräuche, die Erzeugung wird preiswerter und auch der Kunde zahlt weniger.
Soweit zur Theorie.
In der Praxis gibt es im Haushalt aber nur wenige Geräte, die man so steuern kann.
Mir fallen da nur Waschmaschine, Trockner und Spülmaschine ein.
Du kannst ja schlecht nachts um drei eine Stunde lang die Kaffeemaschine anmachen oder das Badezimmerlicht leuchten lassen, nur weil es dann besonders billig ist.
Wer aber mal ein Elektrofahrzeug mit Akkus hat, der kann das tatsächlich nutzen! Und noch mehr:
Es ist angedacht, dass Millionen von Elektroautos ständig am Ladegerät hängen und gezielt billigen Strom laden (also auch den Überschuss), um zu Spitzenlastzeiten einen Teil ihrer Ladung wieder ans Netz abzugeben. Bei Einkaufspreisen an der Europäischen Energiebörse, die von 0 (ja, NULL!) Cent bis 6 Cent pro kWh schwanken, lohnt sich das auch trotz der Lade-Entladeverluste.
Nur fehlt dazu zur Zeit dem Endkunden einfach die Information.
Also erst mal einen „intelligenten Stromzähler“ und was sonst
noch?
Der bringt Dir erstmal nichts.
Das sind einfach nur Zähler, die Du online auslesen kannst.
Schön zu wissen, dass Du gestern um 22:21Uhr 124,8W verbraucht hast, oder?
Nee, mal im Ernst. Erstmal muss man sich überlegen, welche Verbraucher man überhaupt kostenabhägig ein-/auschalten kann und will.
Der Artikel klingt etwas so, als ob jeder Haushalt in Zukunft
einen Server mit Automatisierungssoftware im Keller haben
muss?!
Nein, so wild wird es nicht.
Denn die Anzahl der Geräte, die überhaupt betroffen sein könnten, ist doch überschaubar.
Und solche Geräte bräuchten dann halt schon eingebaute oder übergeordnete Intelligenz.
Seit einigen Jahren wird „Digitalstrom“ angekündigt, dieses Produkt könnte recht einfach solche Aufgaben erledigen, wenn es denn jemals marktreif wird. Ich glaub da schon nicht mehr dran.
http://www.digitalstrom.org
Die Umsetzung davon wäre doch viel zu teuer? Dann braucht man
spezielle Geräte oder jeder Steckdose/Lichtschalter muss einen
Spezial „Adapter“ haben.(
Nur, wenn dieses Gerät preisabhängig geschaltet werden soll.
Also ganz sicher nicht Licht, Fernseher, Toaster,… - eigentlich fast alles!