Intelligenz & Gefühlsleben

Hallo,

Intelligenz und Gefühlsleben sind ja beides Funktionen / Äußerungen von Gehirnaktivität, -plastizität usw., kurz gesagt Hirnfunktionen. Welche wissenschaftlichen Untersuchungen gibt es zum Zusammenhang zwischen Intelligenz und Gefühlen ?

Danke für Eure Antworten.

Hallo!

Intelligenz ist ein Bewertungssystem, dass von Menschen ausgedacht wurde. Es besteht wahrscheinlich ein Zusammenhang zwischen Hirnfunktion und Intelligenz. Die Unterschiedlichkeit der Test lässt erahnen, dass es keine eindeutige Definition der Intelligenz gibt. Wie gesagt, der Begriff Intelligenz ist ein Konstrukt.
Gefühle sind keine Hirnfunktionen. Auf der Suche nach der Seele haben sich schon viele Menschen den Kopf zerbochen.
Ich meine damit, Gefühle sind energetisch bedingt und daher schwer definierbar.
Gruß

Moin,
Was landläufig mit ‚Intelligenz‘ gemeint und auch getestet wird sind idR logische Denkfähigkeit, Kombinationsvermögen, Räumliches Vorstellungsvermögen und je schneller desto gut.

Salovey und Mayer haben 1990 den Begriff Emotionale Intelligenz eingeführt. Gardner hat eine Theorie der ‚multiplen Intelligenzen‘ (8-9) erstellt. Diese und andere ‚Mulitintelligenztheorien‘ sind allerdings höchst spekulativ und wenig bis nicht untersucht.
Rost, Psychologe und Professor für Pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie in Marburg leitet seit 1987 eine longitudinale Studie zum Thema Hochbegabung. Sein Buch
„Intelligenz: Fakten und Mythen“ ist zwar keine leichte Kost aber empfehlenswert. Er kann z.B. den Zusammenhang zwischen ‚Genie und Wahnsinn‘ nicht ziehen. Hochbegabte Kinder sind idR überdurchschnittlich beliebt, haben ein gutes Einfühlungsvermögen und eine hohe soziale Kompetenz.

Weiter weisen stets mehr Ergebnisse der Hirnforschung darauf hin, dass Gefühl besonders bei komplizierten Entscheidungen eine größere Rolle spielt als lange angenommen
http://www.br-online.de/br-alpha/geist-und-gehirn-ma…

Meiner Ansicht nach ist ‚Intelligenz‘ ohne ‚Gefühl‘ nicht möglich. Allerdings hängt das natürlich von meiner ‚Intelligenz-Definition‘ ab.
Gruß…lux

Moin Poolnudel,
du meinst

Gefühle sind keine Hirnfunktionen. Auf der Suche nach der
Seele haben sich schon viele Menschen den Kopf zerbochen.
Ich meine damit, Gefühle sind energetisch bedingt und daher
schwer definierbar.

kannst du das etwas näher beschreiben, was du damit meinst? ‚energetisch bedingt‘? und was ist deiner Auffassung nach ‚die Seele‘ und wo lokalisierst du sie?
Es grüßt ein neugieriger …lux

Hallo Poolnudel,

Gefühle sind keine Hirnfunktionen. Auf der Suche nach der
Seele haben sich schon viele Menschen den Kopf zerbochen.
Ich meine damit, Gefühle sind energetisch bedingt und daher
schwer definierbar.

wenn du Gefühle (zur Präzisierung: nicht Sinneswahrnehmungen, sondern eben Gefühle wie Trauer, Angst, Mitleid…) nicht im Gehirn verortest, wie kommt es deiner Meinung dann dazu, dass die Zerstörung bestimmter Gehirnareale (durch Tumore, Verletzungen o.ä.) dazu führen kann, dass sich ein Mensch gefühlsmäßig ganz anders verhält?

Also z.B., dass jemand in Situationen, in denen er zuvor mit Mitleid und Hilfsbereitschaft reagiert hat, nun gar nicht mehr oder völlig unpassend (Situation witzig finden) darauf reagiert oder auch, dass sich die Moralvorstellungen oder das Benehmen einer Person dadurch sehr verändern (vorher: dem Partner treu -> hinterher: jede sexuelle Gelegenheit nutzen und dies nicht verbergen; vorher: zurückhaltend, sich darum bemühen andere in ihren Gefühlen nicht zu verletzen -> hinterher: ausnutzend, respektlos)?

Sehr bekannt ist hier der Fall des Phineas Gage - ein Mann, der 1823 eine schwere Gehirnverletzung (3 cm dicke Metallstange bei fehlgeschlagener Sprengung quer durch den Schädel gestoßen bekommen haben) überlebte. Es wird berichtet, dass er vor dem Unfall ruhig, ausgeglichen, zuverlässig und rücksichtsvoll war, nach dem Unfall jedoch gegenteilig.
Dies könnte man zwar auch als Traumatisierung durch den Unfall deuten, jedoch tritt diese Verhaltensänderung auffälligerweise auch bei anderen Patienten, bei denen ebenfalls der orbitofrontale und präfrontale Kortex in Mitleidenschaft gezogen wurde, in überraschender Ähnlichkeit auf.

Viele Grüße,
Nina

Hallo Nina!

Hallo Poolnudel,

Gefühle sind keine Hirnfunktionen. Auf der Suche nach der
Seele haben sich schon viele Menschen den Kopf zerbochen.
Ich meine damit, Gefühle sind energetisch bedingt und daher
schwer definierbar.

wenn du Gefühle (zur Präzisierung: nicht Sinneswahrnehmungen,
sondern eben Gefühle wie Trauer, Angst, Mitleid…) nicht im
Gehirn verortest, wie kommt es deiner Meinung dann dazu, dass
die Zerstörung bestimmter Gehirnareale (durch Tumore,
Verletzungen o.ä.) dazu führen kann, dass sich ein Mensch
gefühlsmäßig ganz anders verhält?

Ich bin der Meinung, dass Körper und Geist eine Einheit bilden.
Der Körper steht für das Materielle der Geist ist das Energetische.
Das Energetische bezeichne ich als Emotionen aus denen sich Gefühle aller Art entwickeln.
Bei einer Verletzung oder einer materiellen Fehlentwicklung kann das durchaus passieren das Körper und Geist ein Ungleichgewicht ausbilden.
Es ist bekannt, das viele Krankheiten ihre Ursache in einem unausgeglichenen Gefühlsleben haben.

Also z.B., dass jemand in Situationen, in denen er zuvor mit
Mitleid und Hilfsbereitschaft reagiert hat, nun gar nicht mehr
oder völlig unpassend (Situation witzig finden) darauf
reagiert oder auch, dass sich die Moralvorstellungen oder das
Benehmen einer Person dadurch sehr verändern (vorher: dem
Partner treu -> hinterher: jede sexuelle Gelegenheit nutzen
und dies nicht verbergen; vorher: zurückhaltend, sich darum
bemühen andere in ihren Gefühlen nicht zu verletzen ->
hinterher: ausnutzend, respektlos)?

Sehr bekannt ist hier der Fall des Phineas Gage - ein Mann,
der 1823 eine schwere Gehirnverletzung (3 cm dicke
Metallstange bei fehlgeschlagener Sprengung quer durch den
Schädel gestoßen bekommen haben) überlebte. Es wird berichtet,
dass er vor dem Unfall ruhig, ausgeglichen, zuverlässig und
rücksichtsvoll war, nach dem Unfall jedoch gegenteilig.
Dies könnte man zwar auch als Traumatisierung durch den Unfall
deuten, jedoch tritt diese Verhaltensänderung auffälligerweise
auch bei anderen Patienten, bei denen ebenfalls der
orbitofrontale und präfrontale Kortex in Mitleidenschaft
gezogen wurde, in überraschender Ähnlichkeit auf.

Mir sind diese Fälle bekannt. Wodurch diese Verhaltensänderung zustande kommt ist mir auch nicht klar. Eine Vermutung wäre, im Angesicht des Todes seine bisherigen Verhaltensweisen in Frage zu stellen. Die eigene Sterblichkeit vor Augen die durch Außen verursacht wurde. Alles Spekulationen…

Viele Grüße,
Nina

Gruß

Hallo lux!
Tja, wenn ich wüßte wie das mit der Seele ist würde ich dir gern eine Antwort geben.
Das einzige was wir über Energie wissen ist, das sie sich in andere Energieformen umwandelt aber niemals erschaffen werden kann.
Im materiellen Sinn besteht ein Mensch aus einem Würfelstück großen Stück Materie. Der Rest ist Energie.
Gruß

Hallo Poolnudel,

Mir sind diese Fälle bekannt. Wodurch diese Verhaltensänderung
zustande kommt ist mir auch nicht klar. Eine Vermutung wäre,
im Angesicht des Todes seine bisherigen Verhaltensweisen in
Frage zu stellen. Die eigene Sterblichkeit vor Augen die durch
Außen verursacht wurde. Alles Spekulationen…

dass manche Menschen sich, wenn sie einen schweren Unfall oder eine schwere Erkrankung/OP überstanden haben, verändern indem sie bisheriges in Frage stellen, ist mir bekannt.
Nur: Diese Fälle bzgl. Gehirnverletzungen sind anders.
Diese Menschen sagen nicht: „Ich finde dieses und jenes jetzt besser.“, während in anderen Fällen sie sich eindeutig dazu äußern: „Jetzt religiös zu sein, gibt mir Kraft“, „ich möchte anderen helfen, weil ich dieses und jenes daraus für mein Leben gelernt habe“.
Viele Patienten mit Hirnverletzung kennen aber keine Gegenüberstellung „so war ich früher - jetzt bin ich anders und finde das besser“.

Was meiner Meinung nach auch gar nicht dazu passt, die Veränderung rein auf ein Infragestellen zurückzuführen:
Warum gibt es Veränderungen, die zu exakt (!) bestimmten Gehirnregionen gehören? Also: Verletzungen an einer bestimmten Stelle führen immer zu einer Verhaltensänderung einer bestimmten Art.

Dies deutet (nicht nur) meiner Meinung nach sehr darauf hin, dass bestimmte Gehirnregionen bestimmte Aufgaben - auch bzgl. Gefühlen - haben.

Viele Grüße,
Nina

Hallo Poolnudel,

Gefühle sind keine Hirnfunktionen. Auf der Suche nach der Seele haben sich schon viele Menschen den Kopf zerbrochen.
Ich meine damit, Gefühle sind energetisch bedingt und daher
schwer definierbar

Das, was du schreibst, ist falsch.
Differenzieren wir das Wort „Gefühle“ in Gefühle und Emotionen.
Emotionen entstehen im Säugerhirn, man könnte sie als „uns inneliegende Gefühle“ bezeichnen, Relikte aus jungen Zeiten der Menschheit.
Gefühle werden durch äußere Faktoren ausgelöst. Das Gehirn nimmt eine Situation wahr (oder stellt sie sich vor) und reagiert darauf mit Gefühlen.
Es gibt sehr viele Gefühlsbeschreibungen und in der Psychologie findest du für all diese Gefühlszustände auch potentielle Ursachen.

Auch befindet sich in deiner Folgerung ein m.E. gravierender Fehler, nämlich das Wort bedingt da dies, wäre es so, dem Menschen jegliche Selbstverantwortung über seine Gefühle entziehen würde.

Dass es dem Menschen noch nicht gelang, das, was Seele genannt wird, zu ergründen, ist richtig. Allerdings hat die sog. Seele nichts mit den Gefühlen zu tun. Somit sind deine Folgefolgerungen auch nur deine Meinung. Das möchte ich nicht für dich klarstellen, sondern für junge Menschen, die hier mitlesen und denen das eventl. nicht klar ist, denn deine Formulierung lässt leider nichts davon erkennen.

Bitte gehe doch auch mit anderen Aussagen etwas achtsamer um.
(Hervorhebungen von mir)

Das einzige was wir scnr, aber sind „wir“ du und dein Mann? Denn die Wissenschaft weiß eine Menge mehr. Einfach mal ein Physikbuch lesen zum Beispiel über Energie wissen ist, das sie sich in andere Energieformen umwandelt aber niemals erschaffen werden kann. soweit richtig
Im materiellen Sinn besteht ein Mensch aus einem Würfelstück großen Stück Materie. Der Rest ist Energie.

Unfug! Zur Info in Kurzform: Energie entsteht durch die Anziehung und Abstoßung der Atome. Und alles besteht aus Atomen, auch alle Materie. Somit besteht der ganze Mensch aus Energie, nicht nur ein Rest. Wirklich.

Besserwisserische Grüße :smile:
jeanne

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Hallo,
wirklich interessante Antworten zu einem Thema über dass sich gleich mehrere Wissenschaften bis heute den Kopf zebrechen: Das Leib-Seele-Problem zu dem es diverse Theorien gibt.

Das Problem an Deiner Frage ist erstmal die Klärung der Begriffe Intelligenz und Gefühle.

Während man bei Intelligenz meist von der kognitiven Intelligenz spricht, die auch im IQ Test durch gesetzten Standard messbar ist, so ist es bei „Gefühl“ viel schwieriger zu definieren.
Erstens weil es eben nicht ein Gefühl gibt, sondern ganz viele und die Gefühle sind subjektiv, also nur bis zu einem bestimmten Grad messbar.
In einem IQ Test wird sich wahrscheinlich jeder darum bemühen möglichst gut abzuschneiden, letztendlich kann man hier aber nur richtige oder falsche Antworten geben (durch wissen oder raten). Bei einem Test, der ein Gefühl messen soll, kann die Versuchsperson genauso die Motivation haben ein bestimmtes Bild von sich abzugeben - nur hier kann man nicht überprüfen, ob die Antworten dem subjektiven Erleben wirklich entsprechen oder nicht. Auch die neuartigen Messungen von Hirnaktivitäten ist nur in der Lage eine Aktivität zu messen, aber nicht deren Inhalt.
Daraus folgt, dass es keine wissenschaftliche Grundlage afür gibt, ob jemand der sehr intelligent ist eine große Gefühlswelt hat (wobei auch fragwürdig ist welches Gefühl hier gemeint sein soll).

Es gibt Studien über die Beziehung zwischen Intelligenz und Parteizugehörigkeit (wahrscheinlich von einer Partei in Auftrag gegeben:smile:) oder diverse psychische Störungen und Emotionalität.

Viele Grüße

zu diesem Punkt

… letztendlich kann man hier aber
nur richtige oder falsche Antworten geben

möchte ich Zweifel anmelden.

Es wird zwar versucht Kultur-unabhängige Intelligenztests zu entwerfen, wird imo da aber immer scheitern müssen. In Gesellschaften ohne ‚rechte Winkel‘ z.B. werden bestimmte räumliche Vorstellungen im Erwachsenenalter nicht möglich sein, bzw anders interpretiert.
Als Beispiel:
http://www.deecee.de/dc/mysterioeses/optische-illusi…

‚Richtig‘ und ‚Falsch‘ sind in einem solchen Zusammenhang imo zu interpretierende Begriffe

Hallo Poolnudel,
Na ja, ist das nicht ein wenig sehr vereinfacht, zu sagen:

Das einzige was wir über Energie wissen ist, das sie sich in andere Energieformen umwandelt aber niemals erschaffen werden kann.

Mit ‚wir‘ meinst du …?

Und was meinst du mit

Im materiellen Sinn besteht ein Mensch aus einem Würfelstück großen Stück Materie.

?

Was bringt dich (und viele andere) dazu ‚Materie‘ so gering zu achten? Wissen ‚wir‘ doch seit Einstein
E=mc2

was im Prinzip aussagt, dass Materie und Energie zwei Seiten einer Medaille sind
Gruss…lux

Naja…
Hallo,

das ist eher Science Fiction, oder?

Können wir uns darauf einigen, dass es sich bei den derzeitig verwendeten IQ Tests um Leistungstests handelt (das ist keine Meinung, sondern Tatsache), in der die Versuchsperson richtige und falsche Antworten geben kann.

Viele Grüße

Hallo Chili

das ist eher Science Fiction, oder?

was meinst du mit ‚Science Ficktion‘?

Können wir uns darauf einigen, dass es sich bei den derzeitig
verwendeten IQ Tests um Leistungstests handelt (das ist keine
Meinung, sondern Tatsache),

Na ja, was manche Psychologen so alles als ‚Tatsache‘ verkaufen :smile:. Du hast insofern recht, es ist ein ‚Leistungstest‘ in Bezug auf ‚Wie und wie schnell denkt eine Person bei bestimmten Aufgaben‘. Ohne gut formulierte Fragen was man testen moechte und einem darauf abgestimmten Design des Tests, ist jeder Test nur wenig aussagekräftig. Sucht eine Firma eine bestimmte Art von Mitarbeiter kann natürlich ausgezeichnet darauf gescreent werden. Auch als Momentaufnahme zur Hilfestellung bei Schwierigkeiten oder Stärken Schulkindern sind IQ-Tests gut einsetzbar (und entwickelt worden).

Die Testentwickler legen die richtigen Antworten fest. Menschen mit anderen Denkstrukturen werden diese Antworten vielleicht nicht finden - nicht weil sie weniger intelligent wären, sondern weil sie anders intelligent sind.
Eine ganz nette BBC-Docu geht ein wenig in die Richtung die ich meine
http://www.dokumentarfilm24.de/2008/10/07/kampf-der-…
Gruss…lux