Intensität einer Therapie / Kur

Hallo,
ein Freund von mir ist auf Kur geschickt worden, Hintergrund sind depressive Tendenzen, vielleicht etwas in Richtung Burnout. Behandlung ist seit rund einem halben Jahr mit Trizyklika (bin da kein Experte). Er ist selbst durchaus arbeitsfähig, aber derzeit arg demotiviert, auch mit seiner Arbeit (u.a. viel Abwesenheit von der Familie wegen Arbeit) oder Kollegen etc. unzufrieden.

Nun ist er auf Kur gewesen - bzw. hätte sein sollen - aber hat nach drei Tagen abgebrochen, da nach seiner Ansicht die Behandlung äußerst dürfig, also wenig intensiv gewesen wäre. Am Ankunftstag ein Gespräch, in dem auch schon ein wenig der Behandlungsplan festgelegt worden ist, am zweiten Tag gar keine Behandlung, am dritten Tag eine halbe Stunde Qi Gong (o.ä.). Mehr kam erstmal nicht, einmal die Woche hätte Therapie in Richtung Verhaltenstherapie / Gesprächstherapie sein sollen.

Ist das zu wenig Programm für eine zunächst 3-wöchige Kur (ges. Krankenkasse), oder ist das Tempo normal? Die behandelnden Betreuer hätten die Kur wohl gern von vornherein länger ausgedehnt.

Würde gern grobe Einschätzungen zu dieser Situation hören.

Vielen Dank vorweg

Christian

Hallo Christian,

ob das üblich ist oder nicht wage ich kein Urteil.

Du schreibst aber, der Mann wäre u.A. wegen BurnOut-Vermutung in Kur geschickt worden.
Also könnten seine depressiven Zustände ein Ergebnis von Überlastung in Beruf und Familie sein.
Nun, da würde ich es aber gerade für angezeigt halten, möglichst wenig bei dieser Kur zu tun, also nicht den ganzen Tag mit Aktionen, Untersuchungen, Behandlungen, Gesprächen, Therapien etc. vollzustopfen.

Michael

Hallo zurück,
hatte ich mir auch so gedacht, aber da war er schon wieder zurück. Kann ja sein, dass Personen, die immer Leistung bringen, bei so einem Bremsmanöver aus dem Tritt geraten und unzufrieden werden.

Zudem hat wohl auch das Umfeld nicht gut gepasst, die Klinik lag zwar schön, ruhig und erholsam, aber der Aufenthalt im Haus war vielleicht eher wenig interessant (mäßige Küche mit viel Dosenzubereitung, kaum frische Sachen auf dem Tisch, etwas lieblos das ganze drumherum. Er selbst isst schon seit Jahren nur noch Bio, Vollwert und dergleichen, dann kommt der Wechsel natürlich noch unangenehmer). Ich weiß nicht, ob er in der Zeit überhaupt Gleichgesinnte kennengelernt hat (oder wollte). Müsste ich mal fragen.
So war ihm der Aufenthalt alles in alle fix verleidet.

Christian

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Aha, Christian,
da denke ich mir: Wenn man schon die Chance zum Ausspannen und Erholen bekommt sollte man sie auch nutzen und bis zum Ende auskosten.
Offenbar ist dein Patient zu sehr Workaholic als dass er diese Chance nutzen WILL.
Schade.

Michel

Hallo,
will er ja auch, aber in einer anderen Klinik. Das hat er wohl schon mit der Krankenkasse abgeklärt.

Christian

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