Interessante Geschäftsidee?

Ein guter Kollege unterbreitete mir vor Kurzem eine für mich auf dem zweiten oder dritten Blick doch ganz interessant wirkende Geschäftsidee:
Ein Ladenlokal, in welchem sich verschiedene Videospielsysteme und ein paar Fernseher befinden (hauptsächlich aktuelle, aber auch ältere), die gegen Stundensatz benutzt werden können, z.B. von Kindern aus der Umgebung (Freunde treffen, gegeneinander zocken etc.).
Da ja nicht die Möglichkeit besteht, irgendetwas zu gewinnen, wäre sowas natürlich kein Spielsalon.
Dennoch halte ich es für möglich, dass es irgendwo Haken & Ösen geben KÖNNTE.
Was genau müssten wir bei der möglichen Realisierung also alles beachten?

dr_john_becker

Hallo,

Was genau müssten wir bei der möglichen Realisierung also
alles beachten?

  1. Kennst Du das durchschnittliche Taschengeld in eurer Region ? Hier für Frankreich kenne ich es, gestaffelt nach Alter. Bedeutet ( hier ) daß Du keine Stammkundschaft haben wirst, da das (Taschen)Geld schon nach einer Woche Ebbe anzeigen wird. Also : 1 Woche Kids, 3 Wochen Eis-Salon pro Monat sind ein besseres Geschäftsmodell.
  2. Auf dem Land wirst Du keine Kunden finden, in der City wirst Du zu hohe Mieten haben. Um die Schulen herum gibt es bereits entsprechende Lokalitäten, wo Du Dich ansiedeln kannst, aber da herrschen andere Motivationen, offensichtlich.
  3. Vor 2 Jahren in der Türkei waren die Internet Läden voll mit wilden jungen Spielern, mangels heimischer Hardware. Aber hier ? Bestens überversorgt.
  4. Das Erfolgsrezept ( das ich betreibe ), ist, sich in die Klientel reinzuversetzen. Und die ist da erbarmungslos ( solange kein direkter persönlicher Kontakt besteht ). Wieso sollten Junge Teile mit leeren Taschen unbedingt zu Dir kommen, ihr ( weniges ) Geld lassen ?
  5. Selbst wenn alles super läuft : Vor 5 jahren gab es das nicht, in 5 Jahrn wird es das nicht mehr geben. Es wandelt sich, und aus Deinen Gewinnen heraus wirst Du nicht folgen / reinvestieren können. Das sollte in die Investitionen eingerechnet ( eingepreist ) sein.
  6. Unser ( frz. ) Finanzamt kam auf die Idee, 75.000 € nachzufordern. Hätten wir so finanzschwache Klientel wie in Deinem Modell, wären wir ruckzuck platt. Wir haben bestimmt konservativ geplant und überleben das, aber hätten wir diese Frage hier zu ggb. Zeit gestellt hätten wir auch keine Sicherheit bekommen diesbezüglich. Soll heißen : Du bist der Kapitän, da draußen ist z.T. ausgesprchen rauhe See, und dann helfen all die Sprüche auch nicht allzu viel. M.a.W. Wir werden ( unserer Meinung nach ) vor Gericht Recht bekommen, aber bis dahin ruht das Geld für ca. 4 Jahre, ohne das es für uns arbeiten kann. Und wir werden niemals eine Entschädigung für die Anwaltskosten oder sonstige Verdienstausfälle bekommen.
  7. Wenn Du Pädagoge bist, mach es. Biete ihnen die Hölle, geh dann hin und überzeug sie, das sie das falsche machen. Das wird Dir ein erfülltes Leben geben.

Soll wirklich keine Wertung, nur Anregung sein. In diesem Sinne,

Uwe P.

Hi!

Ein Ladenlokal, in welchem sich verschiedene Videospielsysteme
und ein paar Fernseher befinden (hauptsächlich aktuelle, aber
auch ältere), die gegen Stundensatz benutzt werden können,
z.B. von Kindern aus der Umgebung (Freunde treffen,
gegeneinander zocken etc.).
Da ja nicht die Möglichkeit besteht, irgendetwas zu gewinnen,
wäre sowas natürlich kein Spielsalon.
Dennoch halte ich es für möglich, dass es irgendwo Haken &
Ösen geben KÖNNTE.
Was genau müssten wir bei der möglichen Realisierung also
alles beachten?

Du bewegst dich mit deiner Idee irgendwo zwischen einen Spielesalon (wenn auch ohne Glücksspiel) und einer öffentlich zugänglichen LAN-Party.

Da du dein Geschäft Kindern und Jugendlichen zugänglich machen willst, unterliegt die Veranstaltung dem Jugendschutzgesetz. Für dich heißt das, dass deine Kunden nur jene Spiele spielen dürfen, die für ihre Altersklasse zugelassen sind. Computer- und Konsol-Spiele teilen sich in fünf Klassen auf: ohne Altersbeschränkung, ab 6 Jahre, ab 12 Jahre, ab 16 Jahre und keine Jugendfreigabe. Ein Computerspiel, das erst ab 16 zugelassen ist, darf nur Jugendlichen im Alter von 16 und mehr zugänglich gemacht werden. Dieses Verbot gilt auch, sollten Kinder das unerlaubte Spiel unter Aufsicht oder mit Zustimmung der Eltern spielen wollen.

Ein weiteres Problem ergibt sich für dich durch die Öffentlichkeit deines Angebotes. Du als Veranstalter musst die Kinder und Jugendlichen während des Aufenthaltes in deinem Ladenlokal permanent beaufsichtigen. Außerdem bist du verantwortlich, dass deine Kunden kein Alkohol, keine Zigaretten, keine Drogen, keine Waffen reinschleppen.

Wenn du dein Ladenlokal mit dem Verkauf von Getränken und Speisen verbindest, musst du sanitäre Einrichtungen (inkl. Säuberung) zur Verfügung stellen. Außerdem gilt dann für dich das Jugendschutzgesetz in Bezug auf die Aufenthaltsdauer von Kindern und Jugendlichen in Gaststätten.

Ferner darfst du für deinen Geschäftsbetrieb nur lizensierte Originalsoftware verwenden. Das bedeutet, du musst verhindern, dass die Kids Spiele (oder andere Software) von zuhause mitbringen und klammheimlich in deine Geräte stecken.

Ansonsten solltest du nochmal genauestens deine Kalkulation überdenken. Die notwendige Hardware kostet schon mal ziemlich viel, dazu kommt die Software in Form von Spielen. Du kannst aus Lizenzgründen nicht ein Spiel kaufen und es auf sechs Rechnern installieren (jede Installation verlangt eine eigene Lizenz). Um für deine Kunden attraktiv zu bleiben, brauchst du also viele unterschiedliche Spiele und regelmäßig neue Games. Was verlangen die Spielehersteller als Beteiligung für den kommerziellen Einsatz ihrer Spiele? Das alles geht richtig ins Geld. Dazu die Miete für das Ladenlokal. Und leben willst du von der Geschäftsidee auch noch. Wie hoch sind dagegen deine Einnahmen? Wie hoch ist die geplante Auslastung der Geräte? Wie viel Kunden müssen pro Monat kommen, um die Kosten zu decken?

Zu den rechtlichen Dingen hier ein Link (bezieht sich zwar mehr auf Jugendarbeit, aber vielleicht hilft dir das schon mal ein Stück weiter):
http://www.jugend.rlp.de/recht/materialien_computers…

Grüße
Heinrich

Hallo Sebastian,

Ein Ladenlokal, in welchem sich verschiedene Videospielsysteme
und ein paar Fernseher befinden (hauptsächlich aktuelle, aber
auch ältere), die gegen Stundensatz benutzt werden können,
z.B. von Kindern aus der Umgebung (Freunde treffen,
gegeneinander zocken etc.).
Da ja nicht die Möglichkeit besteht, irgendetwas zu gewinnen,
wäre sowas natürlich kein Spielsalon.

Falsch, vor kurzem hat ein höheres Gericht in Berlin befunden, dass Internetcafes, wo man auch spielen kann (Multiplayerspiele) Spielhallen seien inkl. aller Konsequenzen (Zutrittsbeschränkungen).
Google mal auf heise.de

Ciao maxet.

Was mir fehlen sind gute Caffees, am besten mit Terasse etc. in denen man auch arbeiten kann. Sich gemütlich mit den Laptop in die Sonne setzen kann, keine schaut einen verwundert an, ganz norma, gute Bedienung Kaffee oder Bier bringt. Kontakte und sonstige Leute trifft, aber dich niemand wirklich beim Arbeiten stört.
Das würde mir gefallen.

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Hallo,

  1. Wenn Du Pädagoge bist, mach es. Biete ihnen die Hölle, geh
    dann hin und überzeug sie, das sie das falsche machen. Das
    wird Dir ein erfülltes Leben geben.

Eine wirklich füllende Aufgabe, nur leider bezahlt sie niemand…

Gruß
Tato