1.) was wird eigentlich damit gemessen (wo ist eine
genauigkeit von 10^-7 vonnöten)?
Das Michelson Interferometer kann man verwenden, um genaue Längenmessungen durchzuführen. Während der bewegliche Spiegel um lambda/2 (lambda=wellenlänge des verwendeten lichtes) verschoben wird, bewegt sich jeder Interferenzstreifen zu der Stelle, die vorher von einem benachbarten Streifen belegt war. Praktisch löuft das so ab, auf der wand, wo du die interferenzstreifen (oder -ringe) sichtbar machst, wählst du einen bezugspunkt. dann bewegst du den beweglichen spiegel und zählst wieviele interferenzstreifen an deinem bezugspunkt vorbeigekommen sind.
Den Abstand delta d, um den du den spiegel bewegt hast berechnet sich nach:
delta d = N*(lambda/2)
wobei N die Anzahl der Interferenzstreifen ist.
Das Problem an dieser einfach beschreibung ist, daß du keine chance hast die streifen zu zählen, wenn du tatsächlich den spiegel bewegst, du brauchst nur mal auszurechnen wieviele streifen vorbeilaufen, wenn du den spiegel um einen millimeter bewegst
–> N=3160 ,
bei einer angenommenen wellenlänge von 633 nm (HeNe-Laser)
d. h. um die 3160 streifen zu zählen müsstest du den spiegel so langsam bewegen, dass du auch wirklich zählen kannst.
Eine lösung ist natürlich, das ganze elektronisch auszuwerten.
2.) wo genau befindet sich das zu messende objekt?
ganz klare antwort:" kommt drauf an"
So allgemein ist das schlecht zu beantworten, aber stellen wir uns folgendes vor:
mich interessiert die längenausdehnung eines kupferstabes bei erwärmung, dann würde der kupferstab an einem ende fest eingespannt werden, das andere ende wäre frei. an diesem freien ende ist ein spiegel angebracht, der „bewegliche“ spiegel des interferometers. das interferometer wird aufgebaut, bis an einer wand die interferenzen sichtbar werden. an dieser wand wird ein photowiderstand befestigt. die signale dieses photowiderstandes werden von einem zählwerk detektiert. der kupferstab wird erwärmt, er dehnt sich aus, der spiegel wird bewegt, die interferenzstreifen wandern über die wand, der photowiderstand gibt je nach helligkeitseinfall seine signale ab, das zählwerk speichert die anzahl der interferenzstreifen und nach obiger formel kann ich die längenausdehnung des kupferstabes bestimmen.
War das jetzt zuviel?? wenn man eben erst mal im schreiben ist.
Gerhard