Intern Komm. in kl.&mittelständischen Unternehmen?

Guten Tag,

ich wüsste gerne, wie sie in ihrer Firma (klein oder mittelständisch)
die interne Unternehmenskommunikation innerhalb des Netzwerkes managen?
Wenn wir das Telefon mal ausschließen, welche Dienste oder Programm
verwenden sie? Über ERPs/CRM? Über Instant Messenger? Über Windows
Netzwerkdienste?
Wir sind nur wenige Leute und gerade am überlegen, wie man eine
schnellere Kommunikation ermöglichen kann.

MfG

Philipp

Team: Name entfernt

Hallo Philipp!

Wenn wir das Telefon mal ausschließen…

Wenn ich richtig verstanden habe, geht es darum, daß ganz wenige Leute unter einem Dach nicht etwa Zahlenwerke, technische Zeichnungen und seitenlange Adresslisten austauschen , sondern miteinander sprechen, also so richtig mit Bewegung von Unterkiefer und Zunge. Dafür schließt Du das Telefon aus. Dann bleiben nur noch Rauch- und Klopfzeichen oder Betätigung einer Tastatur.

Wenn ich es deutlich sagen darf: Das halte ich für eine an Unsinnigkeit kaum noch zu übertreffende Idee.

Natürlich kann ein Netzwerk zum Datenaustausch sinnvoll sein. Aber die Hackerei auf Tasten ist niemals eine vollwertige Alternative zu menschlicher Kommunikation im direkten Gespräch oder per Telefon. Es ist nicht nur menschliche Stümperei, sondern auch betriebswirtschaftlicher Unfug. Da wird Geld für irgendwelche Technik/Software ausgegeben, mit dem Effekt, die Kommunikation umständlicher und zeitraubender zu machen.

Dem nicht anwesenden Kollegen kann man einen Zettel auf den Schreibtisch legen. Das läßt sich auch elektronisch machen. Aber weder der Zettel noch die elektronische Lösung sind Ersatz für das Telefon und das direkte Gespräch. Mit anderen Worten: Du kannst verschiedene Möglichkeiten der Kommunikation eröffnen, aber immer nur als Ergänzung, niemals als Ersatz für den schnellen Griff zum Telefon und/oder zum direkten Gespräch.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang!

Nun ja, mitunter will ich auch einige Daten rüberschicken, aber darf ich fragen, warum dieses System unsinnig sein soll, wenn ich es bei uns als das Passendste (neben dem Telefon, was ja auch intensivst genutzt wird!!) ansehe? Je nach Aufgabe bzw. dem was ich machen will, wäre es eben nicht zeitraubender! Und außerdem muss es ja nicht unbedingt gleich etwas (bzw. viel) kosten, oder?

Moien

Über ERPs/CRM?

Bin gerade dabei sowas in einem kleinen Betrieb umzusetzen: tus nicht.

Über Instant Messenger?

Es gibt icq für privat-Netzwerke. D.h. man installiert einen icq-Server und dann einen icq-Clients pro PC. Ein bisschem umkonfiguieren und man hat ein geschlossenes IM System.

cu

Hallo Philipp!

Nun ja, mitunter will ich :auch einige Daten :rüberschicken,

Dafür gibts vernünftigerweise Netzwerke.

aber darf ich fragen, warum :dieses System unsinnig sein :soll, wenn ich es bei uns als :das Passendste (neben dem :Telefon, was ja auch :intensivst genutzt wird!!) :ansehe?

Nun hört es sich plötzlich ganz anders an. Das Ausgangsposting verstand ich so, daß Du das Telefon zur Kommunikation ausdrücklich ausschließen möchtest. Statt also einfach miteinander zu reden, sollen Mitarbeiter kommunizieren, indem sie Texte verfassen. Das kann als alleinige Kommunikationsmöglichkeit nicht sinnvoll sein. Als elektronische Variante des auf den Schreibtisch gelegten Zettels, geht die Sache in Ordnung.

Gruß
Wolfgang

Hallo Philipp,

man darf dabei den menschlichen Faktor nicht ausser acht lassen, selbst wenn sich die Kommunikation schneller abwickeln lässt (was ich bei deiner Konstellation ihnehin bezweifle): ich habe auch im Betrieb die zentrale Zustandsabfrage für Aufträge eingeführt; zuvor musste die zuständige Sachbearbeiterin in verschiedenen Abteilungen nachfragen, je nach Entfernung persönlich oder telefonisch, dabei sieht man jeden Mitarbeiter mal und sagt Guten tag, Wie gehts. Am Bildschirm geht das alles auf Mausklick, aber man sieht den ganzen Tag niemanden mehr, nur den Bildschirm. Das ist eine extreme Verarmung des Arbeitsumfelds, Rationalisierung her oder hin.

Die Mitarbeiter behelfen sich dann, indem sie sich z.B. an der Kaffeemaschine treffen - Kaffemaschinen sind die Lagerfeuer der Neuzeit.

Meine Meinung ist daher, dass eine elektronische Lösung absurd ist, wenn man eine Frage in der gleichen Zeit persönlich klären kann. Seinem Gegenüber am Schreibtisch eine Mail zu schicken, mag sich modern oder cool anhören, ist aber genauso Realsatire wie die beiden Angler in einem Boot, die sich über Handy unterhalten, wie die Fische beissen.

Gruss Reinhard

Guten Abend pumpkin!

Viele Dank für deine Antwort, das ist auf jeden Fall etwas, was ich nachvollziehen kann! Werde mich mal umhören. Zum Thema ERP/CRM, was soll ich da nicht umsetzen bzw. wieso? Was macht dir da momentan so Probleme? Wie sehen denn aus deiner Sicht die Alternativen aus?

Moien

Zum Thema
ERP/CRM, was soll ich da nicht umsetzen bzw. wieso? Was macht
dir da momentan so Probleme?

Bei uns (7 Man Betrieb) ist so ein System von oben durchgesetzt worden. Das Ding übernimmt von der Produktionsplanung bis zum Zigarrettenpauseneinteilung alles. Entsprechend viele Funktionen, Menüs und Erweiterungen gibt es. Mit dieser Flut an Informationen kommt keiner klar. Manche brauchen 10 min um den Preis eines Produktes rauszufinden, vom Lagerbestand will ich lieber nicht anfangen. Für einen Lieferschein mit einem Standardprodukt braucht man locker 15 Mausklicks, wenn man sich nicht vertut. Das Ding läuft zudem auch noch ziemlich instabil und langsam.

Kurzum: die ganze Manschaft verweigert die Mitarbeit. Die wichtigen Daten stehen inzwischen in xls-Dateien. Der Lagerbestand stimmt vorne und hinten nicht => wenn Kunden anrufen sprintet einer ins Lager und zählt nach. Frust rundum.

Installier nix was Leute mit seiner Funktionsvielfalt erschlägt. Wenn du sowas brauchst dann installiers schrittweise. Zuerst nur die Basisfunktionen und dann langsam ein paar neue Funktionen dazugeben. Und Leute die mit Funktion X nichts zu tun haben dürfen diese auf ihrem PC erst gar nicht sehen.

Und die importierten Daten müssen 100% stimmen. Scherze wie Telefon und Faxnummer vertauschen sind absolute Stimmungskiller.

Wie sehen denn aus deiner Sicht die Alternativen aus?

Zwischenmenschlicher Kontakt, schwarzes Brett über der Kaffemaschine. Mails und ein gemeinsamer online-Kalendar für richtig wichtiges. Und eine möglichst doofe aber verständliche Software.

cu

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