Hallo Experten
Mein Partner würde gerne einen Postdoc (Biologie)im englischsprachigen Ausland machen. UK und Amerika sind kein Problem, aber wir können im Netz partout kein Stellenangebote für Australien finden.
Hat jemand einen Tipp?
Danke im Voraus
Kitty =)
Hallo,
Ich würde die fraglichen Labors anschreiben und einen kleinen Forschungsplan vorlegen (in der Regel sucht man eine/n PostDoc, der weiss, was sie/er will). Ich meine damit die beinahe klassische Blindbewerbung. In der Vorphase während der Promotion (falls noch Zeit ist) schadet es deshalb nicht, wenn man (1) auf internationalen Konferenzen gesehen wird - am Rednerpodium und nicht nur neben einem Poster - und (2) sich bemüht die „richtigen Leute“ kennenzulernen.
Es gibt noch einen anderen Weg: Jedes Labor ist froh, wenn man sein eigenes Geld mitbringt.
Mir fällt hier DAAD, Humboldt http://www.avh.de/ (z.b. das Feodor-Lynen-Programm), DFG (z.B. Emmy Noether) ein. In Europa gibt es noch das Marie-Curie Programm. Man kann natürlich auch noch im potentiellen Gastland nach Stipendien suchen.
Voraussetzung ist hier immer ein exzellenter Abschluss, dokumentiert durch herausragende Fachpublikationen usw. Davon gehe ich jetzt aus, sonst würde man von einem PostDoc sowieso abraten. Dann ist ganz wichtig: ein hervorragender Forschungsplan - die Konkurrenz ist hart, da die Förderquoten bisher ungeahnte Tiefen erreicht haben. Deshalb ist es besser zwei Anträge parallel stellen - Dabei sollte man natürlich jeweils offen angeben, dass man sich auch noch woanders beworben hat.
Wichtig bei einem PostDoc ist auch die Frage: Was kommt danach? Klassischerweise ist der erste Schritt nach dem PostDoc der Schritt in die wissenschaftliche Unabhängigkeit. Die nächste Position ist deshalb typischerweise eine Gruppenleiter-/Habilitandenstelle (mit Gruppenleiterfunktion!) oder die Juniorprofessur. Wer diesen Schritt (PostDoc->Gruppenleiter) bis 35 nicht geschafft hat, schafft ihn wahrscheinlich auch später nicht mehr. Die nächste unsichtbare Hürde ist 40, der Sprung auf die Professur. Ein PostDoc soll ein Karrieresprungbrett sein und kein Abstellgleis. Deshalb sollte man bei der Auswahl des Gastlabors durchaus wählerisch sein. Lieber zwei Jahre nach US-Muster gerödelt und etliche Publikationen produziert, als nach zwei gemütlichen PostDoc-Jahren festzustellen, dass man in der Wissenschaft „out“ und für die Industrie zu alt ist.
Australien sollte deshalb gut überlegt sein. Ich habe viele Kollegen, die Australien/Neuseeland verlassen haben, da sie zuhause keine echte Chance hatten. Es gibt dort sicher gute Gruppen, aber es sind in jedem Fachgebiet nur wenige. Deshalb möchte ich davon abraten dort die nächstbeste Stelle anzunehmen. Ich halte es für besser, sich für ein Stipendium zu bewerben und sich mit dem Geld einer guten Forschergruppe anzuschliessen.
Viel Glück bei der Suche
R.