Internationales Patent sinnvoll?

Hi!
Ich habe einen neuen Schuh erfunden, also nicht eine Abwandlung schon existierender Schuhe, sondern einen neuen Typ Schuh, eher für den Sommer geeignet, ein Schmuckstück für schöne Frauenbeine…! So etwas hat die Welt noch nicht gesehen!
Meine Frage: Ist es sinnvoll, ein Patent oder Gebrauchsmuster zu beantragen (kostet viel Geld) bevor ich Verhandlungen mit Produktionsfirmen aufnehme?

Hallo!

Ein Gebrauchsmuster kostet 50 €.

Ist zu empfehlen.

Aber: Mit Patent und Gebrauchsmuster wird neue Funktionalität vor Nachahmern geschützt, nicht etwa Form und Farbgebung.

Gruß
Wolfgang

kannst du grad mal erklären, worin die neue TECHNIK bei einem schuh bestehen könnte? denn nur TECHNISCH geprägte erfindungen kann man überhaupt patentieren. ‚schmuckstück‘ hört sich in keiner weise danach an.

Danke für die Antwort. Es geht tatsächlich um eine neue Funktionalität, also ein Gebrauchsmuster wäre zu wenig.

Man „zieht ihn anders an“, mehr kann ich hier leider nicht verraten. Und diese Funktionalität bietet zusätzlich die Möglichkeit für großen kreativen Spielraum, daher „Schmuck…“.

Hallo!

Wenn es um den Schutz vor Ideenklau geht, reicht schon die Anmeldung eines Schutzrechts, reicht also auch die Anmeldung eines Gebrauchsmusters. Nachdem man die Eingangsbestätigung mit eingelochtem Eingangszeitpunkt in Händen hält, kann nichts mehr schief gehen. Bis dahin kann die eine oder andere Woche vergehen. Wer es schneller will, trägt die Anmeldung selbst zu einer der Patentannahmestellen des Patentamts. Dann bekommt man die Eingangsbestätigung sofort.

Es ist übrigens nicht sehr schlau, im ersten Durchgang in die Vollen zu gehen und fünfstellige Beträge für internationale Patente auszugeben. Wer das unbedingt für erforderlich hält, hat dafür ein Jahr nach Einreichung der Gebrauchsmusteranmeldung Zeit und sollte die Zeit zur belastbaren Markteinschätzung nutzen.

So ganz klar ist mir jedoch nicht, was unter „Verhandlungen mit Produktionsfirmen“ zu verstehen ist. Wer Lohnfertiger sucht, braucht Geld, um deren Arbeit zu bezahlen und sitzt hinterher auf einem Warenberg. Egal wie überzeugt man von der eigenen Produktidee ist, sind für den wirtschaftlichen Erfolg Markt und Marktzugang entscheidend. Den Markt testet man zunächst mit überschaubarem Kapitaleinsatz. Für die erforderlichen Produktmuster braucht’s keine Verhandlungen mit Produktionsunternehmen. Vielmehr verzichtet man auf das Herausquetschen des letzten Cents und sucht statt dessen eine Manufaktur (Handwerksbetrieb) in regionaler Nähe, die das Gewünschte in kleiner Stückzahl herstellt. An dieser Phase führt kein Weg vorbei, weil man sie auch zur Korrektur von Details der Produktausführung braucht. Und auch, um hernach nicht auf einem Berg unverkäuflicher Ladenhüter zu sitzen, weil der Markt anders als gedacht reagierte.

Gruß
Wolfgang

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Hallo!

Schuhe beinhalten einiges Potential für Innovationen mit Erfindungshöhe. So brauchte es erst einen Erfinder, der Fußballschuhe mit Stollen ausstattete und einen anderen Erfinder, der Luftposter in die Sohlen von Laufschuhen einbaute. Wenn Du ein halbes Jahrhundert alte Schuhe und aktuelle Modelle vergleichst, fallen Dir möglicherweise auch offenkundige Veränderungen an Herstellungsverfahren auf, von speziellen Sicherheitsschuhen, Skischuhen u. v. m. gar nicht zu reden.

Gruß
Wolfgang

das ist mir völlig klar. das ‚schmuckstück‘ hörte sich aber eben ganz anders an.