Interne Bewerbung

Hallo,
ich habe mich auf eine interne Stellenbeschreibung in unserer Firma beworben, da ich u.a. in meiner jetzigen Tätigkeit völlig unterfordert bin. Das Vorstellungsgespräch war bereits - große Hoffnungen hatte ich danach allerdings nicht mehr. Eine Absage habe ich bis heute aber noch nicht erhalten.
Heute spricht mich mein direkter Chef an, dass er gehört hat, dass ich meinen Job verlassen will. Ich bin eigentlich von einer Diskretion der evtl. neuen Abteilung ausgegangen - da wird sicherlich noch mehr nachkommen.
Wie soll ich reagieren? Ich wollte meinem Chef erst bescheid sagen, wenn das mit der neuen Stelle geklappt hätte…

Vielen Dank + Grüße

Hallo Claudia,

zunächst einmal: Es ist wichtig, sich an den Kodex der Fa. bei internen Bewerbungen zu halten.
In meiner Fa. ist es z.B. üblich, dass spätestens im Augenblick der Vereinbarung eines Treffens mit dem ggf. neuen Chef der aktuelle informiert werden muss. Ein Bruch dieser Regel würde das Beziehungsgeflecht in der Fa. massiv stören. Vollendete Tatsachen lieben wir Chefs überhaupt nicht:wink:

Heute spricht mich mein direkter Chef an, dass er gehört hat,
dass ich meinen Job verlassen will. Ich bin eigentlich von
einer Diskretion der evtl. neuen Abteilung ausgegangen - da
wird sicherlich noch mehr nachkommen.

Hast Du sie explizit eingefordert? Wenn nicht, dann war es fahrlässig. Chefs reden mit anderen Chefs. Chefs reden mit Personalabteilungen. Personalabteilungen reden miteinander. Chefs kennen sich.

Wie soll ich reagieren? Ich wollte meinem Chef erst bescheid
sagen, wenn das mit der neuen Stelle geklappt hätte…

Nun ja, das Kind ist im Brunnen. Ich würde an Deiner Stelle das offene Gespräch suchen. Letztendlich hättest Du es in dem Moment suchen sollen, in dem Du Dich unterfordert gefühlt hast. Wenn Du dies getan hast / hättest und Dein Chef nicht darauf reagiert hat / hätte, dann kann / könnte er jetzt nicht überrascht sein.

Aber Kopf hoch: Dass Mitarbeiter gehen, gehört zum Spiel und das wissen Chefs. Du musst nur versuchen, das Thema nicht persönlich werden zu lassen. Ein ehemaliger Chef, der Dir nachtrauert ist allemal besser, als einer, den Du zum Feind hast, weil er enttäuscht ist von Dir. Du weisst nämlich nie, wie oft Du jemandem in der Fa. noch über den Weg läufst.

Grüße
Jürgen

Ich bin eigentlich von
einer Diskretion der evtl. neuen Abteilung ausgegangen

Hast du diese auch eingefordert?
Leider ist es bei vielen Unternehmen mit dieser nicht so weit her.
Während im Unternehmen x erst mit dem alten Chef geredet wird, wenn es um ein Übertrittsdatum geht, ist es im Unternehmen y so, dass die Chefs sich beim Kaffee drüber unterhalten…
Wenn du sie nicht explizit verlangt hast, war das grob fahrlässig.

Ich persönlich würde nunmehr offen das Gespräch mit dem Chef suchen und ihm dsagen, dass du dich dort beworben hast, weil du dich in deiner jetztigen Funktion unterfodert fühlst.
Entweder er hat neue Aufgaben für dich, oder er sieht zumindest ein, dass es für das Unternehmen besser ist, wenn du an einer anderen Stelle eingesetzt wirst, als es ganz zu verlassen.

Gruss Ivo

Vielen lieben Dank für die Antwort(en) - hilft mir wirklich sehr!

Naiverweise hatte ich keine Diskretion direkt eingefordert, was im Nachhinein betrachtet natürlich mein Fehler war. (Die Personalabteilung meinte allerdings, es wird von vornherein vertraulich behandelt, aber die „evtl. neue Chefin“ sah das nach dem Bewerbungsgespräch wohl anders.)

Ich werde mich deinen/euren Ratschlägen annehmen und bei weiteren Gesprächen einfach offen meinen Standpunkt vertreten - geht ja nun auch gar nicht mehr anders…

Du hattest übrigens recht, in dem ersten Konfrontations-Gespräch hat mir meine Noch-Chefin echt gleich eine neue Tätigkeit bzw. neues Aufgabengebiet angeboten - aber wieder erneut eine Sache, die JEDER Hilfsarbeiter auch machen könnte - also, ohne Herausforderung, ohne Einsatz irgendeines Wissens! (Sinnlose Arbeit eben - für sowas bin ich nicht geboren wurden, hehe)

Also nochmal 1000 Dank und Liebe Grüße,
Claudia