Internet basierter pillenspender zur Überwachung v

Hallo Allerseits,
ich habe eine Idee, die ich gerne im Rahmen meiner Arbeit als Diplom Ingineur Elektrotechniker realisieren möchte. Die Rede ist über eine mögliche Enticklung eines internet basierten pillenspender zur Überwachung von Patientenmedikamenteneinnahme in einem Krankenhaus. (Über WLAN drahtloses Internet)

Die Schwester bei ihrer Visite vom Patient stellt das System ein und überwacht die Medekamenteneinahme des Patienten über eines zentralen Monitors in ihrem Raum. Wenn der Patient seine Medikamente nicht rechtzeitig einnimmt, schlägt auf dem Monitor einen Alarm aus. So könne die Arbeit von der Schwester erheblich reduziert werden.

Ich hoffe, dass ich mich klar und eindeutig ausgedrückt habe.
Meine Fragen lauten:

  1. Gibt es schon so was auf dem Markt? Hat man schon mal davon gehört?
  2. Was haltet ihr von so einer Idee?
  3. (((Sehr wichtig)))) Wird das Gesundheitswesen dadurch verbessert? Wie? Tips bitte??
  4. Welche Patienten benötigen eine strenge Kontrolle für ihre Medikamenteneinnahme?? Akute Patienten???
  5. Gehört so eine Entwicklung im Bereich der Telemedizin???
  6. Was können eure Meinung nach die Vorteile so eine Entwicklung

Ich bedanke mich bei euch und freue mich auf eure Tips und Antworten…
Karomi aus Berlin

Hi!

Nur in kürze meine ersten spontanen Gedanken, ev. kommt später mehr (bin müde und will ins Bett *g*).

ist über eine mögliche Enticklung eines internet basierten
pillenspender zur Überwachung von
Patientenmedikamenteneinnahme in einem Krankenhaus. (Über WLAN
drahtloses Internet)

Hab von der Technik nicht viel Ahnung, aber Problem 1: jedes System ist hack- und knackbar. Wie stehts um die Sicherheit? Beispielsweise irgendwelche Spaßvögel, die sich einen Jux machen wollen oder auch gezielte Angriffe (Massenmord und Amoklauf im 21. Jahrhundert sag ich da nur *g*).
Ferner: Tippfehler und Eintragen in falsche Spalten stellen per Computer IMHO eine größere Gefahr dar als hand(!)schriftliche Anweisungen. Nicht jeder beherrscht das 10 Finger-Tipp-System und noch weniger dieses fehlerfrei.

Wenn der Patient seine
Medikamente nicht rechtzeitig einnimmt, schlägt auf dem
Monitor einen Alarm aus. So könne die Arbeit von der Schwester
erheblich reduziert werden.

Problem 2: Chaos.
Zum einen gibt es nur wenige Medikamente u/o Situationen, die exakte, d.h. Minutengenaue Einnahme erfordern. Nehmen wir dies dennoch an, so dürften immer zur selben Uhrzeit gleich mehrere Alarme losgehen - ich kenne kaum einen Pat, der exakt auf die Uhrzeit achtet.
Da sie nicht auf die Uhrzeit achten, könnte man die Alarme auch auf eine Zeitspanne einstellen. Z.b Anordnung: Medikament nach dem Frühstück (8 Uhr) nehmen, Alarmeinstellung demensprechend auf zwischen 8-9 Uhr. Folge auch hier ist Chaos, weil alle paar Minuten ein anderer Monitor Alarm schlägt - im Endeffekt mehr Arbeit für die Schwester. Da kann sie gleich selber eine Runde durch die Station starten und die MEdikamente persönlich dem Pat. geben.

Weiterer Punkt:
Die moderne Medizin ist schon jetzt zu sehr Automatisiert und der Pat.kontakt nimmt immer mehr ab. Wenn jetzt noch nicht mal mehr die Schwester öfter beim Pat PERSÖNLICH reinschaut - wo soll das noch enden?

Noch ein Punkt:
In einigen Bereichen (Intensivstation aber auch einige „normale“ Stationen) gibt es bereits so einige Alarme: (meist) weniger dringliche, wie das Klingeln nach der Schwester, aber auch Überwachungsgeräte, die verschiedene Alarmsignale geben, wie auch meist einen Extra-Alarm bei Notfällen.
Kommen jetzt noch weitere Alarme dazu, frage ich mich, ob bei einem echten Notfall wegen dem Dauergepiepse wirklich zügig reagiert wird. Da bleibt die Frage nach der sicheren Identifikation des Alarmes (nur klingeln des Pat oder Monitoralarm oder Notfall?) und damit auch der Verwechslungsgefahr, insbesondere wenn der Tag gerade sowieso stressig ist.

Gruß,
Sharon

Hallo,

also deine Idee hatte ich in ähnlicher Form auch schon mal. Mir fehlte allerdings die technische Realisierungsmöglichkeit. Dabei ging es mir aber nicht um den Einsatz im Krankenhaus, den ich ähnlich kritisch sehen würde wie in der anderen Frage, sondern um den Einsatz bei alleinlebenden Senioren, insbesondere mit leichten Demenzerkrankungen.

D.h. wir werden in Zukunft ganz verschärft mit der Situation konfrontiert sein, dass mehr und mehr Menschen hierunter leiden werden, und das einerseits die aktuellen Heimkapazitäten hierfür nach Studien bereits 2010 ausgeschöpft sein werden, andererseits in vielen Fällen eine Herausnahme aus dem gewohnte häuslichen Umfeld sowohl kontraproduktiv in Hinblick auf das Krankheitsbild und andererseits an sich auch nicht notwendig ist, wenn bestimmte wichtige Dinge technisch realisierbar sind.

D.h. hierzu schwebt mir eine auf diese besonderen Bedürfnisse zugeschnittene Haussteuerung vor, in der u.a. auch genau deine Frage zu lösen wäre: Wie stelle ich sicher, dass die verordneten Medikamente auch eingenommen werden. Hierzu bietet sich ein, an die Kommunikationszentrale der Haussteuerung/zum Pflegedienst angeschlossener Medikamentenspender an, der die vordosierten Medikamente zeitgesteuert oder durch Auslösung vom Pflegedienst frei gibt und den Bewohner zur Einnahme auffordert. Technisch wäre das Ganze über eine entsprechende VPN-Verbindung zum Pflegedienst recht problemlos machbar, an deren Ende beim Patienten die Kommunikationszentrale (Thinclient) hängt, an der dann z.B. über USB entsprechende Devices anzuschließen wären.

Wenn Du hierzu an weiterem Gedankenaustausch interessiert bist, melde dich gerne per PM. Ich habe hier schon ein recht ordentliches Konzept stehen, dass auch schon mit einem Pflegedienst besprochen wurde, dann aber nicht mehr weiterverfolgt wurde, da ich keinen technischen Partner für die Realisierung fand und der Bedarf bei uns im Haus dann auch wegfiel.

Gruß vom Wiz

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Hi Karomi,

Die Schwester bei ihrer Visite vom Patient stellt das System
ein

und wie kommen die Tabletten in den Automaten?

und überwacht die Medekamenteneinahme des Patienten über
eines zentralen Monitors in ihrem Raum.

Damit könnte bestenfalls die Entnahme geprüft werden. Was glaubst Du, wie viele Leute die Pille ins Klo schmeißen. Somit wächst die Ungewissheit: Was hat der Patient damit gemacht?

Wenn der Patient seine Medikamente nicht rechtzeitig einnimmt,
schlägt auf dem Monitor einen Alarm aus. So könne die Arbeit
von der Schwester erheblich reduziert werden.

Errkläre bitte ein wenig genauer, wessen Arbeit durch einen Alarm erheblich reduziert wird.

Hast Du auch daran gedacht, dass Medikamente oft als Tropfen gegeben oder gar gespritzt werden? Den Roboter möchte ich sehen, der Dir eine Spritze in den Arm jagt.

Diese Ideen gehen völlig am Leben vorbei. Ich empfehle ein Praktikum in der Altenpflege, da lernst Du, was Menschen brauchen.

Gruß Ralf

Hallo Ralf,
ich danke dir für deine Antwort.
Du hast schon recht aber …
Ich habe mir Gedanken gemacht, so ein System kann für Demenzpatienten hilfreich sein. Was denkst du?
MFG
Karomi

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi!

Ich habe mir Gedanken gemacht, so ein System kann für
Demenzpatienten hilfreich sein. Was denkst du?

Eher weniger.
Hilfreicher wäre wirklich eher ein „Tablettenstellautomat“. Also ein Automat, welcher nach Arztanordung die entsprechenden Pillen in die Dispenser für die Patienten füllt.
Diese Aufgabe beschäftigt eine Schwester/Altenpflegerin für längere Zeit und das jeden Tag aufs neue - hier wäre also eher eine Zeitersparnis gegeben.

Allerdings sollte auch hier auf Sicherheit der größtmögliche Aspekt gelegen werden. Da es in meinem Krankenhaus sowieso üblich ist, daß Schwester 1 die Tabletten stellt und Schwester 2 die gestellte Zusammensetzung nochmal prüft, wäre ein Arbeitsschritt schon mal weg, der eher lästig ist und dennoch würde noch ein Sicherheitsstandard erfüllt sein, wenn eine Schwester die (in dem Fall automatische) Tablettenbereitstellung nochmals kontrolliert.

Das wäre sinnvoller, als eine Alarmierung bei „Nichteinnahme“, die wie schon erwähnt, auch umgangen werden kann, wenn der Pat. die Tablette zwar rausnimmt, aber nicht EINnimmt, sondern verschwinden läßt.

Außerdem gibt es spezielle Probleme bei Demenzkranken: reagieren sie überhaupt auf eine ALarmfunktion? Meist ist auch Mißtrauen vorhanden, bzw. teilweise wahnhafte Vorstellungen, daß man sie vergiften will. Und außerdem haben gerade Demenzkranke ein hohes Bedürfnis an zwischenmenschlichen Kontakten. Das würde ich nicht gerne durch Automatiesierung, vor allem maschinelle, ersetzen wollen.

Gruß,
Sharon

Hi!

Nachdem die wichtigesten Probleme bei deiner Idee schon diskutiert worden sind - und mir eigentlich nur noch nebensächliches eingefallen ist, nun eine neue Idee:

  1. (((Sehr wichtig)))) Wird das Gesundheitswesen dadurch
    verbessert? Wie? Tips bitte??

Das Hauptproblem des Gesundheitswesens ist die immens zunehmende Bürokratie. Die meiste Zeit (!!!) verbringen derzeit sowohl Schwestern als auch Ärzte bei der Dokumentation. Es gibt zwar bereits erste Systeme, die mit elektronischen Patientenakten arbeiten, aber ich finde alle mir bekannten als unzulänglich.
Eine erhebliche Arbeits- wie auch Zeitentlastung würde bringen, die Führung der Patientenakte zu vereinfachen - sowohl von Ärtzlicher Sicht, wie auch von Krankenschwestern.

Dazu gibt es bereits einige Systeme (offizielle, wie auch von Krankenhäusern selbst entwickelte) - allerdings stecken die IMHO noch total in den Kinderschuhen.
Und GENAU DA würde eine Entwicklung enorm helfen.

Als BEispiel: Arztbriefe schreiben. Einige wenige Programme bieten dafür Textbausteine an - fein. Aber auch für die von Schwestern geführte Pflegeakte sollte so was möglich sein (ich muß z.b. als Nachtschwester bei über dreißig Pat. schreiben „Pat. äußerte bei Nachfragen keine Beschwerden, schlief bei Rundgängen um x,y, z, Uhr - Unterschrift“ - man, da wünschte ich oft, ich hätte einen Stempel für diesen Satz *grummel*)
Ebenso die Fortführung der Krankenakte: die wird meist für eine Woche angelegt - schön wäre es, wenn man für die neue Woche gleich die Eintragungen mit den Anordungen (Medikamente und alles andere) für die neue Woche übertragen und ausdrucken könnte. Bei handschriftlicher Übertragung schleichen sich erfahrungsgemäß leicht Übertragungsfehler ein.

Ebenso wäre hilfreich, wenn aktuelle Untersuchungsbefunde in Kurzform (Labor, Röntgen, EKg etc.), aber auch MEssungen (Blutdruck, Puls, Temperatur, Gewicht usw.) gleich in der elektronischen Pat.-Akte erscheinen.

und vieles mehr…

DAS wäre wirklich eine Erleichterung im Arbeitsalltag!

Gruß,
Sharon

Moin, Karomi,

Ich habe mir Gedanken gemacht, so ein System kann für
Demenzpatienten hilfreich sein. Was denkst du?

was soll ein Demenzkranker mit einem Alarm? Wer die Welt nicht mehr versteht, der ist von Misstrauen geplagt, dem hilft keine Tröte, der muss jedesmal aufs Neue beschwatzt werden, dass ihm die Pille gut tut. Geh ins Altenheim und hilf eine Woche lang mit, dann weißt Du, was dort gebraucht wird.

Dein Pillenspender könnte bestenfalls als Kommissionierer dienen, wie Sharon schreibt, wobei mich da auch schon wieder Zweifel plagen: Der Arzt ändert im Vorbeifliegen die Rezeptur, irgendwer schreibt die Änderung auf, irgendwann landet die Änderung hoffentlich richtig im Computer. Und das alles unter der Forderung nach maximaler Sicherheit für den Patienten und minimalen Schadenersatzansprüchen an das Krankenhaus. Wovon sprachen wir gerade? Ach ja - Arbeitserleichterung…

Gruß Ralf

ps: Wenn Du schon in voller Länge zitieren möchtest, dann stell den neuen Text bitte über das Zitat, sonst kommen wir irgendwann nicht mehr aus dem Blättern heraus.