Internet-Gebühr für öffentl.-rechtl. Fernsehen?

Simonis fordert Internet-Gebühr für ARD und ZDF

Die schleswig-holsteinische Ministerpräsidentin Heide Simonis will ab 2005 eine Gebühr für den Empfang der Internet-Angebote von ARD und ZDF durchsetzen. Das sagte die SPD-Politikerin dem Branchendienst „Der Kontakter“.

Bei der letzten Novellierung des Rundfunkstaatsvertrags der Bundesländer war das Thema Web-Gebühr zurückgestellt worden. „Diesmal ist es fällig“, sagte Simonis gegenüber der Zeitschrift. Internet gehöre zur Grundversorgung, da sich die Frage, „was online passieren darf und was nicht, eines Tages ohnehin erübrigt, weil dann alle Systeme nur noch über den PC laufen“, erklärte die Kieler Regierungschefin. Eine Wettbewerbsverzerrung gegenüber privaten Anbietern könne sie nicht erkennen.

Vor einer Woche hatte sich der nordrhein-westfälischen CDU-Chef Jürgen Rüttgers dagegen vehement gegen die Gebühren-Finanzierung von Internet-Angeboten öffentlich-rechtlicher Rundfunksender ausgesprochen: „Wir wollen den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten den Zugang zu den modernen Informations- und Kommunikationstechnologien öffnen. Die Gebührenzahler dürfen dafür aber nicht belastet werden“, sagte der CDU-Landeschef gegenüber dpa. „Online-Aktivitäten und das Internet gehören nicht zur Grundversorgung“. Wenn die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sich auf diesen Feldern betätigen wollten, müssten sie sich den allgemeinen Wettbewerbsregeln unterwerfen. Zusätzliche Angebote von ARD und ZDF müssten privatwirtschaftlich finanziert werden. (wst/c’t)

Was haltet Ihr davon?
Gruß
Rainer

Möglich, dass Simonis zukünftig Recht haben wird, aber heute nicht und wohl auch 2005 noch nicht.

Das würde ich erst so sehen, wenn sagen wir mal 5% der Bevölkerung oder mehr ihre Informationen zum größten Teil oder zumindest zum großen Teil von den ARD- und ZDF-Seiten bezieht. Das sehe ich nicht so. Heute werden diese Seiten - wenn überhaupt als Zusatz betrachtet, aber eben nicht zur Basisinformation.

Da ich ein Gegner auch der Rundfunkgebühr bin, bin ich logischerweise auch gegen diese Internetgebühr.
heutzutage besteht kein Unterschied mehr zwischen den Privaten und den ÖR.
Nur dass die ÖR zu ihren Werbeeinnahmen noch eine ewig sprudelnde Geldquelle haben.
Früher war das in Ordung. Da gab es fast keine Werbung, aus der man das Fersehen hätte finanzieren können. Heute wirbt das ÖR genauso wie die Privaten.
Bedingt durch diese Situation haben die ÖR es gar nicht nötig, wirtschaftlich zu arbeiten. Denen schadet es auch gar nicht, wenn sie Schrottfilme aus den USA einkaufen, ohne hinzusehen (ist tatsächlich passiert. Hollywood hat sich schief gelacht)
Grüße
Raimund

Heute wirbt das
ÖR genauso wie die Privaten.

Also, zu den teuren Werbezeiten (Wochenende, werktags nach 20 Uhr) ist das nicht der Fall. Da sind schon noch gewaltige Unterschiede in den Werbeeinnahmen. Was aber auch ok ist, da es ja die Gebühren gib.t