Internet-Geschäftsidee – wie *vertraulich* Beratung einholen?

Hallo, angenommen man hat eine Geschäftsidee für eine Internetseite. Man hält sie irrsinnigerweise für evtl. lukrativ. Man braucht aber etwas technische und rechtliche Beratung.

Man würde durchaus bezahlte Experten konsultieren – aber das geht nur, indem man wesentliche Teile seiner tollen Idee ausplaudert. Dann könnten andere einem zuvorkommen. Das wäre natürlich schofelig, aber diese Bengel würden es vielleicht trotzdem tun.

Wie holt man sich in so einem Fall Rat? Das nötige Wissen versuchen allein zu recherchieren? Geheimhaltungsabkommen (NDAs)? (Ich weiß, dass etwas Experten-Input von außen die Sachen enorm beschleunigt und verbessert.)

Was wisst Ihr konkret? Danke!

nicht nur vielleicht, es würden sich garantiert Bengel finden, die es kopieren. Du hast keine andere Möglichkeit, als es allein zu recherchieren. Ach NDAs nützen Dir wahrscheinlich nichts, denn jeder, der Kenntnis davon erhält und die Sache für lukrativ hält, kennt jemanden in seiner Umgebung, der eine gute Geschäftsidee gebrauchen kann. Es ist leider so, Du kannst im Geschäftsleben einfach niemandem vertrauen.

Ideen haben halt leider kein Urheberrecht. Da musst du entweder im Vertrag Verschwiegenheit garantiert bekommen oder du machst es von Grund auf selber…

Hallo, Danke für Euren Input. Bin weiter an Meinungen interessiert.

Hallo,

Indem man einfach entsprechende Internetagenturen beauftragt. Das Stichwort NDA hängt ja dabei schon im Grundvertrag dabei. Nötiges Grundwissen kann nie schaden. Viel Glück.

Hallo Henrik,

schau nach Existenzgründerseminaren. Sie gibt es BA, IHK, Unis, FHs und …

Manchmal kostenlos, manchmal Kosten, Qualität sehr unterschiedlich.

Vlt. eine Erstberatung bei einem Patentanwalt.

Vor etwa 10 Jahren sollte eine Erstberatung kostenlos sein, die erste „richtige“ Beratung 150 bis 200€ kosten.

Leider ist man aber auch dann nicht wirklich geschützt.

Es kann sein, dass man durch ein Patent jemanden auf die Idee bringt genau das Gegenteil zu tun. Eigene(!) Erfahrung, das entstandene Produkt wurde ein Verkaufserfolg! Besser als das patentierte Produkt.

Viel Erfolg!

Gruß Volker

Danke auch an Little H und Volker.

Es ist keine Idee, die irgendwann ein Vollzeitjob mit entspr. Einkommen sein könnte. Es wäre etwas nebenher. Darum wäre ein Existenzgründerseminar wohl zuviel des Guten.

Wenn ich so eine besagte „Internetagentur“ suche - wäre genau das dann der Suchbegriff? Oder haben die eine andere Bezeichnung?

Mal ein anderer Gedankengang:

Was auch immer diese Inernetseite kann, denke immer daran, dass es sich dabei nicht nur um eine Internetseite handelt, sonder um vieles drumherum.
Wenn es dann nur ein Nebeneinkommen sein soll, dann ist es schon ein riesen Aufwand hier etwas auf die Beine zu stellen was man selber nicht kann.
Ebenso auch Dinge zu tun wie Wartung und Instandhaltung , immer auf dem neusten Stand sein, d.h. Technisch und Rechtlich, u.s.w.
Natürlich darf das ganze auch nicht am Finanzamt vorbei gehen.
Und schon ist hier viel Arbeit vorhanden, die man selber zunächst nicht lösen kann.

Wenn es sich um eine wirklich gute Idee handelt, dann gibt es Menschen die bezahlen Geld dafür.
Wie wäre es denn eher die Idee zu verkaufen?
Das minimiert den Aufwand, ist rechtlich sicher und man verdient Geld damit.

Ich kann da leider nicht helfen wie sowas abläuft oder wo man Geld für seine Idee bekommt. Ich weiss nur, dass es sowas gibt. Dieser Gedanke kam mir nur, als ich den Text gelesen haben.

Viel Erfolg dabei!

Lässt sich mit ein bisschen Mühe der technische Teil vielleicht einigermaßen unabhängig vom Thema beschreiben?
Das Design sollte man auch ein Stück weit unabhängig vom Inhalt festlegen können.
Damit kann man schon mal erste Anfragen starten.

Rechtliche Beratung würde ich mir, solange es nicht um grundsätzliche Fragen geht („darf ich das überhaupt (so) machen?“), erst ins Boot holen, wenn das Ding technisch online gehen könnte. Dann bleibt auch bei geschwätzigem Anwalt keine Zeit zum Kopieren.

Das Risiko besteht immer. Aber eine (Internet-)Geschäftsidee verlangt nicht nur technisches und rechtliches Konwhow, sondern - wie der Name schon sagt - Geschäftigkeit.
Die Seite wird ja nicht von selbst laufen, sondern es braucht jemanden, der dahinter steht und das Ganze so treibt, dass es tatsächlich erfolgreich wird. Erfahrungsgemäß sind technisch fitte Experten daran eher weniger interessiert. Die fokussieren sich auf ihren Teil und leben ganz gut davon.
Dass jemand einen Kumpel hat und dem die Idee steckt, dagegen gibt’s leider kaum einen Schutz. NDA schön und gut, aber was hilft’s, wenn du nix beweisen kannst?

Man sollte nie ganz dumm dastehen. Aber „First to market“ zahlt sich nur dann aus, wenn du auch die beste Lösung dafür bietest, und das erfordert einen hohen Initialaufwand.
Eine popelige, mit Halbwissen auf der Kniescheibe zusammengezimmerte Internetseite kriegst du vielleicht allein hin.
Wenn du damit online gehst, ist deine Idee sowieso bekannt, und wenn sie tatsächlich so gut ist, werden Nachahmer nicht lange auf sich warten lassen. Wenn du da nicht das nötige Engagement und die nötigen Finanzen hast, bist du im Nu abgemeldet.

Schönes Beispiel: Ein wer-weiss-was-Aussteiger hatte mal versucht, ein neues, besseres, werbefreies Forum zu starten.
Das Design war grottig, finden konnten es nur die, die sowieso wussten, dass es existiert, und der Admin hatte irgendwann keine Zeit/Lust/Geld mehr, das Ding zu pflegen. Damit ist auch das edelste Vorhaben über kurz oder lang dem Tod geweiht. So geschah es dann auch.

Gruß,

Kannitverstan

Gehe zum Patentamt. Dort ist Beratung kostenlos und die haben Schweigepflicht.

Ja, nee, is klar.

MM

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Genau, und deshalb würde kein etabliertes Unternehmen irgendjemandem über den Weg trauen, der standesrechtlich zum Schweigen verpflichtet ist (was sogar strafrechtlich sanktioniert ist). Vom Laden an der Ecke über den Mittelständler bis hin zum Großkonzern lässt niemand einen Anwalt auch nur einen Schmierzettel lesen, keinen Steuerberater und Wirtschaftsprüfer auch nur die Portokasse sehen, und erst recht keine Unternehmensberatung auch nur durch die Tür.

Schon klar!

Vor einzelnen schwarzen Schafen, die einem überall begegnen können, ist man nie gefeit, aber was Du hier vom Stapel lässt, ist schon wirklich krass.

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Hi Henrik,

im Internet zu klauen geht schneller als Du A sagen kannst. Ein früherer Bekannter, seines Zeichens Soziopath, wollte mal einen anderen 14jährigen Bekannten von mir „erziehen“. Ergebnis war, er hat dessen Webseite kopiert, Design, Name und Text etwas abgeändert. Und das war’s. Der Junge freute sich tierisch über seine neue Geschäftsidee. Der Anfang 20jährige hingegen tobte vor Wut, konnte jedoch nichts machen, da, wenn auch sein Angebot gegenüber den Mitbewerbern am Markt innovativer war, es in dem Bereich viele Angebote bereits gab.

Eine Rechtsanwältin bei der IHK sagte mir mal, ein Patent würde nur bedingt was nutzen. Wer beispielsweise eine Show in Amerika sieht, braucht hierzulande nur die Moderatoren, die Bühnengestaltung und ein paar wenige Dinge ändern, und schon ist es eine neue Idee. Schau Dir mal in den Medien gewisse Fernsehformate an. Sobald sie erfolgreich sind, werden sie nachgeahmt oder in modifizierter Form herausgebracht, seien es Kochshows, Handwerkershows, Rateshows, Castingshows…

Die wenigsten Menschen sind Multitalente. Dh. Du wirst Dir einen oder mehrere Menschen vielleicht finden müssen, mit dem oder denen Du eine berufliche Partnerschaft eingehen kannst.

Etwas das einerseits riskant sein kann und andererseits auch eine gute Basis für eine Kooperation bieten könnte, wäre, Du findest Dir jemanden im Ausland, z.B… jemanden in dessen Land die Lohnkosten niedrig sind. Vorteil wäre zunächst mal, dass die Herstellungskosten der Webseite gering bzw. geringer als mit Standort Deutschland wären. Allerdings ist dabei auch auf Qualitätsmerkmale und rechtliche Aspekte zu achten. Neue Datenschutzverordnung interessiert nicht unbedingt Alle. Ein weiterer Vorteil könnte sein, dass wenn Du im Vorfeld schon klar machst, dass Du an einer langfristigen Kooperation interessiert bist bzw. dies gar das anvisierte Ziel ist, dann lassen sich vielleicht auch Menschen drauf ein, die die Kontakte nach Deutschland bzw. in reichere (Industrie-)Länder nicht haben, vielleicht lieber drauf ein.

Doch das wäre der zweite oder gar dritte Schritt. Erstmal wäre abzuklären, ob Deine Geschäftsidee überhaupt Interesse bei den Menschen findet. Kannst Du dies in Deinem sozialen Umfeld mal zu eruieren versuchen, z.B. bei Familie, Freunden, Bekannten, Nachbarn, Kollegen…? Dabei sollen sie unabhängig davon wie sie sonst zu Dir stehen schonungslos offen und ehrlich sein. Es nutzt ja nichts, wenn Du Geld und Zeit un die Hand nimmst, und das Ganze ist von vornherein eine Totgeburt.

Existenzgründungsberatungen gibt es zuhauf, z.B. auch von der IHK. Die Beratungen sind unterschiedlich gut. Doch letztendlich brauchst Du jemanden der mit Dir oder die mit Dir ein möglichst „rundes“ Produkt entwickeln, sprich da muss nicht nur die Webseite stimmen, deren Nutzerfreundlichkeit, Texte, Preise, Bewertungen, Grafiken, Social Media und vieles mehr. Ebenso brauchst Du auch jemanden der für Dich die Steuererklärungen macht, wenn Du das nicht selbst kannst.

Vorschlag: wenn Du magst, kannst Du mir Deine Geschäftsidee schreiben. Wenn bei mir zu dem Stichwort, sprich Thema, nichts klingelt, kannst Du mir gerne alles schreiben. Denn ich bin selbst auf ein paar Ideen fixiert und nicht für alles offen, gleichwohl ich auch für andere Bereiche Ideen habe.

Es gibt so sehr Vieles zu beachten. Unlängst wollte ein Unternehmen wissen wie es mit Lieferung per Drohnen am Wochenende aussähe. Nun, das mag kommen, aber ob heute schon die Zeit für Einzelunternehmen reif ist? Das können sich eher Apotheken, Großunternehmen wie Amazon leisten. Von daher war mein Vorschlag das Angbotssortiment zu erweitern, für mehr Abwechslung zu sorgen, und wenn er immer noch per Drohne liefern möchte, soll er sich mit anderen zusammen tun. Denn am Wochenende wollen Menschen nicht nur teils gerne im Bett frühstücken, sondern auch eine Zeitung lesen, eine Zigarette rauchen oder was auch immer man sich noch für’s Wochenende per Drohne liefern lassen könnte. So ein gemeinsamer Vertrieb bzw. auch Cross Marketing böte überdies weitere Vorteile: geringere Transport- und Werbekosten, mehr (Kunden-)Reichweite… Das einfach mal als ein banales Beispiel. Bei Dir kann es natürlich ganz anders sein. Es braucht einfach eine möglichst pfiffige Idee die Hand und Fuß hat, und die einfach auch ihre Alleinstellungsmerkmale bietet.

Salve,
Romana