Internet-Identität

Hallo alle zusammen!

ich hab letztens im Internet ein Mädel kennengelernt, per ICQ und Co. führten wir die ersten Gespräche, später auch mit skype(internet-Telefon), irgendwann wollten wir uns dann im Real-Life treffen,

nur da wurde aus dem frechen selbstbewussten Mädel ein kleines schüchternes Häufchen Elend, nicht das sie nicht hübsch war, sie bekam halt nur keinen ton raus!

und das erlebnis hatte ich schon bei vielen, die ich aus dem internet kennengelernt hab, ob nun arbeit, sport oder privat.

Kann das sein, das man sich durch die Anonymität des Internets eine Scheinpersöhnlickeit aufbauen kann (meist auch mit tollen namen wie Darkbone, Killer, NiceGirl…), die dem RL gar nicht entspricht,
kann das nicht auch gefährlich sein?

Kann das sein, das man sich durch die Anonymität des Internets
eine Scheinpersöhnlickeit aufbauen kann (meist auch mit tollen
namen wie Darkbone, Killer, NiceGirl…), die dem RL gar nicht
entspricht,
kann das nicht auch gefährlich sein?

Natürlich befreit die Anonymität der Person hinter dem PC vom Druck dem man ausgesetzt ist, wenn man sich z.B. in einer Gruppe befindet oder unmittelbar mit Menschen konfrontiert ist, wo man einer Auseinandersetzung nicht ausweichen kann. Hier (im Internet) entfällt die menschliche Autorität, die vom Gegenüber ausstrahlt und beim Verhalten eine große Rolle spielt.

Hier gewinnt man allein mit der Qualität seiner Aussagen an Autorität. Und was das Schöne ist, ich sage es ehrlich, man kann auch mal seine Klappe zu machen, wenn es sein muß. Insofern ist die Perönlichkeit hier eine ganz andere, als in der Realität. Aber ich sehe da keinen Makel, - es sei denn, man hat sich bewußt etwas ‚herausgeputzt‘ und ist nun entlarvt :wink:

Was hast Du nun anderes erwartet, als das sie angesichts Deiner Autorität, verschüchtert in sich zusammen sinkt :smile:

gruß
rolf

Hier (im Internet) entfällt die menschliche Autorität, die vom
Gegenüber ausstrahlt und beim Verhalten eine große Rolle
spielt.

Hier gewinnt man allein mit der Qualität seiner Aussagen an
Autorität. Und was das Schöne ist, ich sage es ehrlich, man
kann auch mal seine Klappe zu machen, wenn es sein muß.
Insofern ist die Perönlichkeit hier eine ganz andere, als in
der Realität. Aber ich sehe da keinen Makel, - es sei denn,
man hat sich bewußt etwas ‚herausgeputzt‘ und ist nun entlarvt
:wink:

das vermute ich mal

Was hast Du nun anderes erwartet, als das sie angesichts
Deiner Autorität, verschüchtert in sich zusammen sinkt :smile:

kleiner Seitenstich am Rande?
trotzdem Danke

gruß
rolf

Was hast Du nun anderes erwartet, als das sie angesichts
Deiner Autorität, verschüchtert in sich zusammen sinkt :smile:

kleiner Seitenstich am Rande?
trotzdem Danke

Jeder vernunftbegabte Mensch besitzt eine natürliche Autorität, - also kein Seitenhieb.

rolf

Kommunikation über das Internet kann man überhaupt nicht mit normaler Kommunikation vergleichen. „Normale“ Kommunikation (also beispielsweise das direkte und unmittelbare Gespräch) basiert stark auf reflexiven Strukturen. Zu zeitlicher, sozialer und sachlicher Reflexivität (die über das Internet noch gegeben sein können) kommen bei direkter Interaktion sog. Meta-Aussagen, die die eigentlich Aussagen bewerten (Gestik, Mimik, Schwankungen der Stimme…), dabei oft unvermeidbar sind und eine direkte potentielle Informationsquelle für den registrierenden Gegenüber darstellen. Nicht zuletzt verfügen Kommunikationspartner u.a. dadurch auch über eine gewisse Kontrollfähigkeit und Steuerungsoptionen. Desweiteren findet die „normale“ Kommunikation nicht zuletzt in einer Öffentlichkeit statt - bzw. zumindest in einem sozialen Umfeld - welche die Kommunikatoren beeinflusst. Zum einen hemmt das (bewusste oder unbewusste) Wissen Teil einer Öffentlichkeit bzw. sozialen Systems zu sein die Kommunikation von nicht systemkonformen Inhalten und zum anderen stellt diese Öffentlichkeit bzw. das soziale System auch eine zusätzliche (neben dem Kommunikatonspartner, der allerding sim Internet auch diese Rolle inhaben kann) potentielle Sanktionsinstanz dar (sie kann also z.b. systembedrohende Aussagen bestrafen).

Meta-Aussagen, reflexive direkte Wahrnehmung und auch die Öffentlichkeit fehlen im Internet meist (auch wenn Metaaussagen z.b. durch die Verwendung von Smilies auf primitiven Niveau generiert werden können). Dies führt dann zu ungehemmter und verpflichtungsfreier Kommunikation - auf Deutsch: man kann die Sau rauslassen und ist nicht von sozialen oder (auto)reflexiven Zwängen (Schüchternheit, Minderwertigkeitskomplexe…) eingeengt und muss meist auch nicht mit Sanktionen irgendwelcher Art rechnen (vom Schließen des aktuellen Kommunikations"kanals" durch den Gegenüber mal abgesehen). Eine solche Kommunikation ist nicht gefährlich, da sie im Grund neben der „normalen“ eine weitere Form dersselben ist. Bedenklich wird es natürlich dann, wenn man seine Fähigkeiten direkt und ohne zwischengeschaltetes Medium kommunizieren zu können verkümmern lässt. Ich wage einfach mal die Behauptung, dass ältere Menschen diese sozialen Fähigkeiten zur genüge haben, egal wie viel sie nebenbei im Internet kommunizieren. Bei jungen Menschen, die in eine solche Form der Kommunikation praktisch hineingeboren werden (worden sind) könnte ich mir da in Zukunft eher Probleme vorstellen. So wie z.B. Rentner Probleme mit der Kommunikationsform im Internet haben und ihren Beitrag im Chatroom praktisch in althergebrachter Briefform verfassen (eigene Erfahrung), können jüngere Menschen Probleme mit direkter sozialer Kommunikation haben.


Hallo ! Was habt ihr für schöne Seitenstiche oder Hiebe ? *lach* fand eure Unterhaltung echt lustig.
Also zum Thema Internet. Ich denke es ist normal das die meisten Menschen ihre gewünschte Persönlichkeit spielen aber in der Realität Hindernisse dazu gibt. Dank Internet kommen auch solche zum Zuge die in der Realität keine Chance hätten sich öffentlich zu artikulieren.
Allerdings ist die Diskrepanz zwischen Real u. Virtuell bei manchen schon so stark das gegensätzliche Persönlichkeiten herauskommen und das wiederum einen schockt! Wie dem auch sei. Die längjährigen Interneterfahrungen u. Intuition können das benötigte Ausmass bringen
um nicht entäuscht zu werden.

Ausserdem gibt es dann solche ähm wie mich, die sich so real u. virtuell fast geben wie sie sind.

Gruss Esra

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Der Körper!
Hallo, ja das kann gefährlich sein, und zwar dann, wenn die Internetidentität überhand nimmt bzw. keine Trennung mehr zwischen der „echten“ und der virtuellen Ident. mehr erfolgt.

Man nennt diese Ausflucht „Eskapismus“, einfach ausgedrückt ist das Netz f. den Betroffenen eine Ausflucht, in der er sich alle Freiheiten herausnehmen kann, ohne dass er Konsequenzen fürchten muss.

Wie du richtig beobachtet hast, funktioniert das nur, bis die Realität die Person einholt.

Und welche Rolle spielt dabei der Körper?

Soziologisch gesehen st er Repräsentant. Dh., er ist (unbewusster) Teil unser Kommunikation. Es gibt auch im Netz solche „Körperprothesen“ wie Smilies, Avatare etc. aber die sind SELBSTKREIERT und damit keine „echten“ Kommunikationsmittel.

hi,

zuerst: das ist ja grade der reiz am internet, daß man wer anderer sein kann, wenn man dies wünscht. was soll daran gefährlich sein? wenn das gegenüber nicht grade ein verkappter mörder ist, sehe ich da kein problem!

außerdem ist es wohl wirklich so, daß das internet für schüchterne menschen eine möglichkeit bietet, gleichgesinnte zu treffen. nicht jeder ist extrovertiert, ein partylöwe und steht auf discos. das ist doch wunderbar, daß es das internet gibt. so treffen sich meistens jene, die dann auch zusammenpassen!

gruß
dataf0x - ebenfalls kein partylöwe!

Hi,

zuerst: das ist ja grade der reiz am internet, daß man wer
anderer sein kann, wenn man dies wünscht.

Das kann ich auch im RL, jemanden dem man nur im Nadelstreifenanzug kennt, würde man vielleicht auch nicht wiedererkennen wenn er unrasiert und in ausgebeulten Jogginghosen vom Bierholen kommt. Das sind doch alles nur unterschiedliche Formen von Masken.

außerdem ist es wohl wirklich so, daß das internet für
schüchterne menschen eine möglichkeit bietet, gleichgesinnte
zu treffen. nicht jeder ist extrovertiert, ein partylöwe und
steht auf discos. das ist doch wunderbar, daß es das internet
gibt. so treffen sich meistens jene, die dann auch
zusammenpassen!

Naja das stimmt für einen Teil, aber nicht für alle. Ich denke es ist auch eher eine Frage, wie man sich lieber ausdrückt und welche Themen man mag - bei der Disco ist es immer so verdammt laut und da lässt es sich auch schlecht über Themen abseits von „Eh willste Vögeln“ etc. reden. Da bietet das Web zum Glück für Bücherwürmer Treffpunkte, die es sonst wohl eher weniger gibt. Gut wenn wir uns bei der Disco treffen, ich mit Palituch und du mit deiner Israelfahne könnten wir vor die Tür gehen und uns prügeln. Mir ist es aber deutlich lieber, das man dank Web diskutieren kann ohne Gefahr in körperliche Auseinandersetzungen zu geraten. Das soll aber nicht heissen, das der Spiegel recht hat, mit dem Schwachsinn „Im richtigen Leben Angsthase und im Web Grossmaul.“. Meine Angst vor Menschen ist im Web genauso gross wie im RL und in meiner Anfangszeit bei w-w-w hätte ich mich nie getraut der grossen Lehitraot in die Quere zu kommen. Ich hab erstmal langsam lernen müssen mich im RL und im Web durchzusetzen und für das was ich denke einzustehen. Mag ja sein, das es Leute gibt die nur im Web gross tun, aber das merkt man dann doch schnell.

Gruss Jan