Internet Infoportal (FAQ-System)

Hallo !
Ich weiss, dass man im Internet eigentlich kein Geld verdienen kann, sollte oder wird…

Dennoch stehe ich vor der Frage, eine Art Dienstleistungsfirma zum Erstellen von Fragen und Antworten zu gründen. Erstanwendungsgebiet wären Fragen zur (psychischen) Gesundheit. Partner wäre ein bedeutendes Gesundheitsportal.

Dieses Gewerbe würde eine Art „Expertensystem“ mit natürlicher Schrift-Sprach-Eingabe nutzen, d.h. eine Suche in ganzen Sätzen oder Schilderungen von Problemen. Es ist keine künstliche Intelligenz, d.h. es wird lediglich eine Abgleichung von zuvor indexierten Suchbegriffen und Synonymen gemacht. Dies aber sehr effektiv und billig. Grundsätzlich eignet sich das System für praktisch jede Form von FAQs bzw. Informationsanfragen an Call-Center etc. Ich bin nicht der Erfinder dieser Technologie, habe aber die Rechte für Deutschland bzw. könnte es auch für andere Gebiete relativ kostengünstig anbieten (sofern der entsprechende Content vorhanden bzw. geeignet ist).

Nun mein Problem : Wir haben eine funktionierende Webseite, die in der englischen Version auch schon so an die 5 Mill hits seit Juli 2003 hat. Nur kann man damit so kein Geld verdienen oder auch nur annähernd die Unkosten tragen. Wir stehen vor der Frage, ob und wie wir in Deutschland und England für ein Gesundheitsportal einen kostenplfichtigen Dienst einführen. Grundidee wäre es, für die Beantwortung einer konkreten Frage Geld zu verlangen, andererseits aber eine Art Abozugang für einen Monat für den Frage-Antwort-Bestand (ca 1000 FAQs) zu einem deutlichen geringen Preis zu machen. Diese Abozugänge sollen möglicherweise an Betriebe, Versicherungen etc. verkauft werden, so dass die Endkunden dann letztlich kostenlos das Angebot nutzen könnten Vorteil für die Betriebe bzw. Versicherungen wäre, dass wir Infos zu Essstörungen, Stress, Angst, Sucht etc anbieten und die Kranheitskosten insgesamt abnehmen bzw. die Leute früher oder überhaupt nicht einen Arzt aufsuchen müssen. Soweit die Theorie. Vermarktung und auch zusätzliche Erlöse durch Werbung etc würden nicht von mir gemacht werden müssen.

Mein Problem : Die Technik steht bzw. wurde in 2 Jahren sehr weit entwickelt. Es ist mehr oder weniger eine Frage von Personalzeit, die Inhalte zu optimieren. Da ich ein Ein-Mann-Betrieb bin (abgesehen von der Technik und Kollegen in Schweden bzw. anderen Ländern) schaffe ich keine Wunder. Andererseits fehlt aber auch das Geld…

Eine der Grundüberlegungen wäre, dass wir 20 Euro pro beantwortete Frage erhalten (sprich ich) und zusätzlich prozentual an den Erlösen des Abodienstes beteiligt wären. Nehmen wir eine Summe von 5 Euro für diesen Dienst an und eine Beteiligung von 10 Prozent der Einnahmen). Dann beginnt ein (simples) Rechenspiel… Der Traum wäre natürlich, dass die AOK oder sonst eine Versicherung mal eben 500000 Abos erwirbt (zu einem niedrigeren Preis) und über ihre Homepage den Zugang ermöglicht. Mit den Geldern liesse sich dann durchaus ein ausbaufähiges Geschäftsmodell entwickeln…

Die 20 Euro decken sicher nicht die Kosten für mich. Andererseits könnte jede grössere „Verkaufsmenge“ des Systems die Rentabilität erhöhen.

Kennt Jemand Modelle bzw. ähnliche Systeme, die mir bei der Bewertung von Chancen und Risiken behilflich sein könnten. Welche Fördermöglichkeiten kämen da überhaupt in Frage?

Hallo Martin,

du schreibst es ja selber, von so was wird keiner reich.

Ich kenne mich weder in deinem Fachgebiet aus, noch kann ich dir deine eigentliche Frage beantworten, aber ich wäre eventuell ein Kunde für dich, wiel ich gerade ein wenig in dieser Richtung im Netz gesucht habe. Ich stelle dabei fest, dass ich mich manchmal noch darüber leise wunder, wieso teilweise wirklich gute Foren total kostenlos nutzbar sind. Vor dem Hintergrund würde ich mich sofort wegklicken, sobald hier jemand die Hand aufhält, egal, wie hoch die Qualität sein mag.
Es ist hier im Forum doch auch nicht anders. Was glaubst du, ab wann der Abopreis eingeführt? Ich glaube, nie!

Oder ein anderes Beispiel. Ich habe eine Weile lang mit einem Freeware Programm zum Erstellen von PDF´s gearbeitet. Da ich die PDF´s inzwischen ernsthaft beruflich einsetze, brauchte ich ein Programm mt Verschlüsselung. Das gibt es bisher nicht als Freeware, aber irgendwas bei 600,-EURO für die professionelle Adobe Lösung bin ich nicht bereit zu zahlen. Ich halte die jetzt fälligen 79,-Euro für das Alternativ-Programm schon für teuer. Aber schließlich habe ich bisher ja mit Freeware gearbeitet, da ist schwer zu verstehen, wieso ich nun plötzlich überhaupt was zahlen soll.

Grüße aus Hamburg,

Bernhard

Hi! Danke für die Antwort !

Ich gebe ja offen zu, dass ich auch kostenpflichtige Internetdienste meide… Andererseits ist aber das Grundprinzip der Software interessant. Ich meine, Anfragen bzw. Suche von FAQs haben wir ständig und überall… Mich persönlich nervt es, dass ich auf tausenden von Internetseiten suchen muss, bis ich die Antwort auf eine einfache Frage finde. Nun ja, wenn man mal Portale wie dieses hier vergisst…

Im Bereich Gesundheit ist dies halt so eine Sache. Leute sind zunehmend bereit, für Informationen bzw. Beratung zu zahlen. Dazu gibt es entsprechende Marktanalysen. Ehrlich gesagt kann ich das auch zunehmend verstehen. Ich mache seit über 5 Jahren kostenlos Patienteninfos über eine Webseite bzw. in verschiedenen Foren zu ADHS. Ich weiss, wie schlecht Ärzte ihre Patienten aufklären oder beraten. Wenn ich Patient wäre, wäre es mir durchaus 5 oder auch 40 Euro wert, die richtige Information zu finden. Wir wenden uns aber eben auch nicht an Internetprofis, sondern eher den T-Online-Durchschnittskunden. Der eben gerade Google und sonst nicht viel mehr kennt. Und vielleicht an Krankenkassen oder Grossbetriebe, denen die Gesundheit was wert ist.

Ich möchte halt Antworten auf Fragen bzw. individualisierte Infos finden (eigentlich völlig Banane ob zu Medizin oder vielleicht zu Verbrennungsmotoren, wenn ich denn gerade dazu was suche). Und ich weiss, dass es genug Leute gibt, die solche FAQs gut erstellen könnten und dynamisch anpassen. Das ist die Grundidee. Eigentlich wäre das etwas, was jede gute Webseite gebrauchen könnte. Bzw. eben jeder Dienstleister, der auf Kundenanfragen nicht gleich mit einem Callcenter antworten will oder kann, aber mehr als die herkömmlichen Wortsuchen ermöglichen will.

Martin

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Wir stehen vor

der Frage, ob und wie wir in Deutschland und England für ein
Gesundheitsportal einen kostenplfichtigen Dienst einführen.
Grundidee wäre es, für die Beantwortung einer konkreten Frage
Geld zu verlangen, andererseits aber eine Art Abozugang für
einen Monat für den Frage-Antwort-Bestand (ca 1000 FAQs) zu
einem deutlichen geringen Preis zu machen.

Hi Martin,

ich habe eine zeit an dem Internetportal http://www.hilfeatlas.de mitgearbeitet und dabei so ziemlich jedes Konkurrenzportal in D beuscht.

Mein Antwort: Vergiss es.

die Anzahl der kostenlosen Angebote ist unüberschaubar groß und wenn man sich die Clickraten da anschaut, sieht man, daß ein Portal dem anderen die Klientel abgräbt.

vom Bund, den Ländern, den Kreisen und gemeinden werden zur Zeit kostenlose dienste aufgebaut. siehe hierzu z.B. http://www.gesundheit-nrw.de

eingie andere, die es auf Erstattungsbasis veruscht haben ruhen seit geraumer Zeit.

Kostenpflichtige Angebote gibt es in der psychologischen beratung. diese sind aber in Deutschland schon tot diskutiert worden.

sorry,
aber für D kann ich dir keine Hoffnung machen.

gruss

Nun, ganz so sehe ich es nicht. Zustimmen würde ich, dass es unüberschaubar viele, aber eben nicht bekannte Portale gibt. Obwohl ich z.B. an einem Institut für Public Health arbeite, kannte ich den hilfeatlas nicht. Andererseits gibt es bestimmt 7 oder 8 Seiten zu Essstörungen, die aber auch keiner findet. Hier steht unser Projekt etwas anders da. Wir erzielen hohe Suchpositionen in den Suchmaschinen für einzelne Fragen und haben also mehr als 700 einzelne Seiten, die jeweils individuell in den Suchmaschinen zu finden sind. Im Gegensatz zu der einen Portalseite, die man vielleicht kennt oder meist eben nicht. Das bedeutet, dass User auf die Seiten kommen, die nicht die spezielleren Seiten kennen bzw. je darauf kämen. Man kann die Seite finden und benutzen, ohne schon Fachmann zu sein. Zielgruppe sind also die Menschen, die noch nicht Ärzte aufgesucht haben und die auch nicht Stundenlang nach Seiten mit Informationen suchen. Diese werden dann ggf. auch auf Webseiten der Krankenkassen bzw. anderer Dienstleister mit Gesundheitsinteressen zu finden sein. Und da zählt die Benutzerfreundlichkeit.

Ich bin durchaus optimistisch, dass wir es mit fast allen Mitbewerbern aufnehmen können und in den Top 3 mitspielen. Und nicht zuletzt gehört ein grosser „Player“ auch mit zu unserem Team, obwohl ich mir durchaus auch lieber eine eigenständige Lösung wünschen würde.
Daher weiss ich, dass sich der Markt in den nächsten Monaten und Jahren verändern wird. Einem grösseren Bedürfnis nach qualifizierter Information und einer zunehmenden Bereitschaft dafür zu zahlen wird eine deutliche Reduktion der marktfähigen Anbieter gegenüber stehen.

Grundidee ist es also eher, eine Ausgangsbasis für eine Vernetzung zu schaffen und dann z.B. auch zu kostenpflichtigen Therapieprogrammen (kognitiv-behaviorale Onlinetherapien, Paartherapien etc) zu schaffen.

Ich selber würde auch aus ganz vielen Gründen eine für den User kostenlose Lösung bevorzugen. Ich gebe da auch noch nicht auf, dass sich die ermöglichen lässt.

Ich meine, ich bin darauf letztlich ja auch nicht angewiesen. Ich bin Arzt, nicht Informatiker bzw. Geschäftsmann. Obwohl ich als Anwender einfach die Technologie sehr sehr gut und geeignet finde (und ich treibe mich seit ca 1984 mit Computern bzw. später dem Internet rum).

Insofern teile ich die Skepsis ja schon. Aber dennoch… Irgendwie setzt sich was Gutes häufig auch durch…

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