Internetabbrüche Vermieter reagiert nicht

Guten Tag!

Mein Internet bricht alle paar Minuten ab. Besonders in sehr kalten und sehr heissen Tagen. Die Telekom hat schon mehrfach gemessen und festgestellt das es an der Leitung vom Gausanschluß zur Wohnung liegen muss. Der Vermieter reagiert aber nicht und unternimmt nichts ! Was kann ich tun???

Die Telekom erzählt viel, wenn es um die Verantwortung geht.

Welche Geschwindigkeit sollte dein Anschluss denn haben?

Existiert ein schriftlicher Mietvertrag? Falls ja, was steht da zum Thema Internet drin?

Die Telekom könnte die Bandbreite zwischen den beteiligten Parteien auch (irgendwie) aufteilen. Je nach Wichtigkeit des Internetanschlusses könnte man zusätzlich über Mobilfunk oder einen Router mit Sim-Karte (mit entsprechenden Kosten pro Zeiteinheit) nachdenken.

Ich würde mir von der Telekom zuerst schriftlich geben lassen, was genau gemessen wurde und wo der Fehler liegen soll. Damit dann dem Vermieter eine kurze Mängelanzeige mit Frist schicken, nicht nur telefonisch nachhaken. Parallel lohnt ein eigenes Störungsprotokoll mit Datum/Uhrzeit und Router-Logs, weil „alle paar Minuten“ sonst schnell als Gefühl abgetan wird. Wenn der Anschluss im Mietvertrag gar nicht Teil der Wohnung ist, wird es rechtlich dünner; dann wäre Mieterverein/Verbraucherzentrale der pragmatische nächste Schritt.

Hallo,

auch ich empfehle (aus eigener leidvoller Erfahrung), sich die Meßergebnisse der Telekom schriftlich geben zu lassen. Das kann auch nur eine Art Schutzbehauptung sein.
Und dann ist in der Tat wichtig, ob und wenn ja was im Mietvertrag zum Thema Internetanschluß vereinbart wurde.
Ist zu diesem Thema nämlich nichts vereinbart, bewegen sich evtl. Vermieterpflichten in einem sehr engen Umfang, nämlich idR nur in der Bereitstellung eines „Übergabepunktes“ (= Telefonbuchse) in der Wohnung, nicht aber bezüglich der Qualität des Anschlusses.

&Tschüß
Wolfgang

1 „Gefällt mir“

Zum Internet leider nichts.

ich habe einen Service / Montagenachweis der Telekom in dem steht “Am APL 300 an TAE 248 und massiven Fehlern sowie auffälliger hlog. Eine Verteilerdose Aussen vermutlich schuld “ . Handschriftlich führe ich ein Protokoll der Ausfälle. Ich wohne jetzt über 20 Jahre hier und das Problem fing erst vor ca. 4 Jahren an.

ich habe einen Service / Montagenachweis der Telekom in dem steht “Am APL 300 an TAE 248 und massiven Fehlern sowie auffälliger hlog. Eine Verteilerdose Aussen vermutlich schuld “ .

Hallo,

mir ist nicht klar, was der Vermieter damit zu tun haben soll. Könntest Du uns das erklären?

Du schreibst doch selbst, dass im Mietvertrag nichts zum Thema Internetanschluss steht. Dann hat der Vermieter damit auch nichts zu tun. Du hast einen Vertrag mit der Telekom und mit niemandem sonst.

Gruß
C.

Die Telefondose muss funktionieren, wenn sie bei der Besichtigung vorhanden war.
Jeder Schalter, jede Steckdose - was da ist, muss funktionieren.

„Ach, Sie haben an der ganzen Wohnzimmerwand keinen Strom an den Steckdosen? Tja, IHR Pech, von Steckdosen steht nichts im Mietvertrag.“ - Geht ja auch nicht.

Jedenfalls hat der BGH das auch so gesehen:

Aber nun das Problem:
Mit VDSL 250 hat sich der Mieter für das schnellste (meist vollständig unnötig schnelle!) DSL entschieden, was überhaupt existiert.
Es ist zudem das absolut stirnanfälligste DSL, was es gibt.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wäre VDSL 100 stabil nutzbar. Und da würde ich als Vermieter argumentieren, dass die Leitung sicher nicht defekt sei, sondern bestenfalls für einen so empfindlichen Anschluss ungeeignet ist. Und da die Telefondose zwar Bestandteil des Mietvertrages ist, aber keine bestimmten Dienstequalität zugesichert wurde, würde ich etwaige Ansprüche auch ablehnen.

2 „Gefällt mir“

Ist es nicht mehr so, dass die Telekom bis zur TAE-Dose in der Wohnung zuständig ist?
Es sollte doch ein leichtes sein, die Klemmstellen vom APL bis zur TAE zu prüfen.
Oder einfach ein anderes Adernpaar auflegen.
Zumal der Fehler ja auch noch wetterabhängig ist.

Das ist ein großes Drama und ich habe aufgegeben, die widersprüchlichen Aussagen zu verfolgen. Auf den Seiten der Telekom sind sowohl Flyer zu finden, die die kostenlose Reparatur versprechen, als auch solche, die auf die Kostenpflicht hinweisen.

Zuletzt hatte ich den Eindruck, dass die Telekom aufgrund der hochempfindlichen, aber massiv beworbenen 250er Anschlüsse bemerkt hat, dass die Verantwortung für die Netzebene 4 zu hohen Kosten führt. Sie argumentieren daher „interessant“.
Der Eigentümer hat die Kabel unentgeltlich zur Verfügung zu stellen, er hat sie zu reparieren - aber am Hausanschluss und der ersten Dose ist wieder die Telekom alleine zuständig und man wird angemeckert, wenn man nach dem Verlegen der Leitung diese auch anklemmt.
Der Elektriker macht die Drecksarbeit, dann kommt der feine Herr der Telekom (50€ Anfahrt) und dann wird für 140€ pro Stunde (je angefangener Viertelstunde 35€) viermal eine Ader verbunden und dreimal wichtig geguckt.

1 „Gefällt mir“

Und wie sieht es mit Telefonie aus?
Und wie aktuell ist Glasfaser in deinem Gebiet?

Bei der Leitung wäre ich noch bei Dir, aber die Dose gehört ja dem Netzbetreiber (also in der Regel der Telekom). Wenn am Gesamtsystem seit vier Jahren eine Störung auftritt und das auch noch alle paar Minuten, wäre die letzte Störungsquelle, die ich vermuten würde, die Leitung (sofern da nicht zwischendurch irgendwann jemand was gefrickelt hat).

"Montagenachweis der Telekom in dem steht “Am APL 300 an TAE 248 und massiven Fehlern sowie auffälliger hlog. Eine Verteilerdose Aussen vermutlich schuld “

Der Hinweis „auffällige Hlog“ plus wetterabhängige Abbrüche klingt eher nach Dämpfungs-/Kontaktproblem als nach normaler Überlastung. Ich würde die Telekom noch einmal mit genau diesem Montagenachweis auf eine TAL/Endleitung-Entstörung festnageln und parallel testweise ein langsameres Profil (z.B. 100 statt 250) schalten lassen, nur um zu sehen, ob es stabil wird. Das löst den Verantwortungsstreit nicht, trennt aber „Leitung physisch kaputt“ von „Profil zu aggressiv“.

2 „Gefällt mir“

Aus meiner Erfahrung ist die Leitung in Verbindung mit VDSL 250 das erste woran ich denke.

Elektriker haben nämlich fast immer J-Y(St)Y verlegt und das hat schlechtere Werte als die Leitungen, die die Telekom selber benutzt.

Wenn im Haus auf derselben Leitung ein weiterer 250er geschaltet wird, dann stören die sich gegenseitig. Wenn jemand D-Lan (Powerline, Devolo) nutzt, dann stört das das VDSL.

Zur vermuteten Ursache: Die Telekom lässt einen Techniker nicht mehr über 3m arbeiten. Zu gefährlich ohne zusätzliche Sicherungsmaßnahmen (zweiter Techniker zum Schnäppchenpreis, Arbeitsbühne, Gerüst). Das sollen Elektriker machen.

Wenn eine Dose oben an der Fassade vermutet wird, dann stellt der Techniker das Arbeiten ein.

Ach ja, Nachtrag:
Auf der Fassade verlegt die Telekom nach wie vor denselben Leitungstyp wie innen - und zu diesem schreibt der Hersteller, dass er nicht außen verlegt werden darf. Die Isolation wird durch die Sonne brüchig und sobald Feuchtigkeit in der Leitung ist…

Das hier ist die Bezeichnung:

VOKA Fernmelde-Installationskabel J-02YS(St)H 2 x 2 x 0,5 StVI BD

VOKA ist der einzige Hersteller, die Leitung wurde extra für die Telekom entwickelt und hat daher die optimale Impedanz von 135 Ohm (das hat sonst nur Erdkabel und du willst bei Hochfrequenz eben keine Impedanzänderungen auf dem Leitungsweg).

Hochfrequenz?
Klar. DSL, also „digital subscriber line“, ist wie der Name schon sagt :wink: analog und benutzt bei VDSL 250 Frequenzen bis 35 MHz.

1 „Gefällt mir“

OK, ich habe es missverständlich formuliert: ich meinte, dass ich nicht davon ausgehe, dass eine schadhafte Leitung die Störung verursacht. Wenn ohne Not eine Technik Anwendung findet, für die die vorhandene Leitung nicht ausreichend ist, während sie für „normale“ Anwendungen ausreichend ist, würde ich nicht den Vermieter in der Pflicht sehen, die Leitung für jede Eventualität aufzumotzen. Der Vermieter ist ja auch nicht in der Pflicht, eine Gasleitung in eine bestimmte Wohnung zu verlegen, nur weil der Mieter gerne mit Gas kochen möchte. Ob er die Verlegung dulden muss, ist dann eine ganz andere Frage.