Internet - das verblödende Gift?
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Hi!
Betrachte es einmal unter folgendem Gesichtspunkt. Bist du wirklich süchtig, oder nur interessiert?
Liebe Grüße
Irene
Zum Thema:
Meine Bekannten und Freunde haben Recht. Das Internet ist eine Erfindung des Teufels, man verblödet absolut dabei, hat keinerlei Interessen mehr und sitzt nur im finsteren Zimmer vor dem Bildschirm, mit rotumrandeten Augen, während draußen die Sonne scheint und das Leben an einem vorbeigeht.
Ich gehöre ebenfalls zu diesen verabscheuungswürdigen Menschen, die sich von der Internet-Sucht einfangen haben lassen. Dies hat man mir wiederholt während langer Spaziergänge durch den Maurer-Wald mit den Hunden versichert. Dies musste ich mir bei gemütlichen Heurigenbesuchen, bei Grillfesten im Garten, bei Freundinnen-Treffen in neuen Lokalen, beim Stadtbummel und Fetzen probieren, beim Kosmetik stöbern und im Kaffeehaus an den Kopf werfen lassen.
Gut, ich gebe es zu. Meine Freundinnen haben mich überzeugt. Das Internet ist völlig unnötig.
Wenn ich das nächste Mal mit meinen Kolleginnen beim Mittagessen sitze und eine erzählt,
dass sie im Flugzeug neben einer Inderin gesessen ist, die die Handflächen hennagefärbt hatte und wir uns fragen, was das wohl zu bedeuten hat und uns überlegen, wer uns denn da Auskunft geben könnte, werde ich nicht mehr in die Suchmaschine „Henna Indien Tradition“ eingeben und meine Kolleginnen anschließend über das Ergebnis informieren.
Wenn ich während meines Urlaubs in Bibione im Luna Park aus dem Lautsprecher des Ringelspiels ein altes, wohlbekanntes, vertrautes, italienisches Lied höre, das mich durch meine Teenagerzeit begleitet hat und das ich ganz aus der Erinnerung verloren hatte, werde ich nicht „Napster“ starten und „Un giorno insieme“ eingeben und erfahren, dass die Sänger „I Nomadi“ sind, mir das Lied runterladen und verträumt zuhören und mich freuen.
Wenn mein Schwiegersohn in spe zu mir kommt und mich am Sonntagabend fragt:
„Wie finde ich meine Bankleitzahl raus?“ Dann geh ich nicht auf mein online-banking
und mach „BLZ suchen“ und geb ihm in 2 Minuten die Antwort. Dann muss er halt bis
zum nächsten Tag warten und in der Bank anrufen. Genau! Das ist der „normale“ Weg.
Wenn ich etwas Näheres über ein Buch wissen möchte, werde ich nicht zu amazon.de gehen und mir die Rezensionen durchlesen. Ich nehm einfach einen halben Tag Urlaub und besuche verschiedene Buchhandlungen, bis ich jemanden finde, der mir etwas über das Buch erzählen kann.
Ja, so einfach ist es. Oder ich gewöhn mir möglichst schnell ab, mich für alles Mögliche zu interessieren. Das wär auch eine Möglichkeit. Das sollte ich meinen Freundinnen sagen!
Bei langen Spaziergängen durch den Maurer-Wald oder beim nächsten ausgedehnten Kaffeetratsch.