Hallo,
Großunternehmen versuchen sich an einen (oder zumindest möglichst wenige) international tätige Anbieter zu hängen und überlassen denen dann diese Fragestellungen. Man geht also z.B. zu MCI und sagt, dass man in folgenden Ländern eine Anbindung von mindestens x MBit/s braucht und bekommt von denen dann ein Angebot und lässt die Sache dann realisieren. Welche Technik der Anbieter (ADSL, SDSL, T1, T2, T3, ATM, SAT-Link, …) hierfür einsetzt ist seine Sache. Die Zuverlässigkeit wird im Rahmen von SLAs rechtlich geregelt.
Ist MCI in einem Land nicht vertreten, haben die aber zumindest einen Partner da. Notfalls muss man sich dann eben in dem entsprechenden Land einen eigenen Partner suchen. Erfahrene Projektleiter in dem Bereich finden aber eigentlich immer eine Lösung, solange nicht z.B. in einem Land ein Internetanschluss gesetzlich verboten ist. Dabei ist immer zwischen dem reinen Leitungsweg und der tatsächlichen Anbindung an einen Internet-POP oder die firmeninternen Kommunikationssysteme zu unterscheiden. D.h. ich kann z.B. bei Colt-Telekom eine Dark-Fiber, also ein einfach nur im Boden liegendes Glasfaserkabel anmieten und schließe dieses dann selbst direkt an meine hausinterne Netzwerkstruktur auf beiden Enden an, und zufällig hat das eine Gebäude auch Zugriff über einen ganz anderen Provider auf das Internet und ich kann dann über mein Glasfaserkabel eben auch dem anderen Gebäude den Zugriff ermöglichen.
Dabei wird die maximale Geschwindigkeit der Verbindungen hauptsächlich vom Faktor Geld bestimmt. D.h. wenn ich genug auf der hohen Kante habe, kann ich z.B. selbst in die entlegenste Ecke der Welt Glasfaser legen lassen, oder miete mir einen eigenen Sat-Transponder mit ausreichender Bandbreite (Die ganzen Tankstellen und Supermärkte haben ihre Schüsseln übrigens weit häufiger hierfür auf dem Dach stehen, als hierüber fernzusehen), …
Da solche Lösungen aber fast nur im Paket größerer Projekte verkauft werden, wirst du hierzu bei den typischen Endkundenanbietern keine festen Preise finden. Wenn du aber z.B. den Geschäftskundenvertrieb der T-Com bzw. T-Systems, bei Colt, MCI, … anrufst und glaubhaft versicherst, dass du Bedarf für eine 40MBit/s-Anbindung deines heimischen Wohnzimmers hast und hierfür auch zahlen kannst, wirst du dich wundern, wie schnell man dir diesen Anschluss besorgen wird. Die Geschwindigkeiten der heute an Privatkunden vertriebenen ADSL-Anschlüsse ist noch weit von dem entfernt, was man als Geschäftskunde heute fast an jeder Ecke (für entsprechendes Geld) bekommen kann.
Wenn du tatsächlichen Bedarf hast, darfst du dich gerne melden, ich kann dir entsprechende Kontakte herstellen und die Sache betreuen.
BTW: 2,3MBit sind für Videokonferenzen nach H.323 mehr als ausreichend. Bei H.320 nutzt man je nach Qualität 2-6 ISDN B-Kanäle mit 64 KBit/s, dass sind nicht mal 400 KBit/s. Wichtiger wäre hier QoS, worüber eine Priorisierung der Datenpakete für Echtzeitanwendungen auf der gesamten Strecke sichergestellt wird, damit die Videoinformationen mit gleichbleibender Bandbreite übertragen werden. QoS muss aber von allen Geräten auf der Stecke unterstützt werden und wird deshalb noch nicht überall verfügbar sein. Man kann aber natürlich auch H.320 über ISDN fahren, da steht mir dann die gesamte Bandbreite jederzeit zur Verfügung.
Gruß vom Wiz, der auch schon mal ein Büro mit 10MBit-Anbindung direkt an Nacamar hatte
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