Hallo
Habe gerade eine Interpretation zur Kurzgeschichte Das Brot von Wolfgang Bochert geschrieben.
Brauche eure Meinung. Was soll man anders schreiben, was passt gar nicht rein und was habe ich vergessen?
Hier die Kurzgeschichte Das Brot:
http://users.skynet.be/lit/borchert.htm
Interpretation: Das Brot
In der Kurzgeschichte „Das Brot“ von Wolfgang Bochert, erschienen 1946, problematisiert der Autor das Ehrlichsein in einer Beziehung.
Durch ein Geräusch in der Küche wird eine Frau nachts wach. Sie sieht nach was los ist und erwischt ihren Mann beim Essen einer Scheibe Brot. Anstatt, dass er es zugebt, erzählt er ihr eine Lüge, er hätte ein Geräusch gehört und wolle nur nachsehen. Seine Gattin spricht es aber auch nicht an und lässt ihn denken, dass sie ihm die Lüge glaubt. Am nächsten Abend am Esstisch verzichtet die Frau auf eine Scheibe Brot, um es ihrem Mann zu geben und steht danach auf. Das Brot wird schnell von ihm gegessen und beide vermeiden es sich anzuschauen. Nach einiger Zeit setzt die Frau sich aber wieder an den Tisch.
Typisch an der Kurzgeschichte ist der unvermittelte Beginn (Z.1) und das offene Ende (Z.52). Ebenso ist es ein Ausschnitt aus dem Leben eines Menschen. Der Autor nutzt die auktoriale Erzählperspektive, um den Leser die Hintergedanken der Personen zu vermitteln, damit er sich besser in die Beziehungssituation hineinversetzen kann. Die Geschichte spielt sich zeitgleich ab, um sachlich zu bleiben. Der Verfasser wählt die Wohnung des Paares als Ort, damit das Paar alleine im Mittelpunkt bleibt.
Es werden viele kurze Sätze benutzt, um Klarheit und Spannung zu erzeugen. Damit der Leser sich besser in die Situation hineinversetzen kann, benutzt der Autor viel wörtliche Rede. Das Wort „Brot“ wird sehr oft wiederholt. Der Verfasser will damit die Herzlichkeit und Fürsorglichkeit des Paares deutlich machen, da es, wie Jesus es tat, mit seinen Mitmenschen geteilt wird.
Die Hauptfiguren sind ein Mann und eine Frau in einer Beziehung. Der Verfasser hat ihnen absichtlich keine Namen gegeben, um die Beziehungssituationen allgemein zu halten und sie mit allen Paaren vergleichen zu können. Die Frau ist sehr neugierig und misstrauisch, da sie nachts unbedingt nachsehen muss was ihr Mann in der Küche treibt (Z.4). Außerdem ist sie fürsorglich und kümmert sich um ihren Mann, weil sie auf ihre Scheibe Brot verzichtet, damit ihr Mann mehr zu essen hat (Z.47). Sie will ihm nur Gutes, da sie ihn nicht offen auf das gegessene Brot anspricht, um ihn nicht zu beschämen (Z.26). Der Mann ist durchsetzungsfähig, da er ihr andauernd ohne schwach zu werden die Lüge erzählt (Z.13, 21, etc.). Außerdem liegt ihm viel an seiner Frau, weil er ihr ununterbrochen zustimmt, um sie nicht aufzuregen (Z.35, 42, etc.). Das Paar führt eine unehrliche Beziehung. Sie lügen sich gegenseitig an, um sich nicht zu verletzen.
Der Autor will mit der Kurzgeschichte aussagen, dass man in einer Beziehung offen miteinander reden sollte, damit keine Unklarheiten entstehen.
Die Situationen im Text sind typisch für eine alltägliche Beziehung heutzutage. Mir persönlich gefällt nicht, dass die Partnerin ihren Gatten nicht einfach auf das Thema anspricht. Der Text regt mich dennoch positiv zum Denken an, in einer Beziehung darauf zu achten offener miteinander zu reden.