Interrail

Hallo…

Ich werde im Sommer mit ein paar Freunden eine Interrailtour machen.
Als erstes wird es einmal in den Norden gehen - Finnland und so. DAnach werden wir uns wahrscheinlich in Richtung Frankreich und England aufmachen.
Gibt es vielleicht ein paar wichtige Dinge, die wir beachten sollten?
Wie schaut es mit Zuschlägen in z.B. Frankreich aus - ich habe gehört, dass sich in ein paar Ländern das Ticket aufgrund der Zuschläge kaum auszahlt…

Merci,
Liebe Grüße

Hallo,

Wie schaut es mit Zuschlägen in z.B. Frankreich aus - ich habe
gehört, dass sich in ein paar Ländern das Ticket aufgrund der
Zuschläge kaum auszahlt…

Es gibt in Frankreich Züge, die reservierungspflichtig sind. Welche das sind, steht jeweils im Fahrplan. Das sind z.B. die Nachtzüge mit Schlaf- bzw. Liegewagen. Ohne Reservierung darfst du da gar nicht erst einsteigen. Wenn man so etwas nachts um 23:00 h gesagt bekommt, ist das natürlich etwas schlecht. :wink:

Schöne Grüße

Petra

Servus,

in F ists wichtig, sich vorher einen Überblick über die Verbindungen ohne TGV zu verschaffen. Es gibt sie noch, und viele davon (Nantes-Grenoble, Lyon-Bordeaux, Paris Austerlitz-Beziers und Nîmes, Metz-Nice über Culmont-Dijon, Strasbourg-Lyon über Besancon-Lons-le-Saunier, Valence-Grenoble, Grenoble-Veynes-Devoluy-Manosque-Avignon etc. etc.) führen abschnittweise durch fantastisch schöne Landschaften, die man vom TGV aus nicht sieht.

In F wurde das Rollmaterial im Nahverkehr später, aber viel besser modernisiert als in D. Im Gegensatz zu den unsäglichen deutschen Heulsusen der Baureihe 425/426 kann man es im französischen Regionalverkehr stundenlang gut aushalten, und weil im dünn besiedelten Hinterland die meisten Stationen stillgelegt wurden, kommen die TER (je nach Strecke) zumindest teilweise recht flott vorwärts. TER mit Tempo 200 ist allerdings noch die Ausnahme, aber immerhin gibt es ihn - vom deutschen Desiro aus gesehen ziemlich undenkbar…

Es ist nützlich, für die Fahrplanauskunft auch in F das deutsche Portal http://reiseauskunft.bahn.de zu verwenden, weil das viel präzisere Suchfilter (via-Stationen, Ausschluss von TGV etc.) zur Verfügung stellt.

Schöne Grüße

MM

Hallo…

Es freut mich sehr jemand zu kennen, der Interrail verwendet. Ich habe das damals auch zweimal gemacht und im bester Erinnerung behalten.

Ich kann Dir bzgl Deine Frage keine richtige Antwort geben, aber damals (ja, ich erinnere mich noch), haben wir selbst am Bahnhof geschaut welchen Zügen wir nehmen dürften und welche nicht. Und von den damals viele Menschen, die ich kennengelernt habe, die ebenfalls „Interrail“ benutzt haben, habe ich noch nie gehört, daß jemand einen „falschen“ (spricht: Mit Zuschlägen) aus Versehen genommen hätte… (Schlimmstenfalls wäre eh möglich gewesen im nächsten Bahnhof auszusteigen und auf den richtigen zu warten…)

Mein Tipp wäre also, wenn Du Frankreich betrittst, frag mal an den französischen Schaffner welche Züge ohne Zuschlägen zugelassen sind und welche nicht und halte Dich einfach daran. Wie ich finde, eine nicht unwesentlich Reiz des Interrails macht die Abenteuer und das „schau mal was uns in XY erwartet“ Es gab tatsächlich eine Internetlose Zeit… mit Interrail!!!

Und noch was als Anregung: Interrail (zumindest damals) war nur 30 Tage gültig. Hast Du wirklich vor Finland, Norwegen, Frankreich und England in einem MOnat zu besuchen??? Ich persönlich fände das viel zu viel…

Wie auch immer Du Dich entscheidest, wünsche ich Dir viel Spaß, viel Abenteuer und tolle Erlebnisse! Mein Neid hast Du schon jetzt! :o))

Liebe Grüße,
Helena

Servus Helena,

auch hier gilt: Times they are a-changin’…

Obwohl „Deine Zeit“ noch nicht so lang her ist wie „meine Zeit“, gilt die seither eingetretene Veränderung im französischen Eisenbahnverkehr für beide.

„Damals“ gabs bei der SNCF nicht nur auf den „Relations transversales“ (= nicht auf Paris zulaufende Linien), sondern auch von/nach Paris noch eine große Zahl von Schnellzügen und Eilzügen. Viele Jahre lang fuhr der TGV ausschließlich zwischen Paris und Lyon. Das ist heute weitgehend vorbei, der TGV Atlantique ist mit zwei Ästen (Bordeaux und Bretagne) dazugekommen, dann die TGV-Verbindung Lyon-Bordeaux, die vor den Toren von Paris vorbei fährt und dabei schneller ist als alles, was durchs Zentralmassiv fährt; die internationale TGV-Verbindung Dijon-Schweiz, und jetzt auch der TGV Est mit Strasbourg, Karlsruhe, Metz, Saarbrücken-Frankfurt.

Gleichzeitig sind viele der alten Schnellzuglinien nur noch sporadisch von Regionalzügen (TER) befahren, und im Zentrum und im Zentralmassiv gehen die Stillegungen weiter.

Und schließlich sind inzwischen alle Nachtzüge mit Schlaf- und Liegewagen, nicht nur die Talgos mit Globalpreis, reservierungs- und damit für Interrail zuschlagpflichtig geworden.

Das Abräumen der Corail-Schnellzüge geht weiter, habe eben gesehen, dass nun der letzte der großen alten Schnellzüge, der Nantes-Grenoble, auch nicht mehr fährt: Um den „Ventadour“ Lyon-Bordeaux war von den im Zentralmassiv starken Gewerkschaften jahrelang erbittert gekämpft worden, der Nantes-Grenoble hat sich in aller Stille verabschiedet. Vom Metz-Nice ist ein kümmerlicher Rest Metz-Lyon übrig geblieben, usw. usw.

Wenn ich es richtig sehe, sind von den Schnellzugverbindungen außerhalb des TGV-Netzes fast bloß der „Cevenol“ Paris-Nîmes und der Nachfolger des „Capitole“ Paris-Limoges erhalten, ferner der Basel-Mulhouse-Vesoul-Paris. Wie es an der Atlantikküste aussieht (Bordeaux-la Rochelle-Rennes etc.), habe ich nicht überprüft, aber große Hoffnungen hab ich da auch nicht.

Daher meine Empfehlung, sich vorher zu kümmern, weil man bei der heutigen Struktur der französischen Fahrpläne tatsächlich kaum noch am TGV vorbei kommt. TER-Fahren ist zwar viel schöner als in D, aber aus der hohlen Hand erlebt man da schnell mal Überraschungen. So gibt es TER-Linien, die bloß ein bis zwei Mal am Tag bedient werden, und wenn man da ein bissel zu spät für den Morgenzug da ist, wirds halt einen Tag später. Was an Orten wie Vierzon nicht immer so spannend ist.

Eine sehr gute Quelle ist unverändert der auf Papier gedruckte Europa-Fahrplan „Cooks European Timetable“, der von der DB mit einem anderen Einband als unveränderter Nachdruck verkauft wird.

Schöne Grüße

MM

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Servus Martin,

Indem was Du sagst hast Du bestimmt und zu 100% Recht. Da bin ich mir ganz sicher.

Aber, Du hast mein Kernpunkt überhaupt nicht widersprochen: Man kann ja noch immer einen Schaffner fragen oder am Einsteig-Bahnhof fragen.

Was ich aber mit meinem Beitrag vorallem meinte ist, daß für mich (und ich weigere mich standhaft zu glauben, daß ich die einzige bin) ist Interrail-Fahren in erster Linie eine Abenteuer, in der man vieles für das weitere Leben lernt bzw. lernen kann. In Zeiten von Flugtickets, die zT ein drittel von dem Kosten was man für eine 2.-Klasse Bahnverbindung verlangt, wer Interrail fährt ist mMn. in erster Linie an der Bahnfahrt an sich interessiert und all das was man unterwegs erlebt und nicht an das Ziel an sich. Frei nach dem Motto: „Der Weg ist das Ziel“. Darunter gehört für mich unbedingt eben sich täuschen, verwechseln und sonstwas was Zügen betrifft -in Frankreich, Deutschland, Spanien, Norwegen, Großbritanien, Schweden, GB und sonstwo (um nur die Länder zu zitieren, die vom Urposter genannt wurden und meinem eigenen).

Liebe Grüße,
Helena
PS. Für mich, irgendwie Interrail-Fahren war die letzte Abnabelung von meiner Familie (wie zB. für andere in einer Großtadt umzuziehen um dort zu studieren, zB.) und das Wissen, daß ich in alle Situationen auf mich allein gestellt bin und selbst schauen muß wie ich klar komme bzw. das Problem in einer für mich zufriedenstellenden Art und Weise löse…

Servus Helena,

sicher ist bei sehr vielen Interrailern der Weg das Ziel.

Nun könnte z.B. der Weg auch die schwedische Inlandsbahn sein - unvergessliche Erinnerung, wunderschöne Bilder -, die ich noch vor ihrer Stillegung und Wiedereröffung für Touristen während der Sommersaison er-railt habe. Wenn man da gefühlsmäßig, ohne Fahrplan, unterwegs war, gings halt nicht, weil sie schon in den 1970ern sehr dünn befahren war.

Und es gibt ja auch Möglichkeiten, Weg und Ziel zu verbinden: Wenn man z.B. gesehen hat, dass man von Frankreich viel leichter zuschlagfrei nach Andalusien kommt, wenn man Madrid umgeht und die Küste entlang fährt, hat man anstelle von möglicherweise sehr langen und öden Wartezeiten an so attraktiven Orten wie Alcazar de S/Juan eine Fahrt von Toulouse über La Tour de Carol - Enveitg nach Barcelona, die auf der spanischen Seite eine der schönsten Linien Europas ist. Ohne Fahrplan und Suche nach zuschlagfreien Verbindungen würde man nicht auf die Idee kommen, da zu fahren.

Für Deutschland gilt das gleiche, wenn man von der Schweiz her reinkommt und nach Norden will: Bloß nach Gefühl würde man nicht draufkommen, dass die beste für Interrailer zugängliche Verbindung (ohne ICE) ganz im Westen über Mainz-Koblenz-Köln-Dortmund/Essen-Osnabrück führt. Wenn man bloß die Frankfurter Abfahrtstafel konsultiert, verschenkt man eine nicht nur komfortable, sondern vor allem zwischen Bingen und Koblenz sehr schöne Fahrt, und hängt dann irgendwann an einem so begeisternden Ort wie Fulda oder Kassel-Wilhelmshöhe fest.

Selbstverständlich heißt das nicht, dass man festlegen muss, wo man am Donnerstag, den 11. August, um 9:30 h sein will. Aber man kann sich schon vieles angenehmer, interessanter und schöner machen, wenn man sich vorher ein bissel kümmert, so wie es der Fragesteller ja auch tut. Und dafür sind meine Hinweise auf die Struktur des französischen Fahrplans gedacht - sie sollen niemandem die Lust am spontanen Reisen nehmen.

Schöne Grüße

MM
letztes Wochenende extra nochmal nach Paris gefahren, um die alte Champagne-Linie Chalons-Epernay-Meaux nochmal vor ihrer zumindest teilweisen Stillegung zu erleben…

Hallo Helena…

Danke einmal für all die Anregungen - wir haben sowieso vor, uns treiben zu lassen… Wo es uns gefällt, dort werden wir auf jeden Fall einmal länger bleiben - es steht ja alles offen… Unsere Reise wird auf jeden FAll einmal in Finnland beginnen und die anderen Länder werden wir ganz nach Lust und Laune auswählen - das Ticket dazu haben wir ja :wink:

Merci noch einmal,
Liebe Grüße

Hallihallo…

DAnke sehr für den Tipp - die Internetadresse werde ich gleich einmal genau unter die Lupe nehmen…!
Lg Lena

Servus Lena,

zum gleichen Zweck ist es ganz nützlich, wenn man cooks „European Timetable“ bei sich hat. Wird von der DB als „Kursbuch Europa“ mit anderem Umschlag nachgedruckt, zu haben im Bahnhofs-Zeitschriftenhandel.

Schöne Grüße

MM

Mh, ja aus diesem Grund mache ich mir ein paar Gedanken bezüglich Frankreich… Manchmal kennt man sich mit den Französischen Verkehrsmitteln einfach nicht ganz aus :wink:

DAnke, es ist auf jeden Fall gut zu wissen, dass man auf die Reservierungen nicht vergessen sollte…!
Mfg
Lena

Servus Martin,

sicher ist bei sehr vielen Interrailern der Weg das Ziel.

Doch nicht für alle???

Wenn man da
gefühlsmäßig, ohne Fahrplan, unterwegs war, gings halt nicht,
weil sie schon in den 1970ern sehr dünn befahren war.

Wie man auch damals oft zitiert wurde: Man kann ja nie in einem Monat alles in einem Land sehen, was dort zu sehen gibt!! Geschweige dann in VIER!!! Ländern!

Ausserdem „gefühlsmäßig“ ist so eine Sache… zB Der Fragesteller will unbedingt Finnland besuchen: Wetten, daß wenn er sich erkündigt wird er in einem Monat nicht genug Zeit haben alles zu sehen wovon er erfahren hat, was „gefühlsmäßig“ toll ist???

Und es gibt ja auch Möglichkeiten, Weg und Ziel zu verbinden:

Ja, ganz genau: Und das nenne ich Interrail. Aber für mich zumindest ist Weg wichtiger wie Ziel, denn letzteres ist ja recht „schwammig“, denn man kann ja ihn dauernd ändern.

Wenn man z.B. gesehen hat, dass man von Frankreich viel
leichter zuschlagfrei nach Andalusien kommt, wenn man Madrid
umgeht und die Küste entlang fährt,

Soll der Fragesteller auch noch nach Spanien??? ;o))) (Empfehlen täte ich das schon, aber 5 Länder, ganz besonders diese -allein von der Entfernung untereinander- ist wohl unmöglich machbar…)

Ohne Fahrplan und Suche nach zuschlagfreien Verbindungen
würde man nicht auf die Idee kommen, da zu fahren.

Und ist das sehr schlimm??? Ich meine, dafür hat man etwas anders gesehen und erlebt…

Das steht mehrmals an jedem einzelnen Bahnhof, egal wie groß der sein mag. Ansonsten gilt, für mich was ich schon sagte:

  1. Der Weg ist das Ziel
  2. Man kann jederzeit das Ziel ändern
  3. 4 Länder mit Interrail zu besuchen ist schier unmöglich

Für Deutschland gilt das gleiche, wenn man von der Schweiz her
reinkommt und nach Norden will: Bloß nach Gefühl würde man

Man kann sich ja im Vorfeld über schöne, anzustrebende Ziele informieren…

die Struktur des französischen Fahrplans gedacht

  • sie sollen niemandem die Lust am spontanen Reisen nehmen.

Nichts, aber auch gar nicht dagegen eine Reise im Vorfeld zu planen. Das mache ich ja auch immer. Aber ich persönlich finde es geradezu das gegenteil vom „Spontan“, wenn man sogar Monate im Voraus die möglichen Zuschlägen für Züge in Erfahrung bringen zu wollen, aus einem Land von dem noch nicht fest steht, daß besucht wird.

Schöne Grüße

Dir auch schöne Grüße,
Helena

letztes Wochenende extra nochmal nach Paris gefahren, um die
alte Champagne-Linie Chalons-Epernay-Meaux nochmal vor ihrer
zumindest teilweisen Stillegung zu erleben…

Das nenne ich zB eine spontane Reise. Und für mich persönlich sind die die mir am meisten Freude bereitet haben…