Interview verloren gegangen - Vergleichbarkeit?

Hallo!

Ich schreibe grade an meiner ersten Feldforschungsarbeit (bei uns Praktikumsersatz), dabei benutze ich Leitfadeninterviews mit der ethnologischen Methode (sprich, Fragen sind Wandelbar und werden zwischendurch ergänzt).

Ich habe gestern ein Interview tadellos durchgeführt und heute überraschend nochmal eine Möglichkeit für ein Interview bekommen, worüber ich sehr froh bin, weil meine Zielgruppe (Chinesen) beim Thema Religion ja etwas stickum ist.

Das Interview heute hat 40 Minuten gedauert und jetzt musste ich feststellen, dass mein Diktiergerät eine Fehlfunktion hatte und mitten drin zwar 20 Minuten da sind, der Rest ist aber nur rauschen…

Das ist sehr ärgerlich und ich habe mich sofort hingesetzt und ein Gedächtnisprotokoll geschrieben, so gut es ging.

Nun zu meinen Fragen:

  • Ist es legitim, ein Leitfadeninterview das auf einer Audiotranskription beruht mit einem durch Gedächtnisprotokoll ergänztem Interview zu vergleichen oder muss ich mich vor dem Herrn auf die Knie werfen und um eine Wiederholung bitten? (wobei das auch nicht ideal ist, weil das zweite Interview nie gleich ist aber vielleicht ist das besser als kein Interview. Besonders ärgerlich ist, weil es quasi ein „Idealinterview“ war, also genau die Lücken ausfüllte, die ich für einen Kontrastvergleich brauchte).

  • Wie genau transkribiere ich das Gedächtnisprotokoll? Leider habe auch ich kein Superhirn, zumindest was Akkustik angeht (an seine Bewegungen erinner ich mich ja noch…) Das heißt, ich bekomme an einigen Stellen den genauen Wortlaut nicht mehr zusammen, oder erinner mich gar nicht mehr dran oder nur noch an die Essenz und natürlich kann es sein, dass ich einiges vergessen habe.
    Mir fehlt da leider die Erfahrung, ist das normal? Kann ich z.B. schreiben [Herr H zitiert einige Bibelstellen] oder [Herr H führt die Vorteile des röm-kath. Glaubens aus] … (hier wörtliche Rede)… [und wehrt sich gegen die lokale evangelische Gemeinde, die er für Intolerant hält] „… ja, die glauben, der Papst sei der Antikchrist…“ [davon zeigt er sich nicht angetan].
    Oder ähnliches, hat da jemand vielleicht Beispiele?

Ich ärger mich immer noch tot und könnte heulen wegen der Sache :frowning: Mein Interviewpartner ist schwer beschäftigt und ich bin froh, dass er mir überhaupt Zeit geschenkt hat…

lg
Kate

Hallo Kate,
am besten besprichst du das mit dem Betreuer deiner Arbeit.
Grundsätzlich sind Gedächtnisprotokolle erlaubt, aber ob du es verwenden „darfst“ hängt wie gesagt davon ab ob dein Betreuer einverstanden ist.
Viel Glück
Backs

Darum ging es nicht, grundsätzlich ist mir freigestellt, welche Methoden ich verwende.
Es ging mir nur darum ob es eine gängige Methode ist, verschiedene Formen der Aufzeichnung beim Vergleich zu verwenden, oder ob das „unwissenschaftlich“ ist und ich das auf keinen Fall machen darf…

lg
Kate, deren Betreuer sowieso in den nächsten Wochen nicht vorhanden ist, und eine Feldforschung innerhalb von drei Wochen zu erstellen auch nicht so lustig.

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