Hallo,
soeben ist mir dieser Artikel hier aufgefallen:
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=2…
Es heißt darin, dass Autoimmunerkrankungen sich bessern, wenn man den Spiegel an intrazellulärem Calcium absenkt. Das soll wohl durch ein bestimmtes Lepramedikament erreich werden, wie man zufällig entdeckt hat.
Bringt das denn nicht den gesamten Calciumhaushalt des Körpers durcheinander? Steht noch genügend Calcium zum Neuaufbau bzw. Erhalt von Knochen und Zähnen zur Verfügung, wenn man einfach den Spiegel senkt?
Könnte man durch eine Senkung der Calciumaufnahme einen ähnlichen Effekt erreichen wie durch die Einnahme dieses Medikaments? … Ihr merkt schon, ich bin da Laie. Vielleicht findet sich ja jemand, der mir die Zusammenhänge so erklärt, dass ich sie verstehe.
Schöne Grüße
Petra
Hallo,
Nein, Calcium ist nicht ungesund. Aber eine Autoimmunerkrankung ist ungesund. Eine Verringerung des intrazellulären Calciums kann das kleinere Übel sein.
Calcium ist an vielen zellulären Signalwegen beteiligt und spielt auch eine wichtige Rolle bei der Energiegewinnung und bei der Muskelarbeit. Wegen seiner Rolle als Signalmolekül ist normalerweise die Konzentration im Zellplasma sehr gering. Es wird in gesonderten Speicher-Kompartimenten zurückgehalten, meist im Endoplasmatischen Retikulum. Bei einem entsprechenden Reiz wird es dann freigesetzt und kann so im Zellplasma verschiedene biochemische Reaktionen auslösen, die das Signal für die Zelle darstellen (z.B. um einen Nervenimpuls abzugeben, zu proliferieren oder sich zu kontrahieren).
Das Calcium für Knochen und Zähne hingegen spielt keine Rolle *in* den Zellen. Eine Senkung der Calcium-Aufnahme generell kann schlecht sein für die Knochen (und anderes, s. Ccllium-Mangelerkrankungen).
Ein zu hoher intrazelluläre Calciumspiegel kann auch *Ursache* einer Autoimmunerkrankung sein. Normalerweise ist ja, wie gesagt, der intrazelluläre Ca-Spiegel sehr niedrig. Stimmt dort was nicht mit der Regulation und ist er zu hoch, kann eine medikative Senkung dieses Spiegels durchaus die Ursache der Erkrankung kontrollieren. Das ist aber nur Spekulation. Ich weiß nicht, wie das konkret bei Autoimmunerkrankungen und Ca aussieht.
LG
Jochen
Hallo Jochen,
vielen Dank für die Erklärung. Wie ich es mir dachte: Sehr komplexes Thema, und „nix Genaues weiß man net“.
Den Zusammenhang kann wohl niemand kennen, da er erst noch erforscht wird.
Schöne Grüße
Petra
HAllo ich denke der zentrale Satz in dem Artikel ist „Ohne ausreichend intrazelluläres Calcium sei der Signalweg für die Immunantwort praktisch ausgeschlossen. Bei einer Autoimmunerkrankung ist das von Vorteil, da sich das Immunsystem …fälschlicherweise gegen körpereigene, ungefährliche Strukturen richtet.“
Also geht es nur darum dass das MEdikament die KAnäle für das CAlcium Blockiert, wodurch dieses nicht mit dem Immunsystem reagieren kann und somit das Immunsystem reduziert wird (was bei einer Autoimmunerkrankung ja überempfindlich ist)
Also bringt es nichts, die CA aufnahme zu reduzieren, da ja nicht das Ca an sich reduziert wird, sondern nur die Wirksamkeit des intrazellularen Ca.
Ca schwirrt aber noch an ganz vielen anderen Stellen umher und es war sogar mal Therapieteil sogar die Cazufuhr zu erhöhren gegen NEurodermitis (zumindest um dieses ewige Jucken zu minimieren)
Also irgendwo hinkt da noch etwas…
Gruß Susanne
Hallo Susanne,
Also bringt es nichts, die CA aufnahme zu reduzieren …
Eben das war der Hintergrund meiner Frage. Aber so einfach scheint es wohl nicht zu sein. Wäre ja auch zu einfach gewesen …
Schöne Grüße
Petra