Hallo,
auf der sachlichen Ebene würde ich, wie auch schon vorgeschlagen wurde, alles säuberlich protokollieren damit du im Fall der Fälle etwas in der Hand hast. Später kannst Du schlecht kommen und sagen „der hat irgendwann mal dies und das erzählt“ - weil das ist dann diffus und er behauptet das Gegenteil… Vage Aussagen deinerseits werden dann von ihm bestritten und dir das Wort im Munde verdreht, und unter dem Strich stehtst du blöd da. Also „Fakten, Fakten, Fakten“ sammeln damit du konkrete Dinge in der Hand hast.
Auf der emotionalen Ebene hast du ja schon ganz gut erkannt welches Spiel da läuft. Er hat Angst aufgrund kleinerer Qualifikation von dir weggemendelt zu werden. Er fühlt sich unterlegen und weniger qualifiziert, er sieht sich im Nachteil und das auch noch gegenüber einer Frau. Natürlich gibt er das nicht zu, wer gibt sich die Blöße Schwäche oder Fehlverhalten zuzugeben? Dein Gespräch mit ihm mußte insofern scheitern.
Versuche jetzt zu verstehen dass er im Grunde nicht anders kann als sich mit Intrigen zu wehren. Fachlich kann er dich nicht in die Tasche stecken, also muß er anderweitig ansetzen. Vielleicht hat er gar nichts gegen dich als Mensch, aber du bedrohst seine berufliche Situation. Das macht ihm Angst und dagegen versucht er sich nun irgendwie zur Wehr zu setzen. Das mußt du verstehen… wie gesagt, er kann nicht anders. Er ist ein Mensch und sucht Auswege, was soll er tun?
Deine Strategie ist nun, neben dem Protokoll, das du führst: Freundlichkeit! Du reagierst jetzt genau so, wie er das gerade nicht erwartet: mit Komplimenten, Lobeshymnen, positiven Aussagen. Laß’ ihn doch einfach der Spezialist sein, der er sein möchte! Mach ihn zum Fachmann, zum unersätzlichen Supermann! „Good for bad“ heißt die Devise. Sei freundlich bis zum umfallen. 
Lobe ihn für seine gute Arbeit und sein breites Wissen. Dass er eine Bereicherung für die Firma ist mit seinen Fähigkeiten und auch seinen sozialen Kompetenzen, wie er mit den Kollegen redet und so, dass er ein wichtiger Kommunikator ist.
Ich würde das nicht so weit treiben dass ihm sofort klar ist dass du es sarkastisch meinst, wobei es durchaus okay ist wenn er das irgendwann vermutet. Die Verunsicherung, ob du es ernst meinst oder ihn auf den Arm nimmst soll er ruhig haben.
Es geht einfach darum ihn mit unerwarteter Freundlichkeit zu verwirren, ihm den Wind aus den Segeln zu nehmen. Er kann nicht böse über dich reden wenn du doch so große Stücke auf ihn hälst… 
Mach’ ihm Komplimente für die sorgfältige Arbeit, sein Wissenspektrum, sage ihm wie froh du bist dass er im Team ist, dass er die Fäden zusammen hält, alles im Fluß ist und er alle auf dem Laufenden hält was so los ist und wer was tut und läßt…
Du kannst sogar anfangen ihm persönlich zu schmeicheln: was für einen tolle Krawatte, sein geniales Händchen bei der Auswahl seiner Anzüge. Lass’ ihn Superstar sein!
)) Nicht zu übertrieben lächerlich, aber so dass er dir ein wenig auf den Leim geht, selbst wenn er irgendwann vermutet dass du ihn für blöd verkaufst - was du natürlich niiiiieeeeemals tun würdest!
Wenn Du versuchst im täglichen Gerede seine Fehler zu beweisen oder gegen ihn zu kämpfen lieferst du ihm nur die erwünschten Beweise dass du intrigierst. Das bringt also nix. Deswegen: nimm ihm mit unerwarteter Freundlichkeit den Wind aus den Segeln! Du wirst schnell merken dass er ganz unsicher wird und nicht mehr weiter weiß.
))
Du wirst sehen wie gut das funktioniert - und noch viel mehr, du wirst viel Freude daran haben und innerlich immer vor Spaß lächeln wenn du an meine Zeilen hier denkst ausprobierst wie deine Aktionen Wirkung zeigen.
Lass’ dir sein Spiel, seinen Konkurrenzkampf, einfach nicht aufzwingen. DU entscheidest für dich was DU willst und machst, du brauchst und solltest nicht die Marionette sein, die nach seinem Willen tanzt. Das würdest du aber tun wenn du dich jetzt halbherzig und ungeschickt zu wehren versuchst. Deswegen lass’ ihn ins Leere laufen anstatt auf die Aktionen von ihm einzusteigen.
Er kann dir nicht böse sein und dich schlecht machen wo du doch so lieb zu ihm bist und in ihm den Goodfather der Firma siehst. Er will ja „geliebt“ werden und hören wie wichtig und unverzichtbar er ist. Und das gibst du ihm einfach…
Du wirst sehen wie gut das funktioniert und wie lustig das zugleich ist…
Alles Gute und viel Spaß!
MecFleih