Introjekte

Ich lese gerade ein psychologisches Buch, in dem die Autorin immer wieder von
Introjekten schreibt. Also den Erlebnissen oder Erfahrungen aus der Kindheit, die
man als Selbstbild übernimmt. (richtig zusammengefasst?)
Was meinen denn die „Profis“ wie sehr einen Erlebnisse aus der Kindheit prägen
können? Damit meine ich nicht unbedingt schwerwiegende Situationen oder gar
Übergriffe.
Kann EINE Situation, in der die Mutter mal die Familie verlassen wollte, es aber
nicht gemacht hat und auch danach alles wieder gut war, immer noch so prägnant
sein, dass man starke Verlustängste hat?
Klar reagiert jeder Mensch auch unterschiedlich stark auf verschiedenen
Situationen. Aber ist es möglich, dass man sich damit nicht genug
auseinandergesetzt hat und als „schlechte Kindheitserinnerung“ abgetan hat,
obwohl es mehr ist?

Danke für Kommentare.
Nele

Hi Nele,

Natürlich sind wir als Kinder unserer Eltern vom Elternhaus geprägt, im positivem, wie im negativem. In unserer Gesellschaft wird aber oft das Negative verleugnet, wogegen das Positive meistens nicht in Frage gestellt wird.

Ist ein Kind sehr musikalisch oder sportlich begabt, so nimmt der/die Erzeuger sehr schnell für sich in Anspruch der Urheber dieses Talentes oder Begabung zu sein. Bei negativen Dingen kommt dr Spruch:" Das hat er aber nicht von mir!"

Als Kinder sind wir unseren Eltern hilflos ausgeliefert, denn wir können uns ihnen nur bedingt entziehen und neue bestellen geht auch nicht. Als Erwachsene jedoch können wir uns sehr wohl diesen Einflüssen und Prägungen wiedersetzen, gegebenfalls auch mit fremder Hilfe.

MfG Harald