Intubationsnarkose bei Weisheitszahn-OP

Hallo ihr Lieben,

bei mir steht nächste Woche eine 4-fach Weisheitszahn-OP + Entfernung einer Zyste unter Vollnarkose an.

Da ich noch nie eine Vollnarkose hatte und gern vorbereitet bin, würde mich der „Ablauf“ der Narkose interessieren und des Weiteren wüsste ich gern so banale Dinge wie: Darf ich meine Kleidung anbehalten oder muss ich so ein OP-Hemdchen + Thrombosestrümpfe anziehen?

Hat jemand eine ähnliche OP schon hinter sich und wie sind eure Erfahrungen damit??

Ich bedanke mich jetzt schon für eure Antworten!!

LG, nisi

Ich habe die Entfernung von 3 Weisheitszähnen vor nun knapp 2,5 Jahren hinter mir.
Der Eingriff erfolgte unter Vollnarkose mit Intubation.

Der Ablauf:

ich wurde am Morgen des Eingriffs von der Helferin des Anästhesisten (mit dem ich bereits 2 Wochen vorher einen Termin zum allg. körperlichen Check hatte) in den Behandlungsraum gebracht, wo ich vom Chirurg und dem Anästhesisten begrüßt wurde.

Mir wurde noch einmal sehr komprimiert der Eingriff erklärt, ein zwei Scherze konnten mich sogar in dieser Situation noch kurz zum lachen bringen und es ging damit weiter dass mir ein EKG sowie eine Blutdruckmanschette angelegt wurden während mir der Anästhesist einen intravenösen Zugang an meiner rechten Handoberfläche legte. Mein Kopf wurde noch in ein Schaumstoff-Formkissen zur Stabilisierung gelegt. Insgesamt war es wirklich bequem ,-9

Ich bekam eine kleine Injektion, schnell gefolgt von einer etwas größeren mit einer milchig weißen Flüssigkeit, begleitet von den Worten „Jetzt gibts Stoff auf Krankenkasse“. Ich erinnere mich noch das ich tief einatmete und die Augen schloss – alles andere fehlt.

Als ich aufwachte befand ich mich in einem anderen Raum, meine Freundin die mich vom Eingriff abholte saß neben mir. Es war wie aus einem sehr tiefen Traum mit einem dicken Kopf aufzuwachen.
Erst nach ungefähr 20-25 Minuten setzen Schmerzen ein, diese Waren aber nicht sehr stark – ein Anteil des abklingenden Anästhetikum war ja auch Schmerzmittel das sehr sehr langsam abklang. Zeit genug ein zwei Ibuprofen beizusteuern.

Was mir meine Freundin anschließend erzählte war, das ich ca. eine halbe Stunde schon halb bei Bewusstsein war und ihr die tiefsten Liebesschwüre offenbarte :smile:. Auch den Weg vom Behandlungsraum in das Nebenzimmer hatte ich auf meinen eigenen Füßen gestützt von Chirurg und Freundin selbst zurück gelegt. So sehr ich es auch versuche, eine Erinnerung daran ist mir völlig unmöglich.

Mein Empfinden:

Ich habe einen Weisheitszahn normal unter örtlicher Betäubung entfernen lassen und ich habe aufgrund von Gewebeveränderungen am Zahnfleisch und einer Zyste am Kiefer bereits mehrere operative Eingriffe im Kieferraum hinter mir.

Wenn ein Chirurg gut spritzt und nicht am falschen Ende spart kann eine lokale Betäubung das Schmerzempfinden sehr gut ausschalten. Ein Kontrolleingriff bei dem Mein Unterkiefer einseitig freigelegt wurde war sogar für mich völlig schmerzfrei bis auf die Injektion selbst.
Auf der anderen Seite steht natürlich entzündetes Gewebe und Arbeit am Knochen – das ist für den einen weniger, für den anderen mehr unangenehm.

Eine gute Schmerztherapie hilft dem Patient zu entspannen und lässt den Chirurg schneller und präziser Arbeiten. Dies hat wiederrum zur Folge das die Heilung schneller erfolgen kann und auch die Schmerzen im Nachhinein deutlich angenehmer sind.

Meine Entfernung des einzelnen Zahns war blanker Horror. Dicke schwarze Wange und derber Schmerz.
Die Entfernung der 3 Zähne auf einen Schlag unter Narkose war völlig unproblematisch, obwohl einer der Zähne 90° Schieflage hatte und tief im Kopf saß. Ich kam mit einfachen Schmerzmitteln für die kommenden 2-3 Tage gut aus und meine Wangen waren zwar leicht geschwollen und auch gelb - ich konnte aber schon am zweiten Tag nach dem Eingriff relativ normales Essen kauen und hatte keinerlei Probleme.

Die in der Wunde verbleibende Tamponade wurde bei mir alle 2 Tage gewechselt - das war zwar ein ekliger Geschmack aber nicht schmerzvoller als sich ein Haar auszureißen. :smile:

Intubation

Vor der Intubation hatte ich ein wenig Panik. Besonders der Fakt, dass es durch die Nase geht und die Tausend Fragen die man sich stellt wenn man es nicht weiß. Der Anblick des Beatmungsgerätes bei der Voruntersuchung hat mir schon Panik gemacht.

Jetzt muss ich sagen: Ich habe davon absolut nichts bemerkt.
Das Intubationsgerät stand neben dem Anästhesisten bereit und mit Sicherheit hat er es auch benutzt. Aber ich habe nicht mitbekommen und auch im Nachhinein keinerlei Probleme gehabt. Man sagte mir das es vereinzelt zu Nasenbluten oder brennende gereizte Nasenschleimhäute auftreten können, bei mir ist aber absolut nichts passiert.

Famous Last Words

Es war für mich eine durchwweg positive Erfahrung. Zum einen weil ich endlich meine enzündeten Zähne los war, zum anderen weil es ein krasser Gegensatz zu meinen schlechten Erfahrungen im Vorfeld war.
Und zu guter letzt: ich habe mich schon lange nicht mehr körperlich so entspannt und gut gefühlt wie in den Tagen nach der OP :smile: Ich vermute es liegt am Muskelrelaxanz

Soweit mein kleiner Erfahrungsbericht. Vielleicht hilft es Dir ja Deinen Puls um 1-2 Schläge am großen Tag zu senken - aufgeregt sein wirst Du so oder so, aber Angst brauchst Du meiner Meinung nach keine zu haben. Sei eher glücklich dass Du diesen Eingriff unter Narkose machen kannst, es macht die ganze Affäre definitiv entspannter. :smile:
Und wenn ich Dir noch irgendwelche Fragen beantworten kann … einfach fragen :wink:

Lieber sheeplover,

wow, ganz ganz lieben Dank, dass du dir die Zeit für diese ausführliche Schilderung genommen hast. Ich muss sagen, dass ich jetzt durchaus etwas beruhigter bin. Zwar wird es bei mir keine Voruntersuchung geben, was mich ein wenig verwundert, denn ich muss am Montag lediglich den Anästhesisten anrufen und einen Fragebogen beantworten, aber die Ärzte werden schon wissen was notwendig ist.

Es freut mich, dass ich - so wie es klingt - meine ganz normale Kleidung anbehalten darf. Juchu, keine Trombosestrümpfe!! Dann fühle ich mich nicht ganz so „ausgeliefert“. Beunruhigend finde ich, dass ich Sachen erzählen werde und Dinge tun werde, an die ich mich nicht erinnern werden kann, aber das liegt nunmal in der Natur der Dinge.

Da bei mir ziemlich viel aufgeschnitten werden muss, wird es wohl auch keine Tamponaden geben, sondern es wird alles vernäht, was Fäden ziehen bedeutet. Aber ich denke nicht, dass das so tragisch ist.

Glücklicherweise hat mein Freund sich auch zwei Tage frei genommen, so dass ich mich ein wenig pflegen lassen kann.

Fazit: Ein mulmiges Gefühl habe ich nach wie vor, aber die Angst ist nicht mehr so ausgeprägt.

Vielen Dank noch einmal dafür!!

Hey nisi :smile:

Also die fehlende Voruntersuchung ist auch nichts großes gewesen: Blutdruck messen, Lunge abhören, Lymphknoten abtasten und noch 2-3 Fragen. Nichts was wirklich von größerer Relevanz gewesen wäre.

Die Tamponade wird es bei Dir garantiert geben. Es sind schmale Streifen Gaze die gefaltet in die Wunde gelegt werden. Dies ist sogar sehr wichtig damit die Wunde von innen nach aussen heilen kann und sich keine Entzündungen bilden. Ebenso wie das Ziehen der Fäden (bei mir nach 8 Tagen) ist das aber wirklich schmerzfrei und nichts wo Du Angst vor haben müsstest – lediglich der nette Geschmack den es hinterlässt ist wirklich zum Abgewöhnen :smiley:

Das Du aus dem Nähkästchen plaudern wirst ist nicht gesagt – die Möglichkeit besteht aber ich denke das es dabei auch auf die Reize ankommt die Dir in der Aufwachphase zugehen. Wenn es möglich ist schau zu das Dein Freund bei Dir ist nachdem die Narkose ausgeleitet wurde. Ich bin der Meinung das macht die Phase des Erwachens leichter.

Ich wünsch Dir alles Gute für Deinen Eingriff!

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