Invest in Zertifikate - welche Risiken bestehen?

Hallo, wer hat Erfahrungen mit Geldanlagen in Zertifikaten. Welche Risiken gibt es und worauf sollte man bei der Auswahl besonders achten.

Ich habe etwas „Spielgeld“ und möchte dieses umschichten. Daneben will ich ab Mai monatlich 100 Euro in einen Sparplan investieren.

Wie sieht das mit der Abgeltungssteuer aus?? Werden Zertifikate gleich hoch besteuert, wie Aktien oder Fonts??

Danke! Schöne Grüße

Gudrun

Informieren, informieren, informieren !!!
Hallo,

deine Frage ist so allgemein gestellt, dass man Dir nur raten kann dich erstmal zu informieren.

Hallo, wer hat Erfahrungen mit Geldanlagen in Zertifikaten.
Welche Risiken gibt es und worauf sollte man bei der Auswahl
besonders achten.

Wie sieht das mit der Abgeltungssteuer aus?? Werden
Zertifikate gleich hoch besteuert, wie Aktien oder Fonts??

Ach hier gitl, nutze doch erstmal das Internet um Informationen nachzulesen.

Deine Fragen lassen nämlich den Schluss zu, dass du noch keinerlei Grundwissen hast und dafür gibt es neben vielen schriftlichen InfoMöglichenkeiten auch Internetseiten.

Einfach mal die Stichworte in www.google.de eingeben oder Bankenseiten aufsuchen dort findest du auch schon jede Menge Infos.

Gruss
Börsenfan1968

hallo
jede Menge Informationen kannst du hier finden:
http://portal.commerzbank.de/cocoon/retail/Publicati…
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Hallo Gudrun,

Hallo, wer hat Erfahrungen mit Geldanlagen in Zertifikaten.

Na ja, geht so.

Welche Risiken gibt es und worauf sollte man bei der Auswahl
besonders achten.

Vor allem gibt es ein Emittentenrisiko. Konkret bedeutet das: Wenn die Bank, die das Zertifikat ausgegeben hat, pleite geht, dann ist dein Geld weg. Bei Aktien und Fonds ist das nicht so. Die sind Sondervermögen. Wenn die Bank pleite geht, kann man sie halt ein paar Wochen nicht handeln. Das ist zwar ärgerlich, aber wenn es nicht gerade irgendwelche hochspekulativen Werte waren, wird das Geld nachher noch da sein.

Die Bear Sterns Bank wäre dieses Jahr ja beinahe pleite gegangen … ich hatte zum Glück kein Zertifikat von denen, weil ich ein etwas ungutes Gefühl dabei hatte, etwas im Depot zu haben, das mit BS beginnt. Obwohl ich das Zertifikat ansonsten ganz interessant fand. Aber das war ganz schön knapp mit dieser Bank. Ich kann mir vorstellen, dass das einige „spannende Tage“ geworden wären, wenn ich etwas von denen im Depot gehabt hätte.

Ansonsten kommt es natürlich noch drauf an, was für eine Art von Zertifikat es überhaupt ist. Lies dich doch hier mal bei http://www.scoach.de ein. Für den Anfang sind Garantiezertifikate sicher nicht das Schlechteste.

Du kannst Zertifikate an der Börse zum aktuellen Kurs kaufen oder sie bei der Emission zeichnen. Ich habe mir früher irgendwelche Zertifikate meiner Hausbank aufschwatzen lassen („wir hätten da was für Sie …“), zu einem Startpreis von EUR 101,50. Die sind alle kräftig gefallen und jetzt muss ich ein paar Jahre warten, bis ich zumindest wieder EUR 100,- zurückbekomme. Ok, vielleicht bekomme ich auch mehr, aber EUR 100,- gibt es auf jeden Fall.

Was ich damit sagen will: Der Kauf an der Börse ist nicht das Schlechteste.

Wie sieht das mit der Abgeltungssteuer aus?? Werden
Zertifikate gleich hoch besteuert, wie Aktien oder Fonds??

Keine Ahnung, aber ich denke, Sicherheit und Rendite sind ungleich wichtiger als diese komische Steuer. Was nützt es dir, wenn ein Gewinn theoretisch noch steuerfrei ist, es praktisch aber keinen Gewinn gibt, sondern einen Verlust?

Schöne Grüße

Petra

Hallo Petra,

ich habe selten so einen Quatsch gelesen und weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

Vor allem gibt es ein Emittentenrisiko. Konkret bedeutet das:
Wenn die Bank, die das Zertifikat ausgegeben hat, pleite geht,
dann ist dein Geld weg.

Das theoretische Risiko gibt es natürlich, gar keine Frage. Dieses dürfte aber bei den von den üblichen Goßbanken emittierten Zertifikaten, im Gegensatz zu z.B. vielen Unternehmensanleihen oder Staatsanleihen der südlichen Hemisphäre, vernachlässigbar sein. Und wenn der Totalausfall doch eintreten sollte, dann dürften wir ganz andere Probleme haben.

Bei Aktien und Fonds ist das nicht so.
Die sind Sondervermögen. Wenn die Bank pleite geht, kann man
sie halt ein paar Wochen nicht handeln. Das ist zwar
ärgerlich, aber wenn es nicht gerade irgendwelche
hochspekulativen Werte waren, wird das Geld nachher noch da
sein.

Interessant. Erklär doch mal bitte, wie eine Aktie ein Sondervermögen sein soll. Und wie „das Geld“ nachher noch da sein soll. Und was einen Fonds, der in Aktien investiert, per se sicherer machen soll als ein Zertifikat.

Die Bear Sterns Bank wäre dieses Jahr ja beinahe pleite
gegangen … ich hatte zum Glück kein Zertifikat von denen,
weil ich ein etwas ungutes Gefühl dabei hatte, etwas im Depot
zu haben, das mit BS beginnt.

Mit der Aktie von BS statt deren Zertifikaten hättest du also ruhig schlafen können? Ach ja, ich vergaß: Das Geld ist ja nachher irgendwie noch da.

Ansonsten kommt es natürlich noch drauf an, was für eine Art
von Zertifikat es überhaupt ist.

Ohne das „ansonsten“ ist dies der einzig ernst zu nehmende Satz.

Für den Anfang sind
Garantiezertifikate sicher nicht das Schlechteste.

Garantie hin oder her: Das mit Abstand wichtigste ist der Basiswert des Zertifikats. Und ob dieser bzw. die zugehörige Partizipation gemäß der Zertifikatsbedingungen zu meiner Anlagestrategie und meinen Markterwartungen passt.

Du kannst Zertifikate an der Börse zum aktuellen Kurs kaufen
oder sie bei der Emission zeichnen.

Nun ja, die Wahl habe ich nur, wenn das Zertifikat gerade zur Zeichnung ansteht und meine Depotbank mich auch an selbiger teilnehmen lässt.

Ich habe mir früher
irgendwelche Zertifikate meiner Hausbank aufschwatzen lassen

Ich glaubs.

Wie sieht das mit der Abgeltungssteuer aus?? Werden
Zertifikate gleich hoch besteuert, wie Aktien oder Fonds??

Keine Ahnung

Ja, werden sie. Es gibt nur einen einheitlichen Satz bei der Abgeltungsteuer und der beträgt 25% zzgl. Soli (wann wird der eigentlich endlich mal abgeschafft?) und ggf. Kirchensteuer.

ich denke, Sicherheit und Rendite sind
ungleich wichtiger als diese komische Steuer. Was nützt es
dir, wenn ein Gewinn theoretisch noch steuerfrei ist, es
praktisch aber keinen Gewinn gibt, sondern einen Verlust?

Für die Abwägung, welche Anlage welche Nachsteuerrendite hat, ist es schon sinnvoll, sich mit dieser komischen Steuer zu beschäftigen und sie bzw. die fehlende Kenntnis darüber nicht mit Gefasel vom Tisch zu wischen.

Um der ursprünglichen Fragestellerin eine Antwort darauf zu geben, welche Risiken bei Zertifikaten bestehen: Eigene Unkenntnis und/oder die von sogenannten und selbsternannten Beratern ist das erste und größte Risiko. Danach kommt das Risiko von Marktbewegungen entgegen der eigenen Prognose. Und ganz am Schluß kann (und sollte) man sich mit Emittenten- und den ganzen anderen Lehrbuchrisiken beschäftigen.

Solide Geldanlage ist keine Hexerei, aber auch nicht mal eben an einem Nachmittag zu erlernen. Genauso wenig, wie man auf einmal nicht mehr zum Arzt geht sondern selber an sich herumoperiert, sollte man auch nicht ohne zumindest halbwegs fundiertes Basiswissen sein Erspartes mit vorher nie gekannten Finanzprodukten verplempern. Es kann gut gehen, es kann aber auch mächtig in die Hose gehen. Die Kombination Sparbuch und Lotto kann das aber auch.

Das größte Problem ist, dass der Begriff Zertifikat ähnlich konkret ist wie Kraftfahrzeug. Zwei oder vier Räder? Kleinwagen, Mittelklasse, Lkw? Benzin, Diesel oder gar Hybrid? Neu oder gebraucht? Voll- oder Teilkasko? Ganzjahresreifen auf Alufelgen? Sidebags, metallic, TMCpro? Nur mal so als Vergleich…

Gruß
Nils

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Hallo

Das theoretische Risiko gibt es natürlich, gar keine Frage.
Dieses dürfte aber bei den von den üblichen Goßbanken
emittierten Zertifikaten, im Gegensatz zu z.B. vielen
Unternehmensanleihen oder Staatsanleihen der südlichen
Hemisphäre, vernachlässigbar sein. Und wenn der Totalausfall
doch eintreten sollte, dann dürften wir ganz andere Probleme
haben.

Wo kommt jetzt der Bezug zu Corporate Bonds aus Schwellenlänern her? Habe ich da was verpasst?

… Und was einen Fonds, der in Aktien investiert, per
se sicherer machen soll als ein Zertifikat.

Nun, da greift jetzt schon das Thema „Sondervermögen“. Ohne staatliche Unterstützung wären im Zuge der aktuellen Finanzkrise schon einige Banken insolvent und die Forderungen aus Zertifikaten wohl eher Abschreibungspotential. Ob dieser politische Wille dauerhaft bestehen bleibt, kann man wohl nicht sagen.
Außerdem ist die Transparenz eines Fonds und die daraus resultierende bessere Verständlichkeit für den Anleger aus meiner Sicht ein Sicherheitsaspekt. Wenn ich einen Fonds für Deutsche Aktien habe, dann weiss ich, dass dieser fällt, wenn der DAX fällt. Ob der Privatanleger wirklich weiß, was sein Zertifikat wann macht, wage ich zu bezweifeln.

Garantie hin oder her: Das mit Abstand wichtigste ist der
Basiswert des Zertifikats.

Einspruch Euer Ehren!
Mindestens genauso wichtig ist ja wohl das Konstrukt, welches dahinter steht. Sogar das Emmissionsdatum kann bei zwei ansonsten vollkommen gleichen Papieren große Auswirkung auf das Ergebnis haben.

Wie sieht das mit der Abgeltungssteuer aus?? Werden
Zertifikate gleich hoch besteuert, wie Aktien oder Fonds??

Keine Ahnung

Ja, werden sie. Es gibt nur einen einheitlichen Satz bei der
Abgeltungsteuer und der beträgt 25% zzgl. Soli (wann wird der
eigentlich endlich mal abgeschafft?) und ggf. Kirchensteuer.

Ich hatte die Fragestellerin so verstanden, als wollte Sie aktuell investieren. Oder zumindest noch vor dem 31.12.?
Dann gilt grundsätzlich der sog. Bestandsschutz. D.h., dass bis dahin getätigte Investments noch nach aktueller Lage besteuert werden.
Hier sind Zertifikate allerdings deutlich benachteiligt.
Zertifikate, die bis 30.6.08 gekauft werden, können bis zum 1.7.09 steuerfrei verkauft werden (wenn die Spek.-steuer abgelaufen ist).
Für nach dem 30.6.08 gekaufte Zertifikate gilt die Bestandsschutzregelung nicht. Gewinne müssen also ab 1.1. Abgeltungs-versteuert werden.

Für Fonds gilt der Bestandsschutz bis 31.12.08.

Ansonsten:
Leben und Leben lassen!

Gruß vom Money-Schorsch

Ich hatte die Fragestellerin so verstanden, als wollte Sie
aktuell investieren. Oder zumindest noch vor dem 31.12.?
Dann gilt grundsätzlich der sog. Bestandsschutz. D.h., dass
bis dahin getätigte Investments noch nach aktueller Lage
besteuert werden.
Hier sind Zertifikate allerdings deutlich benachteiligt.
Zertifikate, die bis 30.6.08 gekauft werden, können bis zum
1.7.09 steuerfrei verkauft werden (wenn die Spek.-steuer
abgelaufen ist).
Für nach dem 30.6.08 gekaufte Zertifikate gilt die
Bestandsschutzregelung nicht. Gewinne müssen also ab 1.1.
Abgeltungs-versteuert werden.

Einschränkung:
Obiges gilt für Zertifikate ohne Kapitalgarantie.

Hallo Schorsch,

… Und was einen Fonds, der in Aktien investiert, per
se sicherer machen soll als ein Zertifikat.

Nun, da greift jetzt schon das Thema „Sondervermögen“.

Schon klar. Aber ob ich die Aktie selber habe oder über den Umweg eines Fonds, macht die Anlage in eine AG nicht sicherer. Der Fonds bietet natürlich die Möglichkeit der Streuung, insbesondere bei eher kleinen Anlagesummen.

Außerdem ist die Transparenz eines Fonds und die daraus
resultierende bessere Verständlichkeit für den Anleger aus
meiner Sicht ein Sicherheitsaspekt. Wenn ich einen Fonds für
Deutsche Aktien habe, dann weiss ich, dass dieser fällt, wenn
der DAX fällt. Ob der Privatanleger wirklich weiß, was sein
Zertifikat wann macht, wage ich zu bezweifeln.

Das kommt auf den Fonds und das Zertifikat an. Es gibt auch Fonds, deren Transparenz alles andere als durchsichtig ist. Und es gibt Zertifikate, die einen Index 1:1 abbilden.
Was ein Zertifikat wann macht, ist recht genau festgelegt. „Den Privatanlager“ gibt es sowieso nicht, das Spektrum reicht von Null bis Profi.
Den Begriff Fonds einfach mal dem Begriff Zertifikat gegenüber zu stellen, wo beide ähnlich unkonkret sind, macht m.E. wenig Sinn.

Mindestens genauso wichtig ist ja wohl das Konstrukt, welches
dahinter steht. Sogar das Emmissionsdatum kann bei zwei
ansonsten vollkommen gleichen Papieren große Auswirkung auf
das Ergebnis haben.

Gut, wir könnten uns jetzt um jeden Tabellenplatz der Anlagekriterien streiten. Das will ich gar nicht, weil es eh keine Patentlösung gibt. Einigkeit dürfte aber wohl darüber herrschen, dass das Emittentenrisiko bei Zertifikaten nicht in der Champions League spielt.

Gruß
Nils

Hallo,

Das theoretische Risiko gibt es natürlich, gar keine Frage.
Dieses dürfte aber bei den von den üblichen Goßbanken
emittierten Zertifikaten, im Gegensatz zu z.B. vielen
Unternehmensanleihen oder Staatsanleihen der südlichen
Hemisphäre, vernachlässigbar sein.

bei Laufzeiten von mehreren Jahren halte ich das für eine recht mutige Aussage, zumal der Markt tatsächlich sogar Pleiten erwartet. Das Prinzip „too big to fail“ funktioniert zwar im Moment noch, aber evtl. geht den kleinen Helferleins, d.h. den Fonds aus Asien und den nicht involvierten Banken irgendwann das Geld aus und die Notenbanken verlieren die Lust, den Instituten gegen die Papiere als Sicherheit, die Ursache des Problems sind, ohne Ende Geld in den stinkenden Rachen zu werden.

Und wenn der Totalausfall
doch eintreten sollte, dann dürften wir ganz andere Probleme
haben.

Ja, aber zu diesen Problemen muß doch nicht zusätzlich noch kommen, daß man sein investiertes Geld verliert.

Die sind Sondervermögen. Wenn die Bank pleite geht, kann man
sie halt ein paar Wochen nicht handeln. Das ist zwar
ärgerlich, aber wenn es nicht gerade irgendwelche
hochspekulativen Werte waren, wird das Geld nachher noch da
sein.

Interessant. Erklär doch mal bitte, wie eine Aktie ein
Sondervermögen sein soll. Und wie „das Geld“ nachher noch da
sein soll.

Wenn über ein Kreditinstitut ein Moratorium verhängt wird, kann man in der Tat an sein Depot eine Zeitlang nicht ran. Was Petra meint ist wohl, daß das nicht viel ausmacht, wenn man nicht gerade sehr volatile Papiere im Bestand hat.

Und was einen Fonds, der in Aktien investiert, per
se sicherer machen soll als ein Zertifikat.

Ganz einfach: ein Fonds ist in der Tat ein Sondervermögen der betreffenden Kapitalanlagegesellschaft und daher bei der Insolvenz eines Kreditinstitutes außen vor. Das ist bei einem Zertifikat anders. Hier hat man das Emittentenrisiko voll an der Backe.

Gruß
Christian

Hallo, wer hat Erfahrungen mit Geldanlagen in Zertifikaten.
Welche Risiken gibt es und worauf sollte man bei der Auswahl
besonders achten.

Ich habe etwas „Spielgeld“ und möchte dieses umschichten.
Daneben will ich ab Mai monatlich 100 Euro in einen Sparplan
investieren.

Wie sieht das mit der Abgeltungssteuer aus?? Werden
Zertifikate gleich hoch besteuert, wie Aktien oder Fonts??

Danke! Schöne Grüße

Gudrun

Kann mir irgendwer erklären, warum es - zumindest hier im Forum -
gar nicht so selten diejenigen sind, die sich nach der Handhabung
von einem Fond oder von einem Font erkundigen, damit zu erkennen
geben, dass sie nicht ansatzweise wissen, wo die Glocken hängen
und aber auch nicht davor zurückschrecken, hinterher, wenn der Fonds
dann glücklich im Mülleimer angekommen ist, sich gerne darüber beschweren, dass sie über den Tisch gezogen wurden ?

Gruß
Günther