Fall:
Familie: Vater, Mutter, Sohn (36 und aus dem Haus), Tochter (28 noch im Haus, aber eigene Wohnung)
Dann berichtet die Tochter eines Abends den Eltern (nach einem kleinen Familienstreit) , daß sie vor 14 Jahre vom Bruder sexuell mißbraucht wurde. Keine Vergewaltigung, aber gewaltsamer Oralverkehr. Das wäre nicht über Jahre hinweg passiert, sondern innerhalb 1-2 Monaten so 3-4 mal.
Wie sollen sich die Eltern verhalten?
- Sollen Sie der Tochter glauben? Warum hat sie das nicht schon früher erzählt, warum jetzt, nach sooo vielen Jahren? Ist soetwas dann noch glaubwürdig?
- Wie sollen sie sich gegenüber dem Sohn verhalten?
- Sollten die Eltern nach diesem Geständnis kein Wort mehr darüber verlieren, und es so gut wie möglich verdrängen?
Vielen Dank
Hallo Nathalie,
„man sollte“ zählt wohl in solch einem Fall nicht. Denn wo kein Kläger, da kein Richter. Meine ganz persönliche Meinung ist, dass die Tochter noch längst nicht unglaubwürdig ist, nur weil sie jahrelang nichts über dieses unsägliche Verhalten gesagt hat. So viele Faktoren können bei derlei Dingen eine Rolle spielen. Und eine Familienkonstellation ist immer Druck und Abhängigkeit pur.
Wenn es sich um meine Kinder handeln würde, wäre das erste ein Gespräch mit allen zusammen, wo die Geschichte offen angesprochen werden muss. Dann kommt es darauf an, wie wer reagiert.
Letzten Endes aber ist die Tochter nun „gefragt“.
Viele Grüße
Jana
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Danke, Vanessa