Liebe ExpterInnen!
Wie seht Ihr das gesetzliche Verbot von Inzest?
Reicht die Wahrscheinlichkeit, ein behindertes Kind auf die Welt zu bringen aus, um zwei erwachsenen Menschen zu verbieten, daß sie sich lieben? Wenn ja, wie sieht es dann mit gleichgeschlechtlichen, inzestuösen (wertfrei gemeint) Verbindung aus, aus denen ja keine Kinder hervorgehen können?
Das Problem dabei ist wirklich, das dadurch ehr behinderte Kinder entstehen. Das gilt aber nicht nur für Geschwister. Wenn man sich z.B. die Hutterer in amerika anschaut(aber auch alte Adelsgeschlechter), so gibt es dort wesentlich mehr Behinderte verschiedensten Grades, ganz einfach deshalb weil der Genpool zu klein ist. Dazu gibt es auch untersuchungen.
Ich würde nicht die Verantwortung übernehmen wollen, mit einer wesentlich höheren Wahrscheinlichkeit ein behindertes Kind zu bekommen
Hallo Martin,
Wie seht Ihr das gesetzliche Verbot von Inzest?
Reicht die Wahrscheinlichkeit, ein behindertes Kind auf die
Welt zu bringen aus, um zwei erwachsenen Menschen zu
verbieten, daß sie sich lieben?
Auf jeden Fall. Das ist ja quasi fahrlässige Körperverletzung am theoretischen Kind (auch wenn das rechtlich nicht so ganz einwandfrei argumentiert ist).
Wenn ja, wie sieht es dann mit
gleichgeschlechtlichen, inzestuösen (wertfrei gemeint)
Verbindung aus, aus denen ja keine Kinder hervorgehen können?
Tja. Schwierig. Einerseits fällt da wohl das Hauptargument weg, andererseits ist die psychologische Entwicklung des jüngeren Teils dieser Beziehung möglicherweise in Gefahr, man denke an eine sexuelle Eltern-Kinder-Beziehung (natürlich von mehr oder weniger erwachsenen Kindern - alles andere erübrigt ja jede Diskussion).
Auch wenn das Kind während seiner Kindheit nicht sexuell belästigt wird, besteht IMHO die Gefahr, dass es trotzdem schon in die gewünschte Richtung beeinflusst werden könnte.
Also: Knapp gegen auch diese Art von Inzest, IMHO.
Grüße,
Anwar
Hallo,
schau Dir doch verschiedene herrswchaftslinien in der Geschichte mal an, was dabei herauskam. Die spanischen und österreichischen Habsburger haben da ein paar hübsche beispiele - bis hin zu dem einen spanischen König, der nicht nur blöd und zeugungsunfähig sondern auf Grund des extrem übersteigerten Habsburgerkinnes nicht mal mehr normal essen konnte.
Und das waren nicht mal geschwisterehen - das waren einfach nur zu häufige Heiraten in den gleichen Linien!
Das Schlimme daran ist, daß ja die entstehenden Behinderungen und Krankheiten auch mitunter mal eine Generation auslassen und erst in der nächsten durchbrechen - das ist also total unberechenbar.
Von daher sehe ich das Verbot schon als gerechtfertigt an. Denn die wirklich leidtragenden sind ja dann selten die, die da unbedingt miteinander bumsen wollen - es sind die entstehenden Nachkommen, die gar nichts können dafür.
Wer das ersthaft in Erwägung zieht, um des eigenen Vorteils Willen mögliche Erbschäden der Kinder in Kauf zu nehmen - der sollte sich eigentlich überhaupt erst mal fragen, ob er die nötige Reife hat, Verantwortung für Kinder überhaupt zu übernehmen.
Beziehungen ohne Kinder… da muß man wohl unterscheiden. Nichts spricht gegen gleichgeschlechtliche Beziehungen - die bleiben garantiert kinderlos.
Bei anderen beziehungen bin ich skeptisch - der Kinderwunsch kann ja auch manchmal erst nach Jahren kommen - und da ist dann die Frage, welche Chancen eine Beziehung hat, die Kinder will aber nicht haben darf (und natürlich auch die Frage, ob man dann nicht soch über das Gebot der Kinderlosigkeit sich einfach drüberweghinwegsetzt).
Und noch eine Gefahr darf nicht vergessen werden:
Mitunter enstehen zwischen Verwandten dehr enge Beziehungen auf Grund des familiären Zusammenhaltes, die dann oft als Liebe gedeutet werden. Die Schwester, die en großen Bruder anhimmelt und so was.
Und es besteht sehr massiv die Gefahr psachischer Störungen bei den betreffenden Personen, wenn die eine Bezihung eigehen würden - weil es eben keine „normale“ Liebe ist und weil da ganz andere Faktoren wirken. Das kann bis zur totalen Hörigkeit und so führen.
Gernot Geyer
Hallo,
das Verbot von Inzest ist meiner Ansicht nach rein ethischer/moralischer Natur. Wissenschaftlich gesehen gibt es nichts, was dagegen spricht. Es kommt auch nicht zwingend zu behinderten Nachkommen.
Das erhöhte Risiko von Erbkrankheiten rührt daher, dass wenn ein Partner eine Erbkrankheit trägt, die Wahrscheinlichkeit, dass der verwandte Partner ebenfalls Träger dieser Erbanlage ist, natürlich höher ist, als bei einem „Wildfremden“.
Wenn 2 nicht miteinander verwandte Menschen ein Kind haben wollen, dann werden ja auch Untersuchungen bzgl. möglicher Erbkrankheiten gemacht. Genau so könnte man auch bei verwandten Partnern vorgehen und dann entsprechend handeln.
In unserer Kultur sind sexuelle Beziehungen zwischen nahen Verwandten mit einem Tabu belegt, welches sich eben auch in der Gesetzgebung widerspiegelt.
Soweit die Tatsachen. Meine persönliche Ansicht: was im Schlafzimmer zweier zurechnungsfähiger Erwachsener abgeht, geht nur die beiden etwas an.
Gruß,
Myriam
Hallo Martin,
eine ähnliche frage brachte vor längerem auch schon mal vor:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
Meiner Meinung nach bringt es Myriam auf dem Punkt.
Medizinisch gesehen wäre es nicht sonderlich problematisch, wenn zwei nahe Verwandten in einer stark durchmischten Population, wie sie in Industrieländern der Normalfall ist, in einer Generation Kinder zeugt und diese Kinder sich ihre Partner wieder in der durchmischten Population suchen.
Natürlich gilt der alte Spruch „Inzucht verblödet“ und was mehrere Generationen von Inzucht bewirken, wurde schon erwähnt. Andererseits ist das Risiko der geburt von behinderten Kindern bei Müttern oberhalb von 40 deutlich erhöht. Ein Geburtsverbot für Frauen oberhalb von 40 Jahren ist glücklicherweise nicht angedacht. Selbst bei Erbkrankenheiten mit großem Risiko für die Kinder gibt es auch kein Zeugungsverbot.
Insofern lässt sich das Inzest-Verbot nicht medizinisch begründen.
Ein anderes Problem ist, dass bei Inzest mit wesentlich höherer wahrscheinlichkeit sexueller Mißbrauch vorliegen kann. Bei sexuellen Beziehungen zwischen Eltern und Kindern oder zwischen Geschwistern, lässt sich von Außen schlecht beurteilen, ob diese Beziehungen schon in der Kindheit aufgenommen wurde. Wenn nun aber beide Partner volljährig sind, darf das Gesetz nicht automatisch ein mögliches Verbrecher annehmen.
Es bleiben also nur die traditionellen Moralbegriffe. Nach der heutigen Auffassung gilt ja, dass zwei mündige menschen miteinander machen können was sie wollen, solange es in gegenseitigen Einvernehmen geschieht. Christliche Moralbegriffe spielen heute bei der Mehrheit der Bevölkerung auch keine Rolle mehr.
Es könnte durchaus sein, das in einigen Jahren das Inzestverbot gelockert wird. Das einzige was fehlt ist eine Lobby, die gegen das Verbot ankämpft.
Gruß
Carlos
P.S. Nur damit keine Mißverständnisse aufkommen. Ich persönlich halte als Christ inzestiöse Verbindungen für unmoralisch.
Ein Tabubruch rächt sich auf lange Sicht (das ist allgemeine Erkenntnis durch alle Kulturen und alle Zeiten hinweg, s. Ritter Blaubart oder Lots Weib).
Wenn zwei Brüder miteinander Inzest betreiben, so stirbt der entsprechende Familienzweig aus. Die Meßlatte für die Beurteilung einer moralischen Handlung kann man justieren an den Auswirkungen, welche eine Handlung hätte, wenn es alle praktizieren würden.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hi,
Wenn zwei Brüder miteinander Inzest betreiben, so stirbt der
entsprechende Familienzweig aus.
Eh…
Wenn sie es exklusiv so treiben, dann ja, notgedrungen.
Elke
Hi!
Und wenn es nur noch Männer miteinander treiben, stirbt die Menschheit aus. Also ist Homosexualität zutiefst unmoralisch.
alien
Hi!
Und wenn es nur noch Männer miteinander treiben, stirbt die
Menschheit aus. Also ist Homosexualität zutiefst unmoralisch.
…sicher nicht unmoralischer als das Zölibat 
Peter
Hi,
Und wenn es nur noch Männer miteinander treiben, stirbt die
Menschheit aus. Also ist Homosexualität zutiefst unmoralisch.
- Dasselbe gilt auch für Frauen.
- Dass es nur noch homosexuelle Menschen gibt, ist unmöglich.
- Aus den von dir genannten Punkten die Unmoralität von Homosexualität abzuleiten, ist daher völliger Unsinn.
- Dass du bei Homosexualität nur an „miteinander treiben“ denkst, lässt schon tief blicken. Woran denkst du bei heterosexuellen Menschen?
Viele Grüße
WoDi (hetero)
Hi!
>>Die Meßlatte für die Beurteilung einer moralischen Handlung kann man justieren an den Auswirkungen, welche eine Handlung hätte, wenn es alle praktizieren würden.
Hi,
Ich war so naiv, die Ironie meiner Antwort nicht zu
kennzeichnen. Ich hielt sie für offensichtlich.
Sorry!
Ouha! Na, in diesem Fall ist es eher an mir, sorry zu sagen. 
Im Vertrauen: es las sich in der Tat nicht ironisch.
Viele Grüße
WoDi (immer noch hetero) 
Er oder sie meinte es doch ironisch. Wer sagt denn zur Zeit etwas gegen Homosexualität! Das ist doch Teil unseres „Wertekonsens“ geworden - behauptet man jedenfalls in der offiziellen Version.
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Hi!
Und wenn es nur noch Männer miteinander treiben, stirbt die
Menschheit aus. Also ist Homosexualität zutiefst unmoralisch.…sicher nicht unmoralischer als das Zölibat
Peter
Ach - das ist aber jetzt der Weisheit allerletzter Schluß!
Hi!
Sie.
Übrigens hat sie vor ein paar Wochen in einem andren Forum eine recht hitzige Diskussion zum Thema Inzest geführt, weil sie in etwa Myriams Meinung ist und ihretwegen Inzest erlaubt sein dürfte, solange die Freiwilligkeit aller Teilnehmer sichergestellt ist. (Das ist der kritischste Punkt, weil rechtliche Erwachsenheit nichts über tatsächliche Abhängigkeit gerade innerhalb einer Familie aussagt.)
alien