hallo, Ihr beiden,
Als ich meinen Artikel schrieb, hatte ich überhaupt nicht an
diesen Bereich gedacht. Du hast natürlich recht, dass dies ein
besonders ekliger Aspekt ist. Ein sexueller Mißbrauch durch
den eigenen Vater verstärkt die sowieso erzeugten psyschen
Schäden.
Es soll auch Söhne geben, die von der eigenen Mutter vernascht werden.
Das ist leider die Hauptzahl der Fälle. So eine Romanze unter
erwachsenen Geschwistern, wie du sie erwähnst, ist eine
Ausnahme.
Das ist auch nur eine Moralfrage. In so mancher Gesellschaftordnung war das ganz normal, dass Geschwister heirateten. Zwar ist die Gefahr der Degeneration größer, aber Carlos hat natürlich recht: in unserer Gesellschaft würde es keine Rolle spielen.
Man schätzt, dass jedes dritte Mädchen von den
nächsten Verwandten massiv belästigt wird.
Hier hört allerdings die Tolleranz auf! Ein Mädchen, das vom Vater missbraucht wird oder ein Sohn von der Mutter, ist fast immer ein echter „Missbrauch“ (allein der Teil „-brauch“!Abartig!). Vielleicht könnte man darüber reden (nicht von unserer Moral her), wenn ein 50-Jähriger Mann seine selbstständige 25-jährige Tochter heiratet. Doch die sexuelle Belästigung (Miss"brauch") einer 10-, 12-, 14-jährigen, ist ganz einfach sexuelle Gewalt an Schutzbefohlenen, finaziell Abhängigen… Ganz einfach: ein Sexualverbrechen.
Leider, muss ich sagen, spielt da schon das Christentum eine
Rolle, indem es die Schuld an sexuellen Übergriffen
prinzipiell den (weiblichen) Kindern zuschiebt - Frauen sind
ja von Natur aus sündhaft,
Das ist die orientalische Einstellung. Die germanischen Völker kannten das nicht.
die haben sicher den Papa so lange
gereizt, bis der nicht anders konnte.
Ich kann mir zwar vorstellen, dass so eine 14-jährige sexuell auf einen Vater wirken könnte… doch was unterscheidet den Menschen vom Tier? Er kann denken und seine Triebe beherrschen! Er fällt ja auch nicht über jede Frau her, nur weil sein „Begattungsorgan“ in Aktion tritt. Ich weiß, es soll solche Männer geben. (Übrigens in der Südsee gibt es die genau umgekehrte Situation: die Männer müssen acht geben, dass sie nicht alleine sich im Urwald aufhalten. Es könnte sein, dass ein paar Dorfschöne ihn sonst vergewaltigen.)
Der zweite große
Schuldträger ist der Dr. Freud, der es nicht glauben konnte,
dass anständige Familienväter ihren Töchtern unter den Rock
greifen und daher den „Ödipuskomplex“ konstruierte, der alle
Schuld den bösen Kindern zuschiebt.
Hier tust Du S.Freud unrecht. Er meinte mit Ödipuskomplex die Schwärmerei der Kinder für ihre Eltern (die sexuelle). Jeder Junge durchlebt so eine Phase und auch jedes Mädchen. Der Unterschied zu uns Erwachsenen ist der, dass es bei den Kindern eine Schwärmerei ist. Ohne die letzte Konsequenz des Geschlechtsverkehrs. Das können aber verschiedene Erwachsene nicht begreifen. Es besteht also ein Verständigungsproblem. Wenn der Papa also seine Tochter in die Arme nimmt und streichelt (damit ist jetzt kein sexuelles Streicheln gedacht), so ist die Tochter glücklich und zufrieden. Dem Sohn geht es mit der Mutter genauso. Und es hat nicht mit Gleichgeschlechtlichem zu tun, wenn der Vater den Sohn und die Mutter die Tochter streichelt. Mein Sohn ist jetzt 19 Jahre, „schneckelt“ sich aber heute noch gerne an mich ran. Und ich (dem sich die Haare zu Berge stehen bei Schwulen) genieße es.
Es ist vollkommen missverstanden, wenn Du sagst, Freud würde die Schuld den Mädchen zuschieben. So hörte es sich zumindest an.
Übrigens ist Freud selbst von seiner Mutter missbraucht worden. Zumindest wird das erwähnt.
Grüße
Raimund